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Harter Tobak aus Israel: Schaul Mofas ruft Iran als "die Wurzel alles Bösen" aus

Der mögliche Nachfolger des israelischen Ministerpräsidenten Olmert, Schaul Mofas, fährt verbale Großkaliber auf, indem er Iran in einer Zeit angreift, in der sich der Atomkonflikt um Iran immer mehr zuspitzt. Der israelische Politiker äußerte sich dazu über den Sender Radio Israel.

Der als politische Hardliner bekannte Schaul Mofas warf der iranischen Regierung in seiner Sendung vor, Zeit gewinnen zu wollen, damit es sein Atomprogramm verwirklichen kann. Das 59-Jährige israelische Regierungsmitglied äußerte sich dabei mit scharfer Zunge, der Iran sei "die Wurzel alles Bösen".

Der ursprünglich aus dem Iran stammende Mofas hatte erst diese Woche seinen Wahlkampf, zur Nachfolge des scheidenden Regierungschefs Olmert, eröffnet. Der vormalige Militärbefehlshaber Israels erklärte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Jerusalem, sein oberstes Gebot sei die Sicherheit Israels.


WebReporter: FredII
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Israel, Iran, Schau, Wurzel
Quelle: www.dw-world.de

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46 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.08.2008 22:22 Uhr von FredII
 
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Sollte Mofas Regierungschef werden, könnte sein harter politischer Kurs einen ernsthaften Konflikt im Nahen Osten auslösen. Die Wahl zwischen ihm und dem amtierenden Außenminister Livni wird im September stattfinden. In einer Zeit, wo der Iran das Zünglein an der Waage sein könnte, wenn wieder einmal die Erdölpreise nach oben schnellen könnten, falls Mofas sein Säbelrasseln verstärken sollte.
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07.08.2008 08:42 Uhr von monetenklaus
 
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ich verstehs nich: das jüdische volk, durchweg durch die geschichte verfolgt und ermordet. warum kommt dann sowas? ich mein er wird doch wohl (als erfahrener politiker) wissen, wie (gerade extremistische) muslime darauf reagieren (siehe mohammed-karikaturen). ich meine, gerade sie sollten doch der größte verfechter von toleranz und frieden sein. manchmal kommt es mir so vor, als wenn der selbst schmerzhaft erfahrene antisemitismus in "antisemitismus gegen muslime" umschlägt, natürlich von der hardlinern. ich finds schade.
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07.08.2008 08:46 Uhr von usambara
 
+25 | -4
 
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soll er doch das Land bombardieren, in dem er geboren ist- den Iran.
Kein UN-Inspektor hat jemals ein Fuß in ein israelisches Atomforschungszentrum gesetzt und kein westlicher Politiker
hat jemals Israel auf seine 300 illegalen Atombomben angesprochen.
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07.08.2008 08:46 Uhr von maki
 
+15 | -5
 
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*lol*: Hat das Mofa bei dem Spruch etwa aus Versehen in den Spiegel geschaut? Dann sind solche Aussagen natürlich nicht weiter verwunderlich...
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07.08.2008 09:02 Uhr von meisterallerklassen
 
+13 | -4
 
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Hauptsache wenn bei uns jemand etwas macht schaltet sich sofort der Zentralrat der Juden ein und sei es nur eine Statue die mal jemand wem geschenkt hat und die öffentlich wo steht.
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07.08.2008 09:17 Uhr von Major_Sepp
 
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@monetenklaus: "das jüdische volk, durchweg durch die geschichte verfolgt und ermordet. warum kommt dann sowas? "

Ist doch ganz einfach. Gerade diesen Grund nimmt das jüdische Volk bzw. eher die Regierung als ultimative Rechtfertigung dafür sich alles erlauben zu können.

