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Hamburg: Zweifelhaftes "Maritimes Museum" nun für Besucher geöffnet

Peter Tamm, ehemals Vorstandsvorsitzender des Springer-Verlagshauses, hat am vergangenen Mittwoch in der Hamburger Hafencity sein "Maritimes Museum" eröffnet. Möglich wurde dieses Unternehmen durch eine Finanzspritze der Stadt Hamburg in Höhe von 30 Mio. Euro sowie durch die Überlassung des Gebäudes.

Fragwürdig erscheint dabei der pädagogische Nutzen der Sammlung, zu der unter anderem Nazi-Devotionalien zählen. Die demokratische Grundeinstellung des Museumsgründers wurde schon in der Vergangenheit mehrfach in Frage gestellt.

Als durchweg unkritisch werden die gebotenen Informationen etwa zur Kolonialgeschichte bezeichnet, entwürdigend muten u. a. Schautafeln an, die die Geschichte afrikanischer Sklaven erläutern. Insgesamt zeugt das Museum eher von einer fetischartigen Sammelwut als von einem durchgängigen Konzept.


WebReporter: OscarWilde
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Hamburg, Museum, Besuch, Besucher, Zweifel
Quelle: www.sueddeutsche.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.06.2008 16:21 Uhr von OscarWilde
 
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Selten habe ich in der "Süddeutschen Zeitung" eine so harsche Verurteilung gelesen wie die, die über das "Maritime Museum" gefällt wird. Tatsächlich scheint Tamm die Distanz zum Gegenstand seiner Sammlung zu fehlen.
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27.06.2008 16:34 Uhr von RoyalHighness
 
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Maritim? Na gut. Ich hatte mit Schiffen und Equipment aus der Schifffahrt der vergangen Jahrhunderte gerechnet.

Aber mit Nazi-Kram und der Geschichte der afrikanischen Sklaven?

Naja, ok, er ist ehemaliger Springer-Verlag Mitarbeiter...das erklärt wohl alles - oder zumindest einiges.


MFG
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27.06.2008 16:49 Uhr von newsBee
 
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warum wird eigentlich immernoch: alles zerrissen, was sich mit der Nazi-Zeit beschäftigt?
Gab es im NS-Regime etwa keine Schifffahrt?

Was man von Peter Tamm halten mag oder nicht, er hat eine private Sammlung mit einem Wert von ca. 100 Millionen Euro gestiftet!
Genausogut hätte er den ganzen Kram auch verkaufen können.
Aber anstelle eines Dankeschöns wird das ganze einfach zerissen.
Und Peter Tamm ist sicherlich nicht für das platzieren oder beschriften einzelner Schautafeln verantwortlich.

"Und warum die Süddeutsche ein Museum runtermacht, welches vom ehem.AxelSpringer Vorstand gestiftet wurde und dann auchnoch in Hamburg ist, kann ich mir echt nicht erklären"/ironie off
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27.06.2008 18:10 Uhr von cookies
 
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Die Sache an sich Wie Newsbee m.M korrekt sagt, kann man Gegenstände einer unrühmlichen Zeit unserer Vergangenheit nicht einfach ignorieren. In anderen Marinemussen kann man bspw. auch diverse Flaggen oder Zeichen aus der Nazizeit sehen, eingebettet in eine Zeitreihe und im Zusammenhang. Auch die Sklaverei ist ein Fakt.
Diese Fakten und Zeichen muss man in einem sachlichen Zusammenhang zeigen. Das Vorhandensein an sich ist nicht verwerflich. Ob die Ausstellung wirklich schlecht ist, kann ich doch von hier aus nicht beurteilen, wir sind insofern auf die Berichte anderer angewiesen. Ob dese objektiv sind, weiß ich doch nicht!
Ich habe nur keine Lust, aus Gruppenzwang den Zeigefinger zu erheben.
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27.06.2008 20:48 Uhr von Alfaeins
 
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Tja Deutschland: Die Vergangenheit ist eben die Vergangenheit, daran läßt sich im nacherrein nichts mehr ändern. In Deutschland wird immer noch gerne zu viel in die Vergangenheit geschaut. Klar, darf man sie nicht vergessen.Nur wer zu viel in die Vergangenheit schaut, sieht nicht die Gegenwart oder die Zukunft.
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27.06.2008 22:05 Uhr von jsbach
 
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Als ehemaliger Bundesmarinesoladt: und Kultirfan, wäre ich da auch enttäuscht, wenn vielleicht der Schwerpunkt auf den WK II gelegt wurde oder die Kolonialzeit. Trotz der Entbehrung und erbitterten Schlachten sei es die Bismark oder die U-Bootflotille, die Marine steht nicht nur aus Kriegsschiffen sondern die Geschichten der alten 4-Mast-Lastensegeler, Kap Horn etc.

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