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Prominenz ist kein Schutz - Marietta Slomka in China von Dreharbeiten abgehalten

Wenn es um mediale Berichterstattung geht, verstehen die Chinesen offenbar keinen Spaß. Das musste nun auch Marietta Slomka vom "heute journal" am eigenen Leib erfahren. Die geplanten Dreharbeiten, die sie mit ihrem Team realisieren wollte, wurden von der chinesischen Polizei unterbunden.

Slomka hatte sich zwei Wochen in China aufgehalten, das Ergebnis wird nächste Woche im ZDF zu sehen sein. Allerdings gekürzt, denn "sobald wir an der Oberfläche kratzten und politisch wurden" war es aus mit der Gastfreundlichkeit, so die Moderatorin. Die Situation in China sei insgesamt kritisch.

Kritiker würden in Zusammenhang mit Politik oder Olympia ihr Leben riskieren, sollten sie etwas sagen. Daher seien derzeit "alle wahnsinnig vorsichtig", sagt Slomka. Vor der Kamera zu äußern, man würde als Chinese die Olympische Spiele "nicht gut" finden, sei ein lebensgefährliches Unterfangen.


WebReporter: tomeck
Rubrik:   Politik
Schlagworte: China, Schutz, Prominent, Dreharbeit
Quelle: www.spiegel.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.07.2008 17:07 Uhr von Sven_
 
+4 | -4
 
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jop: Logische Konsequenz, finde ich niemanden der endlich sagt das Olympia scheiße ist, dann gehen wir einfach mal davon aus, dass sie um ihr leben fürchten.

("Haben sie die Leichen gesehen" "Nein wir wissen es nicht, wir berichten es nur")

Ist ja auch unvorstellbar, dass sich die Chinesen so auf Olypia freuen wie wir uns auf die Fußball-WM 2006

(Und um zu sehen das nicht gefilmt werden darf muss man Europa nicht mal verlassen, man muss nur mal in London die Kamera auspacken ;) )
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05.07.2008 17:12 Uhr von tomeck
 
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@ sven: man kann ja zur china-kritik stehen, wie man will, da gibt es sicher abstufungen, die nachvollziehbar sind.

aber wenn eine seriöse journalistin wie marietta slomka von ihren erfahrungen berichtet, ist das sicher nicht aus dem himmel gegriffen.

und dass im politischen system chinas regime-kritiker es gerade jetzt besonders schwer haben, willst du doch nicht allen ernstes anzweifel, oder?
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05.07.2008 17:31 Uhr von uhrknall
 
+3 | -1
 
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Es gibt Stellen in China, wo fotografieren unerwünscht ist. Und da fotografiere ich nicht. Da darf nicht mal unser prominenter Herr Schäuble heimlich mit der Kamera gucken...

Vielleicht bekommen wir einen Bericht von Todesstrafen von Leuten, die sich gegen die Olympischen Spiele geäussert haben. Vielleicht tragen die Bullen dann auch die Uniform ihrer Kollegen aus Nepal. :)
Soll heissen: ich glaube nichts mehr.

Die Dreharbeiten, die von der chinesischen Polizei verhindert wurden, sollten lt. Quelle von enteigneten Grundstücken auf dem Lande handeln. Naja nix schönes. Gibts in Europa auch. Hat aber auch nichts mit Sport zu tun.

Besser wäre es vielleicht sogar, mit ´ner Kamera zu den Freunden in den Irak zu fahren. Dort finden sich ganz bestimmt auch Grundstücke, die enteignet oder zerstört wurden, oder die Bewohner mysteriöserweise verstorben sind. Und da sind Journalisten ganz bestimmt sicherer als in China oder Russland!

So, jetzt war ich auch einmal etwas kritisch :-)
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05.07.2008 17:32 Uhr von Sven_
 
+2 | -4
 
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@tomeck: es ist mir ziemlich egal wie es den Regime-Kritikern in China geht, da mich das beim besten willen nichts angeht. Soviel ich weiß lebe ich hier in Deutschland, was mich was angeht sind Rollstuhlhitler und ähnliche Gestalten die meine Freiheit gefährden. Was China, Russland oder Burma machen gehört jedenfalls nicht zu den Dingen die mich aufregen müssen/können/sollen

Und was irgendwelche Reporter berichten, die sich nach 2 Wochen in einem Land anmaßen Experten zu sein darüber was die Leute denken und wie es ihnen geht, eignet sich auch nicht dazu um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Klar gibt es in China Menschenrechtsverletzungen, keine Frage, aber das ist eine unabhängige Nation die machen darf was sie will, solange sie dabei andere nicht beeinträchtigt. Ich weiß jedenfalls nichts davon dass der Chinesische Geheimdienst seine illegalenen Gefangenen über Deutschland zur nächsten Folter-Station fliegt.

(Und natürlich berichtet man lieber über das pöse China anstatt die Tätigkeiten der CIA hier in Deutschland mal unter die Lupe zu nehmen, "Meinungsfreiheit: Natürlich! Aber nur die richtige".)

Dieses erzwungene Aufregen über Dinge die uns nichts angehen und die bei uns auch nicht besser sind geht mir ziemlich auf den Senkel wenn ich das mal so sagen darf.
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05.07.2008 19:23 Uhr von tomeck
 
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@ sven: was bitte sind "rollstuhlhitler"?
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05.07.2008 19:42 Uhr von certicek
 
+2 | -0
 
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Ich bin gegen Zensur! Egal von wo es kommt. China ist ein nur Beispiel wo Zensur ausgeübt wird. Wir finden die Zensur aber auch ohne weiteres in unseren westlichen demokratischen Ländern. Auch hier hat man Angst, daß Menschen zuviel wissen könnten. Worte sind gefährlich. Man wird einfach daran gehindert sich seine Meinung zu bilden. Entgegen meiner Vorredner muß ich nirgendwo hinfahren, um dies zu erleben. Damit jeder von Euch Zensur am eigenen Leibe erfahren kann folgendes Beispiel welches jeder in Sekunden ausprobieren kann.

Ich habe gestern aus wohlweislichem Interesse bei Google.de folgende Suchbegriffe eingegeben: unabhängigkeitskrieg banken

Nach den Suchergebnissen auf der ersten Seite kommt dann folgender Text:
Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org.

Auf den Link kann man natürlich klicken und kommt dann auf:
http://www.chillingeffects.org/...
Den Text sollte man sich genau durchlesen und danach kann man sicherlich sehr gut über Zensur in China und anderswo weiter diskutieren. Übrigens kann man auch nach anderen Dingen suchen und bekommt oft den oben erwähnten Hinweis.

Wie gesagt, ich bin gegen Zensur jeder Art und für absolute Meinungsfreiheit. Nur sollte man (dafür scheinen unsere Massenmedien anfällig zu sein) nicht immer mit dem Finger in nur eine Richtung zeigen.
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06.07.2008 00:48 Uhr von Borgir
 
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marietta: slomka kennt in china wohl kein mensch...also nix mit prominenz
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06.07.2008 15:45 Uhr von tomeck
 
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@ uhrknall und sven: es ist "tröstlich", dass es auch in anderen ländern zensur gibt.

und es ist "beruhigend", dass uns das nichts angeht.

ich denke, es wird das beste sein, über kein land mehr zu berichten, das zensur ausübt, weil man dann ja die anderen länder, die zensur ausüben, in der berichterstattung benachteiligt.

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