Und - bei Allah - sie können sich auch momentan alles erlauben.
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07.08.2008 09:21 Uhr von monetenklaus
 
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@Netzwerker: nein, hab ich nich großartig. und ehrlich gesagt interessiert mich das alte testament auch überhaupt nicht. zumal schon in 1.buch mose die biblischen "helden und bösewichte" (kain, abel, noah...) alle so bis zu 800jahre alt werden. da werd ich wohl das mit den 75000persern auch in frage stellen.
und kannst du das mit "[...]dann verstehe ich Deinen Kommentar..." weiter ausführen. liest sich nämlich echt nett, so gar nich herablassend oder so.
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07.08.2008 09:23 Uhr von monetenklaus
 
+10 | -2
 
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@Major_Sepp: zumindest scheint mir das beim zentralrat der juden oft so vorzukommen. damit auch ja niemand widerspricht, was sie sagen, wollen, fordern
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07.08.2008 09:41 Uhr von S8472
 
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die Wurzel allen Bösens: Wessen Wurzel? Die Wurzel allen Bösens.
Noch ist der Genitiv nicht ausgestorben!
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07.08.2008 10:24 Uhr von countcoxe
 
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Sehr harsche Selbstkritik angesichts der Tatsache, dass er selbst aus dem Iran kommt.XD
Das dürfte seinem Wahlkampf dann doch wohl nicht besonders zuträglich sein.
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07.08.2008 11:04 Uhr von usambara
 
+8 | -2
 
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Herr Mofas wäre gut, wenn sie die Standorte der rund 50 Synagogen Teherans kennen...
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07.08.2008 11:19 Uhr von SystemSlave
 
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der einzigste agressor ist ist ISRAEL selbst: die haben 150 AtomWaffen und wollen nicht das der Iran ein Zivieles AtomProgramm hat worauf aber jeder Staat nunmal das Recht hat ganz im gegenteil auf AtomWaffen, aber da Israel ja die Amis im Rücken hat dürfen die ja auch alles und die Welt schaut wieder mal nur zu.

Die Würzel allen Bösens ist der Illegal errichtet Staat Israel und die Regierung der USA. (Und nein nicht die Völker die können nur beschränkt was für die verblendung durch Ihre Dummen Führer)

Und jetzt kommt hier nicht mit antisimiet, wer die tatsachen nicht sehen will soll wieder in sein loch zurück gehen
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07.08.2008 11:19 Uhr von SystemSlave
 
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der einzigste Agressor ist ISRAEL selbst: die haben 150 AtomWaffen und wollen nicht das der Iran ein Zivieles AtomProgramm hat worauf aber jeder Staat nunmal das Recht hat ganz im gegenteil auf AtomWaffen, aber da Israel ja die Amis im Rücken hat dürfen die ja auch alles und die Welt schaut wieder mal nur zu.

Die Würzel allen Bösens ist der Illegal errichtet Staat Israel und die Regierung der USA. (Und nein nicht die Völker die können nur beschränkt was für die verblendung durch Ihre Dummen Führer)

Und jetzt kommt hier nicht mit antisimiet, wer die tatsachen nicht sehen will soll wieder in sein loch zurück gehen
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07.08.2008 12:50 Uhr von all-in
 
+4 | -3
 
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@monetenklaus

"ich meine, gerade sie sollten doch der größte verfechter von toleranz und frieden sein. manchmal kommt es mir so vor, als wenn der selbst schmerzhaft erfahrene antisemitismus in "antisemitismus gegen muslime" umschlägt, natürlich von der hardlinern."

Naja, ich sag es mal so. Toleranz und Frieden sind zwei hohe Güter, aber bei der verzwickten Situation da unten wird es diesen von beiden Seiten nicht geben. Ich erinnere daran, dass die Araber drei Mal einen Krieg mit Israel ausgelöst haben, ein Mal waren es die Israelis mit den Franzosen und Briten
Da gibt es keinen Platz mehr für diese zwei Tugenden. So sieht Israel die arabischen Staaten zum Beispiel als Bedrohung seiner Existenz an. Logisch, denn die drei Kriege der Araber hatten das einzige Ziel Israel zu vernichten.

