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Künftig möglich: Rechtsanwalt nur noch bei Erfolg bezahlen

Ab 1. Juli gilt in Deutschland das neue Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Künftig können Rechtsanwälte bei verlorenen Prozessen leer ausgehen. Bislang kassierten die Rechtsbeistände stets, entweder bei ihren Mandanten oder beim Gegner. Zumindest finanzschwache Mandanten sollen künftig ein Erfolgshonorar aushandeln können.

Grundsatz der Neuerung ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, nach der das Standes- und Gebührenrecht die Inanspruchnahme von Rechtsberatung nicht erschweren darf. Der deutsche Anwaltsverein geht davon aus, dass sich das auszuhandelnde Erfolgshonorar bei zehn bis 20 Prozent des Klageerfolges einpendeln wird.

Das neue RVG sieht zudem vor, dass künftig auch andere Berufsgruppen, z.B. Kfz-Meister, Architekten und Unternehmensberater, Rechtsberatung auf ihrem jeweiligen Fachgebiet anbieten dürfen. Voraussetzung: Die Beratung erfolgt als Nebenleistung. Gerichtlich vertreten können sie ihre Mandanten jedoch nicht.


WebReporter: Nesselsitzer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Recht, Erfolg
Quelle: www.focus.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.06.2008 16:57 Uhr von Nesselsitzer
 
+0 | -0
 
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Leider passte nicht alles in die News: Die neue Regelung erspart den Mandanten bei verlorenem Prozess weder die Gerichtskosten, noch die Kosten für den gegnerischen Anwalt.
Am besten die Quelle noch mal lesen.
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30.06.2008 17:45 Uhr von Thingol
 
+8 | -2
 
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Also kann ich dann einen Anwalt nehmen, mir irgendeinen Weltkonzern nehmen, den die ganze Zeit mit irgendwelchen dummen Klagen überziehen, Milliardensummen verlangen, und solange ich nicht gewinne, kostet mich der Anwalt nichts? Goil. :-D
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30.06.2008 17:47 Uhr von Hinkelstein2000
 
+3 | -0
 
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aber nur der Anwalt kostet dann nix, die Kosten der Gegenseite und die Gerichtskosten hättest Du trotzdem zu tragen...
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30.06.2008 17:55 Uhr von Thingol
 
+1 | -0
 
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Datt war auch nur n Scherz: Bin zwar kein Jurist, aber das bisschen versteh ich schon. ;-))
Mööönsch, muss man hier jedes Mal "Ironie" drunter schreiben, damit es jeder versteht?
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30.06.2008 18:10 Uhr von no_trespassing
 
+5 | -1
 
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Hach ja, bei den Preisen Vielleicht ist Selbstjustiz doch ein probates Mittel. :-)
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30.06.2008 18:26 Uhr von Slippy01
 
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@Terrorstorm: Glaube die Konsequenzen hast du nicht ganz verstanden. Ein Anwalt DARF nun nur ein Erfolgshonorar nehmen, früher war es komplett verboten. Ich sehe da ein Vorteil für Finanzschwache, denn wer kein Geld hat, der konnte sich früher kein Anwalt leisten und hat eventuell erst gar nicht geklagt.
Falls es ein schwieriger Fall ist, kann der Anwalt auch auf die übliche Bezahlung bestehen und alles bleibt beim Alten.
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30.06.2008 18:35 Uhr von dragoneye
 
+8 | -0
 
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Das sollte man mal für Ärzte einführen!! Der Arzt wird nur bezahlt, wenn man auch wieder gesund geworden ist. Mal sehen, wie lange sich dann unnütze Therapieformen/Medikamente halten können.
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30.06.2008 19:05 Uhr von gsgrobi
 
+0 | -0
 
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Ausserdem wäre dein Anwalt: sicher sehr begeistert Jahrelang kostenlos für dich zu Prozessieren, bis du endlich mal einen treffer landest und gewinnst! grins
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30.06.2008 19:23 Uhr von PINAZ
 
+1 | -1
 
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Hier geht es nicht wie FOCUS berichtet: um das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) sondern um das ab 1. Juli 2008 in Kraft tretende Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG), welches das Rechtsberatungsgesetz (RBerG) aus der NAZI-Zeit ablöst. Das RBerG wurde ursprünglich eingeführt, um Juden die Möglichkeit der Rechtsberatung zu nehmen.

