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Ist die private Krankenversicherung bald Geschichte?

Die private Krankenversicherung steht womöglich vor dem Aus. Von den große Versicherungen, wie etwa die Allianz, wird eine grundlegende Umstrukturierung des Gesundheitssystems angestrebt. Sie wollen, dass das Geschäftsmodell der privaten Krankenkassen umgestellt wird. Besonders kleine Kassen leisten Widerstand.

Die großen Versicherungskonzerne Allianz, Axa und Ergo haben einen Vorschlag im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entworfen. Dieser sieht vor, dass eine Einheitsversicherung eingeführt werden soll, die einen Grundschutz für alle Deutschen liefert.

Private Krankenversicherungen wären mit dieser Einheitsversicherung abgeschafft. Eine Neuerung in diesem angestrebten System wäre, dass jeder Versicherte von der Krankenkasse akzeptiert werden müsste.


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WebReporter: noflowers
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Sicherheit, Krank, Geschichte, privat, Krankenversicherung
Quelle: www.spiegel.de

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10.06.2008 13:05 Uhr von Martin83
 
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Wer glaubt das? Klar ist eine Umstrukturierung im Gesundheitswesen derzeit ein stark diskutiertes Thema. Aber eine "Einheitsversicherung" für alle wird es meiner Meinung nach nicht geben - und auch nicht geben können.

Die Versicherungsunternehmen hatten ja schon genug Probleme mit ihren Tarifkalkulationen als es darum ging einen einheitlichen "Basistarif" in der privaten Krankenversicherung zu schaffen.

Die Krankenversicherungssparte ist bei den deutschen Versicherern nun mal ein Bereich mit einem unglaublichen Beitragsvolumen. - Das kann gar nicht aufgegeben werden, mal ganz abgesehen von den finanziellen Einnahmen die Ärzte durch die PKV haben.

Meiner Meinung nach wird der Basistarif, der einen Kontrahierungszwang vorsieht, weiter entwickelt werden um so allen deutschen den Zugang zur PKV zu verschaffen. - Das ganze natürlich bei den gleichen "schlechten" Leistungen wie aus der gesetzlichen Versicherung.

Ein Einheitsmodell (gleiche Leistungen, einheitlicher Beitragssatz usw) wird es meiner Meinung nach nur bei den gesetzlichen Kassen geben. - Nicht aber bei der PKV.

Eine Abschaffung der privaten Krankenversicherung - sowas ist nicht tragbar.
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10.06.2008 13:48 Uhr von Kandis2
 
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Es ist ja nicht nur ein Problem des Versicherungsmodells, ich sehe noch ganz andere, offensichtliche Probleme: solange die Pharmaindustrie ihr Monopol ausnutzt und Ärzte nötigt, bestimmte Medikamente zu verschreiben, die nachweislich überteuert und oft wirkungslos sind (von den Nebenwirkungen mal abgesehen), solange kein Umdenken erfolgt und eine Alternativmedizin in Betracht gezogen wird, solange werde die Kosten immer weiter steigen und die Grundversorgung immer weiter den Bach runtergehen.

Deutschland scheint medikamentengeil zu sein.

Keine Frage, bei schweren Krankheiten, die gewisse Medikamente erfordern, sollen die auch ohne Rücksicht auf irgendwelche Deckelungen verschrieben werden können. Es kann aber nicht angehen, dass ganz oft nur die Auswirkungen medikamentiert werden, anstatt die Ursachen zu bekämpfen.
Verkehrte Welt ...
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10.06.2008 13:58 Uhr von ArrowTiger
 
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Vorsicht! Das ist ein ganz übler Trick! Mehr dazu hier:

"Der Trick, mit dem die großen privaten Krankenversicherer der gesetzlichen Krankenversicherung das Wasser abgraben wollen"

http://www.nachdenkseiten.de/...

