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Dieburg: Auftritt des Künstlers Bittlinger in katholischer Kirche untersagt

Es sollte ein interreligiöses Konzert werden, das ein muslimischer Kunstschaffender mit dem streitbaren deutschen Liedermacher Clemens Bittlinger veranstalten wollte. Ein Einwand des Ordinariats des Bistums Mainz verhinderte dies jedoch.

In der katholischen Kirche in Dieburg (Hessen) wollte Bittlinger zusammen mit dem muslimischen Lyriker Gerhard Abdulqadir Schabel ein Konzert geben. Man habe bewusst auf das Lied "Mensch Benedikt" verzichtet und wollte vielmehr andere Songs von Bittlinger und auch Passagen aus dem Koran vortragen.

Das Bischöfliche Ordinariat sprach von fehlender Absprache mit den Entscheidungsträgern und gab an, dass von Zitaten aus dem Koran nicht gesprochen wurde. Erst durch entsprechende Plakataushänge habe man davon erfahren. Ein katholisches Gotteshaus wäre auch nicht der passende Ort für diese Veranstaltung.


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WebReporter: jsbach
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Kirche, Künstler, Auftritt
Quelle: www.kath.net

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.09.2008 22:33 Uhr von jsbach
 
+0 | -0
 
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Der Ordnung halber füge ich noch an, dass der Liedermacher Bittlinger der evangelischen Glaubensgemeinschaft angehört. Eine zwiespältige Entscheidung finde ich.
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24.09.2008 08:18 Uhr von Noseman
 
+4 | -2
 
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Sehr Schade: Das Problem liegt wie immer an der Unterschiedlichkeit zwischen Wisssenschaft und Demokratie einerseit versus Religion und Hierarchie andererseits.

In der Wissenschaft gibt es Thesen, die falsifiziert oder verbessert werden können; in der Demokratie können schlechte Regierungen abgewählt werden. Stellt sich heraus, dass eine Grundbedingung murks ist, lässt sich das prinzipiell abändern und verbessern.

In der Religion gibt es unumstößliche Dogmen und unabsetzbare Leute wie den Papst (der nicht einmal selbst zurücktreten kann, wenn er will; obwohl das umstritten ist). Die falschen Dogmen überdauern Jahrtausende und theoretisch könnte ein Papst ein Jahrhundert lang herrschen, auch wenn er noch so ein Volltrottel oder machtgeiles Arsch oder beides ist (er müsste nur früh genug gewählt werden und lange genug leben).

Aber das muss ja nun auch nicht sein, die 26 Jahre von JP II. und besonders die 32 Jahre vom "unfehlbaren" Pius 9 waren schlimm genug.

Daher müssen zwangsläufig Abweichler wie Bittlinger inquisitioniert und ausgegrenzt werden; das ist systembedingt gar nicht anders möglich.

Das ist nämlich bei weitem nicht das erste Mal, das Bittlinger einen vor den Latz gekriegt hat, und wie fast immer kommt die Order von oben (vom Ordinariat), obwohl sich das einfache Kirchenvolk bestimmt gefreut oder sich wenigstens eine eigene Meinung hätte machen können.
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24.09.2008 08:45 Uhr von arielmaamo
 
+4 | -3
 
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zu Clemens Bittlinger: gab es erst vor kurzem ein Artikel im Spiegel.
http://www.spiegel.de/...
Da wird er von katholischen Extremisten bedroht, weil er recht harmlose Kritik geäußert hat, auch am anmassenden Alleinvertretungsanspruch der kath. Kirche.
Dabei ist er vor kurzem noch auf dem Katholikentag aufgetreten.
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24.09.2008 09:14 Uhr von Thingol
 
+6 | -5
 
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Katholiken: Rückständige Religion, die gerne über den Islam hetzt im Grunde aber auch nichts anderes tut.
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24.09.2008 09:30 Uhr von missie89
 
+4 | -4
 
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Katholiken man sind die manchmal engstirnig, warum sollte bittlinger sein konzert nicht halten? einfach nur schade...
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24.09.2008 10:54 Uhr von Tyfoon
 
+2 | -4
 
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Soviel: zur Toleranz und Nächstenliebe unserer christlichen Kirchen.
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24.09.2008 13:40 Uhr von Noseman
 
+1 | -2
 
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Stimmt, Oberlehrer: Den Aspekt "Nächsten"- oder gar "Feindesliebe" hat die katholische Kirche ja seit 1700 Jahren gründlich gestrichen, von daher haste recht: da ist kein katholischer Aspekt mit bei.
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24.09.2008 14:25 Uhr von Noseman
 
+0 | -1
 
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ICH: bin ja auch zur Nächsten- oder Feindesliebe nicht verpflichtet. zumindest wäre mir jetzt mal unbekannt, wo ich ein entsprechenden Vertrag unterzeichnet hätte ;-)

Na und zur Tempelreinigung: Jesus kann man für alle mögliche politischen oder theologischen Meinungen verwenden. Dank sich fundamental widersprechender Evangelien, man denke allein an die Kreuzesworte, ist das doch kein Problem.

Ich zum Beipsiel würde die Tempelgeschichte so interpretieren -wenn ich christ wäre - , dass man die protzenden Vatikanfürsten mal aus dem Haus des Herren rausprügeln müsste.

Exegese ist Kaugummikauen, und bei soviel Kaugummi kann man ewig in alle Richtungen kauen. Lächerlich, dass sowas auch noch für ein, äähh zwei Studienfächer (plus päd. Lehrämter) herhält ...
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24.09.2008 14:55 Uhr von Noseman
 
+0 | -1
 
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ICH: habe selbstverständlich eine von mir persönlich konstruierte Idee (natürlich unter einbindung diverser ganz verschiedener quellen, nicht nur der einer einzigen - wie etwa einer Bibel) von Nächsten/Feindesliebe. die ich auch ganz selbstverständlich einhalte.

Nur ist die absolut weder mit biblischer Theorie noch mit christlicher Praxis identisch.

Und ich habe auch gar keine Probleme damit, dass die Kirche ihrerseits ihre Werte vertritt und ihre Schäfchen dran glauben sollen. Mich stört lediglich deren Absolutheitsanspruch, unter anderem auch über Umwege von politischen Parteien wie CDU/CSU, diese allen anderen aufzwingen zu wollen.

Beispielsweise hat weder in der Präambel zum GG noch in einer europäischen Verfassung ein Gottesbezug was zu suchen, es sei denn wirklich _alle_ Götter werden benannt, also auch das Spaghettimonster, Zeus, Manitou und der obertüchtige erdbeerfarbene Nosenmangott.

Fänd ich aber persönlich unpraktisch, die Karamellbonbonverordnung ist schon umfangreich genug. ;-)
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24.09.2008 15:25 Uhr von Noseman
 
+0 | -1
 
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Bittlinger: kritisiert nur das , was "Kirche von unten" oder "Wir sind Kirche" auch machen.

Der ist also noch weit weit weg davon, obwohl er ein Protestant ist, von solch phösen antichristlichen satanischen Positionen wie ich sie als Atheist vertrete. Harhar.

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