14.06.08 15:37 Uhr
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Der Milchstreik zieht Folgen nach sich

Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren gegen den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) eingeleitet. Der Anfang Juni beginnende zehntägige Lieferboykott soll demnach gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben.

Ebenso bedenklich sieht das Bundeskartellamt die Gründung eines Milchfonds. Der BDM möchte in den kommenden Tagen gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) beraten, ob überschüssige Milch von einen eigens gegründeten Fond aufgekauft werden soll, um die Preise zu schützen.

Eine Entscheidung vom Bundeskartellamt wird aber erst im Herbst erwartet.


WebReporter: pannock
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Folge, Milch
Quelle: www.heute.de

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43 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.06.2008 15:42 Uhr von ololtroll
 
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woot? guter deutsch!

zur news: also ich personlich sehe es als gutes recht der milchbauern an zu streiken bzw. die leferung zu boykotieren, wenn man vom erlös nicht mehr leben kann
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14.06.2008 15:53 Uhr von kathrinchen
 
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@ ololtroll: da haste sicher Recht. Das Poblem bei den Bauern ist aber, das sie, wenn sie sich zusammenschließen, unserer Kartellbehörde auffallen. Schade für die Bauern.
Gut, das unser Kartellamt bei den Ölgesellschaften auch so aufmerkam reagiert
*Wer ironie findet, darf sie behalten.*^^
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14.06.2008 16:17 Uhr von uhlenkoeper
 
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@kathrinchen: Das Vorgehen des Kartellamtes zeigt nur, welche Lobbyisten wirklich die Macht und den größeren Einfluß haben :
bei den Energieversorgern läuft das Kartellamt regelmäßig ins Leere, bei den Landwirten, dessen Interessengemeinschaft des BDM ja als Verein gar kein Wirtschaftsunternehmen ist, wird man tätig.

Da scheint mir doch, es wird nur dort massiv vorgegangen, wo man selbst meint, am Wenisten auf die Finger zu bekommen ......

Auf jeden Fall ist eine angestrebte Klage noch lange kein Urteil. Und in diesem Falle sehe ich die Chancen auf ein Urteil gegen den BDM schon als sehr gering an. Denn sonst müßte das Kartellamt auch gleich die Wirtschaftsverbände egal welcher Couleur anklagen. Die tun nämlich auch nichts anderes. Und im Bereich der IHK gibt es da noch einen prekären Punkt zusätzlich: dort ist die Mitgliedschaft nicht einmal freiwillig !


>>Wirtschaftsverbände sind Zusammenschlüsse von Unternehmen, die der Interessenvertretung der Mitglieder dienen. Es handelt sich dabei in Deutschland in der Regel um eingetragene Vereine, die zusammen etwa 120 000 Personen beschäftigen.

Die Mitgliedschaft in Wirtschaftsverbänden ist, im Gegensatz zur IHK, freiwillig. Die Verbände sind nach Wirtschaftszweigen gegliedert und in Spitzenverbänden, wie dem Bundesverband der Deutschen Industrie und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels zusammengefasst. Daneben haben sich auch branchenübergreifend Interessenvertretungen des Mittelstandes etabliert, wie etwa der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Im Handwerksbereich entsprechen die Innungen den Wirtschaftsfachverbänden. << (Quelle: http://de.wikipedia.org/... )


Geht das Kartellamt denn dann fairerweise auch gegen den Einzelhandelsverband vor, deren größte Mitglieder sich scheinbar sehr zweifelhafter Methoden bemüßigen, um die Erzeugerpreise unter Produktionsniveau zu drücken und damit ihren Verdrängungswettkampf zu finanzieren ?
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14.06.2008 16:19 Uhr von fruchteis
 
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Deutsch Sprach schwer Sprach? DER Milchstreik zieht Folgen nach sich - wie kommt man hier im Subjekt auf den Dativ?
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14.06.2008 16:34 Uhr von uhlenkoeper
 
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@ fruchteis und der Kontrollinstanz bei der Shortnews-Nachrichteneinlieferung ist es auch nicht aufgefallen ?