Auszug:

"Tatsächlich wäre dies nichts anderes als die Einführung einer für alle verpflichtenden Kopfpauschale (also eines gleichen Beitrags für alle, unabhängig von Einkommen, Alter und Geschlecht). Damit hätten die privaten Versicherer endlich die Versicherungspflicht bei gesetzlichen Kassen bis zur Einkommensgrenze von 4.012,50 Euro monatlich geknackt und könnten in das Geschäftsfeld der Krankenversicherung für die „normalen“ Arbeitnehmer vordringen. Bei Einnahmen von über 155 Milliarden Euro für die gesetzlichen Kassen ein hochattraktives Umsatzfeld für die privaten Versicherer.

[...]

Damit stünde ein weiteres, solidarisch finanziertes, soziales Sicherungssystem vor dem Aus. Denkbare soziale Ausgleichszahlungen würden wahrscheinlich überwiegend aus indirekten Steuern finanziert werden und somit gerade diejenigen belasten, die den größten Teil ihres Einkommens verkonsumieren müssen und damit (relativ zu ihrem Einkommen) den höchsten Anteil an der Finanzierung tragen."


Deren Gier ist unser Unheil!
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10.06.2008 14:00 Uhr von Mancus Nemo
 
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Wenn doch dann ist das die Einführung der Planwirtschaft durch die Hintertür.

Zu der Medikamentengeschichte was verschreiben wir heute könnte ich alleine ganze Bücher füllen ....

Totaler schwachsinn den die da eingeführt haben und was die noch planen noch mehr Schwachsinn......

mfg Deutschland
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10.06.2008 14:33 Uhr von artefaktum
 
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@Mancus Nemo: "dann ist das die Einführung der Planwirtschaft durch die Hintertür."

Und die ganz großen Versicherungskonzerne, die das hier vorgeschlagen haben (Allianz, Axa und Ergo) sind Anhänger der Idee der Planwirtschaft? Meinst du, die schlagen so was vor, ohne das sich für sie das gewaltig rentiert?

Das wird auf eine Zweiklassenmedizin hinauslaufen bei der die Grundversorgung katastrohal ist und jede Extraversicherung Geld kostet. Da wird Geld direkt von der gesetzlichen (die dann einen sehr abgespeckten Leistungskatalog hat) direkt in die Kassen der grossen Privaten umgeleitet. Dumm für den, der wenig Geld. Das Solidarprinzip ist weitgehend abgeschafft, Private machen das dicke Geld mit denen, die sich das leisten können. Der Rest kann sehen, wo er bleibt. Die USA lassen grüssen. Neben Millionen die dort gar keine Krankenversicherung haben gibt es auch ganz viele, die unterversichert sind und nicht die nötigen Policen haben. Die dürfen dann bestimmte Krankheiten und Unfälle haben, andere sollten sie dann aber nicht haben, weil sie da unzureichend versichert sind.
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10.06.2008 14:44 Uhr von Falkone
 
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Und als nächstes kommt die Einheitspartei !!!!! Ich bleib Privat!, man gönnt sich ja sonst nichts.....
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10.06.2008 14:54 Uhr von ArrowTiger
 
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@Judas II: -- "da bleib ich lieber schön in meiner privaten, da muss auch auch beim arzt nicht so lang warten usw."

In den meisten Praxen warten alle gleich lang, da eine Bevorzugung ohnehin verboten ist, bzw. die meisten Ärzte noch etwas Ehrgefühl haben.

Bei den Ärzten, denen jenes Ehrgefühl bereits abhanden gekommen ist, kann es Dir allerdings auch passieren, daß man dir dort alle möglichen lukrativen Behandlungen angedeihen lässt, ob Du sie nun brauchst, oder nicht. Da gibt es wahre Horrorstories...

Es ist eben immer so, wie die Erfahrung zeigt: Aufgaben des Gemeinwohls gehören nicht in privatwirtschaftliche Hände.
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10.06.2008 14:58 Uhr von ArrowTiger
 
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@Falkone: -- "Ich bleib Privat!, man gönnt sich ja sonst nichts...."

