25.07.08 18:29 Uhr
 3.273
 

Studie: Deutsche Schüler denken, die DDR war keine Diktatur

Die Ergebnisse der Studie des Berliner Forschers Klaus Schroeder sind ernüchternd. Er hatte 5.219 Schüler aus den Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern sowie Ost- und Westberlin zum Thema "DDR" befragt. Die Altersstruktur: 16- bis 17-Jährige, sie alle gab es zur DDR-Zeit noch nicht.

Die Unwissenheit der Schüler überraschte Schröder und sorgte denn auch gleich für viele kritische Stimmen, die die Methodik der Befragung anzweifelten. Das sieht Schröder anders und staunt darüber, dass Schüler annehmen, die DDR sei keine Diktatur gewesen, oder Willy Brandt ein DDR-Politiker.

Die Unwissenheit - in der ehemaligen DDR übrigens größer als im Westen - führt Schröder auf mehrere Faktoren zurück. Letztlich, so Schröder, seien die Schüler nur "das letzte Glied in der Kette". Davor stünden Eltern, Lehrer und Medien, deren Umgang mit der DDR nach wie vor problematisch sei.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: tomeck
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Deutsch, Studie, Schüler, DDR, Diktatur
Quelle: www.spiegel.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Studie: Flüchtlinge sehen in Smartphone einen "Freund auf der Flucht"
Gleichgeschlechtliche Eltern beeinflussen nicht sexuelle Orientierung von Kinder
Forscher bringen Schimpansen das Spiel "Schere, Stein, Papier" bei

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

43 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
25.07.2008 18:40 Uhr von Carry-
 
+50 | -1
 
ANZEIGEN
natürlich keine diktatur: es heisst ja auch "deutsche _demokratische_ republik". :)
Kommentar ansehen
25.07.2008 18:43 Uhr von MiefWolke
 
+11 | -44
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
25.07.2008 18:45 Uhr von Noseman
 
+23 | -5
 
ANZEIGEN
Es heisst aber auch: derzeit "soziale Marktwirtschaft" und es gibt einen Grundgesetzartikel 14 Absatz 2: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

In 50 Jahren werden deutsche Schüler denken, dass die BRD eine "soziale" Marktwirtschaft war.

Damit will ich NICHT die DDR verteideigen, ich bin übrigens lebenslanger Wessi - sondern der Kern meiner Aussage ist der, dass Schüler selbstverständlich der jeweiligen Propaganda unterliegen.

Was`n Wunder, wenn das regelmässig schon fast alle Erwachsenen tun, oder wieso haben wir derzeit eine große Koalition?
Kommentar ansehen
25.07.2008 18:47 Uhr von solitude
 
+14 | -13
 
ANZEIGEN
In den Schulen wird zwar sehr viel Wert auf die Hauptfächer gelegt, obwohl ich auch da meine Zweifel habe, doch ein Fach wie Geschichte oder Gemeinschaftskunde wird fast immer stiefmütterlich behandelt. Und das die Eltern, speziell im Osten, zumeist ein positives Bild der DDR zeichnen, macht es eigentlich nur noch schlimmer, denn die Erfahrungen der Eltern beruhen zumeist auf dem Trugschluß, daß die DDR ein funktioneirender Staat war, der nur das beste für seine Bürger wollte.
Das aber die DDR auf Kredite aus dem Ausland angewiesen war, um zumindest einigermaßen den Schein wahren zu können, ist selbst den Eltern unbekannt oder sie wollen es nicht wahrhaben.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:01 Uhr von Carry-
 
+32 | -3
 
ANZEIGEN
@ solitude: das problem in geschichte ist, dass man nach drei jahren "3. reich" keine zeit mehr für aktuellere geschichte hat.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:06 Uhr von solitude
 
+8 | -1
 
ANZEIGEN
@Carry: In Bzug auf die Schulen gebe ich Dir da durchaus Recht, aber was ist mit den Familien?
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:18 Uhr von KingPiKe
 
