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Riesterrente: Offenbar doch nicht so gut wie ihr Ruf

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg weist darauf hin, dass die Riesterrente in der Praxis den an sie gestellten Erwartungen oft nicht gerecht wird. Ein großer Teil der alleine dieses Jahr auf rund 1,7 Milliarden Euro geschätzten Staatszulagen komme nicht der Rente zu, sondern fließe in die Taschen von Versicherungsagenten.

Grund sind nach Aussage der Verbraucherschützer zu hohe Vertragskosten bei vielen Abschlüssen. Diese könnten im Einzelfall dreimal höher liegen als die Summe der Zulagen über die gesamte Förderungsdauer, einschließlich der Steuervorteile. Auf dem Markt gebe es kaum günstige Angebote.

Die Beratungspraxis zeige zudem, dass bei einem Anbieterwechsel Vertragsnehmer Gefahr laufen, einen hohen Anteil ihrer eingezahlten Gelder zu verlieren, im Einzelfall bis fast 90 Prozent. Offenbar neigen Agenten dazu, Produkte zu empfehlen, die vor allem Provision bringen. Die Verbraucherschützer fordern daher verbindliche Kostenlimits.


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WebReporter: Nesselsitzer
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Ruf, Riester-Rente
Quelle: www.focus.de

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26 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.08.2008 17:37 Uhr von Nesselsitzer
 
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Riesterrente: Vor alle ein Reibach für regierungsnahe Versicherungskonzerne, davon profitierenden Medienkonzernen sowie der Wirtschaft, die aus der Verstümmelung der Rentenformel besonders viel Nutzen zieht. Ohne Not wurde ein Teil der Altersversorgung aus der Gesetzlichen Rentenversicherung herausgelöst, um private Versicherungkonzerne durch unnötige, auf Profit ausgelegte Verwaltungsapparate am Milliardenkuchen partizipieren zu lassen. Monitorbeitrag: http://www.youtube.com/...
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26.08.2008 18:31 Uhr von 08_15
 
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Tja, der liebe Rister: feine Lobbyarbeit geleistet. Mich haben die damals bei der Postbank ganz komisch angeschaut als ich sagte: Was? 70 EURO Zulagen und 74 EURO Gebühren? Leute, da kann ich mein Geld doch besser zerreißen. Stattdessen hab ich mir bei einer anderen Banl ein Sprkonto geholt und bekomme gute Zinsen (Nach Inflation bleibt auch nix übrig) Aber für eine Zusatzrente reicht das halt nicht.

Wir gehen eh alle in Altersarmut.
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26.08.2008 18:53 Uhr von christi244
 
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Hat jemand: etwas anderes erwartet?
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26.08.2008 19:11 Uhr von TheBlobAlive
 
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Weiß eigentlich einer hier, dass Riester Vize der IG-Metal war und die Grundidee damals schon hatte? Und dass es seine Bedingung erst war, dass dies umgesetzt wird um in Schröders Riege zu kommen?

Sorry, klar gibt es Abzocker, aber es ist von Fall zu Fall anders und von Negativheulern habe ich langsam echt genug! Es ist doch nicht alles schlecht was atmet...
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26.08.2008 19:19 Uhr von Travis1
 
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Das: hat Herr Blüm von Anfang an gesagt!

Die Riesterrente war ein Kind der Versicherungslobby!

Und der Staat kann sich teilweise aus der Verantwortung stehlen.
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26.08.2008 19:21 Uhr von Draco Nobilis
 
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Sollte eigentlich klar sein Für Geringverdiener ist die Riesterrente nun mal einfach MÜLL!
Das ist Fakt, das Geld landet überall, nur nicht beim zukünftigen Rentner.

TIPP: Selbst rechnen, nicht vorrechnen lassen^^
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26.08.2008 19:22 Uhr von James Blond
 
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Irrtum: Ich arbeite in einem Versicherungsunternehmen in der IT und saß in der Abteilung, die damals für die Softwareentwicklung für die Riester-Renten zuständig war.

