30.09.08 16:58 Uhr
 3.365
 

Lernen Schüler zu viel? - Lernalltag in Deutschland

Das G8 Schnell-Abitur wirkt sich auf viele Schüler belastend aus. Das Abitur machen die Schüler seit den Reformen am Gymnasium nicht mehr in neun, sondern nur noch in acht Jahren. Dadurch ergeben sich sehr viele Nachteile.

Die Schüler haben fast keine Freizeit mehr, sie haben weniger Möglichkeiten und Zeit für ihre Hobbys und können sich auch immer seltener mit ihren Freunden treffen. Auch klagen die Schüler oft über enormen Druck durch die Schule. N. zum Beispiel besucht eine siebte Klasse eines G8-Gymnasiums.

Er meint: "Mein Leben besteht nur noch aus Schule und Lernen." Sein Zwillingsbruder Lucas sagt: "Schule und Hausaufgaben zusammen - das ist bei mir eine 50-Stunden-Woche." Die beiden kommen drei mal in der Woche erst um 17:00 Uhr nach Hause. Danach müssen sie auch noch ihre Hausaufgaben erledigen.


WebReporter: maxi888
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Schüler, Lernen
Quelle: 37grad.zdf.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Nordrhein-Westfalen: Finderin gibt 7.000 Euro zurück
Studie: Flüchtlinge sehnen sich nach Arbeit und Freunden in Deutschland
Experten: Vorzeitig weihnachtlich zu dekorieren macht glücklich

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

47 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
30.09.2008 16:31 Uhr von maxi888
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ich finde es jetzt schon übertrieben. Wenn man jetzt schon so lange in der Schule ist muss man ja vielleicht beim Nachmittagsunterricht bis 19:00 Uhr in der Schule bleiben. Dann kann man ja fast gar nichts anderes mehr erledigen.
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:10 Uhr von MiefWolke
 
+11 | -39
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:14 Uhr von cirak00
 
+21 | -3
 
ANZEIGEN
ist ja auch krank. ich würde sowas nie mitmachen. die sachen die wir lernen brauchen wir nicht im leben-also das meiste
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:22 Uhr von Deniz1008
 
+10 | -14
 
ANZEIGEN
das nennt man japanasieren lol*
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:25 Uhr von Carry-
 
+25 | -4
 
ANZEIGEN
tja: das kommt dabei raus wenn man die schulzeit verkürzt aber den lehrplan nicht ausmistet.
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:40 Uhr von narumi-chan
 
+10 | -9
 
ANZEIGEN
komisch, wieso hat das all die Jahre in Thüringen funktioniert, wir haben hier schon immer Abitur in 8 Jahren und da gabs noch nie ein Trara darum. Jetzt kommen plötzlich die anderen Bundesländer auf die selbe Idee und das Gejammer ist groß
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:50 Uhr von fiver0904
 
+4 | -3
 
ANZEIGEN
Wenn ich mich so an meine Schulzeit erinnere, bis zur 8. Klasse wird geschlafen und danach alles mögliche eingeprügelt...
Kommentar ansehen
30.09.2008 17:52 Uhr von phiLue
 
+5 | -3
 
ANZEIGEN
Kann das nur bestätigen. Freundin von mir macht auch Abitur und ihr Jahrgang ist der Erste betroffende Jahrgang der es in nur noch 8 Jahren macht.

Sitzt meist bis nachmittags in der Schule, muss dann noch Bus und Zug fahren um nach Hause zu kommen weil ihre Schule ca. 20km weit entfernt ist, macht dann Hausaufgaben, muss noch zusätzlich lernen und hat zu Hause auch noch einige Pflichten die sie dann meist nicht mehr schafft und am Wochenende komplett machen muss.
In der Woche ist Sie dann mit den Schulsachen bis 19/20Uhr fertig. Am Wochenende wird dann auch noch gelernt und der Rest Hausaufgaben vom Freitag gemacht den man wegen einigen Hausarbeiten wie Zimmer aufräumen o.Ä. nicht mehr geschafft hat.

