13.07.08 23:02 Uhr
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Schaeffler-Gruppe will Milliarden-Konzern Continental übernehmen

Eine bemerkenswerte Übernahme in der Autozuliefer-Industrie bahnt sich an. Die Schaeffler-Gruppe will sich den deutschen Konzern Continental einverleiben. Ein Gebot von zehn Milliarden Euro soll in Kürze abgegeben werden. Schaeffler ist bereits an Continental herangetreten.

Sollte Continental nicht zustimmen, will Schaeffler notfalls auch feindlich übernehmen. Continental ist deshalb so angreifbar, weil das börsennotierte Unternehmen im Rahmen der Finanzkrise die Hälfte seines Börsenwertes einbüßte. Schaeffler ist dagegen komplett in Familienbesitz.

Sogenannte Heuschrecken kommen als Investoren nicht mehr in Betracht, da sie von den Banken derzeit keine Kredite dieser Größenordnung bekämen. Continental, die zudem die VDO-Übernahme verkraften müssen, wollen sich gegen jede feindliche Übernahme mit Zerschlagungsabsicht zur Wehr setzen.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Milliarde, Gruppe, Konzern
Quelle: www.ftd.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.07.2008 22:58 Uhr von no_trespassing
 
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Eine für mich sensationelle Wirtschafts-News. Es zeigt sich wieder mal: Familiengeführte Unternehmen sind in börsenschwachen Zeiten eindeutig besser dran. Denn man muß nicht auf Biegen und Brechen Rendite erwirtschaften, um damit die Aktionäre zu befriedigen. Die können viel besser das Geld sparen, verzinsen und später für große Übernahmen ausgeben.

Eins ist allerdings schade: Continental war bisher auch so gut dabei. Schaeffler hätte auch vielleicht Valeo oder Pirelli aufkaufen können.
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13.07.2008 23:07 Uhr von andreaskrieck
 
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Echt der Wahnsinn jetzt werden schon die "Großen" von den Kleinen geschluckt...
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13.07.2008 23:43 Uhr von no_trespassing
 
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Die "Kleinen" werden unterschätzt: Ich hätt´s auch nicht für möglich gehalten.
Aber vielleicht sind die Kleinen gar nicht so klein und werden dramatisch unterschätzt.

Wenn man mal bedenkt, daß Bosch auch "nur" eine GmbH ist...wären die an der Börse notiert, die hätten glatt einen Wert von 25 Milliarden Euro.

Wer an der Börse ist, hat immer den Nachteil, daß der größte Batzen des Gewinns für die Aktionäre drauf geht. Und wenn dann noch Heuschrecken dazu kommen, die dem Unternehmen Schulden aufbürden und die Kriegskasse plündern, dann fehlt dem Unternehmen die Substanz.
Ein familiengeführter Konzern ist da viel besser dran.
Lidl, Schlecker, Boehringer Ingelheim, Otto-Konzern, Oetker, Würth, Aldi - sie alle machen Milliarden-Umsätze und sind nicht an der Börse. Die brauchen in schwachen Börsen-Zeiten nicht zittern, ob der Laden übernommen wird. Sondern können ihre ganze Energie darauf verwenden, das Ruder herumzureißen. Auch brauchen sie oft keine Bankkredite, sondern wachsen aus reinem Eigenkapital. In den Wirtschaftsbüchern steht immer, daß ein Unternehmen teils Eigenkapital-, teils Fremdkapital-finanziert sein soll. Auf das Fremdkapital zahlt man aber Zinsen. Und die können hoch sein, wenn es geschäftlich oder börsenmäßig mal nicht so läuft.

Continental ist trotz hoher Rohstoffpreise usw. sehr aussichtsreich. Falls Schaeffler wirklich zum Zuge kommt und Conti von der Börse nimmt, können die sich die gesamte Dividende von 2,02 EUR/Aktie für das Geschäftsjahr 2008 selbst auszahlen. So finanziert sich die Übernahme teilweise von selbst. Auch die Kosten für die Börsennotierung und die Investor Relations-Truppe können eingespart werden. Das alles bringt bares Geld.

Vielleicht hätte Schaeffler sich auch mit einer Valeo-Übernahme gut gestanden. Die sind auch ziemlich günstig geworden und auf dem deutschen Markt groß vertreten.

Auch BorgWarner Inc. ist günstig. Im Mai noch einen Aktienkurs von 55 Dollar, jetzt 38 Dollar.

