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Nach dem Tod einer 13-Jährigen: Gesetz gegen "Cybermobbing"

Der US-Bundesstaat Missouri hat schon einige Gesetze auf den Weg gebracht, die weltweit als Vorbilder genommen wurden, so z.B. Gesetze gegen Internetbetrug oder Spam. Jetzt geht Missouri den nächsten Schritt und verurteilt den Tatbestand "Cybermobbing", der ernster ist als der Begriff klingen mag.

Vor rund zwei Jahren hatte die damals 13-jährige Megan M. Selbstmord begangen, nachdem ihr online ein Freund "angedichtet" wurde, den es nicht gab. Sie verknallte sich in ihn - doch der erfundene Freund änderte sich und sprach wüste Beschimpfungen aus.

Megan M. hielt dem Druck nicht stand und beging Selbstmord. Urheberin ist nicht etwa ein pubertierendes Mädchen, das sauer auf Megan war, sondern die 49-jährige Lori D. Tina M., Mutter des Opfers, begrüßte, dass "Cybermobbing" gesetzlich geregelt werde, es gehe ihr aber nicht weit genug.


WebReporter: tomeck
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Tod, Gesetz, Cyber
Quelle: www.spiegel.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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01.07.2008 13:12 Uhr von TrangleC
 
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sinnlos: Wie will man sowas nachweisen und ahnden? Soweit ich weiß sind doch in den USA nichtmal Tonbandaufnahmen als Beweismittel vor Gericht zulässig und da soll man dann mit Chat-Logs und Screenshots ankommen?

Das ist doch nur mal wieder ein Versuch eines oder mehrerer Politiker bei den leichtgläubigen und empörten Wählern zu punkten indem ein tragischer Fall ausgenutzt wird um substanzlosen Aktionismus und ziellose Härte vorzuspielen.
Nach dem Motto: "Seht, wir tun was dagegen."
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01.07.2008 13:43 Uhr von s8R
 
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Klasse. Und wenn nächstens einer an Brot erstickt, wird whrsl Getreide verboten :X
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01.07.2008 14:21 Uhr von Y4ron
 
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die ersten 2 kommentare könnt ihr euch sparen. es geht hier mit sicherheit nicht um "du bist doof" oder so sondern aggresives mobbing wie in der realität auch. und zur beweissicherung. ich kann jede mail nachvollziehen von zu hause aus am heimpc musst halt nur wissen wie man gelöschte nachrichten wieder herstellen kann udn da gibbet genug freeware um nich zu sagen das der lieber "vater staat" da nicht was auf lager hat.
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01.07.2008 14:33 Uhr von TrangleC
 
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@ Y4ron: Ja, wenn Leute offenbar nicht mitbekommen wovon ich überhaupt rede, dann könnte ich mir Kommentare wohl wirklich sparen.

Hier geht´s nicht um die technische Möglichkeit Daten zu sammeln, sondern darum ob und wie diese Daten vor Gericht verwendet werden können.
Mit nem Tonband kann ich auch Aufnahmen machen, stell dir vor, und trotzdem bringt mir das vor einem amerikanischen Gericht garnichts, nichtmal wenn es sich um ein vollständiges Geständnis handelt.
An der Regel haben Generationen von Richtern und Politikern seit der Erfindung des Magnetbandes nichts geändert.

Da wird ja wohl die Frage legitim sein warum das bei aufgezeichneten Chatroombeiträgen anders sein soll. Zumal ja immer wieder mal Gerichte weltweit in Piraterieprozessen zu dem Schluss kommen dass ermittelte IP Adressen nicht als Beweis ausreichen.
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01.07.2008 15:28 Uhr von tomeck
 
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@ trangleC: wenn du die quell liest, wirst du feststellen, dass man bisher nicht gegen "cybermobbing" vorgehen konnte, weil es kein gesetz GAB, das das erlaubt hätte.

auch "stalking" gab es offiziell eine weile lang nicht, bis sich die fälle häuften und so zu neuen gesetzen führten.

wenn die gesetze vernünftig gemacht sind, wird man sie auch umsetzen können.

schlimmer ist es doch, wenn man sich als betroffener nicht wehren kann, weil die gesetzgebung sagt: tut uns leid, ihr problem ist nicht existent.
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01.07.2008 17:20 Uhr von TrangleC
 
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es macht einfach keinen Sinn: Dass etwas strafbar wird heisst eben noch nicht dass dieses gesetz auch in der Praxis umsetzbar wird.

