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"Nachfahren" des Templer-Ordens wollen beim Papst Rehabilitierung einklagen

Der Souveräne Orden des Tempel Christi versteht sich als Nachfolger des Templer-Ordens aus dem Mittelalter. Diese Organisation hat nun in Spanien Klage gegen den amtierenden Papst Benedikt XVI. eingereicht. Die Klage richtet sich gegen den Nachfolger von Papst Clemens V., der den Templer-Orden auflöste.

Mit der Klage wollen die "Nachfahren" den Orden rehabilitieren und die katholische Kirche soll anerkennen, dass damals bei der Auflösung Güter im Wert von 100 Milliarden Euro sichergestellt wurden.

Allerdings möchte man darauf verzichten, das Geld einzuklagen: "Wir wollen die römisch-katholische Kirche nicht in den Ruin treiben", ließ die Organisation verlauten. 1312 hatte Papst Clemens V. den reichen und in Ungnade gefallenen Templer-Orden auflösen lassen.


WebReporter: PortaWestfalica
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Papst, Orden, Rehabilitierung
Quelle: derstandard.at

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.08.2008 20:31 Uhr von Tenebrae
 
+23 | -4
 
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Wie sinnvoll Nur dumm, daß sie ja eigentlich den französischen Staat verklagen müssten. Der hat sich nämlich damals den Großteil des Templervermögens angeeignet und nicht der Vatikan.

Jetzt mal abgesehen davon... seit wann kann man einfach so einen souveränen Staat, bzw. dessen Staatsoberhaupt, verklagen?
Nächste Frage... wie sinnvoll ist es den Papst in einem überwiegend katholischen Land zu verklagen.

Na ja, wenn sie sonst nichts zu tun haben.
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03.08.2008 21:07 Uhr von Geschan
 
+17 | -1
 
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@Tenebrae: Selbst die damalige Regierungsform existiert nicht mehr in Frankreich. Ich schätze jedes Gericht würde die Klage abweisen.
Zum Vatikan, dieser existiert noch. Aber leider tut dieser sich sehr schwer alte Fehler zuzugeben!
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04.08.2008 00:18 Uhr von Alagos
 
+6 | -3
 
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*hust* schwachsinn *hust*: Diese Klage ist alleine schon Schwachsinnig, weil es laut geltendem Völkerrecht gar nicht möglich ist einen soveränen Staat vor einem Gericht eines anderen Staates zu verklagen.

Aber gut sollen sie mal machen... sie freuen sich sicher einmal in den Medien gewesen zu sein ;-).
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04.08.2008 00:32 Uhr von Borgir
 
+11 | -4
 
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wie die katholische kirceh: damals mit dem orden verfahren ist würde ich auf eine rehabilitation gegenüber dieser schlächter scheißen.
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04.08.2008 09:21 Uhr von Rixa
 
+11 | -3
 
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Die grausame Verfolgung des Templerordens: ist eines der dunkelsten Kapitel des Mittelalters.

Hier einige Zusatzinfos für Interessierte Leser:

An einem Abend im März 1314 brannten auf der Seine-Insel "Ile des Javiaux" in Paris zwei Scheiterhaufen. Jacques de Molay, der letzte Großmeister der Tempelritter, und einer seiner Gefährten wurden als angebliche Ketzer langsam auf einem heißen, rauchlosen Feuer gebraten. Bevor er starb, soll der Großmeister den französischen König Philipp IV. und Papst Clemens V. verflucht haben.

Tatsächlich starben binnen eines Jahres König und Papst. Damit enden die Fakten, und es beginnen die Legenden.

Die Templer waren keine Ketzer. Der Papst selbst, Clemens V., hat ihnen die Absolution erteilt. Die Mönchsritter wurden demnach, selbst nach den damaligen Rechtsmaßstäben, zu Unrecht als Ketzer gebrandmarkt und als Orden vernichtet.

Die Templer entwickelten sich prächtig und bildeten bald eines der bestorganisierten stehenden Heere der Zeit. Sie galten als ausgesprochen tapfere und aufopferungsvolle Krieger.

Die Mönchsritter erhielten Schenkungen, bewirtschafteten zahlreiche Güter im Abendland und spezialisierten sich auf Geldtransfers in den Orient. So wurden sie zum reichsten und mächtigsten Orden des Mittelalters.
Direkt dem Papst unterstellt, bildeten sie eine multinationale Vereinigung, die sich dem Zugriff der entstehenden Nationalstaaten entzog.

