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Pferde-Rätsel gelöst: Darum sind Schimmel weiß

Schimmel ziehen schon seit langem die Faszination der Menschen auf sich. Die Pferde, die bei ihrer Geburt noch aussehen wie jedes Andere ihrer Artgenossen machen in den ersten Jahren ihres Lebens eine wundersame Wandlung durch und bekommen oft bereits mit 6 - 8 Jahren ein komplett weißes Fell.

Forscher aus Schweden fanden nun den Grund für die Farbe des Felles der begehrten Pferde: Eine Gen-Mutation namens "Greying with age" sorgt dafür, dass das Fell der Tiere kurzer Zeit nach Geburt rasch an Pigmentzellen verliert, ähnlich dem Ergrauen des Menschen-Haares, jedoch deutlich schneller.

Da die Haut der Tiere jedoch dunkel bleibt entsteht schließlich ihre typische grau-silbrige Farbe. Die neuen Forschungsergebnisse sind auch für die Krebs-Forschung insofern interessant, als dass diese Mutation zudem das Hautkrebsrisiko der Tiere erhöht.


WebReporter: Davtorik
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Rätsel, Pferd, Schimmel
Quelle: www.stern.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.07.2008 13:53 Uhr von Davtorik
 
+0 | -0
 
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Würden Pferde in der Arktis leben hätte sich wohl diese Gen-Mutation im Laufe der Evolution durchgesetzt. Für uns sind sie jedoch was besonderes...würde auch mal gerne wissen, ob es Albino-Pferde mit roten Augen gibt.
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21.07.2008 14:54 Uhr von vostei
 
+7 | -0
 
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21.07.2008 15:11 Uhr von YoungFlow
 
+0 | -27
 
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21.07.2008 15:25 Uhr von koelschgirl
 
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@YoungFlow: Genmutationen geschehen öfters als man meint und werden in einigen Fällen dann halt weiter vererbt, das heißt, das mutierte Gen wird an die nächste Generation weitergegeben.
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21.07.2008 16:25 Uhr von Un4given
 
+2 | -1
 
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hmmm: Die neuen Forschungsergebnisse sind auch für die Krebs-Forschung insofern interessant, als dass diese Mutation zudem das Hautkrebsrisiko der Tiere erhöht.


Das ist doch allgemein bekannt, daß albinoide Tiere einer höheren Krebsgefahr ausgesetzt sind.
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21.07.2008 17:01 Uhr von C-Flip
 
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ich: wusste bisher nicht einmal, dass Schimmel bei der Geburt aussehen wie normale Pferde. Also mal wieder etwas dazugelernt :-)
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21.07.2008 19:42 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Autor : Albinos: Die Farbgebung bei Schimmeln und Albinos ist auf völlig unterschiedlichen Genorten lokalisiert und beruht zudem auf völlig unterschiedlichen Mechanismen. Zudem sind beide leicht voneinander zu unterscheiden.

Schimmel werden meistens dunkel oder fuchsfarben geboren und verlieren dann ihre Farbe, sie haben und behalten jedoch ihre angeborene Augenfarbe (in der Regel braun, manchmal auch blau).
Albinos hingegen leiden unter einem Gendefekt, der komplett die Ausbildung von dunklen Pigmenten (Melanin) verhindert. Das heißt, dass diese Tiere nicht einen Fitzen dunkles Fell haben und schon hell auf die Welt kommen und in der Regel scheinbar rote Augen (man sieht bei Lichteinfall in die Augen die rote Farbe der Blutgefäße im Augenhintergrund) und sehr helle, fleischfarbene Haut.
Die Anfälligkeit für Hautkrebs ist bedingt durch den fehlenden Schutzmechanismus der Pigmentierung. Die dunklen Pigmente, die sich bei Lichteinfall bilden, stellen im Normalfall einen Schutz gegen die UV-Strahlung dar. Fehlt diese (wie beim Albino), dann können die UV-Strahlen in ungeminderter Heftigkeit auf die Haut wirken und dort die Genmutationen hervorrufen, die zur Bildung von Tumorzellen führen.

Albinismus ist ein rezessiver Erbgang, das heißt, damit ein Tier am Albinismus erkrankt, muß es von jedem Elternteil ein rezessives (das heißt unterdrücktes) Gen mit dem Gendefekt geerbt haben (bei den Elterntieren, die durchaus normal aussehen können, wird dieses durch das zweite, dominante Gen überdeckt). Albinismus kommt ohne Rücksicht auf die "Tierart" (also auch beim Menschen) unter 20.000 Geburten einmal vor. Dabei gibt es diverse Ausprägungsformen, so dass der "reine Albinismus" (die Genform OCA1) nur selten zu finden ist, leichte Ausprägungen jedoch relativ häufig anzutreffen sind.

"Nebenwirkungen" von Albinismus sind aber nicht nur eine vermehrte Hautkrebsrate, sondern auch Augenprobelme (wie Photophobie, Störungen des räumlichen Sehens, Augenzittern) und manchmal auch Schäden an inneren Organen.

Dass in der freien Wildbahn Tiere mit Albinismus selten bemerkt werden liegt vor allem daran, dass sie für Freßfeinde sehr auffällig sind und meist die ersten Lebenswochen nicht überstehen. Die Häufigkeit an Albinogeburten unter allen Geburten ist allerdings genauso häufig wie beim Menschen.
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22.07.2008 23:43 Uhr von Davtorik
 
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@uhlenkoper: danke für die Ausführliche erklärung :)

Großteils habe ich das was du gesagt hast gewusst, aber der Rest war interessant ;)

schienst dich echt gut auszukennen

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