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Bayern: Abiturientinnen unterrichten als Not-Lehrerinnen an eigener Schule

Den Vorgang im Freistaat Bayern darf man als Novum sehen. Da der Schulleiter eines staatlichen Gymnasiums in Burgkunstadt (Oberfranken) verzweifelt nach Ersatzlehrern suchte, verpflichtete er zwei Abiturientinnen (18 und 19 Jahre alt) für seine Schule als Not-Pädagoginnen.

Die beiden jungen Frauen lehren in zwei sechsten Klassen die Fächer Englisch. Wie Schulleiter Werner Fischer bestätigte, haben die Not-Lehrerinnen bereits ihr Abitur in Englisch ausgezeichnet bestanden. Diesen "akuten Langfristausfall" musste erst das Kultusministerium genehmigen.

Schuldirektor Fischer: "Bevor wir irgendwen von draußen nehmen, von dem wir nicht wissen, wie er arbeitet, was er taugt, nehmen wir lieber zwei Schülerinnen, von denen wir wissen, was sie können." Pressesprecher Unger vom Ministerium: "Zur Norm wird dieser Unterricht in Bayern ganz sicher nicht."


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WebReporter: jsbach
Rubrik:   Kurioses
Schlagworte: Bayern, Bayer, Schule, Lehrer, Not
Quelle: www.frankenpost.de

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25 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.06.2008 20:37 Uhr von jsbach
 
+0 | -0
 
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Da beide jungen Frauen bis zum Schuljahr-Ende unterrichten, kann ich die Autorität ihren ehemaligen Mitschülern schlecht nachfühlen. Auf jeden Fall ein einmaliger Vorgang in Bayern.
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17.06.2008 20:59 Uhr von Jimyp
 
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Hmmm bekommen die auch Geld dafür?
Also in der Grundschule könnte ich auch noch das ein oder andere Fach vertretungsweise unterrichten!
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17.06.2008 21:13 Uhr von bounc3
 
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Bei ner Realschule in meiner Umgebung haben se vor 2 Jahren nen Jahr lang nen Förster eingestellt, weil se keinen Biolehrer gefunden haben ...

Bei uns haben vor einigen Jahren mal die Töchter von nem Lehrer vertretungsweise unterrichtet ( warn frisch mitm Abi fertig, wollten eh ne Ausbildung zum Lehramt machen)

denke, sowas kommt öfter vor, als man denkt/erfährt ... ;)
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17.06.2008 21:16 Uhr von bounc3
 
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btw. es geht als Lehrer - zumindest in den unteren Klassen - nicht in erster Linie darum, dass man den Stoff seines Faches einwandfrei kann, sondern viel mehr, dass man den auch vermitteln kann und vor allen Dingen, dass man mit den Kindern auch umgehen kann!

... sowas kann man nicht einfach, wenn man selbst gerade mit der Schule fertig ist ... für sowas gibts ne Ausbildung zum Lehramt.
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17.06.2008 21:21 Uhr von stufstuf
 
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Super Idee, besser als am Ende noch 1€ - Jobber herzuholen (wie es bei Hausaufgabenbetreuung schon passiert) die überhaupt keinen Bock haben und den Schülern mehr schaden als zu helfen. Wenn alles klappt, schöne Sache.

@Jimyp: stell dir das mit dem Unterrichten nicht allzu leicht vor, auch in der Grundschule nicht. Ich mein damit nicht, dass du nicht über das Wissen verfügen würdest, aber auch Grundschüler zu unterrichten ist eine Herausforderung. Bzw. hab ich sogar die Erfahrung gemacht, dass Grundschüler unterrichten anstrengender sein kann als Hauptschüler zu unterrichten ;)
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17.06.2008 21:26 Uhr von Jimyp
 
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@stufstuf: Muss ja nicht für lange Zeit sein, so einfach mal ne Woche!
Zuerst mal muss man sich natürlich ganz unkonventionell Respekt verschaffen und dann ist schon Ruhe in der Klasse! ;)
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17.06.2008 21:41 Uhr von Katzee
 