Der Reichtum, die elitäre Verschwiegenheit, Gerüchte über seltsame Riten und das fast arrogante Selbstbewusstsein der Templer erregten neben größter Bewunderung auch Neid, Misstrauen und Feindschaft.

Ihr Untergang nahte in Gestalt Philipps IV., genannt "der Schöne". Der französische Monarch war hoch verschuldet, auch bei den Templern. Den Orden zu zerschlagen, erschien ihm lukrativ. So nutzte er die Gerüchte über die Templer, um Gräuelpropaganda zu verbreiten und, unter Einschaltung der Inquisition, eine Hexenjagd zu eröffnen.

Am Freitag, dem 13. Oktober 1307, ließ der französische König in einer Überraschungsaktion alle Templer in seinem Herrschaftsbereich verhaften. Die Vorwürfe: Sodomie – damit waren damals homosexuelle Handlungen gemeint –, Götzendienst und vor allem Ketzerei.

Nach jahrelangen Verhören und schweren Folterungen in Kerkern des Königs "gestanden" manche Templer ihre angebliche Ketzerei.
Einige Historiker vergleichen die damaligen Vorgänge mit den stalinistischen Schauprozessen. Papst Clemens V., selbst Franzose und in Avignon unter der Kontrolle Philipps des Schönen residierend, stellte trotz der offensichtlichen Willkürverfahren im Jahr 1312 den Orden ein. Zwei Jahre darauf starb Jacques de Molay, der letzte Großmeister der Templer, den Flammentod.


Ohne den König von Frankreich wäre der Templerorden reformiert worden und würde womöglich, wie der Malteserorden, noch heute existieren.

Ein Papst hat den Templerorden suspendiert, und nur ein Papst kann diese Entscheidung wieder aufheben.

Es liegt nun an Papst Benedikt XVI. darüber zu entscheiden.
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04.08.2008 09:52 Uhr von kyr
 
+3 | -3
 
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@Wil: Vergiss bloß nicht deinen Alufolienhelm aufzusetzen!
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04.08.2008 09:53 Uhr von Subzero1967
 
+1 | -1
 
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@Rixa: Danke für die Erklärung.
Ich meine der Papst hat die Pflicht diese Entscheidung wieder aufzuheben.
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04.08.2008 10:13 Uhr von Rebecca Bock
 
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Klage: @ Tenebrae:

Ein Staat lässt sich ohne weiteres verklagen: Vergleiche die Klagen gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen dem durch das Deutsche Reich verursachten Genozid gegen die Juden. Hierbei ist die Bundesrepublik der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches.

@Alagos:
Du hast Recht, aber das spanische Gericht kann sich als nicht zuständig erklären und wegen der Nichtmöglichkeit der Klärung der Klage an die nächsthöhere Instanz verweisen und die auch, bis zum Europäischen Gerichtshof, der nach meiner Meinung eigentlich zuständig wäre.

@Borgir:

So sehr auch nach heutiger Sicht und heutigem Recht die Taten der Tempelritter unrechtmäßig waren, so waren sie aus dem Rückzug nach dem Verlust von Akka doch eine recht harmlose Organisation, die allerdings immer noch die Fahrten in das "Heilige Land" sicherten. Ich bitte Dich, nicht zu vergessen, dass die frühen Türken auch als Piraten agierten.

Rebecca
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04.08.2008 12:42 Uhr von Noseman
 
+2 | -1
 
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@Rebecca: So wie ich Borgirs Beitrag verstanden habe, hat er nicht die Unrechtmäßigkeit der Maßnahmen der Tempelritter kritisiert, sondern die der römisch-katholischen Kirche gegnüber den Tempelrittern.

Zum Thema: ist aus meiner Sicht alles Moppelkotze. durchgenallte Temepelritter, die sich voll reich verdient haben gegen einen neidischen französischen König der nicht wirtschaften konte und einem beklopten Chef der größten Vebrecherbande aller Zeiten; dem Papst.
Und auf der anderen Seite die Musels.