(Kommen aus der Branche
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30.06.2008 19:42 Uhr von Baerr
 
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Fragwürdig Es gibt in Deutschland immer mehr Anwälte und in Gegenden wie Bayern sieht man bereits wie hart der Kampf um Mandanten ist. Ein Anwalt kann seinem Mandanten bereits vor einem Prozess sagen, ob eine gute Aussicht auf erfolg besteht oder nicht. Viele Mandanten wollen auch dann klagen, wenn die Aussichten auf einen Erfolg schlecht sind.
Welcher Anwalt würde ihn in diesem Fall vertreten, wenn er er wüsste das seine harte Arbeit nicht belohnt wird?!
Menschen die weder eine Rechtsschutzversicherung noch genügend eigenes Geld haben um die Prozess- und Rechtsanwaltskosten zu bezahlen, können einen Antrag stellen von diesen befreit zu werden. In diesem Falle trägt die Kosten dann der Staat.

Ich frage mich, wie es sein kann, dass Kfz-Meister, Architekten und Unternehmensberater künftig Rechtsberatungen durchführen sollen. Sie können ihren Kunden eventuell Tipps etc. geben aber ihr Wissen kommt lange nicht an jenes ran, was ein Rechtsanwalt besitzt der viele Jahre studiert hat um Rechtsberatungen durchführen zu dürfen.

Ich würde mich in jedem Falle bei einem Rechtsanwalt beraten lassen und nicht bei einem Mann im Blaumann, der längst nicht die Kompetenz eines Rechtsanwaltes besitzt.
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30.06.2008 20:09 Uhr von datenfehler
 
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wird wie in den USA Rechtsverdreher, die alle möglichen Tricks anwenden, um zu gewinnen. Dadurch wird die Skrupellosigkeit sicherlich zunehmen.
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30.06.2008 21:44 Uhr von Carry-
 
+1 | -4
 
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@ datenfehler: von meinen anwalt verlange ich, dass er gewinnt - koste es was es wolle.
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30.06.2008 22:20 Uhr von Baerr
 
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@carry: was soll so ein kommentar? Ist der fall zu gewinnen verhilt dir der anwalt zum sieg.
koste es was es wolle?! ja toll.. aber eins ist ja kla: alle anwälte kosten gleich viel, nur gibt es einige die nicht alles berechnen..
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30.06.2008 23:14 Uhr von Ottokar VI
 
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FALSCH: Kein Anwalt wird vereinbaren, daß er nur im Falle eines Sieges Geld bekommt.
1. Im Falle eines Sieges muß der Gegner die Kosten übernehmen.
2. Im Falle einer Niederlage zahlt man sie selber.

Das bleibt wie bisher so.

Im Falle eines Sieges kann der Anwalt mit dem Mandanten vereinbaren, daß er mehr als die gesetzlichen Gebühren bekommt, im Falle der Niederlage muß der Mandant jedoch nur die gesetzlichen Gebühren zahlen.

Wer glaubt, in jedem Fall einen Anwalt umsonst zu bekommen, glaubt doch nicht ernsthaft, daß er einen guten Anwalt bekommt.

Einen Mercedes bekommt man auch nicht geschenkt, nur so aus Spaß.
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01.07.2008 07:10 Uhr von esseff
 
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@Baerr: "Menschen die weder eine Rechtsschutzversicherung noch genügend eigenes Geld haben um die Prozess- und Rechtsanwaltskosten zu bezahlen, können einen Antrag stellen von diesen befreit zu werden. In diesem Falle trägt die Kosten dann der Staat."

nicht in jedem fall! wenn du gegen deinen nachbar klagst. weil seine hecke über den zaun ragt, hast du diese möglichkeit nicht. also bei zivilrechtsprozessen gibt es vom staat keine prozesskostenhilfe.
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01.07.2008 16:18 Uhr von Baerr
 
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auch falsch: Einem Anwalt der höhere Kosten für einen Sieg veranschlagt (auch wenn die abgemacht wäre) würde ziemlich schnell seine Lizens verlieren

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