25.06.08 11:53 Uhr
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Solarstrom - Inadäquate Förderung

Die Solarbranche boomt dank hoher Subventionen. Zurzeit erhält jeder Hauseigentümer, der eine Solaranlage betreibt, auf 20 Jahre garantiert ca. 47 Cent pro Kw/h Strom. Deshalb finden sich auch 50 % der weltweit produzierten Solaranlagen auf Dächern in Deutschland wieder.

Mehr als 50 % aller verbauten Module stammen aus Asien. Hauptsächlich diese Länder profitieren von der hohen deutschen Solarförderung. Arbeitsplätze entstehen vorwiegend im Ausland, weil auch deutsche Firmen ihren Produktionsstandort verlagern. Billig produzieren, teuer verkaufen ist die Devise.

Diese Förderkosten trägt der Stromkunde, so dass die Verbraucherzentrale schon alarmschlägt. Die bis 2007 installierten Anlagen belasten in den nächsten Jahren schon mit 26,5 Milliarden Euro, im Jahr 2011 wird die Last auf 62 Milliarden steigen. Und das ohne wesentlichen Effekt auf die Umwelt.


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WebReporter: flipper242
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Solar, Förderung
Quelle: www.daserste.de

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.06.2008 11:49 Uhr von flipper242
 
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Hier wird enorm viel Geld für eine fragwürdige Förderung ausgegeben. Daran partizipieren hauptsächlich die Hersteller und Betreiber, die zudem ihre Standorte ins Ausland verlagern.Photovoltaikanlagen, besonders gebäudeintegrierte weisen prinzipbedingt schon geringere Energieerträge auf, so dass diese hier nie eine alternative zu herkömmlichen Energien werden kann.Da sollte man diese Fördergelder lieber in sinnvollere Forschungsfelder stecken und nicht in die Taschen der Hersteller und Betreiber.
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25.06.2008 12:05 Uhr von JCR
 
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Ziemlich zwiespältige Angelgenheit. Einerseits ist offensichtlich, dass zumindest Photovoltaik-Anlagen in ihrer Effizienz deutliche Grenzen haben, die eine flächendeckende Nutzung unrentabel machen.

Andererseits denke ich, könnte unter anderm die Nutzung thermischer Solaranlagen weiter Anwendung finden, wenn nicht derzeit aus Parteiräson die Atomkraft als probates Mittel gepriesen würde. Derzeit ist auch die Kernenergie hochgradig subventioniert, was längerfristig durch die Abhängigkeit vom Uran ad absurdum geführt wird.

Dazu das Bundesministerium für Umwelt:

"Deutschland ist bei der Atomenergie zu 100 Prozent ab-hängig von Uranimporten. Nach aktuellen Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) gibt es weltweit etwa 4,7 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubare Vorkommen von Uran. Diese Vorräte reichen beim gegenwärtigen Jahresverbrauch noch etwa 65 Jahre. Angesichts der aktuellen Nutzungspläne ist eher von 30 bis 40 Jahren auszugehen. Uran wäre dann schon früher erschöpft als Erdöl und Erdgas."


http://www.bmu.de/...
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25.06.2008 12:13 Uhr von flipper242
 
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@JCR: Der Umkehrschluss passt zwar nicht

"Andererseits denke ich, könnte unter anderm die Nutzung thermischer Solaranlagen weiter Anwendung finden, wenn nicht derzeit aus Parteiräson die Atomkraft als probates Mittel gepriesen würde."


Ersteres ist ja eher Haustechnik.

Recht hast Du die zukunft liegt nicht in der Kernernergie wie sie zZ genutzt wird. Ich gehe eher von Kernfusionsreaktor aus da hätte man ja fast unbegrenzten Brennstoffvorrat.
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25.06.2008 12:27 Uhr von JCR
 
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@ flipper: Eigennutzung von thermischen Anlagen, je nach Lage per Solarenergie oder Geothermie ist natürlich eine Möglichkeit, aber bei flächendeckender Nutzung dachte ich eher an größere Projekte wie das Solucar-Kraftwerk in Spanien oder das französische Pendant in Odeillo.

