20.08.08 14:51 Uhr
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Fachärzte verweigern Patienten im Pflegeheim zu behandeln

Die Wiesbadenerin Ingeborg N. muss jedes mal, wenn ihre Blasenkatheter gewechselt werden müssen, zu ihrem Hausarzt. Für diesen kleinen Routineeingriff leidet sie Qualen. Warum aber macht der zuständige Arzt keine Hausbesuche bei ihr?

Ihr behandelnder Arzt Dr. Michael W. hat dafür einen plausiblen Grund: "Es ist für uns nicht mehr zumutbar, für nichts oder für so ein geringes Entgelt diese Serviceleistung des Hausbesuchs zu erbringen".

Viele Ärzte lehnen es nun ab, Hausbesuche durchzuführen. Eine unglaubliche Belastung für die meist alten Patienten. Prof. Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker der SPD aber sagt, dass sich der Arzt keinen Patienten aussuchen könnte, er ist kein Unternehmen.


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WebReporter: Curschti
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Patient, Pflege, geheim, Pflegeheim
Quelle: www.swr.de

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23 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.08.2008 14:43 Uhr von Curschti
 
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Aus wirtschaftlichen Gründen wird die Menschlichkeit bei Seite gelegt. Unglaublich so etwas! Ich hoffe, das ändert sich bald! Die Quelle bietet noch einiges mehr, konnte nicht alles in die News reinschreiben!
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20.08.2008 16:03 Uhr von Python44
 
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Selbst wenn ich: dafür massenhaft rot kassiere, ich kann die Ärzte durchaus verstehen. Nach den ganzen Gesundheitsreformen kriegen die nur Pfennige für Standardbehandlungen und haben noch eine Budgetdeckelung obendrauf. Die laufenden Kosten wurden dadurch aber nicht geringer. Ich kann verstehen, wenn ein Arzt nicht seine Praxis für eine Stunde verlässt um für 5,50 Euro einen Katheter zu wechseln, während 20 andere Patienten im Wartezimmer sitzen. Vor allem wenn der Patient offensichtlich noch in der Lage ist selbst in die Praxis zu kommen.
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20.08.2008 16:18 Uhr von B@uleK
 
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nachvollziehbar: kann hier denn kommentar des newsschreibers allerdings gar nicht nachvollziehn und muss meinem vorredner voll und ganz zustimmen. warum sollte ein arzt für einen hungerlohn häuser abklappern bzw hausbesuche machen, wenn die patienten auch noch in der lage sind die praxis aufzusuchen wo nebenbei gesagt auch noch andere patienten auf behandlung warten. medizinische versorgung gibts nun mal nicht zum null tarif. und das argument ´menschlichkeit hier pauschal anzuführen find ich auch etwas dürftig, alleine davon kann ein arzt nun mal nicht überleben, irgendwie muss auch der seine kosten wieder reinkriegen bzw gewinn ´erwirtschaften´.
zu kritisieren ist hier die aktuelle gesetzeslage bzw die dafür verantwortlichen politiker und mit nichten die ärzte, -welche bestenfalls als opfer der gesundheitsmurksreformen bezeichnet werden können..
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20.08.2008 16:18 Uhr von guelcki
 
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Was ist daran unverschämt? Würde ich auch nicht anders machen, die Patienten können auch per Taxi oder Krankentransport in die Praxis kommen! Es ist absolut keine Notwendigkeit, einen Blasenkatheter zu Hause zu wechseln!
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20.08.2008 16:19 Uhr von marshaus
 
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dann wartet einmal ab .....bis es soweit ist wie hier in gb......zahnaerzte sind zum groessten teil nicht mehr fuer die nhs taetig........also muessen die meisten hier privat aus eigener tasche bezahlen.....die aerzte denken im moment genauso und haben einige vertraege mit der nhs nicht erneuert....mein mann z.b. ist herzpatient und die klinik hier in der naehe macht gar nicht s mehr er muss nun fuer einzelne sachen 100 km weit fahren......jede klinik hier im umkreis hat nun spezielle aufgaben ...auch die aerzte...wenn er eine behandlung haben muss dann geht er zu einem medical center da unser gb die diese behandlung nicht durvhfuehren darf....laut vertrag
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20.08.2008 16:24 Uhr von anderschd
 
