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Verbotener nazikontaminierter Film "Jud süß" soll auf die Bühne kommen

Der deutsche Star-Regisseur und Intendant der Nibelungen-Festspiele in Worms, Dieter Wedel, möchte den von Joseph Goebbels produzierten bösartigen Propagandafilm "Jud süß" neu in Szene setzen und auf die Theaterbühne bringen. Der Originalfilm ist bis heute ein Tabuthema und in Deutschland verboten.

Der Grundtenor des Streifens sei durchaus interessant und birgt "eine große Geschichte", meint Dieter Wedel. Nach Ansicht des Filmemachers beinhaltet die Vorlage des Films Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft. Der bekannte jüdische Dramatiker Joshua Sobol will an der Inszenierung teilnehmen.

2010 soll das Theaterstück erstmals aufgeführt werden, womit Wedel und Sobol den Filmstoff enttabuisiert wissen wollen. "Es ist die richtige Zeit dafür", heißt es. Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek sieht eine Gefahr in dem Vorhaben:"Gibt das nicht am Ende Beifall von der falschen Seite?"


WebReporter: FredII
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Film, Verbot, Bühne
Quelle: www.mopo.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.08.2008 09:20 Uhr von FredII
 
+0 | -0
 
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Dieter Wedel ist unter anderem durch seine Fernsehinszenierung:"Der König von St. Pauli" bekannt geworden.
Ich halte es wie Wedel und Sobol: Auch die schlimmsten Winkel der deutschen Geschichte müssen restlos und in aller Offenheit ausgeleuchtet werden. Kann Joseph Goebbels schlimmer Propagandafilm über den Umweg einer freien künstlerischen Nachgestaltung enttabuisiert werden?
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14.08.2008 11:14 Uhr von Great.Humungus
 
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Wer die Mauer gebaut hat oder was Rosinenbomber waren weiß heute kein Jugendlicher mehr aber wenns um Hitler geht sind alle auf dem neuesten Stand, kein Wunder das wir das Nazi Image nach über 50 Jahren noch nicht losbekommen haben.
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14.08.2008 11:32 Uhr von ArthurG
 
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Wer geht schon ins Theater?
Solange das Stück nicht auf X-Box und als Handyvideo heraus kommt, wird die heutige kulturbefreite Jugend davon nichts mitbekommen.
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14.08.2008 12:17 Uhr von hansdampf999
 
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Was kommt danach? Der Film "Jud Süß" ist nicht nur nazikontaminiert, sondern ein glasklarer Antisemitischer Propagandastreifen in allerfeinster NS manier. Wenns so weitergeht gibts in 10 Jahren schon NS-Erlebnisparks mit so tollen spielen wie "Hau den Kommunisten" und "Judenerschießbude".
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14.08.2008 12:40 Uhr von Hier kommt die M...
 
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Sorry Fred, aber die news stimmt so leider nicht.

Aus deiner Quelle:

Die Nazis hatten die Erzählung von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1827 für ihre eigenen Zwecke umgedeutet und verfälscht. Hauffs Novelle diente aber auch als Vorlage für den 1925 erschienenen Roman von Lion Feuchtwanger. Diesen nimmt sich Wedel vor.


Diesen..also den Roman Jud Süß von Feutwanger, will Wedel neuinszenieren, denn er war bereits früher mehrfach auf der Bühne. Nicht der Propagandafilm kommt auf die Bühne.

Der Roman hat aber mit dem Propagandafilm nichts zu tun, war sogar von den Nationalsozialisten verboten worden. In der Literatur gilt er außerdem als prosemitisch.

http://de.wikipedia.org/...(Feuchtwanger)#Exil

Hauff bot also die Vorlage für Feuchtwanger und leider auch den Film, aber Feuchtwanger legte seine Vorlage prosemitisch um, Goebbels mit Harlan bekanntlich antisemitisch.
und zum Film selbst:
Bis heute ist der Nazi-Film verboten, darf lediglich mit Sondergenehmigung und einleitenden Worten bei geschlossenen Bildungsveranstaltungen gezeigt werden.

Nur der Vollständigkeit halber.
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14.08.2008 12:52 Uhr von FredII
 
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Hi Sonja, es steht doch in der News "Vorlage des Films". Es wird also nicht der Film als Vorlage für ein Bühnenstück genommen.
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14.08.2008 13:01 Uhr von Hier kommt die M...
 
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Fred: Dein Titel und deine KA1 sagen aber was ganz anderes:

"
Der deutsche Star-Regisseur und Intendant der Nibelungen-Festspiele in Worms, Dieter Wedel, möchte den von Joseph Goebbels produzierten bösartigen Propagandafilm "Jud süß" neu in Szene setzen und auf die Theaterbühne bringen. "

Der Film wird weder neu inszeniert, noch auf die Bühne gebracht, sorry.

Und die Vorlage des Films war NICHT Feutwangers Roman, sondern die Geschichte von Hauff.

Hoffe, du siehst, was ich meine? :)
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14.08.2008 18:03 Uhr von ArthurG
 
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"Hau den Kommunisten" also da bin ich dabei.
Wenn ich an die Olympischen Spiele in China denke wird mir schlecht.

KEIN OLYMPIA IN DIKTATURLÄNDERN !!!!!!!
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14.08.2008 20:00 Uhr von Noseman
 
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Und übrigens: ist der Film auch nicht verboten., genausowenig wie "Mein Kampf".

Dass er nicht gezeigt wird liegt daran, dass der Inhaberin der Rechte (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung) im Regelfall seine Zustimmung verweigert.

Würde die Stiftung das erlauben, wäre es völlig legal, den Film zu zeigen.

Dito für "Wein Krampf" (Rechteinhaber: Freistaat Bayern).
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15.08.2008 10:38 Uhr von FredII
 
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Wedel weiß wie man ein Publikum locken kann. Feuchtwanger ist ihm dabei nur Mittel zum Zweck, was auch die News durchblicken lässt. Anders würde er eine Inszenierung auch nicht erlaubt bekommen. Und nicht anders ist es in der Quelle zu analysieren (übrigens auch in verschiedenen anderen Quellen oder Kritiken zu Wedels Vorhaben)

Denn, was damals (1925) ein Verkaufsschlager war, wäre heute ein Buch unter "ferner liefen..."
Ohne die Zwischenstation ´Goebbels´ hätte es gar keine News gegeben.

Aber sicher doch wird der Film in Szene gesetzt, und zwar durch die Psychologie der geschichtlichen Ereignisse. Kaum einer wird 2010 wegen Feuchtwanger kommen wollen, sondern wegen des Plakats "Jud Süß", weil es einen antisemitischen Anstrich hat.
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15.08.2008 14:02 Uhr von maki
 
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He Fred! Dafür haste von mir nen Plus bekommen und ich würde gern noch zig Plus nachreichen. :-)

Genauso siehts nämlich aus!

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