Es ist vielmehr im Gegenteil so, dass viele (zumindest meins) Versicherungsunternehmen die Riester-Rente lieber loswerden würden, man sie aber nur im Portfolio hat, um den Mitbewerbernbei den eigenen Kunden keinen Ansatzpunkt zu liefern.

Die Riester-Rente ist in der Verwaltung (Zulagenverarbeitung etc.) derart teuer, dass es für kleinere (Riester-)Bestände ein Zuschussgeschäft für die Versicherung ist, weil es fast unmöglich ist die Kosten wirtschaftlich umzulegen.

Das Ding gibt es einzig und allein weil der Staat es so wollte. Von selbst hätte kein Versicherungskonzern so ein Produkt eingeführt...
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26.08.2008 19:32 Uhr von James Blond
 
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@Draco: Das stimmt so pauschal nicht. Das hängt davon ab, ob du Single und kinderlos bist und "wie gering" dein Einkommen ist.

Für verheiratete Geringverdiener mit 2+ Kindern ist das Ding eine wahre Goldgrube, weil du mehr Zulagen vom Staat kriegst als du selber einzahlst/einzahlen musst.
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26.08.2008 19:33 Uhr von christi244
 
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James: Du möchtest uns jetzt verklickern, dass die Versicherer im Parlament, die diese Gesetze schreiben, diese zu ihren Ungunsten schreiben ... jau ... und morgen kommt der Weihnachtsmann. ;-)
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26.08.2008 19:51 Uhr von five_of_ten
 
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@zusatzrente: Ganz ehrlich dieser Abzockverein geht mir sowas von auf den Sack. Ich soll in die Rentenkasse einzahlen obwohl cih weiß ich bekomme nichts mehr raus, Nein die sind auch noch so dreist und fordern das du dir als privatoperson eine zusatzrente anlegst. Die sich soo schnell in rauch auflösen kann.

Bei mir war es so. Ich habe jeden monat 100€ eingezahlt. 4 Jahre lang. Dann wurde ich arbeitslos und wollte die versicherung ruhen lassen. Pha denkste. Da biste je nach vertrag auf Kulanz der Versicherung angewiesen. Ende vom Lied. Ich konnte nichts mehr bezahlen. Versicherung Kündigte mir, ich verlor alles eingezahltes geld. Die Klage war erfolglos.

Einmal und nie wieder. Da kaufe ich doch lieber Goldbarren.
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26.08.2008 19:56 Uhr von James Blond
 
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@christi244

Also Lobbyisten hin oder her, aber das Ding kommt von der Bundesregierung und noch genauer unter Beteiligung eines Herrn Walter Riester (http://de.wikipedia.org/...) und der hat nie nimmer nicht mal in einer Versicherung gearbeitet - daher ist das Produkt ja auch so toll. Da saßen jede Menge Mathematiker ohne Praxisbezug dran...

Und ungünstig hab ich nicht gesagt, Riester lohnt sich für die Versicherungen sobald eine gewisse Größenordnung erreicht ist, weil die IT-Verwaltungskosten so hoch sind, nicht die Sachbearbeiterkosten und der IT ist es mehr oder minder egal ob 1000 oder 1 Mio. Verträge.