Beispiele für immernoch gültige aber nicht angewandte Gesetze in den USA kennt ja jeder aus entsprechenden Aufzählungen. ("Das reiten auf Giraffen ist am Mittwoch verboten." oder "Wenn eine Frau am Steuer eines Automobiles sitzt, muss ihr Ehegatte oder nächste männliche Verwandte eine rote Fahne schwenkend vor dem Auto herlaufen." und solches Zeug.)
Klar, das ist was ganz anderes, aber es beweist dass nur weil es ein Gesetzt gibt, das für die Justiz erstmal noch garnichts bedeuten muss.

Die Frage ist doch auch was gilt als Cybermobbing und was nicht?
Was ist wenn zum Beispiel einer hier auf SN durchdreht und sich umbringt weil er zu viele Minuspunkte für einen Kommentar bekommen hat?
Sind dann alle die ihm ein Minus gegeben haben nach amerikanischem Recht Cybermobber die wegen versuchtem Mord bestraft gehören?

Wo fängt das an und wo hört es auf? Man kann doch nicht voraussehen wie eine labile Person auf das reagiert was man ihr sagt, zumal man bei Internetbekanntschaften keine Ahnung hat mit wem man es eigentlich zu tun hat. Worüber der eine lacht, das empfindet der andere als schrecklich. Wie soll ein Gesetz sowas in einen klaren, juristischen Rahmen zwängen?

Normales Mobbing von Angesicht zu Angesicht ist leichter zu definieren und zu bestrafen weil das Opfer dem am Arbeitsplatz weitgehend schutzlos ausgesetzt ist. Aber es zwingt einen doch niemand sich jeden Tag auf einer dieser Netzwerkseiten einzuloggen und sich dort von irgendjemandem mobben zu lassen.

Ich sage so ein Gesetz lässt sich in der Praxis einfach nicht umsetzen und deshalb ist es nur Augenwischerei um die wütenden Wähler zu besänftigen.

Eigentlich geht es im konkreten Fall doch auch garnicht um normales Mobbing als solches. Wenn einfach nur irgendein Fremder das Mächen online dumm angemacht hätte, wäre das nie so schlimm ausgegangen. Das Problem hier war doch dass sie sich in jemanden verliebt hat der(die) ihr was falsches Vorgespiegelt hat. Wie will man sowas ahnden? Kann man es illegal machen dass sich alte Frauen als junge Männer ausgeben oder umgekehrt? Kann man es strafbar machen dass sich ein Teenager nach ein paar Onlinechats in einen verliebt?

Klar, es geht wohl um die Absicht jemanden den man kennt geziehlt online anzugreifen. Aber solange es sich nicht um fiese Hexen die unschuldige 13-jährige Teenager attackieren handelt, dürfte in den meisten Fällen sehr schwer herauszufinden sein wer wen zuerst attackiert und gemobbt hat. Da muss man nur einen Forenmod fragen und sich dann vorstellen Richter müssten sich mit Internetzankereien beschäftigen.
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01.07.2008 18:50 Uhr von tomeck
 
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@ trangleC: ich verstehe, was du meinst. es ist natürlich immer schwierig, den tatbestand nachzuweisen, schließlich geht es auch um subjektive empfindungen, sprich: gefühle.

trotzdem: ich frage mich, warum mobbing leichter nachzuweisen sein soll. weil es von angesicht zu angesicht funktioniert? ich kann doch jemanden psychisch fertig machen, ohne dass es zeugen gibt. hinterher leugne ich alles, und so steht aussage gegen aussage.
da ist es sogar einfach, die spuren im netz zurück zu verfolgen und zu bewerten. so gesehen ist cybermobbing einfacher zu beweisen als das "normale" mobbing.

und zum schluss, nur für das protokoll: das mädchen hat sich nicht in den falschen verliebt. diesen jungen mann hat es nie gegeben, die angeklagte hat ihn erfunden.

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