22.06.08 14:35 Uhr
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Türkei: Christen wollen im Paulusjahr auf ihre Probleme hinweisen

Ein Jahr lang, beginnend mit dem 28. Juni 2008, wird in der katholischen Kirche Paulus Geburtstag gedacht, der "Apostel der Völker" wurde im heute in der Türkei gelegenen Tarsus geboren. Die christlichen Kirchen wollen nun versuchen, näher zusammen zu kommen, rund 100.000 Christen leben in der Türkei.

Religionsfreiheit ist in der Türkei durch Artikel 24 der Verfassung geregelt, die Praxis sieht jedoch anders aus. Für den christlichen Glauben zu werben, staatliche Anerkennung, die Ausbildung eigenen Personals, mit anderen seinen christlichen Glauben auszuleben, all dies ist in der Türkei unmöglich.

Jedoch gibt es auch positive Anzeichen: In Tarsus gibt es keine christliche Kirche, die einzige aus dem zwölften Jahrhundert existierende Kirche wird als Museum genutzt, eine aus Deutschland stammende Delegation konnte nun erreichen, dass das Gotteshaus im Paulusjahr als Kirche genutzt werden kann.


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WebReporter: poseidon17
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Türkei, Problem, Türke, Christ
Quelle: www.tagesschau.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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22.06.2008 14:45 Uhr von Camille1946
 
+17 | -7
 
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Ich bin Armenierin: Bin in der Türkei geboren, in Istanbul. Ich verstehe mich mit allen super. Ich habe noch nie etwas negatives erlebt mit Türkischstämmigen. Bei manch unseren Feiern kommen sogar Nachbarn um mit uns zu feiern.

Solche Nachrichten lese ich meist in Ausländischer Presse.

Die türkischen Armenier sehen alles anders als die im Ausland.
Ich finde, es ist ein tolles Land mit tollen Leuten.
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22.06.2008 14:49 Uhr von alicologne
 
+11 | -11
 
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@Camille1946: Vielen Dank für deinen Kommentar, es ist schön so etwas zu lesen!
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22.06.2008 16:00 Uhr von kobban
 
+8 | -18
 
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22.06.2008 16:04 Uhr von SK_BerSerKer
 
+8 | -5
 
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wer wettet mit mir das: bald wieder das bashing losgeht von wengen intoleranz usw.??

ich mein mir persönlich is das relativ egal ob die religiösen sich streiten wie die kinder, aber das dann sowas immer in die news kommt -.-

sollen die sich doch die köpfe darüber einschlagen wer den besseren imaginären freund hat, mir doch egal

solange unbeteiligte nicht drunter leiden......
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22.06.2008 16:04 Uhr von alicologne
 
+13 | -9
 
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@kobban: Warum sollten türkische Christen ein land verlassen wo Glaubensfreiheit herschen sollte?

Um Umkehrschluss bedeutet das, das alle Moslems die sich hier in DE beschweren über viele Dinge auch gehen können?
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22.06.2008 16:09 Uhr von StArGiAnT
 
+10 | -3
 
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@alicologne: Wahrscheinlich hat er es "sarkastisch" oder gar zynisch gemeint. Falls es doch ernsthaft, dann sollte man es am Besten einfach ignorieren. Mich erfreut in besonderem Maße der Beitrag von Camille. Denn genau so sollte das Verhältnis der Türken zu den Armeniern sein, die einst zusammen in der Geschichte friedlich, mit allen erforderlichen Rechten ausgestattet, miteinander lebten. Für mich als Türken jedenfalls eine Genugtuung. Denn die Unterdrückung von Minderheiten beweist für mich jedenfalls ein unpatriotisches Verhalten! Ein Patriot möchte das Beste für sein Land und das kann er nur erreichen, wenn er die Dienste der Minderheiten mit in Anspruch zu nehmen versucht...

Guten Tag
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22.06.2008 17:23 Uhr von Margez
 
+7 | -7
 
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Das hier ist kein Bashing, sondern eine Meinung Man kann viel schreiben, aber ich zitiere ein paar wenige Sachen aus einem Spiegel-Artikel vom April 2007.
Ich würde jedem (egal welcher Seite) vorschlagen, diesen Artikel zu lesen.