;-))
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14.06.2008 20:16 Uhr von datenfehler
 
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naja Ich bin gespaltener Meinung!
Ich würde mir wünschen, dass die Bauern, die die Milch weggeschüttet haben, so richtig gebeutelt werden. Es ist einfach abartig soetwas zu tun! Ich erwähnte es schon oft: ANDERSWO VERHUNGERN LEUTE!!!
Natürlich habens die Bauern schwer, aber es ist kein Grund Lebensmittel zu vernichten!
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14.06.2008 20:37 Uhr von fruchteis
 
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@datenfehler: Schlimmer war das vor einigen Jahrzehnten, als Äpfel und Tomaten in Größenordnungen auf die Müllkippen gefahren wurden - die hätte man auch in bedürftige Länder schicken können.
Die Milch verdirbt nach 1-2 Tagen, da lässt sich sowas nicht realisieren. Aber man hätte sie z.B. kostenlos in Schulen geben können, wo manche Kinder von ALG-II-Empfängern den ganzen Tag ohne Frühstücksbrote und Mittagessen mit Wasser aus dem Wasserhahn überstehen müssen.
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15.06.2008 09:35 Uhr von Stampede
 
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Find ich ok, Bauern scheinen die Marktwirtschaft: nicht verstanden zu haben.

So leid es mir auch um einige Bauern tut, aber es ist wie in jedem anderen Zweig der Wirtschaft: Gibt es von irgendwas zuviel, sinkt der Preis. Zuviele Bauern mit zu hoher Produktion und es gibt mehr Milch als hier abgenommen wird, die Preise sind natürlich im Keller.

Es bringt rein gar nichts, die Bauern so zu subventionieren, dass jeder weitermachen kann wie bisher. Das wird auch woanders nicht gemacht.
Sobald einige Bauern aufgegeben haben und weniger Milch produziert wird, werden sich die Preise von alleine weiter oben einpegeln.

Unabhängig davon was man von der Marktwirtschaft hält, funktioniert es derzeit einfach mal so.
Warum sollte es da den Milchbauern besser gehen als allen anderen Arbeitnehmern? Deren Jobs werden auch nicht auf Krampf mit Subventionen erhalten..
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15.06.2008 14:56 Uhr von P17244
 
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Ja der Milchstreik hat Folgen ich kaufe keine Milch mehr, solange sie beim Lidl oder Aldi 50 Cent der Tetrapack kostet.
In den USA kostet das Kilo Milch 0,28 Dollar beim Verkauf an die Molkereien und die Bauern dort verhungern auch nicht.
Ich muss nicht unbedingt das trinken, was die Kuh für ihre Kälber produziert.
Oder geht einer von Euch da draußen in eine Entbindungsstation und pumpt einer Mutter Muttermilch ab, um sie dann zu trinken oder Käse draus zu machen? ;-)
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15.06.2008 15:15 Uhr von Snake9
 
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@ Stampede - Für Milch gibt es keine sondern feste Kontingente und wer sein Kontingent überschreitet bekommt entweder kein Geld für die zuviel gelieferte Milch oder die gleiche Menge abgezogen. Die Spritpreise und Getreidepreise (des Biosprits wegen) sind übelst angezogen, die Beihilfen und Gasölverbilligung werden kontinuierlich gekürzt und der Milchpreis in den Keller gedrückt. Das hält auf Dauer keiner hier durch und dann kauft Müller Milch in Polen (während des streiks passiert) zu Preisen die sie hier nie zahlen würden. Macht unsere Landwirtschaft nur klein und zahlt dann Preise über die Ihr Euch wundern werdet anstatt jetzt fair zu zahlen. Die Discounter setzen die Molkereien unter Druck und die wiederum sparen da wo´s am einfachsten ist: am Geldbeutel anderer.........dem der Bauern. Ach ja, viele Bauern haben ihre Milch zum Teil verfüttert oder kostenfrei an alle die sie haben wollten abgegeben. Keiner hat seine Milch gern weggeschüttet...........sie müssen für jeden Liter arbeiten, egal was sie damit machen........keine Feiertage, keine sonntag oder überhaupt frei, die Tiere wollen immer versorgt und gemolken sein.
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15.06.2008 17:57 Uhr von midhgard
 