Der Grund für die von den Privaten angedachte Aktion ist ja, daß deren damals profitable Jungkunden nun auch alle ins "Alter" gekommen sind, deren Krankenstand damit zunimmt, und die Privaten gerade entsprechende Finanzierungsprobleme bekommen.

Ich wäre mir als Privatversicherter also nicht so sicher, daß die Versorgung so bleibt, wie sie bisher war. Es geht eben nichts über ein solidarisches System... :-)
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10.06.2008 15:18 Uhr von Martin83
 
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@Arrow Tiger: sicher ist es icht immer so dass privat versicherte nicht so lange warten müssen. Dennoch will ich die Aussage: "Gehört nicht in Private Hände" nicht so stehen lassen.

Wo glaubst du denn wo die tollen teueren Geräte in den ganzen Arztpraxen herkommen, die auch zur Behandlung der gesetzlich Versicherten bereit stehen? Ich glaube kaum dass diese vom solidarischen System der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert worden sind.

Es ist nunmal eine Tatsache, dass Ärzte das meiste Geld an den privatversicherten verdienen. - Mit Abrechnungen über die GKV kann sich heutzutage kein Arzt mehr über Wasser halten.

Da müssen nichtmal besondere "Extrabehandlungen" abgerechnet werden. Ein Arzt bekommt ja schon für normale Behandlungen wesentlich mehr als bei der GKV.

Manche Ärzte würden warsch ohne die PKV die Hälfte des Monats umsonst arbeiten. Das kann auch nicht sein.

Meiner Meinung nach geht das "tolle solidarische System" den Bach runter - und das nicht nur bei der Krankenversicherung sondern auch Rente usw.
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10.06.2008 15:37 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83: -- "Wo glaubst du denn wo die tollen teueren Geräte in den ganzen Arztpraxen herkommen, die auch zur Behandlung der gesetzlich Versicherten bereit stehen? Ich glaube kaum dass diese vom solidarischen System der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert worden sind."

Komisch. Bei meiner Liebsten (Allgemeinärztin) klappt das aber sehr wohl. :-)

-- "Es ist nunmal eine Tatsache, dass Ärzte das meiste Geld an den privatversicherten verdienen. - Mit Abrechnungen über die GKV kann sich heutzutage kein Arzt mehr über Wasser halten."

Das liegt aber nicht an den Privaten, sondern an unserer Gesundheitspolitik. Und man kann (Landärzte mal ausgenommen) sehr wohl noch (!) von den GKV-Patienten leben, zumal der Privatanteil so hoch meist nun auch nicht ist (ca. 10%). Es ist aber politisches Ziel, niedergelassene Ärzte "abzuschaffen", und gegen Angestellte in privaten MVZs auszutauschen. Entsprechend werden den selbstständigen Ärzten Stöcke in Form von Deckelung, Verwaltungskram und niedrigeren Punktwerten zwischen die Beine geworfen, wo es nur geht. Das hat aber alles nichts mit besonders tollen PKVen. Die sind ja gerade selbst am Schwitzen, wie sie ihr Konzept noch retten können (s. Thema). Rosinenpicken klappt eben auch nur eine Zeit lang, und ist nur Augenwischerei

-- "Da müssen nichtmal besondere "Extrabehandlungen" abgerechnet werden. Ein Arzt bekommt ja schon für normale Behandlungen wesentlich mehr als bei der GKV."

Das ist wohl so. Sind dir die o.g. Hintergründe auch klar?

-- "Manche Ärzte würden warsch ohne die PKV die Hälfte des Monats umsonst arbeiten. Das kann auch nicht sein."

Gebe ich Dir recht (deshalb haben auch viele Ärzte am Quartalsende geschlossen :-). Dennoch liegt das Problem nicht an den GKVen, sondern an der Politik. (Siehe auch gezielte Schwächung der Gesetzlichen Rentenversicherung).