Aber Schaeffler wird schon wissen, was sie tun. Sonst wären sie nicht da wo sie jetzt sind: In einer ziemlich komfortablen Situation, sich etwas erlauben zu können, wovon viele börsennotierte Konzerne träumen.
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13.07.2008 23:52 Uhr von Davtorik
 
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wow: kommentare die länger sind als die news :P

Ich selbst hab leider Schäfler bisher noch nicht gehört
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14.07.2008 00:18 Uhr von CasparG
 
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vielleicht produziert: conti dann mal wieder pneus mit ner ordentlichen laufleistung,
glaub ich nicht, deswegen muessen weiter andere fabrikate für mich walken.
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14.07.2008 00:23 Uhr von Zaltaal
 
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Schaeffler ist ein Konzern, dem einige metallverarbeitende Betriebe (namentlich FAG, INA und LUK) angehören.

Am bekanntesten vermutlich FAG Aerospace bzw. die Automibilbranche von FAG.
Wie bei Sachs, SKF und co. auch super WAHNSINNS Markt im Moment -> schaffen alle Überstunden etcpp.

Normalerweise wäre das ja jetzt ein guter Zeitpunkt Aktien zu kauen *chuckles*....
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14.07.2008 00:38 Uhr von Mario1985
 
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@no_trespassing: du hast dich ja mal richtig mit der Materie befasst...

und auch mal ein Lob an dich, denn das ist einer der besten kommentare die ich bisher gelesen habe... Vor allem komplizierte Informationen verständlich erklärt...

wobei ich sagen muss von schaeffler hab ich persönlich auch noch nie gehört. aber ist doch logisch, wenn die Aktien im Familienbesitz sind ist das Unternehmen eher handlungsfähig als wenn die Aktien im Streubesitz sind... denn dann kann man im familienkreis entscheiden was gemacht wird, wobei da noch der aufsichtsrat mitzuentscheiden hat...

aber wenn ein Familienmitglied den Vorsitz hat kann man davon ausgehen, dass dieser vernunft walten lässt und nicht so wie bei anderen Unternehmen nur geldgeile Vorsitzenden/Manager regieren und nur sehen wie die möglichst viel geld aus dem konzern ziehen können um dann den Laden gegen die Wand zu fahren, denn die haben ihr schäfchen im trockenen.

um jetzt nicht zuweit auszuholen, die moral des kommentars: Familiengeführte Unternehmen sind im Falle einer schwachen allgemeinen Wirtschaft besser gestellt als "neutral geführte Unternehmen", denn bei denen ist im allgemeinen Fall ne niedrigere Rendite gezahlt worden, damit sich das Unternehmen selbst refinanziert und nicht auf Fremdkapital anderer angwiesen sind und somit auch nicht vor Zinssatzerhöhungen fürchten müssen...

Von daher würde ich die Eigenkapitalquote als sehr wichtige Kennzahl neben der Eigenkapitalrendite und Umsatzrendite analysieren wenn ich von einem betrieb Aktien kaufen wollte...
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14.07.2008 08:56 Uhr von vostei
 
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Schaeffler Holding: Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Schaeffler KG eine AG einverleibt - der Prozess der FAG-Übernahme ist im Prinzip jetzt erst abgeschlossen - und diese wurde i.ü. auch nicht zerschlagen.

Schaeffler ist der zweitgrößte Wälzlagerhersteller und besteht im Prinzip aus eben der INA, LUK (das dürfte via Sportsponsoring etwas bekannter sein) und der FAG, der IDAM (INA Drives & Mechantronics), in der die L-A-T SUHL AG und die präTEC Präzisionstechnik GmbH zusammengefasst wurden und Beteiligungen an der HYDREL AG, der ELGES GmbH und REGE Motorenteile GmbH & Co.KG.

66.000 arbeiten weltweit für die Firma an 180 Standorten, bei einem Umsatz von knapp neun Mill. Euronen. Wieviel Arbeitsplätze davon in D sind, weiß ich nicht genau - in Herzo sind es so ca 8.000 als Stamm- und Entwicklungssitz.

Mit ContiTech wird schon länger zusammengearbeitet und die gehört wiederum zu Continental.

Was macht die INA? Im Prinzip alles was sich dreht oder wendet. Bekannt dürften Nadellager sein, die Hydrostössel in KFZ oder die verstellbaren Nockenwellenbaugruppen - Linearführungen für Werkzeugmaschinen oder die Tiefzugtechnik allgemein, die eine der Kerntechnologien der Firma ist.

Btw. die Lager im Londons Eye, dem Riesenrad sind aus Hirschaidt und Höchstadt und die in den Roboterarmen von Spirit und Opportunity und der Phoenix sind von BARDEN, was auch zur Holding gehört.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die INA nicht übernimmt, wobei es solche Bedenken auch damals, als die FAG geschluckt wurde, gab und vor allem, dass das Ganze eine KG bleibt.

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