Und das ist der Alltag, wenn dann auch noch Klassenarbeiten anstehen wird noch mehr gelernt ... möcht ich nicht mit tauschen.

Richtig toll ist dann auch noch das ca. 3/4 der Lehrer unfähig sind mit Kindern/Schülern umzugehen ...
Kommentar ansehen
30.09.2008 18:28 Uhr von Heartless
 
+7 | -4
 
ANZEIGEN
jaaa noch mehr Reformen so ists richtig, es klappt nicht also noch mehr ändern und schwieriger machen...was für ein Schwachsinn!

Ich hab gerade mein Abitur beendet (sogar geschafft xD), und ich kann einige Dinge aus Erfahrung sagen:

1) der Stoff ist mehr als nur Weltfremd: höhere Wahrscheinlichkeitsrechnung, Genetik/Evolutionstheorie/Neurobiologie bis zum abwinken (und ich hatte nur GK), 300 Jahre Geschichtslehre bis in die kleinsten Winkel und mit allen denkbaren Vergleichen und Gegenüberstellungen (1 ganzes Schuljahr nur über 1945+) etc. etc. etc....

2) fürs Leben lernen kann man das garnicht (dazu kommt dass man es eh nicht braucht, siehe 1).), denn das Stoffpensum ist so gewaltig, dass man eigentlich immer nur für die nächste Klausur bzw. die Abschlussklausur lernen kann, zwei Tage später ist das dann alles wieder vergessen.

3) die Zeiten sind übertrieben, ich hab mich oft genug wie auf einer Ganztagsschule gefühlt, 4 mal die Woche bis 17 Uhr Unterricht gehabt, mit einem kurzen Tag "nur" bis 16 Uhr...dafür dann öfters mal eine oder zwei Freistunden am Tag, die einem dann auch nichts bringen, weil es keine extra-Räumlichkeiten gibt...und dann kommt man um 18 Uhr oder so nach Hause, hat noch nichts warmes am Tag gegessen und keinerlei Hausaufgaben erledigt, soll aber auch alles verinnerlichen und nachholen was man so gemacht hat!

Fazit: streicht gefälligst den ganzen Müll aus den Lehrplänen und sorgt dafür dass man unter besseren Bedingungen arbeiten und lernen kann...(deshalb klappt das auch anderswo, schließlich lernen die dort weniger an Stoff ;)).
Kommentar ansehen
30.09.2008 19:11 Uhr von Prototype08
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
@ Vorredner: Also ich bin zum Glück noch in dem letzten Jahrgang, der noch G9 Gymnasium absolviert und muss sagen es ist der totale Schwachsinn. Ich bin jetzt in der 12. Klasse jetzt mit denen zusammen, da sozusagen die 11. (VS) wegfällt und es sind eindeutig Unterschiede zu entdecken. Es fehlt an alle Ecken und Enden und darunter leiden dann dummerweise auch wir " älteren" Dabei Handelt es sich meist um Problem beim Verknüpfen von Sachverhalten.

Sogar die Lehrer schimpfen bereits über das "Turboabitur". Alleine die Tatsache, dass das jetzige S3 99 Schüler hat und wir im S1 199 Schüler sind, ist grausig. Ich halte von dem Sytem gar nichts, genau wie von dem Lehrplan. Ich bin zwar nicht der Musterschüler, aber was ich in Mathe rechnen soll, ist totales Blödsinn. Ich berechne jetzt schon seit fast 2 Jahren ganzrationale Funktionen und die Prozentrechnung hatte ich 2 Wochen( nur als Beispiel). Da ist doch eindeutig was Faul.

Meiner Meinung nach der letzte Dreck!!!
Kommentar ansehen
30.09.2008 19:25 Uhr von mia-chan
 
+5 | -2
 
ANZEIGEN
Also ich denke eher das es daran liegt das die vorher über ihre Reform und die Änderungen nicht gründlich nachgedacht haben, denn wenn man so etwas einführt muss man auch die Lehrpläne dementsprechend umstellen.