Und dass Israel die Suez-Krise mitzuverantworten hat, wird die Lage sicherlich nicht verbessern.

Und zum ZdJ. Er sieht halt seine Hauptaufgabe darin den Rechtsextremismus zu bekämpfen. Dass er teilweise übertreibt, das mag stimmen, aber er tut es nicht, um die Deutschen ständig an ihre Schuld zu erinnern. Jedoch nehmen die Deutschen es so war, also ist es nicht der Fehler des ZdJ´s, sondern es ist der beschädigte deutsche Nationalstolz und das beschädigte deutsche Selbstwertgefühl. Damit muss das Deutsche Volk selber klar kommen. Daher rührt nämlich die Tatsache, dass viele Deutsche sogar bei richtigen Aussagen des ZdJ´s überreagieren.

@usambara

Es ist bekannt, dass Israel die Atombomben besitzt. Inspektoren machen nur einen Sinn, um zu verhindern, dass Länder zu neuen Atommächten aufsteigen oder um die Abrüstung dieser Waffen zu kontrollieren. Sonst ist ihr Einsatz relativ sinnlos, denn man weiß ja dass Israel diese Waffen hat.


@meisterallerklassen

Ich versteh nie wie manche Leute von so einem Thema auf den ZdJ kommen, obwohl er nichts damit zu tun hat. Das gränzt ja fast schon an Paranoia: Der ZdJ ist überall.


@Major Sepp

"Ist doch ganz einfach. Gerade diesen Grund nimmt das jüdische Volk bzw. eher die Regierung als ultimative Rechtfertigung dafür sich alles erlauben zu können."

Gib mir bitte ein Beispiel, wo die Regierung ihre Taten mit dem Holocaust gerechtfertigt hat.

@System Slave

"die haben 150 AtomWaffen und wollen nicht das der Iran ein Zivieles AtomProgramm hat worauf aber jeder Staat nunmal das Recht hat ganz im gegenteil auf AtomWaffen, aber da Israel ja die Amis im Rücken hat dürfen die ja auch alles und die Welt schaut wieder mal nur zu."

Braucht man denn Zentrifugen zur Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran für eine zivile Nutzung von Atomenergie? Nein, oder?

"Die Würzel allen Bösens ist der Illegal errichtet Staat Israel und die Regierung der USA. (Und nein nicht die Völker die können nur beschränkt was für die verblendung durch Ihre Dummen Führer)"


Ahhh, Unwissenheit. Israel ist nicht illegal errichtet worden. Alles in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht. Die Bundesrepublik hat Israel schon immer unterstützt, und das deutsche Volk auch. Zumindest in den ersten Jahrzenten nach dem zweiten Weltkrieg. Dann würde sich das deutsche Volk ja nach deiner Theorie auch an einer Unterstützung eines vermeintlich illegalen Staates schuldig machen, oder?
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07.08.2008 14:13 Uhr von Commander_J
 
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Die Ölspur von Bush zu Sharon Teil 1: Auf den ersten Blick ergibt George Bushs Rückendeckung für Ariel Sharons Landnahme in den besetzten Gebieten wenig Sinn. Der Plan, den Gaza-Streifen aufzugeben und zugleich den größten Teil der Westbank auf Dauer zu annektieren, ist fast einhellig verurteilt worden.

Er hat Wut in der arabischen Welt ausgelöst, in der, dem ägyptischen Präsidenten und US-Verbündeten Honsi Mubarak zufolge, “ein nie da gewesener Hass auf die Amerikaner besteht.”

Der außenpolitische Sprecher der Europäischen Union, Brian Cowen, erklärte: “Die EU wird nur eine Änderung der Grenzen von vor 1967 anerkennen, die von den Betroffenen vereinbart wurde.”

