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Finanzkrise: Auch die europäischen Autobauer fordern staatliche Unterstützung

Bereits im vergangenen Jahr beschloss der US-Kongress ein neues Energiegesetz. Das sicherte den US-Autobauern Darlehen in Milliardenhöhe zu. Vor wenigen Tagen hatten dann die Legislative Kredite in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) freigegeben.

"Wettbewerbsverzerrung", so das einhellige Urteil der europäischen Autohersteller. Sie sehen ihre eigene Marktposition auf dem größten Automarkt der Welt gefährdet. Nun wollen sie Chancengleichheit und - ähnlich dem US-Konjunkturprogramm - ebenfalls Kredite von bis zu 40 Milliarden Euro.

Fiat-Chef Sergio Marchionne bestätigte entsprechende Überlegungen gegenüber der Financial Times. Ziel der staatlichen Finanzierungshilfen ist in beiden Fällen, die Entwicklung umweltfreundlicherer Modelle voranzutreiben. Die Auszahlung der Kredite in den USA soll noch sechs bis 18 Monate dauern.


WebReporter: Ralph_Kruppa
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Europa, Finanz, Finanzkrise, Unterstützung, Autobauer
Quelle: www.n-tv.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.10.2008 02:18 Uhr von Ralph_Kruppa
 
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Warum muss der Staat den privaten Automobilherstellern Kredite gewähren, damit sie Forschung und Entwicklung betreiben. Drehen jetzt alle Manager am Rand und wollen unverhohlen in die Schatulle staatlicher Steuergelder greifen?

Wie wär's wenn die Stromkonzerne und Autohersteller sich selbst mal Gedanken darüber machen, was sie mit den Milliardengewinnen zurückliegender Jahre anfangen wollen. M.E. ist da genug Geld vorhanden. Frechheit!
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05.10.2008 11:02 Uhr von sunsmile
 
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Ich: fordere auch sofort staatliche Unterstützung in Millionen Höhe. Die "Kredite" werden vermutlich eh nie zurückgezahlt werden, da man sonst droht wieder Arbeitsplätze abzuschaffen.
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05.10.2008 11:03 Uhr von Montauk
 
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@Autor: "Warum muss der Staat den privaten Automobilherstellern Kredite gewähren, damit sie Forschung und Entwicklung betreiben. Drehen jetzt alle Manager am Rand und wollen unverhohlen in die Schatulle staatlicher Steuergelder greifen?"

das rührt wohl daher, dass die weltwirtschaftslage derzeit weitaus schlechter ist, als uns die beruhigungspillen medienseits
derzeit noch suggerieren.

in meinem beruflichen umfeld kann ich bisher auch feststellen, dass aufträge reihenweise auf breiter ebene zurückgehen, sonderschichten abgeschafft und die zeitarbeiter alle nach hause geschickt wurden.

sieht derzeit nicht gut aus...
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05.10.2008 11:06 Uhr von Yuggoth
 
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SHV: Die Gewinne sind doch nur für die Shareholder, nur das ist wichtig, wenn ich es schaffe auch noch vom Staat Geld zu kassieren für etwas, was eigentlich das ureigenste Interesse einer Firma sein sollte, dann kann man nur sagen das die Manager ihre Hausaufgaben gemacht haben und schauen wie sie das Aktionärsvermögen ihrer Firma maximieren.
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05.10.2008 11:20 Uhr von Montauk
 
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nix geschenkt: die autobauer wollen allen anschein nach kredite vom staat, weil die banken dazu offenbar nicht bereit dazu sind.
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05.10.2008 11:23 Uhr von vostei
 
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Langsam wird´s lächerlich mit dieser Art von: - wie soll man das noch nennen (?), Marktwirtschaft.
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05.10.2008 11:31 Uhr von 08_15
 
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noch eben die Reserven verballern: das sich die Vorstände noch schnell Gold kaufen können. Der Michel richtets schon.

Bundeswehr im Inneren bringt dann auch Sicherheit. Wenn die ersten Städte ganz bankrott sind und keine Löhne mehr zahlen können wird es ganz lustig.
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05.10.2008 12:00 Uhr von phil_85
 
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habt ihr ne Ahnung, wie teuer die Entwicklung neuer Autos ist? Vorallem wenn man schon sehr weit oben in der Effizienz ist? Das kostet nicht paar Mio sondern einige Mrd...

Dann kommt dazu, dass dank der Banker (welche nun gerettet werden) der Markt zusammenbricht...

Die Regierungen greifen viel zu einseitig ein und retten einen bestimmten Zweig und der Rest soll zusehen, wie er klar kommt...

Ich will jetzt nicht Kredite für alle gutheißen, aber das ganze so extrem einseitig anzugehen und auch zu bewerten ist hirnrissig..


PS: Jeder Physiker und Mathematiker hätte den Bankern sagen können, dass das, was sie da betreiben totaler Müll ist...aber die "theoretiker" werden selten beachtet, da sie ja eh nur Geld für Müll rauswerfen (Achtung hier befindet sich Sarkasmus...)
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05.10.2008 12:16 Uhr von Ralph_Kruppa
 
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@Vorredner: Zunächst einmal vielen Dank für Eure Beiträge.
Offenkundig hat bei einigen von Euch die Propaganda der Lobbyisten schon gewirkt. Daher nochmal ein paar Bemerkungen meinerseits:

1. Bedeutet Marktwirtschaft, dass das Wirtschaftssystem auf dem Grundsatz von Angebot und Nachfrage funktioniert und nicht danach, welche Branchen gerade nach welcher staatlichen Unterstützung schreien. Merke: Wer schreit, der lügt!