Bei uns in Sachsen wird das Abitur schon immer in 8 Jahren gemacht und unsere Gymnasien sind auch voll ausgelastet mit Schülern und die meisten schaffen es auch gleich(über 90%) und das sächsische Abitur zählt dazu noch zu einem der schwersten in Deutschland.
Ich habe es auch gemacht und muss sagen,länger als bis halb 4 gabs bei uns selten Unterricht und Hausaufgaben wurden auch so gegeben das sie nicht zu viel Freizeit in Anspruch nahmen, sodass man locker genug Zeit nach der Schule(ich habe allerdings meist keine gemacht) hatte um Sachen zu Unternehmen und meist war die Schule eh um halb 3 zu Ende.
Ich habe mich auch nicht mehr unter Druck gefühlt durch die große Menge an Wissen die man uns versucht hat bei zu bringen und es wurde auch jedes Thema gleich von der Zeit her behandelt und vieles was ich in der Schule gelernt habe, brauche ich auch jetzt wieder im Studium.

Also meines Erachtens is das mit den 8 Jahren locker machbar,denn viele Schulen machen das seit Jahren so( Thüringen,Sachsen...) und haben damit kein Problem,bloss hätte man eben vor der Reform mal eher drüber nachdenken sollen,wie man den Lehrplan dann gestaltet und das dann das Abitur machbar ist.
Kommentar ansehen
30.09.2008 19:25 Uhr von no_trespassing
 
+3 | -5
 
ANZEIGEN
Zwiespältig: G8 sehe ich deshalb kritisch, weil der Stoff nicht mehr "sacken" kann. Es ist ein reines Abarbeiten des Lehrplans, aber man setzt sich überhaupt nicht vertiefend mit dem Gelernten auseinander.

Wer keine schnelle Auffassungsgabe hat, wird so schnell zu Unrecht abgehängt.

Vom Lehrplan ausmisten halte ich nichts. Wer legt denn fest, was wichtig ist und was nicht?
Kommentar ansehen
30.09.2008 19:26 Uhr von Slaydom
 
+3 | -3
 
ANZEIGEN
man vetrsucht: zum erbrechen Skandinavische Länder und Japan nachzumachen, aber dass die se besagten Länder auch die höchste Suizid Quote haben, ist dennen ja egal.
Sie können doch bei 13/12 Jahren Abi bleiben...
Das wirklich das schlimme ist, es gibt viel zu viele unnötrige Fächer, die Klassen sind viel zu groß, es gibt viel zu wenig Lehrer, der Lehrplan ist völlig daneben.
Es gibt kaum Förderungen.

@Mief
dein kommentar ist ja mal total bescheuert...
Die Kinder werden von den Eltern dort angemeldet, die haben nichts zu melden und müssen es durchziehen, das leben besteht nicht nur aus Schule/Lernen/Hausaufgaben.
Kommentar ansehen
30.09.2008 19:53 Uhr von Pascal224
 
+5 | -3
 
ANZEIGEN
G8-G9: Ich bin selber Schüler der G9 und muss gestehen mit lernen ist da nicht viel und ich hab trotzdem gute Noten.
Wer sich mündlich gut bis sehr gut beteiligt hat zuhause nichts nachzuholen.
Doch meine kleine Schwester ist Schüelerin in einem G8 Jahrgang und sie muss schon mehr lernen als ich früher, aber viel ist das auch nicht und überfordert ist sie schon lange nicht...
naja ich denke nun auch, wer nicht qualifiziert ist für das Gymnasium, der wird es dann eben noch schwerer haben.
Da aber in den letzten Jahren fast die Hälfte eines Grundschuljahrgangs aufs Gymnasium geschickt wurde musste man etwas machen um einen Qualitätsverlust zu vermeiden und das Gymnasium wieder als eine etwas elitärere Schulform zu gestalten. Von daher finde ich es nicht schlecht
lg