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Mich ärgert das: immens zu sehen, dass die Milchbauern beim Streik die Milch auf die Strasse laufen lassen. Mir hat das Herz geblutet, denn ich gebe datenfehler recht, Lebensmittel zu vernichten, um wen zu erpressen, das ist mehr als schändlich und gehört streng bestraft. Auch ich denke an die vielen hungernden Kinder, ob im Ausland oder gar in diesen Zeiten auch bei uns in Deutschland. fruchteis hat schon einen guten Vorschlag gemacht. Die kostenlose Abgabe in Schulen wäre eine sinnvolle Möglichkeit gewesen, die Milch nicht in den Verkauf zu geben aber dennoch nicht zu vernichten. Und man hätte damit Kinder glücklich gemacht, die es so oder so schwer haben. Ich bin auch der Meinung, die Milchwirte sollten mal halblang machen! Solange sie im Mercedes beim Lidl vorfahren, die Frau von denen mit edlen Klamotten und Pelzmantel aussteigt (selbst gesehen!!), muss an hungern nicht gedacht werden bei denen. Verwöhntes Pack! Sollen sie mal ein paar Tage wie ein Hartz4er leben müssen. Das würden die wohl gar nicht erst überleben.
Und nun her mit euren Minuspunkten für eine ehrliche Meinung.
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15.06.2008 20:33 Uhr von kellakilla
 
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...um die preise zu schützen solange fachfremd in die kostengestaltung der konsumkette von milchprodukten eingegriffen werden "muss" und mit exportierten überschüssigen milchprodukten in africa menschen gequält und getötet werden,
können die produkte logischerweise billiger verkauft werden.
Und zwar ohne dass die produzenten unterbezahlt sein müssen.

Nicht nur durch "cut the middlemen" (kürzt die vermittlung, bzw. den zwischenhandel raus).

Fielen die kosten der preisstützung und des miss-exportes nämlich direkt den bauern zu, könnte man davon noch was besteuern und somit "gutes tun".

Genauer betrachtet ist die milch dann gratis, denn sie wird durch das produktionsvolumen ihrer maschinerie bezahlt (wirtschaftl. maschinenkommunismus).

ciaoY
möchtegernkiller
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15.06.2008 20:37 Uhr von Denk-Bar
 
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Wie wäre es denn mit etwas Ehrlichkeit? Das Streikrecht steht dem Bauern als Unternehmer nicht zu. Sie behindern Lieferanten auf dem Weg zu den Molkreien. Die Bauern werden aus EU-Mitteln subventioniert, wollen aber die Bauern aus anderen EU-Staaten daran hindern ihre Produkte bei einer deutschen Molkerei abzuliefern. Wegen dem Streik bleiben die Bauern auf ihrer überschüssigen Milch sitzen und schon kommt Seehofer (CSU) und kauft sie zu hohen Preisen auf.
Ich bin dafür, dass ALLE Land-, Fisch- und Forstwirte in der EU alleine der freien Marktwirschaft verpflichtet sein sollten und ohne Subventionen wirtschaften sollten.
Eine EU-Kuh bringt 15.000 Liter Milch * 0,43 € und lebt von 6.450 + Schlachtwert + Subventionen.
Ein ALG II-Empfänger erhält maximal 347 € * 12 = 4.164 €. Die Kuh ist in Europa also mehr wert als ein Arbeitsloser
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15.06.2008 20:51 Uhr von seppthebest
 
