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Heiner Geißler (CDU): "Kapitalismus ist so falsch wie Kommunismus"

Unter Helmut Kohl forderte der ehemalige Generalsekretär der CDU Heiner Geißler noch "Freiheit statt Sozialmus", doch inzwischen kann er sich einen, wie er es nennt, "humanen Sozialismus" vorstellen. Die soziale Marktwirtschaft, so Geißler, habe einen Rückfall erlitten.

Laut Geißler würden die Arbeiter nicht mehr am wirtschaftlichen Fortschritt partizipieren. Die Agenda 2010 hätte soziale Frage sogar noch verschärft. Außerdem hätte diese dazu geführt, dass sich viele Bürger von der SPD abgewandt hätten und diese nun zwischen CDU und die Linke aufgerieben würde.

Auch den Zickzack-Kurs der SPD in Sachen die Linke kritisiert Geißler. Da die Linke aus vielen ehemaligen SPDlern bestehe, sieht Geißler keinen Hinderungsgrund für eine Zusammenarbeit der beiden Parteien. Einen Vergleich zu Rechtsextremisten kann Geißler nicht sehen.


WebReporter: Nightfire79
Rubrik:   Politik
Schlagworte: CDU, Kapital, Kapitalismus, Kommunismus
Quelle: www.sueddeutsche.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.07.2008 14:52 Uhr von Nightfire79
 
+0 | -1
 
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Ich möchte euch das ganze Interview in der Quelle ans Herz legen. Ist ziemlich interessant was Herr Geißler sonst noch zu sagen hat. Leider reicht der Platz hier nicht aus.
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14.07.2008 15:04 Uhr von JCR
 
+23 | -1
 
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Heiner Geißler. Einer der wenigen Ehrlichen.
Besonders die SPD könnte von ihm lernen, denn den meisten SPD-Wählern wäre ein ehrliches Bekennen zum Links-Bündnis (denn letztendlich wird es darauf hinauslaufen) lieber als ein Schlingerkurs wie der des Herrn Beck.
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14.07.2008 15:30 Uhr von robert_xyz
 
+18 | -0
 
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Geißler immer noch unterschätzt. Meiner Meinung nach wurde Geißler immer unterschätzt, in den 80er Jahren noch als Halbnazi von den Linken beschimpft wurde er später als intellektueller Querdenker bekannt - viele Dinge die er gesagt hat haben sich später als kluge Vorhersage erwiesen.
Leider sind solche Intellektuellen in seiner Partei (und in der ganzen deutschen Politik) weniger beliebt als die Populistenfraktion. Habe auch den Eindruck die CDU interessiert sich Null für Geißlers Meinung.
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14.07.2008 15:41 Uhr von SunSailor
 
+1 | -13
 
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14.07.2008 15:51 Uhr von artefaktum
 
+13 | -0
 
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@SunSailo: "Geiz ist eben nicht geil."

Woher kommt denn dieser Trend? Wir haben seit 15 Jahren sinkende Reallöhne in Deutschland. Wird wieder mehr verdient, wird auch mehr konsumiert.
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14.07.2008 16:16 Uhr von mueppl
 
+5 | -4
 
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Jaja der Herr Geißler nach dem Amt......
kommt der Verstand.

Möchte man meinen.

Ich kann mich noch sehr gut an seine "tollen" Ideen erinnern als er noch Bundesminister war.

Übrigens....
Schon Geißler übte sich in den frühen 80ern an der Gesundheitsreform (war damals Sozialminister) - erfolglos wie man heute ja sehen kann.
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14.07.2008 16:19 Uhr von Misanthrop123
 
+0 | -9
 
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trotzdem ist der vergleich falsch: man kann nicht und das wird immer wieder gesagt äpfel mit birnen vergleichen
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14.07.2008 16:42 Uhr von meisterthomas
 
+8 | -1
 
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Demokratie ist Gleichheit und Freiheit: Demokratie erfordert Gleichheit und Freiheit, oder anders gesagt Sozialismus und Liberalismus. In diesem Spannungsfeld pendelt und entwickelt sich eine demokratische Gesellschaft.

Alle anderen Ideologien als auch Parteien sind an sich überflüssig, insbesondere Eintopfparteien welche einen Mittelweg vorgeben, sich aber als Trojanische Pferde für nur eine Richtung entpuppen.

Seit dem Ende der sozialliberalen Koalition vor 25 Jahren hat es in der Bundesrepublik keinen echten politischen Richtungswechsel mehr gegeben.
Demokratie lebt vom Wechsel und stirbt mit der Kontinuität.
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14.07.2008 16:56 Uhr von Loxy
 
+4 | -0
 
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Idealisten sind in der Politik nicht gefragt und werden meistens vorher schon aus Angst abgesägt. Die sind den ganzen Opportunisten einfach suspekt.

Wenns dann zum großen Knall kommt wundern sich hinterher alle wie es den bloß dazu kommen konnte und die mit dem dicken Bankkonto trifft es eh selten (z.B. Familie Quandt nach dem 2. Weltkrieg)
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14.07.2008 16:57 Uhr von robert_xyz
 
+3 | -0
 
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neue Armut: es geht ja auch um die neue Armut. D. h. diejenigen die an unserer Wirtschaft produktiv partizipieren aber auf keinen grünen Zweig kommen weil die Kohle vorn und hinten nicht reicht. Schuld ist u.a. auch die Öffnung Europas die einen schnellen und problemlosen Transfer von Arbeitskräften und Arbeitsplätzen ermöglicht. Eine Stelle die mit 4 Euro dotiert ist kann multinational auf jeden Fall besetzt werden, auch wenn der Arbeitnehmer aus dem Balkan kommen muss. Die Balance zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht gewahrt und das Lohnniveau sinkt. Zum Wohl der Arbeitgeber.