PS: Ihr habt aber Recht, der größte Teil des gelernten ist zum Vergessen da... ;-)
Kommentar ansehen
30.09.2008 21:20 Uhr von lie
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
wenn die: kinder so einen weiten schulweg haben, dass sie so oft nach 17 uhr nach hause kommen, ist das traurig für sie aber sicherlich nich die regel. es gibt festgelegte wochenstunden und zumindest hier in hamburg saß ich als erster g8er nicht wesentlich länger als vor der "ganztagesschuel" im unterricht, das heißt im schnitt bis 3 uhr, also bis zur 7ten stunde. absurderweise hat man hier eine verbindliche 45 minuten "mittagspause" eingeführt, um den anschein einer ganztagesschule zu erwecken. dies macht den tag unnötig länger.
auch muss man nach diesem beispiel davon ausgehn, dass der schüler mindestens 14. höchstens 16 stunden für hausaufgaben aufwendet - das stellt ganz klar eine ausnahme. ganz miese stimmungsmache also der gesamte artikel, wobei ich sagen muss, dass ich nicht unbedingt glücklich darüber bin, in diesen beschissenen übergang von 13 zu 12 jahren reingerutscht zu sein...
Kommentar ansehen
30.09.2008 22:07 Uhr von lancer.danny
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
Ich gehöre auch zu den ersten Versuchskaninchen und kann deswegen nach ca. 4 Jahren Erfahrung auf die Frage "Lernen Schüler zu viel?" mit einem eindeutigen JA antworten...
Wir haben in der 9. Klasse Stoff der 12. Klasse gemacht, wir haben wirklich einige unnötige Fächer, die aber trotzdem wichtig fürs Bestehen wichtig sind und allgemein wird gepresst wie sonst was xD die Schulzeiten sind ok, nur nach der Schule beginnt die eigentliche Schule -.-... Ich kann mich erinnern, dass Lehrer mal gesagt haben, dass wir maximal 2h am Tag mit Hausaufgaben machen verbringen sollen, nur das komische an der Sache ist immer, dass ich alleine 4h für Latein brauche xD... also 5 Wortschätze lernen + nen text übersetzen... Zeit habe ich eigentlich keine, aber ich mache mir Zeit...zwar leidet der Notendurchschnitt drunter, aber der reicht um das Jahr zu bestehen...jaja, aber ich blicke optimistisch in die Zukunft, denn nachdem ich die jetzige 10. abgeschlossen habe, halte ich die mittlere Reife in der Hand und kann diese Knechtschaft verlassen und das Abi auf anderen Wegen unter normalen Umständen machen...

Ich will niemanden vorschreiben was er/sie tun soll, aber wer das beste für sein Kind will, sollte es auf eine Realschule schicken...hätte ich damals gewusst was mich erwartet, wäre ich niemals aufs Gymnasium gegangen. Irgendwann will man auf gute Zeiten der Jugend zurückblicken können und man findet kaum was nur Informationen die man selbst nicht braucht: Was ist die molare Masse? Was passiert in der Telophase? Wie sieht ein Hendiadyoin aus?... bullshit das ganze
Kommentar ansehen
30.09.2008 23:00 Uhr von Threax
 
