25.06.08 10:59 Uhr
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Oxfam Bericht offenbart: Millionen Menschen wegen Biosprit mittlerweile in Armut

Am heutigen Mittwoch legte die Hilfsorganisation Oxfam einen Bericht vor, der aufzeigt, dass die Politik der Industrienationen bezogen auf Biosprit zu einem Drittel an der Preisexplosion bei Nahrungsmitteln verantwortlich ist.

Laut Oxfam wurden mittlerweile 30 Millionen Menschen durch den Anbau von Pflanzen zur Biospritgewinnung in die Armut getrieben. Die Weltbank will mittlerweile einen Hilfsfond ins Leben rufen um Staaten zu unterstützen, in denen der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln existenzbedrohend wird.

In dem Bericht wird auch die Problematik angesprochen, dass man in Industriestaaten große Vergünstigungen bekommt, wenn man Pflanzen zur Biospritgewinnung anbaut. So kommt der Bauer in den Genuss von Steuerbefreiungen, Subventionen und Zollsenkungen.


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WebReporter: El Indifferente
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Million, Mensch, Bericht, Armut, Oxfam
Quelle: www.spiegel.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.06.2008 10:54 Uhr von El Indifferente
 
+0 | -0
 
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Es ist eine Schande, dass man unseren Spritverbrauch zu Lasten von dritte Welt Ländern decken will und dies auch schon tut. Wer kann den ernsthaft ruhigen Gewissens in sein Auto steigen, wenn man weiß, dass dafür, dass ich zur Arbeit fahren kann woanders Menschen verhungern müssen. Ganz und gar scheinheilig finde ich, wenn die Weltbank da einen Hilfsfond einrichtet. Gerade Banken und die Börsenspekulationen sind doch mit Schuld daran, dass es so soviel Armut gibt.
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25.06.2008 11:09 Uhr von Yolli
 
+13 | -1
 
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Börsenhandel und Spekulationen mit lebensnotwendigen Gütern, also Nahrung und Energie, sollte verboten werden.
Hier schließe ich auch Rohöl ein.

Es geht einfach nicht, dass Menschen denen es zu geht mit den Armen Russisch Roulette spielen.

Übrigens, wir werden auch bald zu den Armen gehören, weil wir uns die Energie nicht mehr leisten können.
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25.06.2008 11:44 Uhr von miguelrego
 
+7 | -4
 
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sofortiges Verbot: von Heranziehung von Nahrungsmitteln zur Treibstoffgewinnung!

Soetwas ist menschenverachtend, zynisch, postkolonial.
Wie lange können die westlichen Gesellschaften noch ihre Augen vor den Folgen des Kapitalismus, der Milliarden ausschließt und ausbeutet noch ignorieren?

Jetzt vergreift man sich sogar schon an Nahrungsmitteln, um unsere Mobilität zu gewährleisten. Wie verflucht krank ist das?!
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25.06.2008 11:59 Uhr von El Indifferente
 
+4 | -1
 
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@wok! Natürlich sind das keine Nahrungsmittel für Menschen, die da umgewandelt werden. Allerdings muss man sagen, dass da normalerweise kein Raps sondern Weizen oder Roggen stehen würde, wenn die Bauern nicht für Raps die ganzen Vergünstigungen bekommen würden.
Es wurde früher auch Raps angebaut allerdings als Futterpflanze, was uns ja dann indirekt wieder als Nahrungsmittel in Form von Rinderfleisch zur Verfügung steht.
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25.06.2008 13:41 Uhr von Gierin
 
+2 | -1
 
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Papperlapapp! Um Bio - Sprit herzustellen braucht man nicht unbedingt "Lebensmittel". Hier in der Schweiz werden für die Produktion vom Treibstoff E85 (85% Alkohol, 15% Benzin) ausschliesslich Holzabfälle verwendet.

Ich behaupte, das Problem mit der "neuen" Nahrungsmittelknappheit hat die Ursache darin, dass einige Länder bisher lieber billige Nahrungsmittel aus USA, Kanada, Brasilien, Australien etc. importierten, statt die einheimische Landwirtschaft zu fördern. Die inländische Landwirtschaft ist deshalb nicht mehr in der Lage genügend Nahrungsmittel für das eigene Volk zu produzieren.