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Lehrermangel treibt seltsame Blüten: Im Bayern unterrichten Abiturientinnen 6. Klässler, hier in NRW werden die 10. Klässler einer Hauptschule in Mathematik von Lehrern unterrichtet, die gar nicht den "Mathematikunterricht" studiert haben (ist der Tochter meiner Freundin passiert). - Und da wundern wir uns, wenn allenthalben der schlechte Bildungsstand unserer Schüler beklagt wird?
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17.06.2008 21:46 Uhr von Flund3r
 
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Also: ich hatte in der siebten Klasse keine Vertretung in Englisch. Haben in 2 Jahren zwar 5 verschiedene Lehrer gehabt, die alle vollkommen anders unterrichtet haben aber trotzdem noch über 1 Jahr kompletten Ausfall. Hat sich später nicht wirklich bezahlt gemacht..
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17.06.2008 21:48 Uhr von stufstuf
 
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@Katzee: Lehrer die fachfremd unterrichten, findest du an fast allen Hauptschulen in ganz Deutschland. Ist inzwischen leider zum Standard geworden. An meiner letzten Praktikumsschule gab es einen einzigen Lehrer der Physik studiert hatte, aber alle unterrichten es.

Muss mich auch damit abfinden, dass ich zwar nur drei Fächer studiere, aber später alles unterrichten muss. Ich muss kein Hellseher sein um jetzt schon zu wissen, dass meine Schüler in irgendeiner Form darunter zu leiden haben. Ich war z.B. in Physik immer eine Null, wie soll ich es dann anderen vermitteln?
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17.06.2008 22:08 Uhr von RainerHass
 
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Dazu braucht: man ne spezielle Ausbildung, um mit den Kindern umzugehen?
Wir haben auch Lehrer, da denkt man, die hättn Pädagogik bei Kaiser Wilhelm studiert...
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17.06.2008 22:18 Uhr von Noseman
 
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@ stufstuf: Es kann sogar von Vorteil sein, wenn Du fachlich nicht der große Überflieger bist.

Physikfans (Um Dein Beispielmal aufzugreifen) sehen oftmals gar nicht, was denn nun genau das Problem ist, welches die schwächeren Schüler mit dem Stoff haben. Ist ja aus deren Sache (vermeintlich) alles ganz einfach

Diese Vermitlungsproblematik wirst Du in Physik vermutlich nicht haben, weil Du ja selber aus eigener Erfahrung die Ecken und Kanten kennst, die schwer zu begreifen sind.

Natürlich müssen Leistungskurslehrer schon fachlich einiges drauf haben, aber ich denke mal dass man als Abiturient oder gar als fertiger Lehrer in den meisten Fällen genug Fachwissen für sagen wir mal Klasse 5 haben müsste.
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17.06.2008 22:30 Uhr von Onkeld
 
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@noseman: die problematik besteht darin, das zu vermitteln was man selbst nicht versteht. das halte ich aus meiner sicht für etwas schwierig, zumal ich auch keine ahnung von irgentwelchen rechenaufgaben in sachen physik habe, jedoch manche sehr komplexe gerätschaften, einfach nachzuvollziehn sind.
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17.06.2008 22:31 Uhr von Snak3
 
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@ bounc3: Um Kinder/Jugendliche zu unterrichten braucht man nicht umbedingt Lehramt studiert zu haben. Es stimmt zwar, dass die dafür da sind, da sie in den meisten Fällen auch Pädagogik studiert haben. (Gibt durchaus ausnahmen...)

Auch wenn das jetzt hochtrabend klingt aber ich für meinen Fall würde es mir auch zutrauen 5.-6. Klässler zu unterrichten (vertretungsweise). Was die fachliche Kompetenz angeht, da muss man sich nur im Vorfeld gut auf den Unterricht vorbereiten. Und pädagogische Erfahrung habe ich auch, auch in der Alters-Stufe, als ausgebildeter Jugend-Gruppenleiter der außerdem aktiv Konfirmanden-Unterricht betreibt.
Btw. ich mach auch grad mein Abi (Bin Ende 12.)