-- "Meiner Meinung nach geht das "tolle solidarische System" den Bach runter - und das nicht nur bei der Krankenversicherung sondern auch Rente usw."

Es geht nicht, es wird gegangen! Es gibt einige Belege dafür, daß es kein besseres System gibt, als ein umlagenfinanziertes Solidarsystem. Man muss es politisch nur auch wollen. (Es geht mir im Übrigen gar nicht so sehr um totale Rundumversorgung. Die Mindestversorgung dürfte, wenn die Pläne aufgehen, jedoch unter aller Sau werden.) Wird dies alles privatisiert, werden wir irgendwann chilenische Zustände haben. Oder doch zumindest Zustände wie in den USA, was alleine schon schlimm genug wäre...
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10.06.2008 16:11 Uhr von Martin83
 
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Hast recht. Da gebe ich dir durchaus recht, dass es nicht an der GKV sondern an der Politik liegt. Ich sage ja auch nicht dass die GKV schlecht ist. Klar handelt es sich hierbei um ein System, auf das andere Länder neidisch blicken.

Dennoch sollte man aber nicht übersehen, dass durch die massenhaften Verschlechterungen und Kürzungen die GKV immer weniger Wert wird. Leider auch für die Ärzte.
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10.06.2008 16:40 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83: Schön, dann gehen wir in den wesentlichen Punkten konform. :-)

-- "Dennoch sollte man aber nicht übersehen, dass durch die massenhaften Verschlechterungen und Kürzungen die GKV immer weniger Wert wird. Leider auch für die Ärzte."

Natürlich! Das (politisch gewollte) Finanzierungsproblem der GKVen blüht aber letztlich auch den PKVen, wenn der gleiche Maßstab angelegt wird (mal ganz abgesehen von den sonstigen Folgen der unleidlichen Kopfpauschale). Extra- (oder auch nur, nach heutigen Maßstäben, normale) Leistungen gibt es dann nur noch per Zusatzversicherung = Zweiklassenmedizin. Darauf wollen die PKVen aber raus, denn damit können sie noch richtig Geld verdienen, ohne ihren bisherigen Verpflichtungen weiter nachkommen zu müssen, da diese auf die Basisleistung reduziert werden. (In anderen Zirkeln nennt man so etwas auch Betrug.) Es ist schon erhellend, daß die genossenschaftlich organisierten PKVen bei diesen Vorschlägen ebenfalls protestieren.

Man muß nur in die USA sehen, um zu verstehen, was uns blüht, wenn wir den Vorschlägen der großen PKVen hier folgen sollten.
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10.06.2008 18:34 Uhr von gungfu
 
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yeah: "Grundschutz", heißt dann soviel wie ein Päckchen Taschentücher wenn man mit ner schweren Grippe zum Arzt kommt. Ich denke dass geht ganz einfach die die große Richtung Geldscheffeln, schön viel Geld einsacken, aber ja keine Leistung bringen.
Noch ein Schritt in Deutschlands Grab.
Ich bin weg
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10.06.2008 18:37 Uhr von rlGoma
 
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Ist klar. Das ist doch 100% wieder irgendeine Verarschung. Wenn die dadurch icht mehr Kohle machen würden, würden sie da snicht votschagen.
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10.06.2008 18:41 Uhr von Loxy
 
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Wartet mal ab Alle die den Untergang der solidarischen Systeme beschwören und der hervorragenden Lobbyarbeit der Versicherungsbranche auf den Leim gehen (Rente und Krankenversicherung), werden noch ein Wunder erleben.

Die statistischen Probleme, die uns durch die Alterung der Gesellschaft blühen und angeblich unsere bisherigen Versorgungssysteme bedrohen, betreffen auch die privaten Versicherungssysteme.