So und nun kannst du mal raten, warum Riester so viel beworben wird :)

und @Bleissy

Ich finde einige unserer kapitalistischen Vorzeigeunternehmen/Manager auf wirklich zum ..., aber guck dir doch mal an wo der Großteil deines Geldes hingeht und jedes Jahr mehr davon, dann weisst du wo das Problem sitzt
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26.08.2008 20:00 Uhr von Samosa999
 
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...meister blüm hatte mal in einer talkshow gesagt.."leute macht euer geld alle...die lassen euch schon nicht verhungern!! die riesterrente ist der grösste betrug am kleinem manne!!"
ich habe nix in diese richtung gemacht...ich habe mir statt dessen ein kleines altes haus gekauft..und hoffe es bis zu rente fertig zu bekommen...dann brauch ich nur noch essen..und nebenkosten...! und das bekommt jetzt schon jeder hartz 4 empfänger!!! vorraussetzung ist natürlich das man die rente noch erreicht..denn wenn es weiter abwärts geht mit der medizinischen versorgen..und wir uns "normale" vorsorgeuntersuchungen net mehr leisten können..sterben wir sowiso beizeiten!!

und wenn es gar net mehr gehen sollte im alter..dann (ironie on) kann mann immer noch" mist" bauen...sich einbuchten lassen...3 mahlzeiten am tag...dach übern kopp...und ein warmes bett!!! (ironie off)
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26.08.2008 21:06 Uhr von Draco Nobilis
 
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@James Blond: Kann schon sein das du recht hast damit.
Aber wie Kinder haben wir im Durchschnitt pro Familie?
Soweit ich noch in Erinnerung habe nur 0,4.
Also wird dein Fall mit +2 Kindern recht selten eintreten.

Außerdem müssten diese Agenten ja sofort sehen das es sich für Single ohne Familie nicht rechnet, also Blödsinn solche Leute damit über den Tisch zu ziehen, und das passiert ja sicherlich häufig genug.
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27.08.2008 02:28 Uhr von Borgir
 
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riester: lohnt sich zum beispiel für kinderlose gar nicht.....
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27.08.2008 07:11 Uhr von Deniz1008
 
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@ all abschließen nur wenn ihr geld übrig habt dann eher in kombination mit aktien,fonds usw.
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27.08.2008 09:14 Uhr von FrankStefanPolzin
 
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Ist ja witzig was hier so alles geschrieben wird! Warum regt man sich über den "kleinen Mann" auf, für den die Riesterrente nichts ist. Wenn er sie nicht nutzen will, dann brauch er es ja auch nicht zu tun. Und genauso die Thematik: "Dann wirds ja bei Geringverdienern später von der Rente abgezogen." Na und!!!! Wenn ich sonst eine gesetzliche Rente in Höhe von 800,- € bekäme, werde ich davon sogar einen Großteil für die Miete aufwenden und wenn ich ganz viel Glück habe, kann ich mir noch etwas zu essen leisten. Gerade dann ist jeder Cent wichtig, denn wenn ich durch die Riesterrente zusätzlich nochmals 100,- € dazubekäme, dann wäre das für mich viel Geld! Man sollte nicht immer alles nur so negativ betrachten.
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27.08.2008 18:22 Uhr von Shakotai
 
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Was hier zum Teil verzapft wird, mich friert’s: Das die Riesterrente Mist ist, ist genauso Blödsinn wie sie in den Himmel zu heben, und genauso wie zu behaupten, es sei sinnvoll alles in Aktien zu stecken. Die Riesterrente ist nur eine Schraube unter vielen, die man anziehen kann oder sollte.

Aber was soll man vom Finanzverständnis eines Volkes halten bei dem rund 10 Billionen Euro auf Sparbüchern mit gesetzlicher Kündigungsfrist lagern, einer Anlageform die seit 1992 gerichtlich bestätigt als ‚Sparen für Dumme’ bezeichnet werden darf…?
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27.08.2008 18:23 Uhr von Shakotai
 