"Etwa 120.000 Christen leben in der Türkei - in der Theorie frei, in der Praxis vielfach unterdrückt. Die Schikanen bewegen sich zwischen bürokratischen Hürden und körperlichen Angriffen. Auch Morde wie die an den drei Angestellten des Bibelverlags "Zirve" gab es bereits in der jüngeren Vergangenheit."

"(...)Und anders, als Erdogan nahelegt, ist ihre Situation - unterschiedlich ausgeprägt - von Schikanen und Benachteiligungen gezeichnet."

"Christliche Kirchen sind nicht rechtlich anerkannt, dürfen keine Bankkonten führen, keine Immobilien besitzen, Kirchen dürfen ihre Priester nicht ausbilden."

"Im Südosten der Türkei würden syrisch-orthodoxe Christen bedrängt. "Ihre Weinberge und Felder werden angezündet", sagte Oehring. Man müsse von Verfolgung sprechen."

"Priestern wird in der Türkei mitunter nachgesagt, sie verführten in ihren Kirchen Frauen oder verleiteten Jugendliche zu sündigem Tun. Unterfüttert wird das Ganze nicht selten von staatlichen Stellen(...)"

"Die meisten Christen in der Türkei gehören der orthodoxen Glaubensrichtung an. Durch Vertreibung und Völkermord der Türken an den Armeniern verlor das Osmanische Reich Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu eine Millionen Christen. Nur noch 30.000 Katholiken leben heute nach Schätzungen in der Türkei, die zahlenmäßig stärkste christliche Gruppe sind etwa 70.000 armenisch-orthodoxe Gläubige."

Zu Camille!
Warum du keine Probleme hattest, liegt daran:
"Einige berichten von Schikanen, andere fühlen sich als Christen in der Türkei wohl. So berichtet Rainer Korten, Pfarrer aus Antalya, dass er sich sehr sicher fühle und sich keinerlei Einschränkungen gegenüber sehe - bis auf die fehlende rechtliche Anerkennung. Er habe deshalb einen Verein gegründet. Korten vermutet aber, dass die Situation für Christen im Osten der Türkei schwieriger sei. "Es kann schon sein, dass es hier eine gewisse Vorzugstellung gibt, hier sind viele Touristen und damit verdient die Türkei auch Geld", sagt der Priester zu SPIEGEL ONLINE."
http://www.spiegel.de/...

Und lasst Beleidigungen! Sowas kann ich echt nicht leiden!
Lasst Argumente sprechen!
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22.06.2008 17:42 Uhr von alicologne
 
+9 | -8
 
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@ich_bin_kanakkke: Und die getöteten Geistlichen waren wohl nur Einbildung in der Türkei?

Es ist gelogen, Christen bekommen ihren Konfiszierten Besitz kaum wieder wie Ländereien, Grundstücke etc. Ausserdem dürfen sie nicht in der Armee dienen, obwohl sie einen Türkischen Pass haben. Sie gelten intern als Sicherheitsrisiko in der Armee.

Es gibt bis dato keinen türkischen Christ in der Armee, obwohl es 100.000 von ihnen gibt.

So, jetzt dürft ihr mich wieder als vatan hain beschimpfen.
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22.06.2008 17:59 Uhr von Margez
 
+1 | -6
 
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@Terminplaner: Leider hast du nicht das ganze Zitat, so wie ich, aufgeschrieben! Es geht ja weiter!

Es heißt korrekt:
"Einige berichten von Schikanen, andere fühlen sich als Christen in der Türkei wohl. So berichtet Rainer Korten, Pfarrer aus Antalya, dass er sich sehr sicher fühle und sich keinerlei Einschränkungen gegenüber sehe - bis auf die fehlende rechtliche Anerkennung. Er habe deshalb einen Verein gegründet. Korten vermutet aber, dass die Situation für Christen im Osten der Türkei schwieriger sei. "Es kann schon sein, dass es hier eine gewisse Vorzugstellung gibt, hier sind viele Touristen und damit verdient die Türkei auch Geld", sagt der Priester zu SPIEGEL ONLINE."