+1 | -3
 
ANZEIGEN
Wollt ihr nen Keks~? Ach kommt Leute, wisst ihr überhaupt wie die Schulzeiten in der Schweiz sind? Nein?
Na dann, mein ganz "normaler" Gym.Tag sieht so aus:
Morgens:
5.50 Uhr: Aufstehen, sich für die Schule fertig machen
6.20 Uhr: Mit dem Zug zum Gymnasium fahren.(50min fahrt)
7.20 Uhr - 11.50 Uhr Schule
11.50 Uhr - 12.50 Uhr Pause
Nachmittag:
12.55 - 17.10 (18.00) Schule
Und um 18/19.xx zu hause.
Btw. und das 4-5Jahre lang.
Bei der "normalen" Schule(ich weiss es nicht wie man es bei euch so nennt)ist der Stundenplan gleich lang.
7.20-17.10/18.00 Schule.
Also bitte weint doch nicht gleich.
Bei uns klappt das schon Jahrelang und das mit Erfolg.
Kommentar ansehen
30.09.2008 23:29 Uhr von NetCrack
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
Ich denke das viele Schüler selber schuld sind. Ich hab mein Abi in Sachsen gemacht wo schon seit jeher das "G8" System herrscht. Klar ist der Lernaufwand sehr groß, aber man muss auch bedenken worum es geht: um den höchsten deutschen Schulabschluss und der soll in erster Linie eins bewirken: auf ein Unistudium vorbereitet zu sein und was meint ihr wie viel man dort lernen muss? Ich hab mein Abi gemacht in dem ich schlicht und einfach knallhart nur dort gelernt hab wo es sich lohnt, das heißt Leistungskurse, Prüfungsfächer und Fächer die in die Endnote eingehen. Die anderen Fächer habe ich links liegen lassen, ich dachte mir "wozu mehr als bestehen wenn es eh keinen unterschied macht ob ich nun einen Punkt habe oder 15" und dementsprechend hab ich mit nicht zu großem Aufwand ein gutes Abi gemacht. Man sollte das Selbstbewusstsein entwickeln nicht alles zu kauen was einem vorgesetzt wird und stattdessen überlegen welcher Aufwand sich wirklich lohnt und die frei werdende Zeit in sinnvollere Tätigkeiten stecken (für andere "wichtige" Fächer lernen, arbeiten, chillen, ...). Ich halte das Achtjährige Gymnasium für eine gute Sache. Man wird in meinen Augen besser auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums vorbereitet und man ist jünger wenn man sein Abi in der Hand hat. Es sollte jedem klar sein, dass junge, gut Ausgebildete Menschen auf dem Arbeitsmarkt die besten Chancen haben, gerade bei dem herrschenden Fachkräftemangel in Deutschland. Man muss aber auch sagen das es sicher ein paar Jahre dauert bis sich die Lehrpläne angepasst haben und sich alles so eingeschliffen hat wie es vorgesehen ist. Ich kann nur aus Erfahrung sprechen dass die 8-Jährige Variante für mich gut funktioniert hat und das man einen Teil seines Arbeitspensums selber in der Hand hat.
Kommentar ansehen
01.10.2008 00:03 Uhr von Jonny.L
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Unistoff in der Schule: Habe vor 8 Jahren in McPomm auch ein G8 Abschluss gemacht, G9 wurde gleich nach uns eingeführt und 2 Jahre später wieder abgeschafft. Doch ist der Stoff aus dem zusätzlichen Jahr geblieben, dazu gibt es immer neueren Stoff. So musste ich erfahren, dass Mathestudium 1. und 2. Semester in den Lernstoff Einzug erhielt (Bsp. Matrizenrechnungen).
Die Prioritäten sind wirklich Müll: Integralrechnung wie bekloppt und keiner sieht irgendeinen Nutzen darin (mein Beispiel war immer, dass man damit Näherungen oder auch krumme Flächeninhalte berechnen konnte), aber wie schon oben gesagt, kann kaum einer den Dreisatz richtig, um mal z.B. den Benzinverbrauch auf 100km auszurechnen.
Und wir hatten damals noch ein entspannteres Leben, da gab es Freizeit (Schule bis durchschnittlich 15 Uhr +1h Hausaufgaben/Lernen).

Deutschland hat nur ein wirkliches Kapital und das ist Personenkapital, also enormes Wissen gepaart mit Qualität. Doch wenn wir Talente nicht fördern und den geplagten Gehirnen keine Pause gönnen, werden wir über kurz oder lang auch dieses verlieren.

PS: Damals war der Lehrplan schon krank: Geschichte hatten wir Weimarer Republik 3mal und WK2 2mal, aber gleich 1,5 Jahre, 1945+ nur 2 Monate und die Griechen wurden nur von einen Vertretungslehrer in 2 Wochen durchgejagdt. Einzig Physik LK war gut organisiert und absolut schülerfreundlich.
Kommentar ansehen
01.10.2008 03:02 Uhr von Blablablubb
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Schul-Darwinismus: Survival of the fittest. Die Schüler können sich ja aussuchen ob sie lieber früher von der Schule gehen und eine RICHTIGE 40h Woche Arbeit absolvieren oder lieber einige Stunden in der Schule sich berieseln lassen.