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Na Denk-Bär: ein Kuh bringt nach Deiner Rechnung auch mehr Leistung wie viele ALG II - Empfänger. 365 Tage im Jahr arbeiten die Tiere und deren Besitzer. Also jeder ALG II - Empfänger mietet sich eine Kuh und melkt und füttert das Tier 365 Tage im Jahr.
Warum darf ein Selbstständiger nicht streiken? Darf ein Einzelhändler sein Geschäft nicht auch schließen oder ein Gastwirt oder Handwerker? Landwirte sind doch auch Selbstständige, oder? Wieviel Tage Urlaub hat eine Kuh und sein Besitzer im Jahr?
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16.06.2008 10:44 Uhr von ArrowTiger
 
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@uhlenkoeper: Stimme Dir 100% zu! War auch mein erster Gedanke, als ich den Artikel las. Bei Energieversorgern und anderen Großkonzernen ist vom Kartellamt nichts zu hören, aber wenn dann mal der Mittelstand auf die Barrikaden geht, sieht man Wettbewerbsverzerrung, wo keine ist.

Und wenn der Lissabon-Vertrag (EU-Verfassung) rechtswidriger Weise doch noch irgendwie durchgesetzt werden sollte, wird solch ein Vorgehen dann auch noch geltendes EU-Recht, pass auf...
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16.06.2008 12:27 Uhr von Aries.Quitex
 
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@ P17244: Ich sag nur : Tierrechte.
Wenn ich das bei Menschen machen würde, würde man mir Sexismus, Sklaverei und noch eine Menge anderer Dinge vorwerfen, egal ob die Bezahlung top wäre oder die Betroffenen es freiwillig machen.

Wenn unsere Gesellschaft zu unflexibel und zu dumm ist um auf die sich ändernden Bedingungen zu reagieren, tja, dann wird über kurz oder lang halt das ganze Konzept an die Wand gefahren werden.

Radikale PArteien bekommen mehr Zulauf, immer mehr Leute rutschen Gesellschaftlich ab, Armut wird allmählich zum Sozialstandard, unsere Umwelt wird immer weiter "verbraucht" - Tja - Lassen wir uns Überraschen wie dieses Teilproblem "Milchstreik" in 10 Jahren rückblendend bewertet wird.
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16.06.2008 13:10 Uhr von Schwertträger
 
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@midhgard: Fromme Wünsche: - Aber wer zahlt den Transport der Milch zu den Schulen?
- Wie wird die Milch dort abgegeben?
- In den Becher aus dem Laster? (Verboten)
- Welcher Laster? (Der gehört der bestreikten Molkerei. Milchbauern haben keine Milchtransportfahrzeuge)
- Wer organisiert das? (ein Milchtransportorganisationsbüro unterhält der freiwillige Bauernverband wohl nicht. Würde auch zuviel kosten).
- ist das rechtlich überhaupt zulässig?
- Bauern leben wie HartzIV-ler, tun viele von denen das nicht längst?
- Und warum werden dann nicht mehr HartzIV-ler Milchbauern, wenn das doch so angenehm ist?


Nein, so einfach, wie Du das siehst, ist die Welt leider nicht.


Und so einen Bauern (wahrscheinlich eher Landwirt, wenn Du den Unterschied kennst) wie den von Dir beschriebenen kenne ich auch. Der fährt nicht mal einen popeligen Mercedes (ist ja nichts Besonderes mehr heute), sonden einen teuren Geländewagen (nicht den für den Hof) und seine Frau einen teuren Sportwagen.

Aber die sind die Ausnahme.
Die meisten, die ich kenne, leben nicht wohlständiger als ein normaler Handwerker oder durchschnittlicher Büroangestellter auch. Und die Frau hat einen Job ausserhalb des Hofbetriebs und muss dazuverdienen. Ebenfalls wie bei den meisten anderem Familien auch.