Kernfusion steht auf einem ganz andern Blatt. Ob und wann diese als zivile Energiequelle zur Verfügung stehen wird, ist ungewiss. Auf jeden Fall ist es ein Forschungsbereich mit großer Zukunft.
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25.06.2008 12:32 Uhr von TheMina
 
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Die: irrsinnige Subventionierung verzerrt den Markt!
Die Solarbranche würde auch ohne Subventionen gewinne machen, eben nur nicht so viel wie jetzt...
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25.06.2008 12:50 Uhr von Der_Joern
 
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Deutschland kein Einzelfall: Die Solarbranche wird in anderen Ländern teilweise noch mehr gefördert als in Deutschland. Nicht dass das allein die Subventionen rechtfertigt, aber wenn wir nicht subventionieren würden würden die Hersteller auch Gewinn machen - in Spanien und anderen Ländern. Das Problem im Solarsektor ist ja gerade die riesige Nachfrage und das bisher sehr begrenzte Angebot. Wenn wir die Subventionen runterfahren, werden wir in 10 Jahren im Gegensatz zu anderen Ländern einfach weniger Solarstrom haben und noch mehr auf andere Energieträger angewiesen sein.

Das soll nichts rechtfertigen, aber die Vorstellung, das der Preis für Solarzellen nur aufgrund der Subventionen hierzulande so hoch ist, geht ein wenig an der Realität vorbei.
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25.06.2008 13:06 Uhr von faxe5
 
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Vorschlag zur Güte: deutsche Förderung nur noch, wenn auch einheimisch produziertes Equipment zum Einsatz kommt
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25.06.2008 14:10 Uhr von ArrowTiger
 
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@bertl058, @TheMina: Die Subventionen bei Kernenergie und Kohle sind bedeutend höher!
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25.06.2008 14:53 Uhr von flipper242
 
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@ArrowTiger: wie wir zwei letztens schonmal ein ähnliches Thema hatten

zur Kernenergie Subventionierung:
angesprochende Subventionierungen:

Der Einsatz von Kernbrennstoffen wird im Gegensatz zum Einsatz von Gas und Öl - zur Stromerzeugung nicht besteuert. (Hat also nix mit EEG zutun)

Die Entsorgungsrückstellungen (derzeit etwa 35 Mrd. €) den deutschen AKW-Betreibern steuerfrei zur Verfügung stehen.

Alles in allem heisst es das sie für etwas keine Steuernzahlen.

Aber in Anbetracht der auch oben erwähnten Summen nur für Solar, sehe ich da kein BEDEUTEND höher eher umgekehrt.

Tja das Video von bertl058 sagt es ja deutlich, die subventionen in Solar werden exorbitant Steigen - zugesichert!

Wenn man bendenkt, das die Kernenergie Subvention in der Zeit 1974-98 rund 55 Mrd. Euro. waren so ist das doch schön das wir im Jahr 2011 bei Solar schon locker bei 62 Mrd. sind
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25.06.2008 15:21 Uhr von ArrowTiger
 
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@flipper242: -- "Der Einsatz von Kernbrennstoffen wird im Gegensatz zum Einsatz von Gas und Öl - zur Stromerzeugung nicht besteuert."

und

-- "Die Entsorgungsrückstellungen (derzeit etwa 35 Mrd. €) den deutschen AKW-Betreibern steuerfrei zur Verfügung stehen."

= Steuerausfälle. Das ist ebenfalls eine Form der Subventionierung, da so nicht üblich. ;-)

Nicht zu vergessen die eklatante Unterversicherung. Kommt es zu einem GAU, zahlen wir den von unseren Steuergeldern. Ein Subventionierungskredit sozusagen.