Ich hatte zu meiner Abizeit auch ohne Lernen keine großen Probleme durchzukommen, ok das war G9, aber wenn man sich nicht ganz dumm anstellt, dann klappt das auch. War kein Glanzabi, aber was solls.
An der Uni hab ich (im Naturwissenschaftlichen) ein Vielfaches mehr zu tun als in der Schule. Wenn man es da schon nicht schafft in der Schule mitzukommen ohne stundenlang nachzuarbeiten, dann Gute Nacht.

Wenn man zu viele Probleme hat, dann sollte man überlegen die Schulform zu wechseln. Heutzutage denkt jeder er müsse unbedingt aufs Gymnasium, da sonst alle Wege für die Zukunft verbaut sind.
Kommentar ansehen
01.10.2008 08:33 Uhr von Plage33
 
+0 | -2
 
ANZEIGEN
naja ich finde lieber in den "jungen" Jahren einmal mehr lernen statt später Jobs zu machen, die einem überhaupt net gefallen, weil man nix gebacken bekommen hat :)
Kommentar ansehen
01.10.2008 08:55 Uhr von Bokaj
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
Nicht so einfach vergleichbar, die Schulsysteme: Man kann nicht einfach die Gymnasien verschiedene Länder vergleichen. Verschiedene Lehrpläne, verschiedene Stundenzahl, verschiedene Klassengrößen, ..... .

Ich rede jetzt nur mal von Bayern,

Ich habe zwei Kinder in der G8. Eines in der 9. Klasse und eines in der 7. Klasse.
Das ältere Kind hat neben der Schule nur Musikunterricht einmal in der Woche, ist sehr fleißig und an dem Schulstoff interessiert. Sie klagt nicht und schafft es mit links sehr gut. Sie ist auch sehr belesen.
Das 2. Kind ist sehr sportich, dreimal Schwimmunterricht und zweimal Fußball. Lesen gehört nicht zu seinen Hobbys. Er schafft die Schule gut und ist mathematisch begabt. Aber er klagt, musste Fußball aufgeben und hat seiner Meinug nach wenig freie Zeit.
Zwei völlig verschiedene Kinder mit verschiedenen Interessen auf dem Weg zum Abitur.

Das Wochende muss zum Lernen erhalten, wenn während der Woche etwas freie Zeit vorhanden sein soll. In der Schule wurde in der 7. Klasse eine Stunde Englisch pro Woche gestrichen, um den Lehrplan auszumisten. Der Stoff bleibt der gleiche. Die Schüler müssen ihn nun zu Hause erlernen. Schüler sparen nichts, nur der Staat den Lehrer.

Bayern steht zwar im Leistungsvergleich sehr gut da, aber die Kinder verlieren einen Teil ihrer Kindheit.
Die Jungs sind durch ihre Art (Interessen, Sport, Bewegungsdrang ....) im Schulsystem den Mädchen gegenüber benachteiligt. Sie brauchen irgendwie einen anderen Zugang zum Lernstoff als Mädchen.