Und ein paar leben deutlich schlechter.
Wenn da ein Mercedes steht, ist das ein für 1000 EUR gebraucht gekaufter uralter ohne Umweltplakette. Die werden einem nämlich hinterhergeschmissen.
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16.06.2008 13:19 Uhr von Schwertträger
 
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@Milano: Zu welchem Preis würdest Du denn verkaufe: Komisch, wenn die Molkereien die Preise erhöhen, dann schreit keiner "die raffgierigen Molkereien", aber wenn die Bauern mehr haben wollen, dann brechen hier die Schreibarien los.
Warum wettert niemand DAgegen??
Wofür kassieren Handel und Molkereien rund 30% des Endpreises?

Da fragt niemand, da schreit niemand "raffgierig" !!

Die ersten Erhöhungen in diesem Jahr gingen nämlich nicht auf die Milchbauern zurück, sondern auf die weiterverarbeitende Industrie und den Handel.


All die Bauernkritiker: Zu welchem Preis würdet Ihr denn Eure Milch anbieten wollen?
Zeigt doch mal Eure probeweise Kalkulation!

Mal sehen, ob die hin kommt.
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16.06.2008 13:26 Uhr von Schwertträger
 
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@Stampede: Milchquoten, kennst Du die? Die gesamte, in der Bundesrepublik produzierte Milch, ist von der Menge her gesetzlich geregelt.

Also kann kein Bauer hingehen und mehr produzieren, weil er sich mittels garantiertem Preis dick saugen möchte.

Die Regierung ist bisweilen doof, aber so doof, das nicht zu regeln, ist sie nun auch wieder nicht. Weiss nicht, was sich manche Leute denken.
Macht Euch doch erstmal schlau, wie das in Deutschland funktioniert. Ich kann Euch versprechen, es ist ein hoch kompliziertes Thema.

Milchquoten kann man erwerben, wenn anderswo welche wegfallen.


Oder man bringt seine Milch selber zum Endverbraucher. Das geht auch. Aber dann erfolgt u.U. ein Abstrich bei der Vergabe der verbilligten Schaffungskredite. Das heisst, der Teil, der nicht für den Quotenverkauf gedacht ist, muss aus eigenen Mitteln aufgebaut werden.



Und nein, ich bin KEIN Bauer, ich bin technischer Angestellter in der Kommunikationsbranche. Aber ich wohne in der Stadtperipherie und halte meine Augen offen.
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16.06.2008 13:39 Uhr von midhgard
 
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@Schwertträger: Um deine Frage nach der Organisation und Transport zu beantworten. Eine Meldung an "Die Tafel" und das Problem ist gelöst. Die haben eigene Fahrzeuge und Leute, die machen das. Und zwar EHRENAMTLICH!

So sehr ich die Problematik der Milchbauern verstehe, Schwertträger, sehe ich trotzdem keine Rechtfertigung dafür die Milch lieber auf die Strasse laufen zu lassen, anstatt sie für den niedrigen Preis zu verkaufen. All die angeführten Argumente von wegen Arbeit ohne Urlaub, wenig Geld und so weiter sind damit eine Farce! Milch für wenig Geld verkauft ist Geld in der Tasche. Milch auf die Strasse laufen lassen ist KEIN Geld in der Tasche. Eine ganz einfache Rechnung. Milch ist ein Grundnahrungsmittel und sollte nicht so teuer werden wie es beabsichtigt wird.