2. Ich tue mich außerordentlich schwer damit, einer Branche wie der Automobilwirtschaft, die noch vor wenigen Monaten Rekordgewinne ausgewiesen hat, Milliardensubventionen einzuräumen, nur um die Fehler einer US-Regierung auszuräumen. Die deutschen Autokonzerne haben in den zurückliegenden Jahren Milliarden verdient und nun schreien sie nach staatlicher Hilfe.

3. Mir geht diese "Vollkasko"-Mentalität hochbezahlter Industrie- und Bankmanager auf die Nerven. Wie bereits von einigen völlig zu Recht bemerkt, schreien die Manager heute, wo es ihnen schlechter geht, nach staatlichen Hilfen. Noch vor wenigen Wochen forderten sie weniger Staat. Mir scheint ein Millionengehalt schützt nicht vor Orientierungslosigkeit. Das aber ist das Problem der Verantwortlichen. Ich lasse mich als einfacher Steuerzahlr nur unter Zwang in Sippenhaft nehmen.

Fazit: Manager und die Wirtschaftsbosse haben in den vergangenen Tagen ihre Glaubwürdigkeit fast restlos verspielt. Was jetzt gerade stattfindet, ist Kindergarten im feinen Zwirn. Mögen die Politiker in Deutschland standhaft bleiben und den "Schnorrern" in den Chefetagen die Position der Steuerzahler entgegen halten und ihre Forderungen erst einmal zurückweisen. Kanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück haben ihren Job bisher richtig verstanden. Sie sollten daran festhalten.

PS: Krisen gibt es immer wieder. Doch nie hatte ich das Gefühl, dass der Druck auf den Staat so groß wurde. Dabei reicht ein Blick auf die Jahre 2000 bis 2003, um zu wissen, wie sinnlos staatliche Eingriffe in einer Wirtschaftskrise sind. Möge das Gedächtnis unserer Politikverantwortlichen nicht löchrig sein wie das der Hochfinanz.
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05.10.2008 13:02 Uhr von phil_85
 
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Wie schön: sobald jemand nicht die bösen großen Konzerne pauschal verteufelt, gibt´s Minuse...

Denkt doch mal auch ein klein wenig weiter und geht nicht grundsätzlich davon aus, dass an der Spitze eines Konzerns ne Hand voll Leute sitzen, die nichts anderes im Sinne haben als ihre eigenen Taschen zu füllen...


Ich bin keineswegs von den Lobbyisten verblödet worden. Ich denke selbstständig und habe zufälligerweise gerade in die Automobilbranche sehr gute Einsichten, da mein Vater dort Jahrzehnte gearbeitet hat (unter anderem als Manager in der Entwicklungsabteilung) und mein Bruder dort in naher Zukunft arbeiten wird (Hybridmotorenentwicklung, momentan macht er dort sein Praktikum, in 2 Monaten etwa fängt seine Diplomarbeit dort an und dass er übernommen wird ist sogut wie sicher).

Ferner denke ich sehr kritisch über die Art und Weise, wie heutzutage das Geld gescheffelt wird...aber ich sehe nicht nur die bösen Menschen in der Chefetage, sondern auch noch ein wenig die Periferie. Ich sehe, wie die Regierung den deutschen Autoherstellern den Boden unter den Füßen wegzieht, indem sie illusorische Ziele gesetzlich festlegen und das viel zu spät.
Auf der anderen Seite sehe ich, wie die Regierung versucht eine Bank nach der anderen zu retten, die Energiekonzerne schalten und walten lässt, wie sie wollen und sich selbst die Taschen auf Kosten der kleinen Menschen vollstopft.

Das ganze ist ein großes, kompliziertes Puzzle, das die meisten nicht überblicken. Ich wette, dass mindestens die Hälfte der "Banker" (die übrigens besonders in Deutschland bei den staatlichen Banken absolut keine Ahnung von Wirtschaft haben) überhaupt keinen Überblick darüber hat, was sie getan haben...

Wirtschaft hat viel mehr mit Naturwissenschaften gemeinsam, als die meisten denken...man kann die Märkte fast wie quantenmechanische Systeme betrachten, oder wie Wetterphänomene...es ist ungemein kompliziert, und die Wirtschaftler bekommen in ihrer Ausbildung überhaupt nicht das Werkzeug das alles zu bewältigen.

Die Banker haben scheiße gebaut und die restliche Wirtschaft muss es nun ausbaden. Automobilkonzerne haben es besonders schwer, da ein sehr großer Teil ihres Umsatzes aus Leasinggeschäften kommt und diese gehen gerade, vorallem in den USA, den Bach runter...Gleichzeitig werden sie von dem Staat gezwungen innerhalb weniger Jahre ihre Antriebskonzepte total zu überarbeiten. Das ist eine enorme finanzielle Belastung, die man bedenken sollte...

Außerdem geht es hier nicht um Geschenke, sondern um Kredite!!! In der Finanzwelt geht es heutzutage primär um Geschenke!


Ich appeliere nur an den gesunden Menschenverstand und ein wenig mehr als nur die Schlagzeilen zu lesen...

PS: BMW hatte bereits vor etwa 15 Jahren Elektroautos entwickelt...sie kamen nur nicht als Serienwagen auf die Straße, da die Bevölkerung sie nicht wollte und der Staat nicht das Potential gesehen hat...
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05.10.2008 13:14 Uhr von Great.Humungus
 
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Naja vielleicht findet der Herr Gates ürgendwann mal heraus das der Arbeitnehmer von Heute der Microsoftprodukte Käufer von morgen ist.

Aber der wird lieber entlassen um die Gewinne in die Höhe schnellen zu lassen...

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