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@Corazon: (stellvertretend für auch andere): Du hast zwar recht, die Riesterrente wird auf die Grundsicherung angerechnet, aber 1.) es wird ALLES auf die Grundsicherung angerechnet. So also auch Einkünfte aus Lebens und Rentenversicherungen, der betrieblichen Alterversorgung, darüber hinaus Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, sowie aus Land und Forstwirtschaft. Habe ich etwas vergessen?
2.) Sind sämtliche Einkünfte auch die des Rentners steuerpflichtig; voll ab 2040, wenn die meisten hier in Rente gehen oder gerade sind. Um unsere heutige Steuergesetzgebung als Beispiel anzunehmen: Die Grundsicherung liegt derzeit bei etwa 980 € für die Einzelperson, sind also etwa 11760 € pro Jahr. Der Steuereinstiegssatz liegt derzeit bei 7800 €, d. h. der Rentner hat auf das Einkommen, dass die 7800 übersteigt eine Steuer von 17 bis 26 % zu zahlen, je nachdem wie sich die Einkünfte zusammensetzen. Das heisst, der Staat kassiert noch, wenn er bereits Zuschüsse zum überleben zahlt!
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27.08.2008 18:24 Uhr von Shakotai
 
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@ Borgir: Oben meinte Draco Nobilis: ‚TIPP: Selbst rechnen, nicht vorrechnen lassen^^’

Vielleicht hättest du dies tun sollen. Aber da nicht, will ich es mal übernehmen: (Tarife einer bekannten deutschen Gesellschaft)

Beispiel: Mann, alleinstehend, 30 Jahre alt, Einkommen 30.000 € im Jahr. (Bevor du unkst, dass sind 2307 € brutto/1444 € netto mtl. zzgl. Weihnachts- und Urlaubsgeld, Einstiegslohn für einen Arbeiter am Band laut Tarif)

In eine Riester (fondsgebunden) zahlt dieser Mann mtl. bei voller Förderung 162 € und bekommt bei 6 % Verzinsung mit 65 ein Guthaben von 206.865 € zusammen. Von seiner Einzahlung von (162x12=)1944 € bekommt er am Ende des Jahres 255 € retour. Effektivbelastung also (1944 € -255 € =) 1689 € geteilt durch 12 =140,75 mtl.

Auf der anderen Seite werden diese 140,75 in eine normale Rentenversicherung (fondsgebunden) eingezahlt. Ergibt ein Guthaben von 166.719 €.

Also 40.000 € Unterschied trotz gleicher Belastung. Abgesehen davon ist die Riester Hartz IV sicher und einkommensangepasst, d.h., das was oben five_of_ten berichtete, kann hier nicht passieren. Und nun begründe mal, weshalb sie sich nicht lohnt?
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27.08.2008 18:24 Uhr von Shakotai
 
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@Samosa999: Glückwunsch zu deinem Häuschen, aber kann es nicht sein das du etwas übersehen hast? Schon heute sagt die Harzt IV Gesetzgebung, dass du dein Haus zu verkaufen hast, wenn es zu groß für deine Grundsicherung ist. Und du bekommst nach dieser auch keinen Cent bevor dies nicht geschehen ist. Von deinem Haus kannst du nicht abbeißen.

Und zur Aussage Blüms; das ihn der anwesende Klöckner nicht an seinen Ohren gepackt und verbal durchs Studio geprügelt hat, hat mich nur gewundert. In meinen Augen ist das ein Aufruf zum Schmarotzertum! Und nicht nur das:
Erinnere dich mal, unser Rentensystem funktioniert nach dem Umlageprinzip. Etwa 2025 werden wir gleich viel Rentner wie potentielle Arbeitnehmer haben. Soll also der Arbeitnehmer am besten gleich die Hälfte seines Einkommens an die Rentenkasse abführen, und darüber hinaus noch Steuern und ‚Sozial’versicherung für ‚sich selber’ zahlen? Wie soll das funktionieren? Mal abgesehen davon, dass wohl kaum alle Arbeit haben werden nachdem Arbeit in Deutschland heute schon zu teuer ist?