+13 | -0
 
ANZEIGEN
Schule: Also ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und kann behaupten, dass ich in den 13 Jahren nciht einmal die DDR in GEschichte hatte...
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:31 Uhr von biberstern
 
+2 | -23
 
ANZEIGEN
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:33 Uhr von Illus
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
Das ist schon traurig: "Bayrische Hauptschüler wissen über die DDR besser bescheid als Gymnasiasten aus Brandenburg"
http://www.spiegel.de/...
Das sollte den Vernatwortlichen in Brandenburg zu denken geben.

Aber auch das viele Schüler nicht mehr Wissen wer Willy Brand oder Konrad Adenauer ist, sagt einiges über unser Bildungssystem aus. Gute Nacht Zukunft.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:36 Uhr von Noseman
 
+14 | -2
 
ANZEIGEN
@biberstern: Mit Sicherheit war es kein Kommunismus.

Veilleicht googelst Du ja mal was Kommunismus und was Sozialismus ist.

Kommunismus hat es (wahrscheinlich, außer vielleicht in Steinzeitkreisen) niemals gegeben und wird es wohl auch niemals geben.

Und es war auch gar nicht der selbstauferlegte Anspruch der DDR. Die waren (laut eigenaspruch, den man natürlich kritisch sehen muss) nur auf dem Wege dahin.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:36 Uhr von solitude
 
+13 | -0
 
ANZEIGEN
@biberstern: wenn schon dann der "real existierende Sozialismus", den Kommunismus hatte ja noch nicht einmal die Sowjetunion verwirklicht.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:48 Uhr von Mi-Ka
 
+9 | -3
 
ANZEIGEN
Na ja, ist ja an sich auch keine Diktatur, wenn man es etwas übergenau betrachtet.
Es war dann doch eher eine Oligarchie der SED.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:48 Uhr von cob060691
 
+3 | -4
 
ANZEIGEN
lol: Komischerweise wird nie jemand aus unserer Schule befragt, aber das ist irgendwie klar, denn sonst würde es so eine Nachricht nicht geben.
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:50 Uhr von tomeck
 
+3 | -5
 
ANZEIGEN
@ C3rone: ääähhhh....was will uns der kommentarabgeber in diesem zusammenhang damit sagen?

kapier ich grad nicht...
Kommentar ansehen
25.07.2008 19:56 Uhr von Jimyp
 
+9 | -4
 
ANZEIGEN
Echten Kommunismus kann’s auch nicht geben, da er nicht funktioniert! Die DDR war ein diktatorisch sozialistischer Staat mit Zentralverwaltungswirtschaft, die von Spinnern mit kommunistischem Gedankengut geführt wurde!
Kommentar ansehen
25.07.2008 20:05 Uhr von Heartless
 
+7 | -7
 
ANZEIGEN
falls jetzt jemand "sch*** deutsches Bildungs-: system" schreit, dem kann ich nur entgegenhalten, dass ich dieses Jahr in NRW Abi gemacht habe, und sowohl im Leistungskurs (ich) als auch im Grundkurs wurde sich ausgiebig mit der DDR befasst.
Bei uns im LK haben wir etwas über ein Schuljahr BRD und DDR behandelt, wobei der Schwerpunkt bei DDR und teilweise dem Vergleich mit der BRD bzw. Dingen wie der "deutsch-deutschen Annäherung" lag.

In diesem Fall darf man die Schuld nicht am System, sondern bei den Schulen und den betreffenden Lehrern suchen, da diese entscheiden inwieweit man ein Thema behandelt...