Hungersnöte wegen Dürre, Kälte oder Katastrophen hat es immer gegeben. Diese dauerten aber in der Regel nur wenige Jahre. Wenn in einem Gebiet seit Jahrzenten Hunger herrrscht, liegt das nicht am Wetter sondern an der Misswirtschaft oder "Menschliches Versagen" (= Krieg, Korruption, fehlende Infrastruktur etc.)
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25.06.2008 13:45 Uhr von thehed
 
+5 | -0
 
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Was denn jetzt: Zuerst sollen alle Zölle auf Agrarprodukte in der "westlichen Welt" abgeschafft werden weil die armen Länder sonst nicht exportieren können. Dann können sie exportieren sollen aber nicht weil sie sonst keine Nahrungsmittel haben.
Sogar jetzt fordern grüne (und andere) das man den Schutz der einheimischen Landwirtschaft abschafft und mehr Importe zulässt, Importe die dann dort fehlen und an denen vor allem Großkonzerne profitieren.
Was wollen die eigentlich?
Man sollte diese Länder endlich in ruhe lassen, die Menschen da sind nämlich nicht dumm und könnten selbst etwas großes erreichen aber nicht solange Riesenkonzerne mit ihnen spielen.
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25.06.2008 14:21 Uhr von kidneybohne
 
+3 | -0
 
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zum Autorenkommentar: LOL, armut findet AUCH schon in Deutschland statt. Warum müsen denn soviele Kinder in die Arche?
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25.06.2008 19:50 Uhr von El Indifferente
 
+0 | -2
 
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@kidneybohne: Klar gibt es bei uns auch Armut aber bei uns gibt es eine Arche oder Die Tafeln. wenn man kein Geld hat muss man da hingehen. Das ist beschämend, das es sowas in einem an sich reiches Land wie Deutschland geben muss. Allerdings reden wir hier von armut in Ländern wie Haiti oder Liberia. Da ist es nicht so, dass man wenn man nichts zu essen hat halt mal zur den Tafeln gehen muss. Da ist es so, dass man wenn man nichts zu essen hat halt verhungert. Das ist schon eine andere Qualität von Armut.
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25.06.2008 21:05 Uhr von uhlenkoeper
 
+1 | -0
 
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@El Indifferente: >>...dass da normalerweise kein Raps sondern Weizen oder Roggen stehen würde, wenn die Bauern nicht für Raps die ganzen Vergünstigungen bekommen würden. <<

Das mag für riesige Maiskulturen in Mittelamerika stimmen (wo es allerdings meines Wissens keine steuerlichen Subventionen für nachwachsende Rohstoffe gibt), aber nicht für Rapsflächen hierzulande !
Die Flächen, die in den letzten Jahren hierzulande mehr angebaut wurden, als in den Jahren davor schon, waren Flächen aus den Stillegungsprogrammen. Nachwachsende Rohstoffe dürfen dort nämlich angebaut werden.
Heißt in Zahlen: in Deutschland werden auf 18% aller landwirtschaftlichen Nutzflächen inzwischen nachwachsende Rohstoffe angebaut. Davon sind allein 10% den Flächenstillegungen zuzuschlagen, für die die Landwirte sonst Stillegungsprämien erhalten hätten.

Spricht hier eigentlich auch jemand davon, dass in Südamerika massiv Regenwälder platt gemacht werden (von der Ausbeutung der Zuckerrohrschnitter mal ganz zu schweigen), um massiv neue Flächen für die Zuckerrohrpflanzungen zu gewinnen ? Zuckerrohr, der dann zum Großteil in die Ethanolproduktion geht und nicht in die Raffinerie, weil sich ab einem Rohölpreis von 120 Euro je Barrel der Anbau von Zuckerrohr zur Ethanolproduktion mehr rechnet als zur Lebensmittelproduktion ?

Um eines zu verdeutlichen:
ich bin auf jeden Fall gegen jede Eventualität, in der Flächen aus der Lebensmittelproduktion zugunsten der Produktion nachwachsender Rohstoffe entzogen werden. Aber in Europa ist das definitiv (noch) nicht der Fall !
Hinzu kommt: Selbst ohne Subventionen wäre derzeit die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen profitabler, als die von Nahrungsgetreide. Aber das kann sich auch bald wieder ändern. In den letzten beiden Jahren gab es nämlich (und das wird gerne verschwiegen) ungewohnt große Verluste beim Nahrungs-Getreide durch Dürre- btw. Flutkastastrophen in Mittelamerika und Kanada bzw. in den Kornkammern Russlands.

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