52 ehemalige hohe britische Diplomaten haben in einem Brief die Unterstützung des Premierministers Tony Blair für Washington in dieser Sache für “einseitig und rechtswidrig” erklärt und vorausgesagt, dass sie “noch mehr israelisches und palästinensisches Blut kosten wird.” Ein Leitartikler der Financial Times nannte den Brief “die schärfste Rüge, die das außenpolitische Establishment je einer britischen Regierung erteilt hat.”

Die USA bemühen sich verzweifelt um internationale Ablösung im Irak. Warum sollte jetzt das Weiße Haus ein Übriges tun und Verbündete vor den Kopf stoßen?

Die häufigsten Erklärungen lauten:

Der Einfluss der Israel-Lobby und der Versuch der Republikaner, jüdische Wähler und Geld von den Demokraten abzuwerben; eine Verneigung der Bush-Regierung vor ihrem christlich-protestantischen Flügel, der fanatisch für Israel eintritt, weil er überzeugt ist, dass die Wiederkehr des Herrn naht.

Ohne Frage hat die Gunst der Evangelikalen bei der Regierung hohe Priorität, und bestimmt würden die Republikaner gern die traditionelle jüdische Unterstützung für die Demokraten beschneiden. Aber diese Erklärung unterstellt, in der Außenpolitik ginge es um Wähler und Gott.

Bush hat sicher einen Vorsprung bei den Evangelikalen. Was Israel anlangt, besteht aber praktisch kein Unterschied zwischen Republikanern und Demokraten. Wenn überhaupt, sind unter letzteren mehr Falken.

Es gibt eine einfachere Erklärung für die Haltung des Weißen Hauses, eine, die sie vier Monate nach Amtsantritt verbreitete. Im Mai 2001 empfahl die National Energy Policy Development Group von Vizepräsident Dick Cheney, der Präsident möge “der Energiesicherheit Priorität in Handel und Außenpolitik einräumen.”

Die Empfehlung kam nicht aus heiterem Himmel, und die Republikaner haben die Idee nicht entwickelt. Der jüngste Schritt der Ölfirmen und der US-Streitkräfte nach Mittelasien ist ein treffendes Beispiel. Es war Präsident Bill Clinton, nicht George W. Bush, der diese Strategie ausgearbeitet hat. Nicht die Republikaner haben Halliburton und Cheney in die Kaspische Region gebracht, sondern der Clinton-Berater Richard Morningstar, jetzt einer der Viehtreiber von John Kerry.

Eine Heerschar späterer Schwergewichte der Bush-Regierung folgte Cheney. Condoleezza Rice half Chevron Texaco Bohrrechte in den Tengiz-Ölfeldern von Kasachstan zu sichern. James Baker, der für Bush den Großen Florida-Wahldiebstahl durchzog, half British Petroleum, in die Region vorzustoßen.

Wenn’s um Öl geht, hört Parteipolitik an der US-Küste auf. Und wenn es um Öl geht, geht es um den Nahen Osten.

Die Ölförderung in den USA, in Mexiko und der Nordsee nimmt ab. Eine Studie der schwedischen Universität Uppsala legt nahe, dass die Reserven weit geringer sein könnten als die 18 Billionen Barrel, von denen die Industrie gegenwärtig ausgeht. Wenn die neue Zahl von 3,5 Billionen Barrel zutrifft, wird die Weltförderung irgendwann zwischen 2010 und 2020 anfangen zu sinken. 1

Da die meisten Öl-Geologen glauben, dass nur noch wenige Felder, wenn überhaupt welche, unentdeckt sind, dürfte die Abnahme anhalten.

Demnach könnte der Ölpreis von jetzt 41,65 Dollar je Barrel - ein Sprung von 32 Dollar seit 1997 - kein vorübergehender Ausschlag sein. Die Ölpumpen der Welt fahren auf Hochtouren, aber eine Verknüpfung aus Wirtschaftswachstum und Knappheit an Investitionsmitteln haben das Angebot knapp gehalten. Nur während der iranischen Revolution und dem Iran-Irak-Krieg kostete Öl mehr.