Und das Medien und Eltern darüber aufklären ist ziemlich lachhaft, klar, ein oder zweimal im Jahr kommt auf N24 ein Bericht darüber, evtl auch mal was in Zeitschriften (im Spiegel gabs dieses Jahr einen Bericht mitsamt Film dazu)...
Und dann frage ich mal alle Anwesenden, sprechen eure Eltern/Großeltern über die DDR bzw. wie schlecht es da war? So gut wie niemand dürfte gerne darüber reden, dass ist so als ob man seine Großeltern fragt was sie denn während Hitlers Zeiten so getrieben waren, ich denke niemand gibt so leicht zu dass er pro-NSDAP war...
Kommentar ansehen
25.07.2008 20:06 Uhr von Illus
 
+5 | -0
 
ANZEIGEN
Mi-Ka: Ich möchte gar nicht wissen was die Schüler geantwortet hätten, wenn man sie gefragt hätte ob das politische System der DDR eine Oligarchie war.
Kommentar ansehen
25.07.2008 20:38 Uhr von Styleen
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
Zu meiner Schulzeit wurde das Thema DDR gar nicht behandelt.

Informationen hierzu musste man sich selbst besorgen oder von Zeitzeugen erzählen lassen. Dafür wurden mir 3 Jahre lang eingebläut, dass wir Deutschen alle böse sind und unsere Vorfahren alle böse waren, wir die Verantwortung auch heute noch dafür hätten usw usw usw.

So macht man Köpfe hohl ! Zum Glück kann man sich auch anderweitig weiterbilden ... ohne solche Institutionen.
Kommentar ansehen
25.07.2008 20:41 Uhr von Commander_J
 
+14 | -4
 
ANZEIGEN
Nuja, wenn denen erzählt wird, daß wir jetze in der BRD in ner Demokratie leben (ROFL), kann ich schon verstehen, warum die Schüler glauben, die DDR wäre keine Diktatur gewesen. Ich seh mittlerweile kaum noch Unterschied mehr zwischen der DDR und der BRD. Beide Länder sind/waren zentral regiert, gesteuert vom "Großen Bruder" (DDR=UDSSR; BRD=USA), die Bürger stehen unter Überwachung des Geheimdienstes und Meinungsfreiheit is nich gegeben. Das Volk wird mit zentral gesteuerten Medien unwissend gehalten und wer aufmuckt, der bekommt Besuch der Staatsmacht...!

--> http://www.infokrieg.tv
Kommentar ansehen
25.07.2008 21:00 Uhr von Mistbratze
 
+12 | -0
 
ANZEIGEN
Um es mal, auf den Punkt zu bringen. Die DDR war eine „Diktatur des Proletariats“. Denn genau so wurde es auch an den Schulen der DDR gelehrt.

Wenn man aber mal in der Quelle liest, dass es Schüler gibt die glauben unter Erich Honecker gab es demokratische Wahlen oder die Stasi ein harmloser Geheimdienst war oder Willy Brandt DDR Politiker, dann fällt mir nichts mehr ein.

Es ist aber so dass das Bild der DDR bei Ostschülern ein anderes ist als das bei Westschülern. Das ist normal. Die Schüler lernen im Westen streng nach Lehrbüchern deren Inhalte aus dem kalten Krieg stammen. Da ist es kein Wunder das die DDR zum Reich des bösen gehört und jeder DDR Bürger [mal übertrieben gesagt] 2 mal am Tag Satan huldigt.

Während im Osten, gerade in Brandenburg die Kinder die DDR eher von Ihren Eltern kennen. „Wendeverlierer“ [Arbeitsplatzverlust, soziale Isolierung usw.] und davon gibt es genug, geben Ihren Kindern natürlich ein anderes Bild der DDR. Nämlich das sozialistische Paradies.
Beides ist Grundfalsch.

Bisher hat noch keine echte Aufarbeitung der DDR stattgefunden. Kann man ja in den Bild- und Filmmedien sehen. DDR Aufarbeitung heißt Stasi und Mauertote. Mehr nicht, dann hört die Aufarbeitung auf. Ist genauso als wenn man über die BRD behaupten würde es gibt freies Unternehmertum und Exportnation. Facetten dazwischen oder das wahre Leben des Bürgers spielen keine Rolle. Aber warum etwas ändern, hat sich ja mit der Aufarbeitung der Geschichte 33-45 bewährt. Geschichtsaufarbeitung? Außer 2er Weltkrieg und Judenvernichtung gab es auch nichts anderes.