Die Frage, warum Hartz4 Empfänger kein Milchbauer werden sehe ich mal als Unsinn an. Warum jemand Hartzer ist, hat vielfältige Gründe. Kaum jemand wird wohl die nötige Ausbildung haben um Milchbauer zu werden. Sie haben ihre eigenen Berufe in denen sie gern arbeiten möchten aber nicht können. Man sollte sich mal endlich abgewöhnen die Hartz4 Empfänger zum Sündenbock und Notstopfen der Nation zu machen. Nur weil sich ein gewissenloser Mensch in einer Bierlaune diese Hartz4 Gesetze einfallen lassen hat. Was anderes kanns nicht sein, denn er hat damit aus normalen Arbeitslosen Bettler gemacht. DAS kann der nie wieder gut machen! Das mal dazu.
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16.06.2008 14:08 Uhr von Schwertträger
 
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@midhgard: Schon besser: Warum taucht der Tafel-Vorschlag nicht in Deinem Ursprungsbeitrag auf?
Würde schon wesentlich differenzierter klingen als die Version, die dort steht. :-)

Aber auch "Die Tafel" dürfte Schwierigkeiten mit solchen Mengen an unverpackter Milch haben. aber es wäre eine Teillösung, da gebe ich Dir Recht.
(Haben eigentlich Vertreter der "Tafel" bei Bauern angefragt nach Beginn des Streiks? Nur mal so als Frage).

Zu dem wurde die Milch nciht auf die Strasse gekippt, sondern teilweise zurück verfüttert, oder der Gülle beigegeben, so dass sie als Dünger wieder auf Wiese und Feld kommt. Ganz so dramatisch ist´s also nicht.



Was die Grundnahrungsmittel angeht, sind die übrigens nach wie vor im Durchschnitt billiger als in unseren Umgebungsländern.



Die Frage nach den HartzIV-lern war eine Provokation auf exakt dem Niveau des Bauerngebashes und genau dem Niveau der Aufforderung, dass die Bauern doch mal einige Zeit als HartzIV-ler leben sollten, das stimmt.

ICH mache DIE HartzIV-ler bestimmt nicht zum Sündenbock.
(Falls Du meine Beiträge nach 5 Jahren immer noch nicht kennst).

Tatsache aber ist, dass etliche Bauern weniger verdienen als ein HartzIV-ler und nur durch die Einnahmen der Frau in einem externen Beruf das Einkommen der Familie auf ein überlebensfähiges Niveau kommt. etliche Bauern arbeiten also für unter´m Strich weniger als die HartzIV-Bezüge Vollzeit (+ Überstunden), so dass es für sie eigentlich bequemer wäre, ein HartzIV-ler zu sein. Nur die Tatsache, dass sie in diesem Zustand zumindest nominell Eigentum unter´m Hintern haben, unterscheidet sie dann von diesen.

Bauer wird man ja meist nicht mal freiwillig. Als Bauernsohn geboren, hat man oft nur die Wahl Verräter zu werden und Ländereien zu verkaufen, der sich seit Hunderten von Jahren in Familienbesitz befinden, dafür aber einen "normalen" Job zu haben, .... oder alles zu tun, um den Besitz zu halten und dafür oft weniger zu haben, als die Klassenkameraden, die in lukrativere und bei weitem bequemere Berufe gehen.

Diejenigen, die dann anfangen, wild dazuzukaufen und zu wachsen und dabei zu Wohlstand kommen, sind eher seltener.
Es gibt sie, klar, aber verglichen mit dem Einsatz sind selbst die arm im Vergleich zu Managern in der Industrie.
Das sollte man in der Betrachtung nicht vergessen.


Und der hier viel zitierte Mercedes, der ist ab Abteilungsleiter (ohne unternehmerisches Risiko) absoluter Standard. Die ersten Audi A8 tauchen ab Bereichsleiter auf.
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16.06.2008 14:45 Uhr von midhgard
 
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@Schwertträger: Der Tafel-Vorschlag kam nur deshalb nicht, weil ich erstmal pauschal geantwortet habe, meine Meinung kund gab. Das ist der Sinn dessen hier, nicht um tragfähige Lösungen zu finden. Shortnews ist eine Meinungsplattform! Aber nun hab ich halt den Vorschlag gegeben, ich hätte noch mehrere zu der ganzen Sache, aber wie gesagt, das ist der falsche Ort hier dafür.

