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Bayern: An Tuberkulose erkrankte Patienten auf der Flucht - In Berlin von Polizei gefasst (Update)

Vor knapp einer Woche sind zwei an Tuberkulose erkrankte Patienten mit zwei Mitpatienten aus einer oberpfälzischen Spezialklinik in Parsberg geflohen (SN berichtete). Mit acht Streifenwagen, Hunden und einem Hubschrauber sind die TBC-Kranken gesucht worden.

Nun hat eine Polizeistreife in Berlin die 28 und 30 Jahre alten Männer bei einer Routinekontrolle auf der Straße festgenommen. Der 30-Jährige wurde nach der Festnahme zurück nach Parsberg gebracht. Der 28-Jährige wurde in einem Berliner Krankenhaus untergebracht und steht momentan unter Bewachung.

Zwei der vier Flüchtigen konnten bereits in der Nacht des Ausbruchs beziehungsweise am Freitag gefasst werden. Die oberpfälzische Klinik ist für TBC-Patienten errichtet worden, die sich nicht behandeln lassen wollen und per richterlichem Urteil eingeliefert werden.


WebReporter: skulled
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Polizei, Berlin, Bayern, Bayer, Update, Flucht, Patient, Fluch
Quelle: www.mittelbayerische.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.07.2008 10:21 Uhr von vostei
 
+26 | -1
 
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man sollte evtl. noch erwähnen, dass die herrschaften lt. klinik kurz vor der entlassung standen und nicht mehr "ansteckend" waren...
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06.07.2008 10:31 Uhr von lie
 
+12 | -0
 
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vostei danke für die info...dann is es was anderes. aber wenn die jungs sich bewusst gewesen wären, dass sie immer noch ansteckend sind und dann fröhlich durch dicht besiedelte bezirke laufen...find dennoch gut, dass so schnell, so viele kräfte mobilisiert werden können.
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06.07.2008 10:57 Uhr von centavo
 
+14 | -1
 
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Da Fragt man sich aber doch: Warum die stiften gegangen sind ?? Wenn sie kurz vor der Entlassung gestanden haben ?
Mir ehrlich unverstämdlich :-)
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06.07.2008 11:12 Uhr von kleiner erdbär
 
+8 | -5
 
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viel interessanter find ich die frage warum so ein riesen-aufwand bei der suche nach ihnen betrieben wird, wenn sie ja angeblich nicht mehr ansteckend sind?

wenn es bei der behandlung "nur" noch um ihre eigene gesundheit geht, denn kann man sie doch nicht zwingen, da zu bleiben?!
immerhin sind es erwachsene männer, da muss man es ihnen doch selber überlassen, ob sie sich weiter behandeln lassen wollen oder nicht...
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06.07.2008 11:57 Uhr von Rosie24
 
+6 | -0
 
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Aber wieso will man sich mit einer so schweren Erkrankung nicht freiwillig behandeln lassen, DAS ist für mich die größere Frage! Weil man stationär aufgenommen werden muß? Besser als todkrank sein und evtl andere anzustecken isses auf jeden Fall, sich behandeln zu lassen!
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06.07.2008 12:35 Uhr von FredII
 
+9 | -9
 
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Es wurde deshalb ein immenser Wind gemacht, weil Tuberkulose immer noch unter das Seuchenschutzgesetz fällt. Ein Relikt alter Tage.
Ein gewisses Stigma hängt dieser Krankheit an. Es sitzt halt tief, wenn bedacht wird, dass Anfang des 20. Jahrhundert die Krankheit selbst in Deutschland noch epidemisch und tödlich verlaufen konnte. Ein gewisses Stigma hängt dieser Krankheit an. In Deutschland treten jede Jahr etwa 8.000 Fälle auf. Wer rechtzeitig behandelt wird, hat eine 100 prozentige Heilungschance. 99 Prozent aller Todesfälle werden in den Entwicklungsländern verzeichnet, dort wo hygienische Bedingungen schlecht stehen und die medizinische Versorgung unzureichend ist.

Im genannten Fall wurde mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
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06.07.2008 12:51 Uhr von trichter26
 
+2 | -10
 
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[edit, foo.fraggle]: [edit, foo.fraggle]
Für mich sind solche Menschen Mörder, denn sie wissen, dass sie bereits mit einem Husten zig Menschen umbringen können.

Abartig diese Gesellschaft.
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06.07.2008 15:12 Uhr von psychokind123
 
+4 | -10
 
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@Fredll: Hätten sie dein Kind in der Fußgängerzone angespuckt würdest du sicher nicht sowas von dir geben. Wer mit einer ansteckenden Krankheit aus dem Krankenhaus vor der Entlassung abhaut sollte einfach entsorgt werden. Schon eine Zumutung für die Hunde der Polizisten, ich so nahe an solche Spinner begeben zu müssen.
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06.07.2008 15:23 Uhr von DerBibliothekar
 
+4 | -2
 
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Man muss das mal anders sehen: Eine vollständige TB-Therapie kostet knapp 15000 Euro, stellt sich also die Frage, ob eventuelle Ansteckungen im Endeffekt teurer gewesen wären als der Polizeigroßeinsatz.
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06.07.2008 16:41 Uhr von OskarL
 
+1 | -3
 
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Berlin Naja, wenigstens sind sie nach Berlin, dachten bestimmt, dass sie in Kreuzberg oder Neukölln "toleriert" werden...
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06.07.2008 18:54 Uhr von Begosch.xy
 
+2 | -1
 
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und ich frage mich waru die männer nicht sofort entlassen worden sind wenn die nicht mehr ansteckend waren.
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06.07.2008 20:02 Uhr von uhlenkoeper
 
+6 | -0
 
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Hintergrundinfo TBC: Mit TBC ist absolut nicht zu spaßen, weshalb sie auch eine meldepflichtige Erkrankung ist. Sie ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Und in Zeiten steigender Antibiotikaresistenzen von Tuberkelerregern immer schwerer zu behandeln. Daher ist es ohnehin schon ein Unding, wenn sich ein Patient nicht freiwillig behandeln läßt und als wandelnde "Biowaffe" umherzieht. Jedes Jahr gibt es ca. 70 Personen, die zwangsweise therapiert werden.