Leute bedenkt: Was die privaten Versicherer wirklich wollen sind die immensen Summen an Beiträgen, die monatlich fließen. Was Sie davon wieder an die Gemainschaft rausrücken steht auf einem gaaaaaanz anderen Blatt^^

Ich sag nur "gesetzliche Rentenversicherung", die mal locker die privaten Rentenversicherungen um ein Vielfaches bei der Kostenqoute unterbietet^^

Wenn man einem Mann beide Beine amputiert und sich anschließend beschwert, dass er nicht mehr laufen kann, dann nenne ich das VERLOGEN!!! Das war eine Metapher für die Lage unserer Renten- und Krankenversicherung...

Viel Spaß bei den zukünftigen englisch-ameriaknischen Verhältnissen im Gesundheitssystem!
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10.06.2008 22:22 Uhr von schmidty
 
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Verhältnisse wie in den USA: Willkommen auf dem Weg in die Zweiklassengesellschaft der medizinischen Versorgung.

Deutschland war mal ein hoch angesehenes Land mit einem solidarischen Gemeinsinn. Die Arbeitnehmer konnten für gute Arbeit gutes Geld verdienen; die Arbeitgeber haben die Unternehmen geleitet und auch ein Auge auf das Allgemeinwohl gehabt.

Wißt ihr noch die Frühverrentungswellen vor etwa 10-15 Jahren, als die teuren, älteren Arbeitnehmer für Abfindungen in Höhe von etwa 50-100 TEuro an die Rentenkasse abgegen wurden? Ein lächerlicher Preis für eine jährliche Ersparnis von etwa 20-30 TEuro. Die Großkonzerne (Bayer, BMW, VW, Ford, Allianz, Deutsche Bank, Bahn,...) stellen doch nur noch wenig neues Personal zu vernünftigen Konditionen ein. Stattdessen werden lieber Zeitarbeiter genommen, die zwar einen Nettolohn haben, der zum Leben gerade so reicht, dies jedoch nur über steuer- und sozialabgabenfreie Zuschüsse wie VMA und Kilometergeld ereichen. Das böse Erwachen kommt später bei der Arbeitslosigkeit und im Rentenfall. Und die Gewerkschaften machen diesen Quatsch mit den Tarifverträge für die Zeitarbeitsfirmen mit.

Da Deutschland bis zum heutigen Tage noch nie eine Deflation nach dem Krieg gehabt hat, hat sich die Wirtschaft trotzt anderer Aussagen immer weiterentwickelt. So müssten auch die Renteneinnahmen und Krankenkassenbeiträge bei gleichen Prozentsätzen immer weiter steigen. Aber wenn man das sozialabgabenpflichtige Einkommen der Masse immer weiter senkt, blutet man das ganze Solidarsystem zu Gunsten der oberen 100000 aus.

Wie kann man sich eigentlich von dem ganzen Scheiß, der in der Glotze (GZSZ, DSDS, die Supernanny, mein Baby, Bruce ich bin so toll,...) und in die Zeitungen rübertransportiert (Bild, Express, ...) wird, so einlullen lassen. Deutschland wach auf; lass dich doch nicht immer so verarschen. Ein Superstar, den ich den ganzen Tag in der Glotze sehen muß (Nachrichten, Berichte, Reportagen, ...) und der mich dann auch noch von allen Käseblättchen und aus dem CD-Regal heraus angrinst. Und der dann auch noch Hartz4 entfliehen konnte. Ich könnt KOTZEN! Brot und Spiele wie im alten Rom...
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10.06.2008 22:30 Uhr von Martin83
 
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@Loxy : Klar kann man deine Argumente verstehen. Aber ich glaube hier kann man sich zu tote diskutieren. Es gibt nicht nur schlechtes über die PKV und auch nicht nur schlechtes über die GKV. Aber darauf geh ich jetzt nicht mehr ein.

Ich finde allerdings, dass hier das Thema Rentenversicherung gar nicht her passt.

Die gesetzliche Rentenversicherung kann man ja mal gar nicht mit einer privaten Vorsorge vergleichen. Hier ist ja nicht mal das System vergleichbar.

