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Urteil: Inhaber ungeschützter WLAN-Netzwerke haften nicht für Missbrauch

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat entschieden, dass WLAN-Nutzer nicht für den Missbrauch ihres Anschlusses durch Dritte haften müssen. Auch wenn ihr Netzwerk ungeschützt sei, würde eine solche Haftung zu weit gehen. Juristen streiten sich in dieser Haftungsfrage schon lange.

Das aktuelle Urteil wurde in einem Fall gefällt, in dem ein Dritter über das Funknetzwerk eines Anschlussinhabers die Tauschbörse eMule nutzte. Über die IP wurde der Inhaber des Anschlusses ausfindig gemacht, der aber angab, die Straftat nicht begangen zu haben.

Das Landesgericht hatte zuvor geurteilt, dass der Anschlussinhaber sein WLAN-Netz zu schützen hätte. Das Oberlandesgericht entschied nun für den Angeklagten und führte aus, dass der Anschlussinhaber erst tätig werden müsse, wenn er bemerkt, dass sein Netzwerk missbraucht werde.


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WebReporter: borgir
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Missbrauch, Netzwerk, WLAN
Quelle: www.heise.de

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15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.07.2008 12:07 Uhr von borgir
 
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Ganz ehrlich. Wer sein WLAN nicht schützt ist selbst schuld. Filesharing ist ja noch ein Kavaliersdelikt gegen die Dinge, die man noch so anstellen kann. Man denke nur an den Missbrauch in Richtung Kinderpornographie und so weiter. Ich kann nicht verstehen, dass immer noch so viele Leute ihr WLAN nicht schützen. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es auch ein paar Netzwerke die ungeschützt brach liegen.
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09.07.2008 12:22 Uhr von Marco Werner
 
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Das Problem ist doch, daß diejenigen,die ihr WLAN nicht schützen, in der Regel doch gar nicht dazu fähig sind, einen Missbrauch zu entdecken. Die merken es erst,wenn es ihnen jemand mitteilt..oder sie ne Abmahnung kriegen. Und daß es den Abmahnern piepegal ist,ob jemand sein WLAN geschützt hatte, ist ja hinlänglich bekannt...im Notfall war´s der Beschuldigte halt doch selbst,so die Abmahner.
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09.07.2008 12:30 Uhr von Dr.G0nz0
 
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verstehe ich das richtig, dass ich jetzt einfach mein wlan pw entfernen muss und wieder downloaden kann? und wenn mir einer was will, sag ich, ich wars nicht ...

ich meine die können ja nicht wirklich feststellen, ob ich das nun geladen habe oder ob es jemand anders war.

oder seh ich da was falsch?
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09.07.2008 12:53 Uhr von Yolli
 
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@Dr.G0nz0: Die meisten Router werden heute mit einer WPA2 Verschlüsselung UND PW ausgeliefert. Wenn Du also das PW entfernst und dann hoffst Recht zu bekommen irrst Du.
Nur wenn Du einen alten Router verwendest oder dir einen neuen Router zulegst und kein PW anlegst könntest Du recht haben.
Zu bedenken bleibt aber, wenn Du Dir einen Router kaufst und anschließt dann unterstellt man Dir sehr schnell ausreichende Kenntnisse um Dein WLAN zu schützen. Ergo: SCHULDIG!
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09.07.2008 12:54 Uhr von AugenAuf
 
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Mal ist er haftbar, dann auch mal wieder nicht, dann eine Meldung hier, die allerdings wieder direkt gelöscht wurde, das man überlegt, das Internetprovider für die Daten über deren Leitungen haften sollen.

Man findet einfach keine klare Linie weil bei den die die Gesetze machen zuviel Unwissenheit über diese Technik mit deren Zusammenhänge herrscht.

Wobei ich schon sagen muss, wer sein WLAN nicht absichert, ist irgendwie schon schuld. Wenn man seine Haustür offen lässt und es wird geklaut, nimmt sich die Versicherung davon auch nicht viel an. Ganz im Gegenteil, es ist sogar noch eine verleitung zu einer Straftat. Es gibt Firmen genug die ihre Dienst anbieten zum WLAN konfigurieren. Die Zeitungen sind voll davon.
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09.07.2008 12:54 Uhr von usambara
 
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@Dr.G0nz0: das Urteil des !Ober!landesgerichtes ist mindestens richtungsweisend für andere Gerichte.
Eine schwere Schlappe für die Abmahner.
Freie Fahrt für freie Bürger
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09.07.2008 12:57 Uhr von Theex
 
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@Dr.G0nz0: Also ich würde das jetzt genau so verstehen wie du! Wenn man so vorgeht wäre man eigentlich durch diesen Präzedenzfall nicht belangbar.
Vor allem könnte man ja ganz normal gesichert surfen und bei einer Strafanzeige das WLAN entsicher und einfach behaupten es wäre schon die ganze Zeit ungesichert gewesen. Dann nur noch erwähnen das man schon längere Zeit gemerkt hätte das das I-Net etwas langsam wäre aber sich nichts dabei gedacht hat. Und schon ist man aus dem Schneider Oo
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09.07.2008 13:00 Uhr von s1n
 