Bei einem voraussichtlichen Anstieg des US-Verbrauchs um ein Drittel in den nächsten zwanzig Jahren - zwei Drittel davon werden 2020 Importöl sein - dreht sich alles um die Reserven. Die Masse davon liegt im Nahen Osten. Die Golfstaaten Saudi-Arabien, Irak, Vereinigte Arabische Emirate und Kuwait besitzen 65 Prozent der Weltreserven, nahezu 600 Milliarden Barrel. Zum Vergleich die US-Reserven: etwas unter 23 Milliarden. 2

Wer über diese Reserven verfügt, hat die Weltwirtschaft praktisch in der Hand. Stellen Sie sich vor, die USA würden ihre Macht im Nahen Osten und ihren wachsenden Einfluss in Mittelasien dafür nutzen, der explodierenden chinesischen Wirtschaft die Ölzufuhr zu drosseln.

China verbraucht augenblicklich nur acht Prozent des Weltöls, sein Verbrauch wächst aber um 37%.
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07.08.2008 14:15 Uhr von Commander_J
 
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Die Ölspur von Bush zu Sharon Teil 2: Wenn jemand das Szenario für paranoid hält, so lese er die West-Point-Rede von Präsident Bush aus dem Juni 2002 nach. Sie besagt eindeutig, dass die USA den Auftritt “gleichrangiger Wettbewerber” auf der Welt nicht dulden werden.

Das ist es, was Cheneys Energy Policy Group meinte, als sie “Energiesicherheit” zum Eckpfeiler der US-“Handels- und Außenpolitik” erklärte.

Was hat das mit Israel und den besetzten Gebieten zu tun?

Israel hat zwar kein Öl, aber es ist der stärkste Spieler im Nahen Osten. Auf dem großen Schachbrett der Ölpolitik stehen den US-Plänen zur Beherrschung der Ölreserven im Nahen Osten nur noch zwei Steine im Wege: Syrien und Iran.

Hier kommt Ariel Sharon ins Spiel.

Sharons Regierungskoalition brennt auf einen Kampf mit Syrien und dem Iran. Die Israelis haben Syrien Ende letzten Jahres bombardiert, und führende Mitglieder der Sharon-Regierung haben sich angewöhnt, den Iran zu bedrohen.

Kabinettminister Gideon Ezra hat damit gedroht, den in Damaskus ansässigen Hamas-Führer Khaled Meshaal zu ermorden, und Sharon sprach die gleiche Drohung gegen Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah aus. Am 11. Mai 2005 hat die Bush-Regierung wirtschaftliche Sanktionen gegen Syrien verhängt.

Die Sharon-Regierung ist auf Streit mit dem Iran ebenso versessen. Der israelische Stabschef, Generalleutnant Moshe Ya’alon sagt, er hoffe, internationaler Druck auf den Iran werde dessen Entwicklung von Atomwaffen aufhalten, fügt aber unheilvoll hinzu: “Ist das nicht der Fall, so werden wir die Alternative erwägen.”

Neokonservative in der Bush-Regierung zielen schon lange auf den Iran. Richard Perle, ehemaliges Mitglied des Verteidigungsrats, und David Frum vom neokonservativen Weekly Standard verfassten “An End to Evil”, das zum Sturz der “terroristischen Mullahs des Iran” aufruft. Michael Ledeen vom einflussreichen American Enterprise Institute führt an: “Teheran ist eine Stadt, die nur auf uns wartet.”

Dem irischen Journalisten Gordon Thomas zufolge haben die USA bereits Raketen auf iranische Kraftwerke in Natanz und Arak gerichtet. Ein israelischer Geheimdienstler sagte der Financial Times: “Es könnte ein Wettlauf darum werden, wer zuerst den Knopf drückt - wir oder die Amerikaner.”

