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Autismus bei Mädchen wird aufgrund von Fehldiagnosen oft nicht erkannt

Eine neue Untersuchung an 493 Jungen und 100 Mädchen hat den Verdacht aufkommen lassen, dass Autismus bei Jungen nicht wie bisher angenommen vier Mal häufiger vorkommt als bei Mädchen, sondern dass Autismus bei Mädchen schwieriger zu diagnostizieren ist.

Die Forscher meinen, dass die Symptome der Krankheit bei Mädchen anders aussehen können als bei Jungen. So fehle bei weiblichen Autisten häufig die ständige Wiederholung eines Satzes und/oder einer Bewegung.

Des weiteren sind manche Symptome, die bei männlichen Autisten für Aufmerksamkeit sorgen und zu einer Diagnose ihrer Krankheit führen, bei Mädchen nicht sonderlich ungewöhnlich. So werden Eigenschaften wie Scheu und sehr große Sensibilität bei Frauen eher als normal betrachtet.


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WebReporter: El Indifferente
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Mädchen, Fehldiagnose
Quelle: news.bbc.co.uk

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.09.2008 15:44 Uhr von El Indifferente
 
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Also ich finde Autisten ja faszinierend. Wobei man aber sagen muss, dass nicht jeder Autist ein "Rain man" mit einer Inselbegabung ist. Wenn es aber bei Mädchen wirklich so viele Fälle gibt, wo Autismus übersehen wird, dann tun mir die Betroffenen echt leid. Die bekommen ja dann die falsche Behandlung oder gar keine.
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18.09.2008 05:01 Uhr von Simon_
 
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Autismus: ist sehr interessant, da gabs mal eine sehr sehr gute Reportagereihe auf Arte.

Einerseits faszinierend was das menschliche Gehirn leisten kann, aber doch erschreckend was diese Menschen im Austausch dafür verpassen...

Die Diagnose von Autismus gestaltet sich immernoch als sehr schwierig weil er nach wie vor nicht Offiziell als Krankheit angesehen wird, daher gehen (zu) wenig Forschungen in die Richtung.
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18.09.2008 07:29 Uhr von mort76
 
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Simon, die wenigsten Autisten haben diese interessanten Inselbegabungen- soweit ich weiß, gibt es weltweit nur 200 von diesen.
Aber allein auf meiner Arbeitsstelle gibt es 3 Autisten, die im Grunde einfach geistig behindert sind, die "interessante Inselbegabung" ist dann meist ein nervtötender Tick oder eine monotone Handlung.
So sieht das leider in der Realität aus, aber die ist nicht interessant genug für Dokumentationen.
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18.09.2008 08:02 Uhr von Cryver_Mitzae
 
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Zustimmung: Autistische Menschen verpassen sehr vieles im Leben und haben oft das Gefühl "nicht richtig" zu sein oder sogar völlig anders. Das führt dann dazu, dass sie entweder auf den gesetzlich falschen Weg geraten, oder sich von der Gesellschaft abschotten.
Wenn die Gesellschaft vorher nicht sonderlich nett zu den betroffenen war- egal aus welchen Gründen- dann werden es reine Einzelgänger.
Autisten wären warscheinlich lieber normale MEnschen, auch wenn das hieße, dass Ihr Kopf weniger leisten kann- aber das Gefühl ein normaler Mensch zu sein ist warscheinlich deutlich angenehmer, als als "anders" bezeichnet zu werden- denn das kot*t an.
Gerade die jüngeren Menschen sind hart zu Autisten...
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18.09.2008 21:37 Uhr von Katatonia
 
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@Simon_ @mort76 @Cryver_Mitzae: Autismus ist offiziell als Entwicklungsstörrung im ICD-10 erwähnt, somit sehr wohl anerkannt. Eine Krankheit ist es nicht, sondern eine Art von Behinderung. Krankheiten kann man heilen, Behinderungen nicht.

Die Insebegabung beschreibt nur ein Teil von verschiedenen Autismusformen und wird unter dem Begriff Savant-Syndrom, das wiederrum unter das Asperger-Syndrom fällt, definiert.

