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Streitthema Doppelpass: CDU will zurück zum Staatsangehörigkeitsrecht vor 1999

Unter Rot-Grün wurde zum 1. Januar 2000 das Staatsangehörigkeitsrecht reformiert. Seit diesem Datum ist auch Deutscher, wer hier geboren ist, selbst wenn die Eltern keinen deutschen Pass besitzen. Es gibt allerdings die Pflicht, sich zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr für ein Land zu entscheiden.

Das Thema Doppelpass sorgt jetzt zwischen SPD und CDU für Krach. Wolfgang Bosbach (Innenexperte der Union) meint: "Wir wollen zurück zum alten Staatsangehörigkeitsrecht von vor 1999, weil es eben keine doppelte Loyalitäten bei der Staatsangehörigkeit geben kann."

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz fordert dagegen, die Option ganz zu streichen und den Doppelpass dauerhaft zu erlauben. "Der Verzicht auf den türkischen Pass ist für viele Jugendliche der Verzicht auf einen Teil ihrer Identität", meint zudem Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde Berlin.


WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Streit, CDU, Staat
Quelle: www.sueddeutsche.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.07.2008 12:45 Uhr von no_trespassing
 
+0 | -0
 
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Der Doppelpass darf nicht dauerhaft erlaubt sein. Man kann sich nicht die positiven Aspekte zweier Staaten heraussuchen und bei Pflichten dann die angenehmere Variante wählen.

Das wäre schon eine Benachteiligung all jener, die von Geburt an automatisch nur eine Staatsangehörigkeit haben können.

Es gibt nun mal verschiedene Länder mit verschiedenen Kulturen. Und wer hier dauerhaft leben will, sollte auch die Staatsangehörigkeit eindeutig annehmen.
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11.07.2008 13:15 Uhr von weedalicious
 
+12 | -5
 
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in deutschland geboren: - als deutscher lebend ... der zusatz sich wie ein deutscher zu benehmen verliert sich dann jedoch oft ... zu oft =/
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11.07.2008 13:34 Uhr von Carry-
 
+12 | -6
 
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"Verzicht auf einen Teil ihrer Identität": aber wenn es darum geht abgeschoben zu werden, wird dieser "Teil ihrer Identität" gerne verleugnet!
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11.07.2008 14:22 Uhr von Shaft13
 
+9 | -3
 
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Stimmt deey: Als diese Diskussion 1999 aufkam hatten in meiner Klasse von 8 Ausländer 4 einen Deutschen Pass, zusätzlich zu ihrem Marokannischen,Türkischen.
Nur es fühlte sich absolut keiner als Deutscher.

Und ich bin der Meinung,wer sich nicht als Deutscher fühlt,sondern als zB Marokanner, der soll auch laut Pass Marokanner sein und kein Deutscher.
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11.07.2008 14:42 Uhr von Sorriso
 
+12 | -3
 
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An meine Vorredner: Da ihr alle zu 100 % Deutsche zu sein scheint, kann ich verstehen, dass ihr nicht nachvollziehen könnt, wie es ist, mit zwei Nationalitäten aufzuwachsen.

Ich bin glücklich darüber eine doppelte Staatsangehörigkeit zu haben! Wie auch hätte ich wählen sollen? Mit einer deutschen Mutter und einem italienischen Vater. (Der sich, nur kurz zur Info, vor 20 Jahren Einbürgern lassen wollte und dafür von ihm mehrere hunderte DM verlang wurden, woran es letztendlich scheiterte)
Zwar lebe ich in der BRD aber der Großteil meiner Familie lebt in Italien. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, aber ich möchte dennoch nicht auf den Teil meiner Kultur verzichten, den ich nicht ständig um mich haben kann. Und jetzt kommt mir nicht mit den tollen Vorschlägen, doch einfach nach Italien zu gehen! Will ich nicht! Ich werde hier bleiben, weil ich hier zuhause bin, aber ich bin auch in Italien zuhause. Und wer nicht selbst in dieser Situation lebt, der kann leider meist nicht nachvollziehen wie hin- und hergerissen ich mich hier oft fühle!