Die Probleme die die gesetzliche Rentenversicherung durch den demographischen Wandel hat, haben ja mal überhaupt nichts mit der privaten Vorsorge zu tun.

Hier spare ich für mich Geld und schau dass ich gute Zinsen bekomme: Das was ich einzahle gehört mir auch.

Das gleiche passiert ja auch mit dem Geld auf der Bank. Oder hast du alles unter deinem Kopfkissen???

Klar wollen die Versicherungen dass Beiträge fließen. Ich zahl die aber gerne wenn ich weiss ich bekomm gute Zinsen dafür :-)))
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10.06.2008 22:32 Uhr von Martin83
 
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desweiteren werden meine Beiträge die ich in meine private Rentenversicherung zahle nicht zur Finanzierung der heutigen Renter verwendet sondern für MICH angespart...
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11.06.2008 08:15 Uhr von tomeck
 
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abgesehen davon dass es diese debatten schon seit jahren gibt und nie umgesetzt wurden, weil die privaten versicherungen ein viel zu großes wirtschaftssystem sind...

...abgesehen davon sind singular und plural im ersten absatz ziemlich eigenwillig durcheinander gewürfelt.
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11.06.2008 09:17 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83: -- "Die Probleme die die gesetzliche Rentenversicherung durch den demographischen Wandel hat, haben ja mal überhaupt nichts mit der privaten Vorsorge zu tun."

Abgesehen davon, das der "demographische Wandel" Augenwischerei ist (das gab es in den 1970ern schon in schlimmerer Form ohne Probleme für die GRV): selbst wenn es ihn gäbe, träfe er auch die PRVen - und natürlich die PKVen.

-- "desweiteren werden meine Beiträge die ich in meine private Rentenversicherung zahle nicht zur Finanzierung der heutigen Renter verwendet sondern für MICH angespart..."

Nein, die aktuellen Beiträge werden für die Versorgung der aktuellen Rentner genau so herangezogen, wie bei der GRV - wie auch sonst. Auch hier gilt das Umlageverfahren, auch wenn parallel ein Kapitalstock angelegt wird (mit allen Folgen des Geldentzugs auf den freien Finanzmarkt). Du hast absolut keine echte Garantie dafür, daß Du später überhaupt etwas bekommst, egal was in deinen Verträgen steht! Das zeigen jedenfalls die bisherigen Erfahrungen privater Rentensysteme. Am schlimmsten lief das beim "Erfinder" des Ganzen: Chile, dessen Rentenversicherungssystem unter Pinochet durch Minister Pinera (der übrigens heute noch Staaten dahingehend "berät") zwangsprivatisiert wurde. Daß Politiker, Polizei und Militär davon ausgenommen wurden, und weiterhin den Schutz der GRV genießen konnten, dürfte Bände sprechen! Für die restlichen Alten muss der Staat heute kräftig zuschießen, damit diese nicht verhungern!

Aber auch in den USA sind einige PRV-Systeme (v.a. Betriebsrenten) insolvent gegangen. Die Leute sahen von ihrem Geld einfach gar nichts mehr, ohne rechtliche Handhabe dagegen! Auch in Deutschland hatten wir Ähnliches vor der Einführung der GRV. Da war die über Jahrzehnte eingezahlte Rente gerade noch einen Laib Brot wert...

Die Marktrisiken bei PRVen sind nun mal enorm, und auch Betrügereien nie ausgeschlossen. Man sollte das nicht unterschätzen.

Generell sollte man m.E. sogenannte Unteilbarkeiten nicht in private Hände legen, sondern staatlich organisieren (ist auch viel billiger). Natürlich muss hier entsprechende Kontrolle stattfinden - das gilt aber auch für private Anbieter in diesem Bereich, nur daß sie da ungleich schwerer durchzusetzen ist.
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11.06.2008 10:03 Uhr von Martin83
 
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@Arrow Tiger: "Nein, die aktuellen Beiträge werden für die Versorgung der aktuellen Rentner genau so herangezogen, wie bei der GRV - wie auch sonst. Auch hier gilt das Umlageverfahren."