Du siehst also man muss nicht Lehrer sein um mit Kindern/Jugendlichen umgehen zu können bzw. denen etwas beizubringen.
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17.06.2008 22:31 Uhr von Katzee
 
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@stufstuf: Es ist eine Sache, dass fachfremd ausgebildete Lehrer an Hauptschulen unterrichten. Eine andere Sache ist, welchen Schaden diese "Aushilfslehrer" bei Schülern anrichten können, die mehr als den Hauptschulabschluß anstreben. Der Tochter meiner Freundin hätte diese Praxis beinahe die Oberstufenzulassung in der Gesamtschule gekostet: Der Aushilfslehrer konnte die Rechenwege des Mädchens in Klassenarbeiten nicht nachvollziehen, da sie sich parallel mit dem gymnasialen Lehrstoff beschäftigte und er den nicht verstand.
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17.06.2008 23:39 Uhr von Heartless
 
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Gar keine schlechte Idee: Ich finde die Idee nicht schlecht, bevor man das Fach unbesetzt lässt und stattdessen 40 Kinder in eine Klasse prügelt um mit weniger Lehrern auszukommen oder ähnliches.
Es hat auch einige Vorteile: der geringe Altersunterschied zum Beispiel, außerdem dürften viele die beiden schon kennen und somit einen lockereren Unterricht ermöglichen ohne Probleme mit dem Kennenlernen.
Außerdem dürften die beiden noch Mitten in der Materie sein, ein Großteil von dem was sie für ihr Abitur wiederholt haben können sie an die jüngerin weitergeben, und die Zeit in der sie den restlichen Stoff selbst im Unterricht hatten ist ja auch noch nicht sooo lange her. Genauso ist es mit den Unterrichtspraktiken, ich denke mal die beiden dürften genau wissen welche Art von Unterricht sie hatten, welche Methoden sie gut und welche sie schlecht fanden, danach können sie sich ja auch noch richten!
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18.06.2008 00:12 Uhr von jsbach
 
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@Shahar von kleinem: Kaff mit 7000 Einwohner kann ich da nicht sprechen.
Aber Gynamsium ist und bleibt halt mal die höchste Ausbildungsstufe vor der Uni.
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18.06.2008 03:30 Uhr von StYxXx
 
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@bounc3 (Pädagogik): Es gibt Lehramtsstudiengänge mit viel Pädagogik, das ist richtig. Betrifft allerdings nicht diese, die für Gymnasien sind. Praktisch sieht es so aus, dass je "höher" die Schule ist, desto minimaler die Pädagogikausbildung. Lehrämtler für Gymnasien sitzen in ganz normalen Vorlesungen mit normalen Mathematikern, Physiker, oder was auch immer. Die Unterschiede ingesamt sind weniger krass, als man denkt. Dafür lernen sie massenhaft Sachen, die sie im Beruf niemals brauchen werden (es ist schlichtweg nicht Stoff, der für die Gymnasien relevant ist. Das davon wird zb in höherer Mathematik in ein paar Wochen abgearbeitet). In sofern kann ein Abiturient da sogar weitaus besser sein, da er vielleicht eher auf die Schüler eingehen kann (er kennt ja auch die Schule und die dortigen Gegebenheiten gut). Manche Lehrer sind dagegen schon an der Uni total weltfremd ;) Übrigens dort völlig normal, dass höhere Semester Übungsgruppen, Seminare, etc. halten (auch von Nichtlehramtsstudiengängen - allerdings brauchen Studenten meist auch weniger Pädagogik...naja, angeblich ;) ).
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18.06.2008 07:24 Uhr von denksport
 