Die von dir genannten 55 Mrd. USD (nicht EUR) sind übrigens nur für Forschung und Entwicklung ausgegeben worden. Da kam und kommt noch einiges für den laufenden Betrieb der Anlagen hinzu. Allerdings sind die Subventionen für KK inzwischen etwas gesunken - der Forschungsbedarf ist hier wohl inzwischen nicht mehr so groß.

Ich kann den Sinn oder Unsinn der Höhe der Subventionierung von Photovoltaik nicht wirklich einschätzen. Ob sich das jemals wirtschaftlich lohnt, wird man sehen. Ich persönlich würde wohl eher in andere erneuerbare Energien investieren.
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25.06.2008 15:29 Uhr von flipper242
 
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@arrowtiger: ja aber alles keine Kosten die direkt entstehen, wie bei der Förderung, es geht hier ja um die Sinnigkeit und kosten die uns aufgebürdet werden, aber das sagste ja im letzten Satz selbst.

Einfache Lösung steckt das Geld in Forschung und Bildung.

@JCR
Interresant ist vielleicht das hier, falls du es noch nicht kennst, geht über die ganze Sonnenturm-Entwicklung
und was der Zeit gemacht wird

http://www.buch-der-synergie.de/...
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25.06.2008 15:33 Uhr von ArrowTiger
 
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@flipper242: -- "Einfache Lösung steckt das Geld in Forschung und Bildung."

100% ACK! ;-)

Das kann nie schaden. Wer weiß, auf welche kluge Ideen zur Lösung des Energieproblems eine gebildete Bevölkerung noch kommen mag...
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25.06.2008 15:38 Uhr von flipper242
 
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achso: diese 55 Millarden Euro hatte ich von Germanwatch, nicht mal da kann man dem Verein also trauen.

@Der_Joern

guck dir mal die Preise für identische Panel in Deutschland und im Ausland an, in dem verlinkten Filmchen von bertl058 wird das glaube ich auch erwähnt.

Und die Schweiz ohne solche Förderungen ist Photovoltaik praktisch inexistent.
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25.06.2008 15:45 Uhr von ArrowTiger
 
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@flipper242: -- "Und die Schweiz ohne solche Förderungen ist Photovoltaik praktisch inexistent."

Na ja, Kernenergie wäre ohne Förderung auch deutlich teurer. Ich meine, mal was von 2€/kWh als reellen Preis gelesen zu haben.

Wenn es um Solarenergie geht, bevorzuge ich ohnehin eher die Solarthermie. Aber ich hörte, daß jetzt wohl auch effizientere und deutlich günstigere Folien für die Photovoltaik entwickelt wurden. Vielleicht ist das ja ein Weg?
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25.06.2008 15:52 Uhr von flipper242
 
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wie gesagt die Atomenergie wird nicht ja nicht wirklich direkt gefördert wie oben schon erwähnt das , da ein Preis ala 2 Euro raus kommen kann ...nenene...vielleicht 0.2 Euro, aber da sind wir mittlerweile ja eh schon, war früher aber viel.

@JCR und noch was zu unserem komischen Bundesumweltministerium. Traue keiner Statistik die du nicht selbstgefälscht hast.

Der Inhalt ist im Prinzip richtig. Wenn man die derzeit bekannten Lagerstätten nimmt und davon ausgeht, dass keine neuen gefunden werden, kommt man auf 50 Jahre. Zurzeit wird jedoch kaum nach weiteren Uranvorkommen gesucht, da die Unternehmen nicht in etwas investieren, das erst in fünf Jahrzehnten benötigt wird. Der Einsatz von Wiederaufarbeitungsanlagen und der Brütertechnologie kann die Reichweite der bekannten Vorkommen um das 30- bis 60-Fache verlängern. Uran bliebe auch bei einem deutlichen Preisanstieg immer noch wirtschaftlich, da der Rohstoff nur fünf bis zehn Prozent des Strompreises ausmacht. Ein weiterer Vorteil gegenüber Öl ist, dass Uran zu einem Großteil aus politisch stabilen Ländern kommt, zum Beispiel aus Kanada und Australien.