Ansonsten zu @Cryver_Mitzae, ich glaube weniger daran, das Autisten das Gefühl haben nicht richtig zu sein, eher kann man sie als "Gefangene in eigenem Körper" definieren. Sie haben eben eine gewisse Störung in einem bestimmten Bereich von mehreren Bereichen des Körpers, meistens im Zusammenhang mit kognitiven Defiziten, worunter auch Kommunikationsschwirigkeiten zählen. Ein Diagnoskriterium ist ja unter anderem beim Sozialen Bereich: die Unfähigkeit, mit Gleichaltrigen zu interagieren und der mangelnder Wunsch, mit Gleichaltrigen zu interagieren, sowie ein mangelndes Verständnis für soziale Signale, was sozial und emotional unangemessenes Verhalten hervorruft.

Sprich, der Autist kann hier garnicht anders, er ist seinen Defiziten ausgeliefert und weiß womöglich auch garnicht von den Unterschieden zu seinen Mitmenschen, wahrscheinlich weils ihn auch garnicht interessiert.
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18.09.2008 22:14 Uhr von meisterthomas
 
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meistens im Zusammenhang mit kognitiven Defiziten? Diese Aussage erscheint mir falsch. Vielmehr scheinen mir Autisten im vergleich zu Normalen kognitiv deutlich weiter entwickelt, während sie mir verbal deutlich unterentwickelt scheinen. Mittels geeigneter Intelligenztest wäre meine Aussage
relativ einfach zu prüfen.
Dies ist aber nur meine unsichere Meinung.
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19.09.2008 07:19 Uhr von mort76
 
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meisterthomas, diese Meinung ist nicht unsicher, sie stimmt einfach nicht.
Nur eine Minderheit von Autisten liegt kognitiv über dem Durchschnitt der übrigen geistig Behinderten, geschweige denn der Normalen- die Medien konzentrieren sich aber nur auf die interessante Minderheit, weil die anderen quasi zu langweilig sind- die Leute wollen Rainmans sehen und nicht die eher traurige Wohnheimrealität. Dazu muß man aber auch sagen, daß der durchschnittliche geistig behinderte Mensch auch nicht so doof ist, wie man das im allgemeinen meint, die meisten fallen tatsächlich nicht weiter auf.
Die von dir vorgeschlagegen Intelligenztests gibt es durchaus, und sie bestätigen das, was ich hier schreibe.

Wie gesagt: es gibt weltweit ca. 200 Autisten mit diesen faszinierenden Inselbegabungen, und die "von Autisten geschriebenen Bücher" haben sich im Nachhinein fast alle als Fake erwiesen...und Rainman ist eben ein Film, nichts weiter.
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19.09.2008 20:42 Uhr von Katatonia
 
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@meisterthomas: Mort76 führte sagte eigentlich bereits schon alles zu deiner These. Der typische Autist, ich nenn ihn jetzt mal so, hat oftmals weniger verbale/Sprachdefizite, als man meinen mag, nur an der Kommunikation hadert es, sprich der Autist kann sich nicht so ausdrücken, wie er gerne möchte. Deswegen schrieb ich ja, ein "Gefangener im eigenen Körper". Er hat durchaus Fähigkeiten, nur kann er diese erlernten Fähigkeiten nur schwer umsetzen.

Natürlich, den typischen Autisten gibt es eigentlich nicht. Da sollte man schon den Typen und Kategorien des ICD-10 verwenden, aber wollt ich jetzt mal nicht. ^^

Ansonsten bringen diese Intelligenztests meistens wenig, weil sie subjektiv sind. Man kann sie durchführen, aber die Ergebnisse mit Vorsicht verwenden.

Die beste Methode, die Intelligenz eines Menschen mit Autismus zu testen ist, ihn als Einzelbetreuer oder Familienmitglied zu betreuen und so kennenzulernen. Denn erst dort, kann man seine Lebensleistung wirklich kennenlernen und messen.

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