Was die Milch auf die Strasse kippen angeht. Oh doch, das haben sie getan! Es war in Grossaufnahme in den Nachrichten zu sehen! Ein Milchbauer stand dort an einem Milchcontainer und drehte grinsend den Hahn auf, die Milch lief auf die Strasse! Es WAR so drastisch und hat deshalb die Gemüter auch so erregt.

So im Detail kann ich über jeden Milchbauer oder Bauer nicht urteilen, da ich keine direkte Einsicht in deren Unterlagen und Vermögensverhältnisse habe. Meine Mutter war in erster Ehe Bäuerin, aber das ist Ewigkeiten her und ich war da noch gar nicht geboren. Sie erzählte viel und wie es damals war. Wenn ich heute aber eben schaue wie die Bauern hier durch die Gegend fahren (nicht nur einer, das wäre ja der Ausnahmefall) und übers Fernsehen eine Frau suchen, dort freizügig über ihr Vermögen erzählen...nun dann rundet sich ein gewisses Bild ab. Wenn sie so arm dran wären, würde das anders aussehen. Aber wie auch immer, so wie es bei den Streiks gelaufen ist, kann das nicht angehen. Dabei bleibe ich.

Und äh, Audi ist in meinen (persönlichen) Augen nicht so wertvoll wie ein Mercedes. Da bin ich voreingenommen, fahre selbst C-Klasse und vollkommener Fan. *g Sorry, aber ist so. Und ich hab das Glück, dass mein Mann ebenfalls Sternfahrer ist, so war der Kauf eine einfache Sache ohne Streit *g.

Insgesamt: jedem seine Meinung, Schwertträger. Deine hat genausoviel für sich wie meine. Auf einen Nenner wird man nie kommen. Nix für ungut. ;o)
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16.06.2008 15:43 Uhr von Schwertträger
 
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@midghard: Sicher sind die Threads hier primär dafür da, seine meinung kund zu tun.
Aber auch die sollte man ja ausgewogen, oder eben zumindest fundiert halten, weswegen dann exemplarische Beispiele, die eine tiefer gehende Beschäftigung andeuten, prinzipiell weder schlecht sind, noch gegen den "Sinn" des Threads verstossen.

Kurz zum Sinn:
In wie weit es Sinn macht, lediglich Meinungen kund zu tun, ohne diskutieren zu wollen, ist eine andere Sache. Wenn man nicht gerade Statistiker ist, hat eine stumpfe Meinungsäusserung ohne Austausch nur sehr, sehr wenig Sinn für alle Beteiligten.
:-)


Zu dem Milchbauern und der Milchhahnaktion.
Das war, wie´s aussieht, eine Medienaktion, um plastisch darzustellen, dass man zu allem bereit ist, wenn es not tut. Das bißchen Milch, dass dabei auf die Strasse geflossen ist, ist ja nicht nennenswert angesichts der Gesamtmenge.
(Mit der Kanne in der Hand vorgestürmt, um das aufzufangen, ist aber auch niemand, oder? ;-) )

Ich sehe halt immer beide Seiten.
Sicher verstehe ich, dass arme Familien nicht mehr Geld für ihre Lebensmittel zahlen können und/oder wollen. Aber dann muss man dort eben andere Mittel finden. Die breite Masse an Menschen, die sich z.B. einen zweiten oder dritten Urlaub leisten können, sollten jedenfalls erstmal dort sparen, ehe sie nur einmal den Satz "die Lebensmittel sind zu teuer" in den Mund nehmen. Ganz zu schweigen von Skiern, Surfbords etc.


Zu den Autos.
Ob nun Mercedes oder Audi oder BMW das schönere Auto ist (in Sachen Wert kann man da wohl kaum Unterschiede ausmachen), sei dahingestellt.

Was ich sagen wollte, war:
Nur weil jemand einen Mercedes fährt, ist er noch nicht reich, .... ja, nicht einmal begütert!