Wenn Syrien und/oder Iran vom Brett verschwinden, bedeutet das Matt.

Die Amerikaner können sich schwer einen weiteren Krieg im Nahen Osten leisten, aber die Israelis könnten überzeugt werden, das Feld zu übernehmen. Ist Sharon freie Hand auf der Westbank geben die Gegenleistung für einen eventuellen amerikanisch unterstützten israelischen Angriff auf die letzten beiden Länder in der Region mit einem gewissen Anschein von Unabhängigkeit?

Natürlich ist die Welt kein Schachbrett, und die Steine tun nicht immer, was sie sollen.

Sharon könnte tatsächlich einen Krieg mit Syrien oder dem Iran anfangen, aber nicht weil die Israelis der Bush-Regierung den Speer tragen. Der “Groß-Israel”-Block hat seine eigenen strategischen Interessen, die gegenwärtig gerade mit den amerikanischen übereinstimmen.

Sharon indes ist kaum ein zuverlässiger Verbündeter. Während des ersten Golfkrieges tat er sein Bestes, um die Koalition gegen den Irak zu sabotieren, denn er fand, ein Sieg könnte verwendet werden, um Israel zu Konzessionen in den besetzten Gebieten zu drängen.

Auch sind nicht alle Israelis an Bord. Die jüngste Mordrunde hat zur Wiederbelebung der Friedensbewegung beigetragen. Sie brachte am 17. Mai 2005 in Tel Aviv 120.000 Menschen auf die Straße.
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07.08.2008 14:15 Uhr von Commander_J
 
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Die Ölspur von Bush zu Sharon Teil 3: Manche Israelis sind unglücklich über das, was sie aus der Westbank werden sehen. “Sharon hat Washington dazu gedrängt, einen beschleunigten Prozess der Bildung eines bilateralen Staates Israel zu akzeptieren, der auf Apartheid beruht”, sagte Meron Benvenisti, früherer stellvertretender Bürgermeister von Jerusalem, dem britischen Guardian.

Anderen ist bei der Unterstützung durch die christlichen Evangelikalen unbehaglich. Rabbi David Rosen, dem internationalen Direktor für interreligöse Angelegenheiten des Jerusalemer Büros des American Jewish Committee zufolge, unterstützen die Evangelikalen “einige der extremsten politischen Positionen in der israelischen Gesellschaft.”

Eine dieser “extremen Positionen” ist der Plan, den islamischen Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem abzureißen und dort den von den Römern zerstörten jüdischen Tempel wieder aufzubauen, eine Vorbedingung, wie die Evangelikalen glauben, für die Wiederkehr des Herrn.

Zur Zeit sind das amerikanische Streben nach der Verfügungsgewalt über die Masse der Weltölreserven und das der Sharonregierung nach einem Groß-Israel und der Ausschaltung regionaler Rivalen vereinbar. Andererseits, wenn Israel den US-Interessen in die Quere kommt, dann werden Sie sehen, wie schnell die Lobby und die Wiedergeborenen kalt gestellt sind.

Die Krise im Nahen Osten ist kein Clash of Civilizations, noch gar entert eine sogenannte “jüdische Lobby” mit christlichen Fundamentalisten zusammen die amerikanische Außenpolitik. It’s business as usual.
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07.08.2008 14:36 Uhr von evil_weed
 
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toll: das ist vielleicht lustig wenn ein politiker solche ausdrücke gebraucht (wie z.B. chavez, der bush den teufel nannte), aber in leitender position hat so jemand nix zu suchen.
da weiss man ja von vornerein, dass da nur müll dabei rauskommen kann, wenn der die führung übernimmt...
jedenfalls lässt die ausdrucksweise darauf schliessen, dass er genau so ein depp ist wie der oberaffe im iran, bush und chavez...
der soll am stammtisch die führung übernehmen, aber nicht in israel...
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07.08.2008 15:59 Uhr von LoneZealot
 
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@ monetenklaus (stellvertretend): "das jüdische volk, durchweg durch die geschichte verfolgt und ermordet. warum kommt dann sowas? "

Ja eben, als Jude darf man doch sowas nicht, da hat man Opfer zu sein und man hat schön aus "Auschwitz zu lernen".

