07.08.08 13:39 Uhr
 392
 

Niedersächsischer Arzt handelte mit Methadon - Drei Jahre Haft

Ein 72-jähriger Mediziner aus dem niedersächsischen Diepholz ist wegen illegaler Vergabe des Drogenersatzstoffs Methadon an Suchtkranke in 146 Fällen vom Landgericht Verden zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der Urteilsspruch ist noch nicht rechtskräftig.

Der Richterspruch beinhaltet außerdem das Verbot, für 30 Monate als substituierender Arzt zu arbeiten. Eine der Hauptgeschädigten ist die AOK. Es wurde mehr Methadon als erforderlich für Kassenpatienten bestellt und abgerechnet und der Überschuss gegen Bargeld an Junkies verkauft.

Ein unterschriebenes Schuldanerkenntnis des Arztes in Höhe von 54.000 Euro liegt der AOK Niedersachsen vor. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert ebenfalls Rückzahlungen wegen manipulierter Arzneimittelabrechnungen in unbekannter Höhe.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Amy_Lee
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Jahr, Haft, Arzt
Quelle: www1.ndr.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Terror in Barcelona: Mindestens 13 Tote
Terroranschlag in Barcelona: Verletzte und Tote
Prozess: Bottroper Apotheker gab unterdosierte Krebsmedikamente an Tausende aus

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

4 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
07.08.2008 13:37 Uhr von Amy_Lee
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ziemlich dumm gelaufen - für den Arzt, aber auch für seine Patient/innen. Denn die müssen sich jetzt für 30 Monate einen anderen substituierenden Arzt suchen. Ich versteh aber auch nicht, wie ein Arzt so blöd sein kann. Naja, Geldgier wahrscheinlich. Oder so.
Kommentar ansehen
07.08.2008 14:53 Uhr von eldschi
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
Wirklich widerlich, sowas darf sich "Arzt" nennen? Warum wird dem nicht die Approbation entzogen bzw. wieso darf er nach 30 Monaten wieder als substituierender Arzt tätig sein. Ok, er ist dann 75, und ob er dann noch wieder loslegt ist fraglich, aber trotzdem.
Kommentar ansehen
07.08.2008 15:43 Uhr von mustermann07
 
+0 | -1
 
ANZEIGEN
Der Gitarrist meiner 1. Band: ist an dem Dreck gestorben. Echt super, daß der Staat mit einer Droge dealt die nicht weniger gefährlich ist als Heroin. Scheiß Kapitalisteverein...
Kommentar ansehen
09.08.2008 12:57 Uhr von Zickentier
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Verarschung: Es funktioniert ja mal wieder alles prächtig in diesem wirtschaftorientierten Staat, wie ich an diesen Kommentaren sehe.

Zur Information: Ärzte haben sich mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft und mit einem ca. 10 cm dickem Haufen Vorschriften auseinanderzusetzen, wenn sie auf dem Gebiet der Substitution aktiv sein wollen. Beides passt nicht immer super zusammen und die Behandlung ist daher eine rechtliche Gradwanderung. Zudem sind sich nicht einmal alle Ärzte oder gar Juristen einig, wie welche Vorschriften zu verstehen und auszuführen sind. Wenn Vorschriften (vermeindlich!) nicht eingehalten werden, dann kann man über juristische Winkelzüge die Behandlung insgesamt verwerfen und sagen: "SO hätte der das aber nicht machen dürfen." Also ist die Behandlung für den Juristen dann keine Behandlung mehr und wenn sie keine Behandlung ist, dann muss es ja eine illegale Drogenabgabe sein, denn Methadon darf nur im Rahmen einer ärztlichen Behandlung abgegeben werden. Tatsächlich hat dieser Arzt wahrscheinlich nie mit Methadon "gehandelt" in dem Sinne, wie "Handel" landläufig verstanden wird (= Verkauf von Suchtstoffen).

Ein Arzt beschäftigt sich also jahrelang mit einer Form von Medizin, die nicht sehr beliebt unter den Ärzten ist, und dann wird er verurteilt. Der Öffentlichkeit ist das Urteil leicht unterzujubeln, da ja jeder meint, den Begriff "Handel treiben" zu verstehen. Staatsanwaltschaften und Gerichte lassen sich zu Handlangern der Krankenkassen machen, die die Substitutionskröte ohnehin nur schwer geschluckt haben. Aber auch hier gilt: Cui bono? (Wer profitiert?) Verbrecher ist nicht der Arzt, der sich des gesellschaftlichen Auftrages angenommen hat, sondern jene, die versuchen, sich auf Kosten einzelner Ärzte und ihrer Familien aus Absprachen hinten herum herauszustehlen. So kann Schritt für Schritt eine ungeliebte Form der Medizin zerstört werden und das unter dem Beifall der Bürger.

Ehrlich: Was hier betrieben wird ist keine Rechtsprechung sondern Inquisition. Und damals standen die geblendeten Massen genau wie heute vor dem Verurteilten und spuckten ihn an. Schämt euch Leute. Von nichts eine Ahnung, aber drauftreten.

Refresh |<-- <-   1-4/4   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Terror in Barcelona: Mindestens 13 Tote
Terroranschlag in Barcelona: Verletzte und Tote
Nazi-Chiffriergerät: Hobbyschatzsucher entdecken bei München "Hitlermühle"


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?