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Verstehe den: Zusammenhang, zwischen Aufmacher "Pflegeheim" und den nicht stattfindenen Hausbesuchen nicht. Und ich glaub schon, das sich der Arzt seine Patienten aussuchen kann. Wenn auch nicht offiziell.
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20.08.2008 17:51 Uhr von ticarcillin
 
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Katheterwechsel durch Arzt? Der Wechsel eines Blasenkatheters kann auch durch eine examinierte Fachkraft / Krankenschwester durchgeführt werden. Warum mutet man den schwer pflegebedürftigen Patienten dann eine "Reise" zur Arztpraxis zu?
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20.08.2008 19:16 Uhr von fissy
 
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die armen Rettungssanis! Ich habe auch n halbes Jahr als Rettungssanitäter gearbeitet und viele Patienten vom Pflegeheim oder daheim zu Urologen gebracht. Das geht aufs Kreuz! Und wenn man alle 2 Wochen im Tragetuch von 4 Zivis die Treppe rauf- und runtergeschleppt isses auch sehr nervig und sie haben oft auch Angst bzw. Schmerzen.
Auf der anderen Seite würd ich auch nicht hinfahren. ;)
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20.08.2008 20:57 Uhr von BlueSmokee
 
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Naja: sagen doch gibt soviele Arbeitslose, den spendiert man dann einfach ein paar Kurse, zwei-drei Monate in einem Krankenhaus und dann lässt man die das machen.

Kriegen ja schließlich Geld vom Staat, dann kann man auch mal eine Gegenleistung erwarten und wer nicht arbeiten möchte, bzw wer es ecklig findet sollte sich dann einen anderen job suchen, da diesen Leuten einfach das Geld streichen sollte.

Klingt evtl. hart, aber ganz ehrlich, die sitzen doch meist eh nur Zuhaus rum, können die mal bissel frische Luft schnappen. Wobei im Altenheim eher unwahrscheinlich ;)
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20.08.2008 21:26 Uhr von anderschd
 
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BlueSmookee: Du hast doch Schmerzen, oder?
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20.08.2008 22:42 Uhr von Briefmarkenanlecker
 
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Da sieht man mal wieder, dass Politik und Realität anscheinend nicht miteinander zu vereinbaren sind, Herr Lauterbach.
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20.08.2008 23:09 Uhr von stephanB1978
 
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@bluesmoke: super idee noch demotiviertere mitarbeiter einzusetzen. zum umgang mit pflegebeduerftigen gehoert ein gewisses mass an sensibilitaet und einiges mehr.
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20.08.2008 23:33 Uhr von BlueSmokee
 
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@ Hater: @anderschd : jop auf der Leister, bzw ca. 20 cm unterm Bauchnabel, da ich mich dort hab tätowieren lassen.

@stephanB1978 : Muss man sich halt die besseren raussuchen, oder Leute die schon mal mit etwas ähnlichem vertraut waren.
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21.08.2008 00:20 Uhr von Borgir
 
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bessere frage: warum machen das nicht die schwestern? wozu lernen die das in der ausbildung?
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21.08.2008 08:48 Uhr von drEasyE
 
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pflegeraktivitäten erweitern: also jetzt mal im ernst: pfleger und pflegerinnen machen einen super job, aber es waren auch sie, die bei jedem kleinen bockmist gleich meinten: INGAA iNGAAAAA, mimimi, ich will kein blut abnehmen, wenn ich nicht extra dafür bezahlt werde. ich will keinen kat. legen wenn ich nicht extra dafür bezahlt werden heul heul.

naja und heute langweilen sich einige auf station, weils nichts zu tun gibt.
und hier könnte man ansetzen. pfleger sind nicht die bestbezahlten menschen, können aber sich sicherlich, wenn man ihnen das geld einräumt mehr als sie zeigen :D

wieso also nicht ihnen anbieten solche hausbesuche zu übernehmen? der arzt könnte sich weiter um seine praxis kümmern und die pfleger hätten wieder mehr spielraum.

und von wegen ein arzt sei kein unternehmen. die armen schweine verbringen doch mehr zeit mit planung und aufrechterhaltung der praxis als mit patientenbetreuung
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21.08.2008 09:59 Uhr von Riolix
 
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Absolutamente nachvollziehbar: Naja, was soll man da sagen ? Ist wohl wieder ein mit examinierten Kräften unterbesetztes Heim. Denn examinierte Kräfte wechseln bei Bewohnerinnen die Kat`s selbst.