Von allen drei angesprochenen Marken gibt es relativ billige Kleinwagen und Fahrzeuge der unteren Mittelklasse und die Mittelgrossen werden einem zu günstigsten Kreditkonditionen untergejubelt. Selbst ein Student könnte teilweise so eine Kiste fahren. Als Einjährigen über entsprechende Gebrauchtwagen-Finanzierung sowieso.
Lediglich die Oberklasse ist schwieriger zu erwerben und deutet auf etwas mehr vorhandene Kohle hin.

Auf jeden Fall ist manch ein Mercedes nicht mehr Zeichen für Wohlstand, wie der im obigen Beitrag erwähnte Passat, .... eben weil er genauso viel kostet.
Und das ist keine Meinung. ;-)
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16.06.2008 16:20 Uhr von H-Star
 
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ist mir alles völlig egal: bin veganer :D
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16.06.2008 22:06 Uhr von uhlenkoeper
 
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Einige Punkte für alle zur Kenntnisnahme : 1. Milchbauern bekommen KEINE Subventionen für ihre Milch !

2. Ein schnelles Umsatteln auf andere Produktionszweige ist oftmals nicht möglich, da Milchviehwirtschaft in der Regel dort stattfindet, wo die Bodenausstattung eine andere Wirtschaft nicht mehr zuläßt (z.B. nasse Marschböden, kleine Flächen in Mittelgebirgen).
Außerdem sind die Investitionen in der Milchviehwirtschaft in Maschinen /Melktechnik, Kühltechnik, Lagertechnik, Hygienevorschriften etc. so groß, dass ein Umsteigen nicht so einfach machbar ist. Da müssen Kredite abgestottert werden.

3. Leider hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass auch dann, wenn einige Landwirte ihre Milchquote unterliefern die Molkereien vor allem bei Großviehbetrieben die benötigten Mengen anfordern. Da Quoten teuer gekauft werden müssen und sich rentieren müssen, ist jeder Bauer mit dem Rücken zur Wand (die Bank schaut genau auf die Rentabilitätszahlen), wenn er seine Quote "ohne Not" unterliefert.

4. Zur Empörung über die weggeschüttete Milch über einen Zeitraum von 10 Tagen:
ist Euch eigentlich bewußt, dass laut der EU jedes Jahr in Deutschland 2Mio. Tonnen Lebensmittel durch Handel und Gastronomie vernichtet werden ? Da mutet die moralische Entrüstung über die "weggeschüttete" Milch schon sehr seltsam an. Kein Kind in Afrika hätte von dieser Milch profitiert.

Die Abgabe von Großmengen an die Tafel durch Landwirte ab Hof ist übrigens verboten ohne spezielle Genehmigung (gekoppelt an spezielle Hygienevorschriften etc.). Und die haben in Deutschland grade mal 40 Betriebe !

5. Darüber hinaus ist nicht nur der BDM im Auge des Kartellamtes, sondern seit Jahresbeginn auch die Lebensmittelketten, denen Preisabsprache vorgeworfen wird. Dazu hat es schon Haussuchungen gegeben.
>>Doch auch schon vor dem Streik habe das Amt begonnen, die Mechanismen der Preissetzung bei Milchprodukten zu untersuchen. Im Februar habe das Kartellamt bei Hausdurchsuchungen umfangreiches Material sichergestellt, so Heitzer weiter. Vor allem ging es dabei um Firmen in der Süßwarenindustrie, jedoch waren auch einige Preisfindungen der Discounter in den Blick der Kartellrechtler gerückt. Der Vorwurf: Unerlaubte Absprachen der Ketten untereinander. Aufgrund der laufenden Untersuchungen wollte der Behördenchef hierzu aber keine Details nennen. << (http://www.topagrar.com/...)

6. Übrigens hat der LIDL-Chef Gehring in der letzten Woche im Interview mit der Financial Times Deutschland zugegeben, dass ALDI quasi die Preise diktiert. Von einer "Preisfindung am freien Markt" kann da nun wirklich keine Rede sein.

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