Das wäre mir allerdings neu, dass in der privaten Altersversorgung das Umlageverfahren angewandt wird.

In der privaten Rentenversicherung dienen die zu zahlenden Beiträge lediglich der Kapitalbildung und somit zur finanzierung KÜNFTIGER Rentenansprüche.

Die Auszahlungen die es in der PRV derzeit gibt, werden dem bereits angesparten Kapitalstöcken der einzelnen Versicherten entnommen und nicht, wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, durch die derzeit laufenden Beiträge finanziert. Somit findet in der privaten Rentenversicherung keinerlei unmittelbare Rentenfinanzierung statt.

Hierbei handelt es sich also nicht um das Umlageverfahren, sondern um eine Form des Kapitaldeckungsverfahrens.

"Du hast absolut keine echte Garantie dafür, daß Du später überhaupt etwas bekommst, egal was in deinen Verträgen steht"

Das würde ich so auch nicht stehen lassen. Klar besteht auf dem heutigen Kapitalmärkten keinerlei Garantie wieviel du später einmal rausbekommst - das ist ja auch kaum möglich. Aber schon allein der staatlich vorgeschriebene Garantiezins muss über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert werden. - Und dass eine Gesellschaft nur 2,25% verzinst ist derzeit recht unwarscheinlich. - Gut man weiss nicht wie es in 30 Jahren aussieht. Ebenso gibt es derzeit schon genug Modelle mit "garantierter Beitragsrückgewähr und Rentenzahlung" - Also sicher sein kann man auf alle Fälle, lediglich über die Höhe lässt sich streiten.

"Generell sollte man m.E. sogenannte Unteilbarkeiten nicht in private Hände legen, sondern staatlich organisieren (ist auch viel billiger)"

Gut da mag unter Umständen was dran sein. Aber da ich ein wirtschaftlich denkender Mensch bin, überlege ich natürlich schon was für mich sinnvoller ist.

-Bei meinem Verdienst einen relativ hohen Beitrag in die GRV einzahlen und später eine Rente bekommen, die für mich nicht im Verhältnis zu den Beiträgen steht??
-Grund: Umlageverfahren, da meine Beiträge JETZT ausgegeben werden??

oder

-Einen vergleichbaren Betrag für mich selbst ansparen und auf den Kapitalmärkten dieser Welt ordentliche Zinsen sammeln. Vorteil: Kapitaldeckungsverfahren.

-------

Schon allein aus folgender Zusammenstellung kann ich den Unterschied zwischen Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren erläutern:

Umlageverfahren: X-Menschen beginnen heute mit den Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung. Diese bezahlten Beiträge werden umgehend wieder zur Rentenfinanzierung ausgegeben. Für mich und mein Rentenalter wird nichts angespart.

Kapitaldeckungsverfahren: X-Menschen zahlen heute Beiträge in die private Rentenversicherung. Die gezahlten Beiträge werden für den eigenen Kapitalstock verwendet. Hier erhält nur der eine Rente der selbst einen Stock angespart hat. - sollte er das nicht haben wird ihm auch nichts bezahlt, also auch meine Beiträge nicht verwendet
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11.06.2008 10:35 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83: -- "Die Auszahlungen die es in der PRV derzeit gibt, werden dem bereits angesparten Kapitalstöcken der einzelnen Versicherten entnommen und nicht, wie in der gesetzlichen Rentenversicherung, durch die derzeit laufenden Beiträge finanziert. Somit findet in der privaten Rentenversicherung keinerlei unmittelbare Rentenfinanzierung statt."