Frei nach dem Motto: "Dafür haben euch die Nazis verfolgt damit ihr jetzt sowas über den Iran sagt?"

"gerade sie sollten doch der größte verfechter von toleranz und frieden sein. manchmal kommt es mir so vor, als wenn der selbst schmerzhaft erfahrene antisemitismus in "antisemitismus gegen muslime" umschlägt, natürlich von der hardlinern. ich finds schade."

Eben, sei schön tolerant wenn Dir jemand eine Pistole an den Kopf hält ...

Naja, den Rest hier zu kommentieren erübrigt sich, ist ohhehin immer das Gleiche und die gleichen Leute. ...
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07.08.2008 16:04 Uhr von hwidera
 
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@allin: Braucht man denn Zentrifugen zur Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran für eine zivile Nutzung von Atomenergie? Nein, oder?

Doch, ich glaube, die braucht man. Die EU und die Amis (glaub` ich) haben aber auch schon versucht, den Irakern angereichertes Uran zur Enerieproduktion zu liefern, wenn diese dafür im Gegenzug auf Apparaturen (Zentrifugen) verzichten, mit den ´hoch´angereichertes Uran, das dann auch waffenfähig wäre, hergestellt werden kann.

Ich bin nun nicht gerade ein Atom-Physiker und möchte meine Hand für diese Aussage nicht ins Feuer stecken - wenn ich mich irre, wäre ich für jede Richtigstellung dankbar, denn ...man lernt nie aus!
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07.08.2008 16:10 Uhr von JCR
 
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@ all-in: "Braucht man denn Zentrifugen zur Anreicherung von atomwaffenfähigem Uran für eine zivile Nutzung von Atomenergie? Nein, oder?"

Für Leichtwasserreaktoren durchaus. Ist aber auch egal, der Iran braucht sich nicht zu rechtfertigen. Mit keinem Wort des Atomwaffensperrvertrags wird Urananreicherung explizit verboten.

Abgesehen davon könnte der Iran auch einfach aus dem Vertrag aussteigen und müsste nie wieder Inspektoren ins Land lassen. So wie es Israel und Pakistan auch nie getan haben.

Wieso sollte sich der Iran also noch mit den Inspektoren herumplagen, wenn die Regierung nach Atomwaffen strebt?


@ Lonezealot:

Wieso glauben sie eigentlich, hier im Namen des israelischen Volkes zu sprechen?

kompensatorischer Gruppennarzissmus?

In dem Fall kann ihnen geholfen werden.
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07.08.2008 16:23 Uhr von LoneZealot
 
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@JCR: "Wieso glauben sie eigentlich, hier im Namen des israelischen Volkes zu sprechen?"

Mich interessiert hier kein "israelisches Volk" mich kümmert nur das jüdische Volk.

Wieso ich das tue? Weil Juden generell von der Mehrheit als einheitliche Masse wahrgenommen werden die im Kollektiv handelt.
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07.08.2008 16:25 Uhr von Laub
 
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Harter Tobak aus Israel: Schaul Mofas ruft Iran als "die Wurzel alles Bösen" aus

und wenn man mit sowas anfängt ist man nicht "böse"?
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07.08.2008 17:09 Uhr von lie
 
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son spruch: kommt bei den umständen doch schnell mal über die lippen - ich würde auch dahin tendieren, den staat, der meinen staat auslöschen will, als wurzel allen übels zu sehn. ist doch naheliegend?
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07.08.2008 17:43 Uhr von Commander_J
 
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Mich interessiert hier kein "israelisches Volk" mich kümmert nur das jüdische Volk.

Warum regst du dich dann so auf wenn die israelische Politik kritisiert wird?

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