Daß wir evtl. in Zukunft bei uns in D eine weitaus grössere Zahl an Bedürftigen und Sozialhilfeempfängern haben könnten sollte man schon heute erkennen und mit politischen Mitteln verhindern. Aber das ist ein Thema das in der CDU bestimmt nicht gerne diskutiert wird.
Eine nicht besonders alte Kampagne der PDS die eine Verstaatlichung der Großunternehmen forderte hilft allerdings auch sehr wenig.
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14.07.2008 19:33 Uhr von Montauk
 
+1 | -5
 
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Geißler: "Kapitalismus ist so falsch wie Kommunismus"

sicher, aber ein alter hut.

ebendso demokratie, die wohl niergends jemals ehrlich praktiziert wurde.

wenn geißler einen funken anstand hätte, würde er sich aus der scheindemokratie/politik zurückziehen.

Edward Bernays 1928, über demokratie:

"Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Große Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“


die wahrheit muss nicht schmecken, aber man sollte sie verstehen.
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14.07.2008 22:42 Uhr von cep28
 
+2 | -2
 
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...solange @ meisterthomas:

In einem Punkt muss ich "netzwerker" recht geben. In Deutschland gibt es keine Demokratie. Das politische system in Deutschland nenne ich Foederalistische Handels Republik.

In einer richtigen Demokratie gibt es Volksabstimmungen bei allen wichtigen Entscheidungen und Gesetzgebungen und nicht nur bei Wahlen (...die ich inzwischen auch fuer manipuliert halte...).

Ansonnsten denke ich, dass, solange der Staat selber verschuldet ist, wird sich nicht viel aendern koennen. Der Staat ist quasi abhaengig von der Wirtschaft. Leider aber hat der Staat alles verscherbelt, womit er gewinne haette erziehlen koennen, die nicht aus Steuereinnahmen resultieren.
Z.B. Volkswagen. Die privatisierung war aus meiner sich der groesste Fehler in der Vergangenheit.
Die Post, die Bahn. Alles Beispiele fuer korrupte, verantwortungslose und unserioese Politik.
Der Staat muss am Markt, an der Marktwirtschaft und am Handel teilnehmen koennen wie ein herkoemmliches Multi- Wirtschaftsunternehmen (Krankenkasse, Bank, KFZ hersteller, Autobahn-betreiber, Strohmversorger, Wasserlieferant, Lebensmittelhaendler, etc, etc. ) und der Staat muss in der Lage sein dort, wo die Wirtschaft ihr Geld verdient auch Gewinne erwirtschaften zu koennen.
Ein modernes Staatssystem im globalen Weltwirtschaftsgefuehge darf nicht mehr ueber Steuern den normalen Buerger als Haupteinnahmequelle missbrauchen.
Klar, Dienstleistungen, die der Staat leistet kosten Geld. Diese kosten koennen aber auch in form von Gebuehren entrichtet werden, wenn die Dienstleistung erbracht wird oder wurde (was ja schon meistens der Fall ist) und ich haette damit kein Problem, wenn mir als Einkommensempfaenger dafuer die Steuern minimalisiert oder gar ganz erlassen wuerden.
Die einzige gerechte Steuer die mir bekannt ist, ist die Mehrwertsteuer. Die ist fuer alle gleich und alle muessen damit in gleicher weise kalkulieren, egel welcher Herkunft oder sozialem Status.

gruesse CEP
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15.07.2008 04:14 Uhr von meisterthomas
 
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Demokratie ist keine statische Ordnung: Demokratie ist keine statische sondern dynamische Ordnung und kann sich nur im Spannungsfeld konkurrierender d. h. gegensätzlicher Weltbilder entwickeln.
Wenn sich unsere Demokratie in den letzten 25 Jahren zurückentwickelt hat, dann weil wir es mit Gleichgültigkeit und Resignation zugelassen haben.

Globalisierung und Kapitalismus waren schon einmal zur Zeit der ersten industriellen Revolution unser Problem. Ja, der erste Weltkrieg war gewisser maßen schon unsere erste Antwort auf dieses Problem.
Unsere zweite Antwort und nahezu identisch mit @Netzwerkers Antwort war der Nationalsozialismus, wenn er sagst:
"Was wir heute brauchen ist eine Volksbewegung gegen Globalisierung und das verzinste Geldsystem, für einen antiimperialistischen nationalen Sozialismus".

Wir haben heute aber noch eine dritte Möglichkeit, auch wenn wir noch weit davon entfernt sind: Ein Europa ohne Doppelbesteuerungsabkommen mit Drittländern als Bollwerk gegen die Globalisierung.
Aber dieser Weg erfordert Mut und die Verantwortung der Bürger für einem demokratischen Richtungswechsel.

Eine funktionierende Demokratie bewirkt auch Gleichheit, denn darauf zielt natürlich der Wille der Mehrheit.
Freiheit aber gibt es in einem rein sozialistischen System nur für Funktionäre. Es entmündigt und versklavt.

Ich behaupte doch mit keinem Wort, dass wir eine funktionierende Demokratie haben, wohl aber dass es sich lohnt eine zu schaffen, auch gegen den Willen unserer s. g. Volksparteien.

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