Und vorallem bin ich hier und auch dort zuhause und werde unter keinen Umständen eine meiner Staatsangehörigkeiten abgeben!

So und wenn ihr jetzt wollt, dann zerreißt mich, aber ich wollt nur mal sagen wie ich mich fühl, wenn ich so unüberlegte Kommentare lese! Nicht jeder der nicht zu 100 % deutsch ist und in diesem Land lebt, ist ein Krimineller!
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11.07.2008 14:51 Uhr von hanshin
 
+7 | -1
 
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Wieso redet immer jeder nur Deutsch-Türken oder Deutsch-Marokkanern? Ich für meinen Teil bin Deutsch-Amerikaner und würde nur ungern auf eine meiner beiden Staatsbürgerschaften verzichten, gerade eben weil ein Teil meiner Identität verloren gehen würde.
Ich liebe beide Nationen und bin Stolz darauf Deutscher zu sein (und kein Nazi), genau so wie ich Stolz darauf bin Amerikaner zu sein.
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11.07.2008 14:58 Uhr von hanshin
 
+7 | -1
 
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@Sorriso: Danke!
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11.07.2008 15:03 Uhr von Sorriso
 
+5 | -1
 
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@hanshin: Schön zu lesen, dass es noch jemanden gibt, der so fühlt wie ich!
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11.07.2008 15:30 Uhr von Sven_
 
+7 | -6
 
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"deutsch-türkischen Beziehungen": natürlich rückt das in den Vordergrund, nicht weil es "Natur der Sache" ist, sondern weil es hier Feindbilder gibt, die "Ubahn-Schläger" und wie die anderen von BILD erschaffenen Monster alle heißen. Es ist nunmal so das allein schon beim Wort "Ausländer" sofort von den schlechten Beispielen geredet wird, das beweisen auch schon die ersten Posts.

Versteckt wird dieser Rassismus dann hinter so tollen Wörtern wie "Nationalismus" oder der Behauptung es wären "tabuisierte Themen" und man wolle nicht mehr "politisch Korrekt" sein, denn das sind ja nur die stinkenden Linken Punks und Hippies.

Und dann natürlich die Behauptung, man könne es sich "aussuchen", "die Staatsbürgerschaft die gerade passt". Was is tdas für dummes Geschwätz? Solange sie in Deutschland sind müssen sie nach deutschen Gesetzen handeln, der Doppelte Pass ist zum Großteil doch nur eine Symbolische Angelegenheit und ermöglicht zudem oft die erleichterte Ein-Reise in das 2. Heimatland. Das ist eben der BILD-Style, schwachsinniges und hetzerisches Geschwätz wird über die Fakten gestülpt und die so verdrängt.
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11.07.2008 16:05 Uhr von evilboy
 
+4 | -0
 
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Zu vereinfacht dargestellt! "Seit diesem Datum ist auch Deutscher, wer hier geboren ist, selbst wenn die Eltern keinen deutschen Pass besitzen."

Es liegt hier gerade keine ex-tunc-Wirkung (Rückwirkung des Gesetzes) vor, wie hier durch die Formulierung nahegelegt wird. Das wäre verfassungswidrig. Nur die nach dem 1. Januar 2000 Geborenen geniessen dieses Recht.

Außerdem müssen die Eltern weitere Kriterien erfüllen, etwa ein regelmäßiger Aufenthalt von mehr als 8 Jahren usw. Von einem amerikanischen "Wer hier geboren ist, ist Amerikaner"-Prinzip ist Deutschland nach wie vor weit entfernt.

"Und wer hier dauerhaft leben will, sollte auch die Staatsangehörigkeit eindeutig annehmen."
Volle Zustimmung. Leider ist das Thema "Integration" genauso wie "Gleichberechtigung der Frau" ein ausgelutschtes und sehr halbherzig-oberflächlich umgesetztes Thema: Integrationswilligen, arbeitsamen Ausländern werden durch die Ämter Steine in den Weg gelegt, während man andere Leute staatlich alimentiert (oft die "Falschen", etwa den "Kalifen von Köln", der jahrelang Sozialleistungen kassierte).