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naja: da viele Lehrere manchmal auch was falsch beibrigen, authoritätsbedingt dann auch noch drauf bestehen, ist es gut, wenn man weiß, dass es eben nur Aushilfslehrer waren die einem den Stoff vermittelt haben.
Ansonsten kann es einem ergehen, dass man falsche Modelle im Kopf hat, gelernt von irgendeiner Physik-Null, die dann später im Studium Verständnisprobleme verursachen.
Lehrer sind wie Schüler nicht perfekt, aber Sie tun so.
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18.06.2008 07:27 Uhr von OskarL
 
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Vorbildlich! Ich finds toll, wie der Schulleiter seiner Führungsverantwortung gerecht wird und mit dem Einsatz der Schülerinnen eine mutige und sinnvolle Entscheidung trifft.An Universitäten ist der Einsatz von leistungsstarken Studenten in der Lehre längst Alltag und hat sich bewährt, warum soll das an einem Gymnasium nicht funktionieren!
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18.06.2008 08:18 Uhr von vostei
 
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ich weiß nicht wie es in anderen Bundesländern ist: aber in Bayern zumindest werden auch zunehmend Techniker aus der Industrie für den Lehrerjob umworben.

Zwei Jahre Ausbildung bei sofortiger Praxis am "Opfer". Es geht hierbei um Fächer wie Mathe, Chemie und Physik - diese Fächer sind nämlich bei den "normalen" Lehramtsanwärtern recht unbeliebt...
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18.06.2008 08:36 Uhr von Sneik
 
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hehe cool Burgkundstadt das ist ja ganz in der nähe da ist ne schöne Disco :-) ... Sonst find ich die Idee, Abiturientinnen als Lehrkräfte gar nicht einmal so schlecht, da diese noch nicht allzu lang von der Schule weg sind und wissen wie der Unterricht ihrer Meinung nach besser laufen könnte. Denke sogar von denen könnten die Kinder besser (nicht unbedingt MEHR aber besser) lernen als von so manchen Lehrern.
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18.06.2008 11:19 Uhr von Jaecko
 
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Zu dem Förster als Lehrer: Glaube, dass es in dem Fall garnicht mal soo schlecht ist, da schätzungsweise ein Förster in gewissen Gebieten halt auch mehr praktische Erfahrung hat als ein Lehrer-"Frischling", der jetzt z.B. Pilze etc. nur vom Bild kennt.
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18.06.2008 13:50 Uhr von müderJoe
 
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also: ich sage mal, dass siese Lösung definitiev besser ist, als den Unterricht ausfallen zu lassen. Und der Direktor wird schon nicht irgend wen nehmen, und ich habe so die erfahrung gemacht, dass Englisch Klasse 6 Oberstufenschüler einem das noch besser erklähren können, als mancher Englischlehrer. Die Schüler sind einfach noch näher dran!
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18.06.2008 14:43 Uhr von Loxy
 
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Mich stört an den geschilderten Vorgängen nicht, dass Abiturienten oder ältere Schüler anderen, jüngeren helfen und dabei womöglich noch selber Kompetenzen erlernen.

Im Endeffekt wird aus der Not eine Tugend gemacht, jedoch passt diese Notflickschusterei mit positivem Aspekt in keiner Weise zu der Aussage der Politik, dass Bildung an erster Stelle steht.

Schüler haben einfach keine Lobby und anstatt die Probleme lösen zu wollen, die sich hier anbahnen, sind die meisten Politiker doch froh, wenn sie die Probleme los sind... lösen kann die ja wer anders...
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18.06.2008 19:57 Uhr von CHR.BEST
 
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Ersatzlehrer verdienen doch nix: Das ist das Problem.

@Jimyp: Es wäre nicht sonderlich klug in eine Lücke zu stoßen, die nur dadurch entstanden ist, weil andere diesen Bereich fluchtartig verlassen haben.
Wir kriegen immer mehr amerikanische Verhältnisse, wo eine gute Ausbildung längst ein Luxusgut ist. Und jene, die den Luxus nicht bezahlen können, finden keinen Job und gehen daher zur Armee.

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