Dabei kann man nicht mal unbedingt sagen, dass Blüm unrecht hatte… Seine Rente ist sicher, und sicher auch in einer Höhe wie sie keiner von uns erhalten wird.
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28.08.2008 01:33 Uhr von Montauk
 
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problem: ich denke, daß problem ist nicht wirklich die riesterrente.

andere finanzprodukte, die auch optimal auf bänker, versicherer und letzten endes auf die bedürfnisse der politiker zugeschnitten sind, können sich durchaus auch mit der riesterrente messen, im negativen sinne.

diverse rechenbeispiele sind soweit ja ganz nett, und ein 30 jähriger, dem im alter theoretisch gut 200000 euro winken, sieht sich da schnell verleitet, einen vertrag abzuschließen.

übersehen wird m. e., dass die nächste währungsreform
weitaus weniger glimpflich ausgehen könnte als die dm verschenkt wurde.

gibts den euro in 30 jahren überhaupt noch?
welch gottvertrauen in die finanzmärkte muß man, kann man denn überhaupt aufbringen, wenn eine bank nach der anderen die segel streicht?

meiner meinung nach sind werthaltige anlageformen wie immobilien oder edelmetalle in physischer form, allemal die bessere alternative, als auf ungedecktes papiergeld zu vertrauen.

wichtig dabei ist bei deflationären phasen (wie gegenwärtig)
den banken mit krediten nicht ins offene messer zu laufen.

das "auf pump" leben keinen taug hat, haben jüngst viele amis zu spüren bekommen.
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28.08.2008 05:02 Uhr von Deniz1008
 
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@ all die riesterrente ist grösste betrug aller zeiten.

macht dann verträge wenn ihr euch es wirklich leisten könnt, ansonsten lasst die finger davon.
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28.08.2008 10:40 Uhr von Shakotai
 
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@Montauk: Bei deinem ersten Satz kann ich dir noch vorbehaltlos zustimmen, den zweiten muss ich wieder relativieren. Ab dem dritten fange ich an den Kopf zu schütteln.

Finanzprodukte werden in den seltensten Fällen ‚optimal’ auf Banker, Versicherungen oder Politiker zugeschnitten. Eher werden sie durch letztere BEschnitten. Was die ersten Beiden betrifft gilt hier immer noch: ‚Ein Geschäft ist, wenn Beide daran verdienen’. Allerdings, nachdem jedoch das ‚Sparbüchle’ noch immer des Deutschen liebstes Kind ist, kann man sich vorstellen, was dem Kunden als erstes angeboten wird. Das, was er haben will bekommt er auch. Dagegen hilft nur die eigene Information.

Und wenn unser 30jähriger sich allein durch die Zahl 206.865 € blenden lässt ist er selber schuld. Bei einem garantierten Rentenfaktor von z. B. 31 € pro 10.000 € bekommt er aus dieser Summe gerade mal eine Rente von 641,81 €. Diese hat in 35 Jahren gerade noch eine Kaufkraft (ausgehend von einer durchschnittlichen Inflation von 2,5 %) von 264,40 € relativ zu heute. Vor Steuer…

Sicher wäre eine Währungsreform ein Risiko, dass es zu beachten gilt. Eine solche ist in den nächsten Jahren jedoch nicht zu erwarten. Abhilfe schafft hier schon die Abkehr von Anlagen in Geldwerten und die Investition in Sachwerten globaler Natur. Damit sind dann (u. a.) Aktien oder die von dir bevorzugten Immobilien oder Edelmetalle gemeint.

Deine Empfehlung hinsichtlich Edelmetallen oder Immobilien ist jedoch auch mit Vorsicht zu genießen. Edelmetalle sind eine bevorzugte Krisenanlage oder Krisenwährung (wie auch Edelsteine) und haben dadurch ebenso eine z. T. heftige Volatilität. ( http://www.bullionweb.de/... )
Will man richtig mit ihnen umgehen, kommt man nicht umhin sie genauso zu beobachten wie Aktien. Ein Anleger, der z. B. im Februar Gold einkaufte wird heute morgen festgestellt haben, dass er einen Verlust von rund 14 % eingefahren hat.