Meiner Meinung ist es eher wichtig den Schülern beizubringen wie etwas entstehen kann wie z.B. Stasi und wie man solche Tendenzen rechtzeitig erkennt. Nämlich Vergleiche zwischen Stasi und z.B. Schäubles Überwachungswahn. Das würde aber kritische Demokraten erzeugen und das ist wiederum in der BRD nicht gewünscht.
Kommentar ansehen
25.07.2008 22:06 Uhr von uhrknall
 
+10 | -1
 
ANZEIGEN
Was ich seltsam finde Leute (die Eltern), die die DDR-Zeit mitgemacht haben, können ihren Kindern das selbsterlebte erzählen. Und diese Kinder sollen dümmer sein, als die, die im Westen nur von ihrem Lehrer das erfahren, was im Lehrplan steht?

Ich habe die letzten Jahre der DDR miterlebt und natürlich die Jahre danach. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
Und man durfte tatsächlich über Politik diskutieren. Welche Kreise das dann gezogen hat, kann ich jedoch nicht sagen. Und heute ist es nicht anders. Überwachungskameras sollen ja irgendwann heimlich in Privatwohnungen installiert werden können.
Kommentar ansehen
25.07.2008 22:51 Uhr von lopad
 
+2 | -8
 
ANZEIGEN
@uhrknall: Die Eltern würden das aber warscheinlich recht einseitig erzählen.
Die wenigsten würden da wohl verstehen, das man ihre tolle FDJ mit der HJ auf eine Stufe stellen kann.

In der Schule wird die Thematik außerdem genauer beleuchtet, sei es nun das politische, wirtschaftliche oder einfach nur die Bevölkerung. Das sind Sachen, die Eltern ihren Kindern niemals wirklich verständlich vermitteln können.
Kommentar ansehen
25.07.2008 22:58 Uhr von ripa
 
+6 | -2
 
ANZEIGEN
kalten kaffee für das sommerloch, oder warum gräbt man jetzt nachrichten aus dem letzten jahr aus?

http://www.tagesspiegel.de/...

in der schule soll man wohl nur eines lernen, dass die ddr schlecht war und keiner in frieden leben konnte.

wie schrecklich muss die stasi gewesen sein, wenn es nicht so schlimm ist, dass die cia, auf öffentlichen strassen, menschen in wegfängt und keiner sich darüber beschwert.

so ist es eben, die verlierer sind immer die bösen.
Kommentar ansehen
25.07.2008 22:58 Uhr von Chrome_Hydraulics
 
+3 | -7
 
ANZEIGEN
und die Bayern wussten am Meisten ;)
Kommentar ansehen
25.07.2008 23:19 Uhr von Mr.ICH
 
+4 | -1
 
ANZEIGEN
Wundert mich überhaupt nicht. Geschichte und Gemeinschaftskunde wird in Deutschland dermaßen parteiisch gestaltet, dass das Ganze einfach nur unglaubwürdig wirkt. Viele Schüler nehmen den Stoff also nicht einfach nur so hin sondern machen sich (zumindest zum Teil) selbst kundig.

Diese bewusste einseitige Unterrichtsgestaltung ist mir in ganz besonderem Maße in Gemeinschaftskunde aufgefallen. Die Lehrmaterialien waren übrigens alle von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Refresh |<-- <-   1-25/43   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Nazi-Chiffriergerät: Hobbyschatzsucher entdecken bei München "Hitlermühle"
AfD blamiert sich mit Wahlplakat: Schweizer Matterhorn nach Deutschland verlegt
Prozess: Bottroper Apotheker gab unterdosierte Krebsmedikamente an Tausende aus


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?