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naja: @ Dr.G0nz0: so einfach ist das nun auch nicht, man kann ja nachvollziehen, welche mac adresse genutzt worden war und wenn diese dann mit deiner übereinstimmt, dann biste dran. zusätzlich könnten die mit einer genehmigung deinen computer mitnehmen und dann die daten aufspüren. ich glaube nicht, dass das so einfach geht. aber du könntest ja ein laptop nehmen und dann laden, das kannste ja schnell verstecken ^^

aber ich bin der meinung, dass all die leute, die ihr wlan nicht schützen für die taten haften! Und dies sollte auch auf den Verpackungen draufgeschrieben werden, damit es die leuten endlich mal verstehen! Und wer heutzutage noch WEP nutzt (eig. noch recht viele), ist zwar geschützt, aber muss auch wissen, dass diese verschlüsslung in wenigen minuten geknackt werden kann. Doch dort ist der besitzer des wlans nicht schuld, immerhin hat der dritte die verschlüsslung geknackt und sich damit strafbar gemacht!
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09.07.2008 13:20 Uhr von Sandkastengeneral
 
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hafte ich, wenn mein: auto mit schlüssel irgendwo steht und der dieb jemanden über den haufen fährt?
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09.07.2008 13:24 Uhr von gekide
 
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absolut richtig das Urteil! wäre ich ein Mörder, wenn jemand mein nicht abgeschlossenes Auto von meinem Grundstück klaut und jemand tot fährt? Oder mein Nachbar meine Stromleitung anzapft um seine Frau in der Badewanne zu killen?
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09.07.2008 13:42 Uhr von aAaL
 
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@s1n: Das mit der Macadresse ist nichtmal ein Indiz. Macadressen können per Grafikkartentreiber eingestellt werden, die frühere Hardwarezugehörigkeit gibt es schon lange nicht mehr. Also einfach mal kurz die eigene Macadresse in eine unbekannte ändern, und schon hast du einen unbekannten Nutzer auf deinem Router. Wobei ich mich ohnehin frage, ob auch nur irgendein Router das wirklich mitloggt...

Und leider ist nicht nur WEP knackbar. WPA dauert nur länger als ein paar Minuten, ausser der Besitzer hat ein langes Passwort und ändert dies auch regelmässig (aber wer tut das?). Jemand aus der Nachbarschaft, der seinen PC problemlos mal ne Woche hacken lassen kann, wird auch durch WPA nicht aufgehalten.

Ich bin gespannt, ob dieses Urteil durch eine höhere Instanz wieder aufgehoben werden kann. Ansonsten braucht die Musikindustrie für uns Deutsche ganz neue Sicherheitsstandards, sonst kann jeder W-Lan surfende Mensch sich auf die Schuld von Eindringlingen berufen, aufgrund von fehlendem oder unzureichendem Sicherheitsschutz...
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09.07.2008 14:13 Uhr von Yolli
 
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@Sandkastengeneral: im Grunde ja! Lies mal Deine Versicherungsbedingungen.
Wenn jemand seinen Pkw MIT Schlüssel oder NUR offen stehen läßt begünstigt eine Straftat und haftet mindestens für die Schäden am Fahrzeug.
In wie weit noch andere Ansprüche geltend gemacht werden könnten kann ich im einzelnen auch nicht sagen, bin auch kein Jurist.
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09.07.2008 14:49 Uhr von Kandis2
 
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Ich verstehe die Justiz nicht mehr: Gut finde ich diese Entscheidung, denn das unerlaubte Einwählen in ein fremdes Netz ist verboten.

Warum sollte man dazu verpflichtet werden, eine Verschlüsselung einzuschalten!?

Gegenfrage an die Versicherungen: warum muss ich aber mein Auto abschließen!?

Leider gibt es keine einheitliche Rechtsprechung und jeder Fall wird anders behandelt...

Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll ... leider muss man vom Schlechten bei den Menschen ausgehen und sich rund herum absichern.

Traurige Welt, in der wir leben
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09.07.2008 14:54 Uhr von Cyberbob81960
 
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WLAN: Bei alten WLAN-Geräten musste man schon zum Teil einen PC-Kurs absolviieren, um zu verstehen, wie das funktioniert. Ich hatte mal ein uraltes Teil von D-Link mit WEP, da musste man am Laptop laufend den Schlüssel manuell eintippen, da der Laptop sich das PW nie "merken" wollte. Also hat man es einfach irgendwann mal frustriert sein gelassen. Es gibt auch ältere Leute, die einfach nur mal ins Internet gehen wollen, ohne sich über Firewall, WLAN usw. den Kopf zu zerbrechen. Manche bestellen das Zeug komplett , packen aus und legen einfach nur los. Heutzutage werden einige Router vorbildlicherweise mit WPA2 - Verschlüsselung fertig und startklar ausgeliefert.Aber eben nur "einige". Ich zähle mich inzw. zu den Glücklichen, die einen W-LAN-Router mit WPA2 haben und alles automatisch sich einrichten läßt. Devolo sei Dank. Muss nicht immer Fritz-Box sein. Zusätzlich noch die MAC-Adresse des berechtigten Laptops für den Zugriff eingetragen, und man ist schon auf der sicheren Seite.
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09.07.2008 15:26 Uhr von Kandis2
 
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@Cyberbob81960: Du sagst es ...

Ich verschlüssele auch nach WPA2.
Einen Krampf bekommt man, wenn man ein älteres Laptop verbinden will, das diesen Standard nicht beherrscht.

Also Fritz-Stick ran, gab aber immer wieder wegen der Stromversorgung Probleme, das Wiederaufwachen aus dem Hybernate-Modus lief nicht sauber.

Nase voll gehabt, im Netz nach einer anständigen internen WLAN-Karte gesucht und für 15 Euronen incl. Versand fündig geworden. Seitdem WPA2 und super Verbindungen, Hybernate funktioniert auch tadellos.

Aber wer kann das? Nicht viele ...

Jedenfalls werd ich einen Teufel tun, wegen eines nicht-WPA2-fähigen Geräts die Verschlüsselung zu ändern...
Da mag auch dieses Urteil nichts dran ändern. Wer weiß, wie das nächste Gericht entscheidet...

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