Werden Moslems hier wirklich religiös verfolgt? Wenn du Nazis meinst, Nazis gibt es überall, auch in der Türkei (Stichwort Bozkurts) und Nazis hassen alle Ausländer!
Den türkischen Ali, den kubanischen Jose und den chinesischen Lee.

Aber danke, dass bis jetzt keine Beleidigungen gefallen sind.
Ich finde das sehr zivilisiert.
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22.06.2008 18:04 Uhr von alicologne
 
+6 | -6
 
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@Nesselsitzer: Das Video zeigt das, was ich hier shcon seit Tagen sage. Aber genau die, die Bozkurt sind nenen mich Faschist.

Da braut sich etwas im dunkeln in Deutschland zusammen was früher oder später Unheil für beide Seiten bringt.

Und Schäuble sieht es nicht. Seltsam.
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22.06.2008 18:07 Uhr von alicologne
 
+5 | -7
 
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Bis auf die Genozid These ist der Bericht klasse.
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22.06.2008 18:25 Uhr von Pinky_Gizmo
 
+3 | -5
 
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@Ali: Deine Kommentare bringen es auf den Punkt....und ein Verräter bist du deshalb noch lange nicht...du hast glasklar die Lage ...die du ja von beiden Seiten kennst analysiert...Danke!!!
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22.06.2008 23:23 Uhr von jsbach
 
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Sehr gnädig von: den Islamisten das sie das Museum dann mal zur Verfügung stellen. Das Gesetz ist nicht mal das Papier wert, worauf es gedruckt steht.
Die Praxis sieht für Christen in der Türkei gaaanz anders aus.
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23.06.2008 12:47 Uhr von StArGiAnT
 
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@jsbach: Du bist ja in der Türkei geboren und aufgewachsen, dass du von deinem ach so tollen Erfahrungsschatz zu berichten weißt. Wir Muslime können hier in diesem Land von einigen etlichen Schikanen berichten, und zwar jeder einzelne durch eigen gemachte Erfahrungen, nicht wie in deinem Fall durch die Medien "aufgeschnappte".

Immer wieder bemerkenswert, dass Leute außerhalb lebend, ein fremdes Land, eine fremde Kultur zu beurteilen meinen. Lächerlich...
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23.06.2008 13:11 Uhr von jsbach
 
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@StArGiAnT: Eigentlich wollte ich nicht antworten. Aber nur so viel:
Weißt du wie oft ich und wie lange jeweils in der Türkei war? NEIN.
Kennst du meinen deutschsprechenden Bekanntenkreis in der Türkei und hier in Deutschland? NEIN.
Also unterlasse bitte die unqualifizierten Unterstellungen.
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23.06.2008 13:28 Uhr von StArGiAnT
 
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@jsbach: Unqualifiziert ist deine pauschale diffamierende Äußerung gegenüber ein komplettes Land:

"Das Gesetz ist nicht mal das Papier wert, worauf es gedruckt steht. Die Praxis sieht für Christen in der Türkei gaaanz anders aus."

Natürlich kommt es vereinzelt zu Menschenrechtsverletzungen, Schikanen, Gängeleien etc. Deine Formulierung jedoch spiegelt nicht mal im Ansatz die Situation in der heutigen Türkei. Solche verleumderischen, hetzerischen Äußerungen erinnern mich an die Zeit Ende 19. und Anfang 20. Jahrhunderts, als die Vorbereitungen für den 1. Weltkrieg auf hochtouren liefen, die armenischen Christen usw. anzustacheln versuchte.

Kehrt erst mal den Dreck vor der eigenen Haustür, bevor ihr meint, eure Finger gen Türken zu erheben. Mein Vorwurf an dieser Stelle galt jetzt NICHT den Deutschen, damit wir uns nicht missverstehen, denn die deutschen Militärs empfahlen aus völlig nachvollziehbaren Gründen zu jener Zeit die Deportation dieser!

Guten Tag

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