Dem Arzt kann ich da keine Vorwürfe machen, der hat genauso mit dieser besch***enen Gesundheitsreform zu kämpfen wie die Patienten.
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21.08.2008 12:42 Uhr von Loxy
 
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Hoffentlich: werde ich nie Opfer dieses vermurksten Gesundheitssystems. Da zahlt und zahlt der Beitragszahler, nur damit die Pharmalobby und einige wenige Halsabschneiderärzte in Samt und Seide daherschreiten können und die große Masse muss leiden.

Ich will nicht wissen, wer schon alles in den großen fetten Gesundheitstopf mit seinen Schmuddelfingern reingegrabscht hat.
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21.08.2008 21:29 Uhr von stegue
 
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Das Problem dürfte sein, dass Ihr im Heim weder ne examinierte Kraft findet, noch jemanden, dem die deutsche Sprache hinreichend geläufig ist, um die Bedienungsanleitung eines Kathetersets verstehen zu können ;))))
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22.08.2008 08:00 Uhr von sol111
 
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Das ist nicht billig Katheterwechsel zu Hause: ca. 100 €
Katheterwechsel tagsüber per Krankenwagen im Krankenhaus: ca. 300 €
Katheterwechsel nachts und feiertags per Krankenwagen im KH: ca. 500 €
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22.08.2008 09:24 Uhr von uss_constellation
 
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Bei der Struktur des Gesundheitswesens in D: muss man sich über solche Auswüchse nicht wundern. Der Arzt lebt schließlich davon, dass er Patienten behandelt. Würdet ihr mehr Arbeit und mehr Fahrzeit in Kauf nehmen für weniger Geld?
Wir brauchen schon seit einigen Jahren eine grundlegende Reform.
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22.08.2008 09:37 Uhr von seehoppel
 
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Die Überschrift ist etwas reißerisch! Die Ärzte verweiern nicht generell, Patienten im Pflegeheim zu behandeln, sondern sie verweigern Hausbesuche. Das ist ein sehr großer Unterschied!
Wenn man schreibt "verweigern die Behandlung von Patienten im Pflegeheim", kann man hinsichtlich dieses Falls genau so gut schreiben "verweigern Hausbesuche bei Immigranten", "verweigern Hausbesuche bei 17- bis 18-jährigen", ...
Durch die Einschränkung der Personengruppe in der News wird da ganz gezielt Hetze betrieben. Diese Vorgehensweise ist eher Bild-"Zeitungs"-"Niveau" :-(

Zum Thema:
Ist doch ganz klar. Der Arzt ist auch nur ein Mensch. Von irgendwas muss der leben. Und wenn er bei Hausbesuchen durch steigende Spritpreise und Co sogar noch Miese macht, dann kann ich das voll und ganz verstehen, dass er sich weigert.
Und mal so nebenbei: Den Krankenkassen stehen im Durchschnitt pro Patient und pro Monat 220 Euro zur Verfügung. 100 davon für Behandlungen, 120 gehen durch Verwaltungskosten der Krankenkassen drauf! Und da fragt sich jemand, warum unser Gesundheitssystem so merkwürdige Gestalten annimmt. Das kann ja eigentlich nichts werden, wenn über 50% der Mittel nicht für Patienten eingesetzt werden, sondern im Verwaltungssumpf versickern.
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22.08.2008 09:51 Uhr von killerfaultier
 
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Ich verstehe den Arzt! Die Gesundheitsreformen sorgen dafür, dass es immer weniger Ärzte gibt, immer mehr schließen ihre Praxis, da es sich einfach nichtmehr lohnt. An Patienten, die nicht privatversichert sind, bekommen die Ärzte teilweise nur ein drittel von dem, was sie eigentlich bekommen sollten. Außerdem werde sie für die langen Wartezeiten beschimpft, die auch nur unser schöner Staat zu verantworten hat, es gibt einfach immer weniger Ärzte und daher mehr Wartezeiten. Jeder Arzt, der keine Familie hat oder sonstige Bindung geht lieber ins Ausland - früher hatten wir in Deutschland die beste Medizin und die besten Vorraussetzungen...
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29.08.2008 21:26 Uhr von Kassiopeia
 
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ist: in meinen Augen unterlassene Hilfeleistung und würde ich einfach zur Anzeige bringen ! Schrecklich sowas.

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