Auf der einen Seite bleiben Diskriminierungen aller Art erhalten, auf der anderen Seite verzichtet man (AGG und politische Korrektheit behüte!) auf Weihnachtsbäume in Amtsstuben.

Andere Regierungen werden´s nicht unbedingt besser machen können. Inländerfeindlichkeit und Ausländerfeindlichkeit schließen einander nicht aus.
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11.07.2008 18:08 Uhr von evilboy
 
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Sind "Italiener", "Griechen" oder "Spanier" denn schlechtere Deutsche, wenn sie einen deutschen Pass haben und dennoch die Nationalmannschaft ihres alten Herkunftslandes anfeuern?
Find ich jetzt nicht... den "Türken" kann man das dann doch auch zugestehen.

Schon lustig... an Ausländern stört man sich anscheinend nur, wenn es Türken oder Osteuropäer sind. Amerikaner sind ja sooo cool. o_O
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11.07.2008 19:19 Uhr von hanshin
 
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@evilboy: find es immer wieder interessant, das manche leute immer wieder mit anti-amerikanischen Kommentaren kommen müssen.
US Amerikaner sind nicht cool, sie werden von anderen cool gemacht (vgl. den Aufriss der in Berlin gemacht wurde als G.W.Bush zu besuch kam [Weißes Haus hinter dem Brandenburgertor etc.]).
Außerdem störe ich persönlich mich nicht über Ausländer aus Türkei oder Osteuropa, solange sie sich mir gegenüber korrekt verhalten und mir den respekt gegenüber bringen, den ich ihnen bringe. Verhält sich übrigens bei allen Menschen so, den für mich ist jeder gleich, egal was er ist.
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11.07.2008 20:53 Uhr von Borgir
 
+3 | -1
 
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entscheiden: für einen pass. fertig. man kann sich nicht immer das beste raussuchen...so weit kommt´s noch
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12.07.2008 14:21 Uhr von hanshin
 
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Auch wenn: ich es nicht mit dem selben Wortlaut wie jalenur gesagt hätte, muss ich im recht geben. Welche Vorteile soll es haben, wenn ich zwei Staatsbürgerschaften habe? Und was meint ihr mit "nur die Vorteile ausnutzen"? Ich möchte nur mal erwähnt haben, dass wenn mein einkommen eine bestimmte Grenze überschreitet, ich in Deutschland UND den USA Einkommenssteuer zahlen muss.(Weiß nicht wie es sich in anderen Ländern verhält, wäre nett wenn mit jemand entprechendes Feedback geben könnte) Also nix mit Vorteil, weil ich dann von beiden Seiten geschröpft werde.
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12.07.2008 16:23 Uhr von Mi-Ka
 
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Jawohl CDU, um den heiligen deutschen Pass zu bekommen, muss deutsches Blut einem durch die Adern fliessen.
Darum geht es bei diesem Vorhaben der CDU.
In Deutschland geboren worden zu sein von Eltern, die in Deutschland leben, reicht den Herrschaften nicht.
Das mit der doppelten Staatsbürgerschaft ist in diesem Fall nur sekundär.
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12.07.2008 16:37 Uhr von Gloi
 
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Auch wenn es mir schwer fällt: Aber hier stimme ich Wiefelspütz mal zu. Ich sehe kein Problem in einer Mehrstaatlichkeit. Das ist in vielen Ländern gängige Praxis.
Wenn ich in die Schweiz gehe und dort die Möglichkeit der Einbürgerung habe, muss ich meine Deutsche Staatsangehörigkeit auch nicht aufgeben. Ändert sich dadurch etwas im Verhältnis zu meiner neuen Wahlheimat? Ich denke nicht.
In Europa sollten wir mal wieder über eine "Unionsbürgerschaft" nachdenken, die nationale Staatsangehörigkeiten wahlweise ersetzt. Dafür würde ich die Deutsche Staatsbürgerschaft abgeben.
Ich bin Stolz ein Europäer zu sein :-)

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