Immos sind als Kapitalanlage momentan dann interessant, wenn man sie in Eigennutzung behält oder wenn man aus Steuergründen in den Denkmalschutz investiert. Darüber hinaus hält sich die Wertentwicklung mehr als in Grenzen. Da hätte man mit manchem Sparbrief mehr.

Fazit: DIE Geldanlage gibt es nicht, auch ist die Erwartung heute etwas für die nächsten 30 Jahre zu machen um dann ‚Ruhe’ zu haben, ein gefährlicher Trugschluss, wenn nicht sogar Selbstbetrug.
Eine Lösung ist nur eine gesunde Mischung aus den verfügbaren Anlageformen, angepasst auf die eigene Situation.
Und hier sollte der Deutsche endlich beginnen sich selber in Finanzfragen auszubilden, als auf den Nachbarn Fliessbandarbeiter, den Bäcker, Metzger zu hören oder populistische Phrasen nachzuplappern. Auch sollte er nicht vergessen, dass Banker und Versicherungsleute zuallererst Kaufleute sind, die zwar Vorteile anbieten, jedoch ihre eigenen nicht aus den Augen verlieren werden. Und so werden diese logischerweise erst dann mit den ‚Schnäppchen’ herausrücken, wenn ich gezielt danach frage(n kann.)
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28.08.2008 11:57 Uhr von Montauk
 
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Shakotai: bis jetzt hat man jede art von papier/währung um die ecke gebracht.

annahmen, die für die sinnigkeit von langfristigen geldanlagen auffordern, sind schlicht schwer vermittelbar, zumindest nicht ohne schlechtes gewissen.

"Ein Anleger, der z. B. im Februar Gold einkaufte wird heute morgen festgestellt haben, dass er einen Verlust von rund 14 % eingefahren hat."

ich dachte es geht hier um langfristiges, zumindest sollte man daß bei der 4000jährigen werthaltigkeit bestimmter edelmetalle in erwägung ziehen.

gold oder silber kann man genausowenig essen wie papier oder buchgeld.
bei letzterem erscheint man mit 14 pprozent wertverlust noch relativ gut gefahren zusein, wenn man bedenkt, wie schnell eine währung an wert verlieren kann, in wirtschaftlich unsicheren zeiten.

gegenwärtig sind auf kurzfristiger sicht kleinere barvermögen durchaus sinnvoll.
mittel- bis langfristig wird ein schubkarren voller geld nicht reichen, sich ein brötchen beim bäcker holen zu können.

reale werte haben in der vergangenheit IMMER eine bessere werthaltigkeit gehabt als fiktive werte wie papier- oder buchgeld.

die geschichte des geldes zeigt klar, daß selbst zu zeiten der gold- und siberwährung, an allen enden und ecken getrickst wurde.
damalige landesfürsten halbierten oder drittelten einfach den gold- oder silberanteil der in den verkehr gebrachten münzen.

heute macht man es sich ungleich leichter damit, ungedecktes buch- oder papiergeld entsprechend zu vermehren, ganz nach belieben der eliten.

die nächste phase der enteignung, der schaffenden wird sein, dass bargeld abzuschaffen.

eine welt, in der nur noch buchgeld existiert.

ja schöne aussichten, ich weiß.

aber tut mir leid und so, wenn die monetäre blase gerade dabei ist zu platzen.


nur einwenig geduld noch bitte, und du verstehst sehr gut was papiergeld/schuldscheine eigentlich wirklich wert sind.
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28.08.2008 13:11 Uhr von zeroFX
 
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Auf der einen Seite soll es honoriert werden, wenn jemand mehr (von einem bestimmten Produkt/einer Dienstleistung) verkauft, auf der anderen wundert man sich, warum die Verkäufer das dann auch tun. Da sollten si mal welche dran setzen und des Pudels Kern raussschälen. ;)

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