Naja, ist dann wohl alles beim alten geblieben, ausser dass es keinen französischen König mehr gibt, aber dafür [sag ich nicht, will nicht verklagt werden)
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04.08.2008 13:08 Uhr von punicaexotic
 
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schade: Sie verzichten auf eine 100 Milliardenklage??? Schade...ich hatte bestimmt Templer als Vorfahren....
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04.08.2008 13:39 Uhr von aquarius565
 
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@borgir: Wer war Schlächter? Der Vatikan oder die Templer die in Jerusalem ein riesiges Blutbad anrichteten?
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04.08.2008 16:22 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Wenn man lange genug recherchiert findet wohl jeder heraus, dass die eigenen Vorfahren vor Jahrhunderten einmal ausgeraubt oder erschlagen wurden. Sicherlich wurde dann jeder um irgendwelche Ländereien gebracht, die heute was wert wären - ergo auf Schadenersatz klagen könnte.
Und vermutlich würde nahezu jeder sogar eine Klage bekommen - weil der eigene Vorfahre mal Unfug betrieben hat. So müssten einige ihr Grundstück, das seit Jahrhunderten Familienbesitz ist, wieder an einen anderen abgeben.
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04.08.2008 17:57 Uhr von ArrowTiger
 
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@Wil - Wieso E-Gold/PayPal? Ich verstehe nicht ganz, was das hier mit E-Gold oder PayPal zu tun haben soll? Eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Templer, welches wohl in erster Linie für ihren immensen Reichtum verantwortlich war, waren die unterschiedlichen Gold-Silber-Wechselkurse zwischen China, Japan und Indien, und Europa (Silber war im Verhältnis zu Gold im fernen Osten deutlich höher angesehen, als bei uns). Also karrte man immer schön Silber in diese Länder, um mit deutlich mehr Gold zurückzukommen, als man in Europa für das Silber bekommen hätte. Ein Geheimnis, welches sich übrigens später auch die Ostindische Compagnie zu nutze machte...
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05.08.2008 11:55 Uhr von Mi-Ka
 
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die müssen doch gar nicht rehablitiert werden.
Es gab doch auch hier schon eine Nachricht dazu.
Letztes Jahr wurde doch das "Chinon-Pergament" veröffentlicht, aus dem hervorging, dass sie der damalige Papst sofort von jeglicher Schuld freigesprochen hat und nur auf Druck des franz. Königs gehandelt hat.
Da ist auch der ganze Besitz des Ordens geflossen.
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05.08.2008 12:07 Uhr von FlatFlow
 
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@ThomasHambrecht: "Allerdings möchte man darauf verzichten, das Geld einzuklagen: "Wir wollen die römisch-katholische Kirche nicht in den Ruin treiben", ließ die Organisation verlauten."
Es geht doch nicht ums Geld!

Was die Nachfahren wollen ist Freispruch und Einsicht die Römisch-katholische Kirche, dass sie damals Fehler gemacht haben und dadurch viele Mönche mit Schwert sterben mussten, weil der Papst es damals geduldet hat und die Kirche davon Profitiert hatte.
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05.08.2008 20:48 Uhr von datenfehler
 
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ahmn Befasst sich nun ernsthaft ein Gericht dieser Welt mit derlei religiösem Unsinn? Naja... die Justiz wurde schon oft wegen Mülls belästigt. schlimm nur, dass es meistens, wie ein ernster Fall behandelt wird.
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06.08.2008 12:46 Uhr von GeraldAl
 
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Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel: 1) An sich verwunderlich, daß die "Nachfahren" der "armen Ritter..." nun von 100 Milliarden Euro sprechen!

Im übrigen wurde das meiste Liegenschaftsvermögen den Johannitern übergeben und das Geld als "Prozesskosten" einbehalten. Ob das rechtens war, ist eine andere Frage.

Aber was hat das mit der Kirche zu tun?

2) Nachfahren der Ritter, die laut Ordensregeln eigentlich arm, fromm und keusch zu sein hatten?

3) Philippe IV de France, dit "Philippe le Bel" (nicht zu verwechseln mit Felipe I de Habsburgo "el Hermoso") - gleich 2 Könige mit dem Beinamen "der Schöne" (!) - war der eigentliche Initiator diese unschönen Geschichte.

Ein Machtmensch, der nicht nur das Attentat von Anagni zu verantworten hat, das der Vorgänger Bonifaz VIII ("unam sanctam") nicht überlebt hatte; er sorgte auch für die "babylonische Gefangenschaft der Kirche" in Avignon. Damit konnte er das Papsttum notfalls auch militärisch unter Druck setzen.

Also, wenn soll man jetzt klagen? Vielleicht den spanischen König? (Immerhin sind die Bourbonen eine Seitenlinie der Valois und diese stammen ebenfalls von Hugo Capet ab! *ggg*)

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