Zur Therapie stehen verschiedene speziell gegen die Erreger wirksame Antibiotika zur Verfügung, die unter dem Begriff Antituberkulotika zusammengefasst werden. Diese müssen zur Vermeidung von Resistenzentwicklungen und Rückfällen unbedingt in Kombination und nach Vorgabe der WHO über mindestens ein halbes Jahr, also weit über das Bestehen der Beschwerden hinaus eingenommen werden ! Die geflohenen Patienten waren seit Februar btw. März in der Klinik. Die von der WHO vorgesehene Mindestbehandlungzeit also noch nicht abgelaufen.

Zudem hatte die Klinik angegeben, dass die Patienten (von denen drei nach Angaben der BERLINER MORGENPOST auch drogensüchtig sind) zwar DERZEIT nicht infektiös sind, die Krankheit aber in den folgenden Monaten immer noch wieder ausbrechen könne (http://www.die-topnews.de/... ).
Da sich die Erreger nur sehr langsam teilen und außerdem in den tuberkulösen Granulomen lange Zeit ruhen können, ist die Gefahr der Resistenzentwicklung besonders hoch. Bei gesicherter Tuberkulose oder auch nur hochgradigem Tuberkuloseverdacht müssen daher alle Patienten mit einer Kombinationstherapie laut Seuchengesetz aus mehreren speziell gegen Mycobacterium tuberculosis wirksamen Antibiotika, auch Antituberkulotika genannten Medikamenten behandelt werden. Außerdem muss die Behandlungsdauer ebenfalls wegen der langsamen Teilungsgeschwindigkeit unbedingt ausreichend lang sein, um Rückfälle zu vermeiden.

Tuberkulose hat die unangenehme Eigenschaft, in ein sogenanntes Dormanz-Stadium zu fallen. Das heißt, dass sich Tuberkel-Erreger unter bestimmten Bedingungen abkapseln können und in ein "Schlafstadium" übergehen. Die Patienten sind in diesem Stadium nicht nachweisbar infektiös und scheinbar befundfrei. Das Problem ist jedoch, dass diese verkapselten Erreger jederzeit wieder in einen aktiven, postprimären Zustand übergehen können und die aktive TBC dann wieder ausbricht. Bei immerhin 10% aller TBC-Patienten ist das der Fall !

Da die jungen Männer sich bis dato schon uneinsichtig gezeigt haben hinsichtlich ihrer notwendigen Behandlung erscheint es mir ziemlich sicher, dass sie sich auch bei einer Postinfektion nicht hätten behandeln lassen.

Wer will so ein Risiko tragen ?

Hinzu kommt folgender Punkt :
>>Die Therapie ist noch nicht abgeschlossen. Sollten die Patienten nicht innerhalb der nächsten Wochen gefunden werden, müsste die Therapie von vorne beginnen. Kostenfaktor: 150.000 Euro.<< (http://www.tvaktuell.com/... )
Und wer zahlt diese Kosten ? :
>>Die Kosten der Behandlung trägt die gesetzliche Krankenversicherung oder sonstige Sozialleistungsträger. Zusätzlich zum Pflegesatz wird zu Lasten der anordnenden Behörde ein tagesgleicher Absonderungszuschlag erhoben, der die spezifischen Kosten für die Quarantäne deckt.
Nach § 30 Abs.7 Satz 2 IfSG ist dieser Zuschlag vom zuständigen Landesministerium zu erstatten.<< (Quelle: die HP der Klinik in Parsberg, aus der die Patienten flohen)


Noch einmal:
für mich völlig unverständlich, wer sich bei Infektion nicht behandeln läßt. Von den jährlich etwa 9 Mio. Infizierten sterben allein geschätzte 1,6 Mio. häufig allein aufgrund unzureichender oder gar fehlender Behandlungsmöglichkeiten, da die Therapie teure Antibiotika erfordert und langwierig ist. Wer dann quasi das goldene Ei gefunden hat und sich behandeln lassen kann, den verstehe ich noch sehr viel weniger, dass er sich weigert.
Zumal die Verdienst-Ausfälle der betroffenen Personen in den ersten 6 Wochen komplett, danach in Höhe des Krankengeldes nach § 47 Abs. 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch gewährt wird (§56 IfSG).
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06.07.2008 23:24 Uhr von cheetah181
 
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MiaWuaschd und uhlenkoeper: @MiaWuaschd: Die Behandlung von Rauchern und Alkoholleichen kostet uns jährlich wohl um einiges mehr. Da du dich darüber offensichtlich nicht aufregst, muss ich wohl annehmen, dass deine Selbsteinschätzung (primitiver Rassist) richtig ist. Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung!

@uhlenkoeper: Für den Großteil der Bevölkerung ist TB aufgrund unseres Wohlstands nicht sehr gefährlich. Du hast natürlich recht, dass man es sehr schwer wieder los wird, aber die meisten Todesfälle durch TB treten im Zusammenhang mit Unterernährung auf.
Meldepflicht und Zwangsbehandlung halte ich aber auch für richtig, schon alleine wegen der Kosten bei einer Ausbreitung...

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