Meine Kinder werden das Abi schaffen, aber Kindheit geht ihnen wirklich verloren. Meiner Tochter stört das wenig, aber meinem Sohn sehr.
Kommentar ansehen
01.10.2008 09:46 Uhr von rcrow
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
also ich war auch auf einem gymnasium das "nur" bis zur 12. klasse geht (sachsen). ich hatte genügend freizeit und zeit für hobbies oder um freunde zu treffen. ich verstehe echt nicht, wieso sich da alle aufregen? meine schule ging von 7.20 uhr bis 12.55uhr bei 6 stunden unterricht oder bis 13.45uhr bei 7 stunden. 1 - 2 mal die woche hatte ich bis 17 uhr unterricht und das waren dann fächer wie informatik oder sport...ich meine, ich bin zwar schon nach der 11. klasse vom gymnasium gegangen und hab ne ausbildung begonnen, aber meine freunde, die abitur gemacht haben, hatten auch genug freizeit! mittlerweile wohne ich in nrw und weiß von anderen, die 13 jahre schule gemacht haben, dass sie in der 11 oder 12 nur wiederholt haben...also wozu die ganze aufregung? in sachsen und anderen bundesländern funktioniert es schon seit jahren!
Kommentar ansehen
01.10.2008 10:56 Uhr von Ralph_Kruppa
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
Kinderarbeit? Ist das in Deutschland nicht verboten???

Das dickste Ding finde ich die Verkürzung der Abiturzeit auf acht Jahre, ohne - festhalten jetzt - den Kindern auch nur ein warmes Essen anbieten zu können. Das wird jetzt alles schnell und mit Milliardenaufwand nachgeholt.

Wenn man sich den Arbeitsalltag eines Gymnasiasten anschaut, hat man den Eindruck, jedem Lagerarbeiter (Fachkraft für Lagerlogistik) geht es besser.
Kommentar ansehen
01.10.2008 11:02 Uhr von uhlenkoeper
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
@narumi-chan: >>komisch, wieso hat das all die Jahre in Thüringen funktioniert, wir haben hier schon immer Abitur in 8 Jahren und da gabs noch nie ein Trara darum. Jetzt kommen plötzlich die anderen Bundesländer auf die selbe Idee und das Gejammer ist groß<<


Das ist ganz einfach:
weil in Thüringen der Lehrplan (Curriculum) der verkürzten Abiturzeit angepaßt war und die Abiturprüfungen dezentral stattfanden.
Jetzt ist es aber so, dass z.B. in Hessen oder Niedersachsen per Federstreich das G8-Abitur eingeführt wurde, die Lehrpläne mit dem Stoff von 9 Jahren aber 1:1 übernommen wurden. Es wurde nichts ausgemistet. Und dabei waren die Lehrpläne schon vorher hoffnungslos überfrachtet und z.T. inhaltlich überaltet.

Carey hat völlig recht:
die Realität sieht so aus, dass Schüler des G8-Abiturs derzeit massiv überlastet sind. Dafür gibt es nicht zuletzt von Seiten der Mediziner und Psychologen eindeutige Zahlenbelege. Das zu negieren, heißt vollkommen ignorant gegenüber der Belastung dieser Schüler zu sein.
Zudem gibt es den G8-Abiturgang seit eineinhalb Jahren, das heißt bis jetzt kann noch überhaupt niemand sagen, ob diese Abiturienten das Abi nach 8 Jahren überhaupt packen, wieviele vorher abspringen, wiederholen (und damit G8 ad absurdum führen) oder sonstwie "schlappmachen".

Ich denke, jeder, der den Film gestern abend gesehen hat, kann die Belastung der Kinder nicht mehr einfach so beiseite wischen. Welchem Druck diese Schüler derzeit ausgesetzt sind, HAT de facto noch KEIN Schüler hierzulande in den letzten zwei Generationen erlebt !
Wer auf die Gesichter der Kinder geachtet hat, konnte die Unterschiede zwischen den G8-Abitur-Kindern und denen an anderen Schulformen sehr gut sehen: sie lachen kaum noch, schauen ziemlich verbissen in die Gegend.

Hier ist schlicht und ergreifend eine einigermaßen sinnvolle Maßnahme (G8-Abi) völlig unzureichend umgesetzt worden und die schwächsten in der Reihe -die Schüler selbst- müssen das ausbaden !

Refresh |<-- <-   1-25/47   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Überfall auf Werttransporter - Statt Sauna-Puff Gefängnis für fünf Männer
Nordrhein-Westfalen: Finderin gibt 7.000 Euro zurück
Indonesien: Schlange im Zug mit bloßen Händen getötet


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?