War jetzt nicht von mir sondern ein Zitat aus der Welt
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25.06.2008 16:00 Uhr von ArrowTiger
 
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@flipper242: -- "wie gesagt die Atomenergie wird nicht ja nicht wirklich direkt gefördert wie oben schon erwähnt das , da ein Preis ala 2 Euro raus kommen kann ...nenene...vielleicht 0.2 Euro, aber da sind wir mittlerweile ja eh schon, war früher aber viel."

Na ja, wie schon erwähnt, halte ich es für wenig ausschlaggebend, ob es sich bei der Förderung um direkte oder indirekte Subventionen, oder um EEG-Vergütungen handelt. Letztlich zahlen wir das über die Steuern bzw. höhere Strompreise.

Die 2€/kWh ergaben sich m.W. durch Berücksichtigung entsprechend deckender Versicherungsbeiträge und der Folgekosten. (Quelle ist eine Studie der Baseler PROGNOS AG.) Einen GAU versichert aber natürlich keine Versicherung.
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25.06.2008 16:47 Uhr von flipper242
 
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@ArrowTiger: die Studie kann ich nicht in der Datenbang der Prognos AG finden, hast Du dazu link oder irgendwas.

Ich würde gerne mal sehen wie die auf so eine Zahl kommen,??
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25.06.2008 17:07 Uhr von flipper242
 
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@ArrowTiger: ich hab da was gefunden:

Nach einem Szenario einer STudie für die Europäische Kommission aus dem Jahr 2003 muss EDF mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 5ct/kW/h rechnen, sollte EDF verpflichtet werden, alle Kernkraftwerke für einen GAU privat zu versichern
(Leurs/Witt 2003)

http://www.energiestiftung.ch/...

Da ist auch ne schöne Subventionstabelle von 1974 bis 2007 zu finden
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25.06.2008 22:21 Uhr von wombie
 
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Moeglicherweise bloede Spekulation: Mir stellt sich gerade die Frage wie die Situation aussehen wuerde wenn _alle_ Daecher in DE, inklusive Industrieanlagen, Garagen etc.pp. mit Solarzellen gedeckt waeren? Waere das fuer Deutschland eine ausreichende Stromquelle? Darin mit einbezogen werden muessen natuerlich Speichermedien und der damit verbundene Verlust - ich denke mal das muesste schon eine mehr oder minder zentrale Anlage sein die z.B. H2O in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet und dort fuer z.B. Stromerzeugung nach einbruch der Daemmerung lagert.

Die Frage stellt sich mir aus folgendem Grund: Ich habe hier eine experimentelle Anlage mit einer gebrauchten, ca. 15 Jahre alten Solarzelle. Die (recht kleine) Zelle leistet immer noch ihre "Urspannung" und reicht voellig aus um einen grosszuegigen kuenstlichen Bach im Garten zu betreiben - 365 Tage, 24h/Tag. Rein rechnerisch koennte ich mein Haus mit 4 grossen Solarzellen versehen und damit meinen kompletten Strombedarf Tag und Nacht decken. Allerdings habe ich auch mehr als 100 wolkenfreie Tage im Jahr.

Also warum gibts da keine Initiative sowas flaechendeckend einzusetzen?
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26.06.2008 10:27 Uhr von ArrowTiger
 
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@flipper242: -- "die Studie kann ich nicht in der Datenbang der Prognos AG finden, hast Du dazu link oder irgendwas."

Die Studie wurde nur in einem Artikel als Quelle erwähnt, die diesen Preis ermittelte (so weit so was überhaupt möglich ist, bei der schwachen Datenbasis). Ich bin gerade etwas im Stress, versuche aber später, den Artikel nochmals zu finden.

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