Prinzipiell hast Du natürlich Recht. Da ist faktisch aber dennoch kein wesentlicher Unterschied. Zwar werden die Methoden unterschiedlich benannt, und auch "technisch" unterschiedlich gehandhabt. Dennoch werden die aktuellen Renten eben aus dem aktuellen Gesamt-Kapitalstock genommen (Einzelverwaltung wäre viel zu aufwändig). Wie sollte dies auch anders gehen? Dieser Part entspricht quasi dem Umlageverfahren. Der Rest des Kapitalstocks wird verzinst - genau wie bei der GRV die Nachhaltigkeitsrücklage.

Wie auch immer: das Kapitaldeckungsverfahren hat m.E. mindestens einen entscheidenden Nachteil: es basiert im Wesentlichen auf fiat money! Während die GRV systembedingt geringere Probleme hat, bei einer starken Inflation angemessen zu reagieren, ist der Kapitalstock der PRV einfach futsch, wenn Geld eine Wertkorrektur erfährt. Und diese Korrektur von fiat money (z.B. Papiergeld ohne gedeckten Wert) geschieht verlässlich alle zig Jahrzehnte, seitdem es ungedecktes Papiergeld gibt (schon bei den alten Chinesen geschehen). So gesehen, wäre es wohl am besten, seinen eigenen Rentenstock in doch halbwegs wertstabilem Gold und Silber anzulegen, wenn man denn kann. ;-) In einem Solidarsystem (mit all seinen gravierenden! Vorteilen) allerdings undenkbar...
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11.06.2008 10:52 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83 - Nachtrag: Vielleicht noch hierzu etwas:

-- "Klar besteht auf dem heutigen Kapitalmärkten keinerlei Garantie wieviel du später einmal rausbekommst - das ist ja auch kaum möglich. Aber schon allein der staatlich vorgeschriebene Garantiezins muss über die gesamte Vertragslaufzeit garantiert werden."

Das Problem ist hierbei, daß Dir der Garantiezins (der übrigens anfangs noch bedeutend höher war) überhaupt nichts bringt, wenn deine Versicherungsgesellschaft insolvent geht. Das sind keine dunklen Vorzeichen, die ich hier ängstlich an die Wand malen möchte, sondern alles bereits in denjenigen Staaten vorgekommen, deren Rentensystem privatisiert ist. (Selbst in der Schweiz trägt meist die gesetzliche Säule die Verluste oder geringen Renditen der beiden anderen privaten.) Im Zweifel stimmt der Staat einer geringeren Verzinsung zu, oder ist so gnädig, dich über die Sozialhilfe am Verhungern zu hindern.

Vielleicht nochmals zu meiner Behauptung, es gäbe nichts besseres, als das Umlageverfahren, um die laufenden Sozialausgaben einer Gesellschaft zu finanzieren: Dies wurde von Gerhard Mackenroth, dem wir übrigens unsere Rentenreform 1957 verdanken, in den frühen 1950ern bewiesen, und konnte bis heute nicht widerlegt werden. Leider werden seine Erkenntnisse in letzter Zeit (Agenda 2010) immer wieder ignoriert.

Ist ganz interessant. Hier mal ein Link zu Wikipedia, falls es Dich interessiert: http://de.wikipedia.org/...
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11.06.2008 10:57 Uhr von Martin83
 
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@Arrow Tiger: Da geb ich dir natürlich recht, dass in der PRV nicht nur aus den Kapitalstöcken entnommen wird und warsch. auch derzeitige Beiträge verwendet werden. Zudem ja warsch. die meisten Kapitalstöcke von den Unternehmen in langfristige Anlagen integriert wurden.

Grundsätzlich will ich damit ja nur sagen, dass bei den privaten Systemen zumindest ein gewisses Kapital zu Verfügung steht mit dem man rechnen kann - was bei der GRV nicht der Fall ist.

:-))
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11.06.2008 11:23 Uhr von ArrowTiger
 
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@Martin83: -- "Grundsätzlich will ich damit ja nur sagen, dass bei den privaten Systemen zumindest ein gewisses Kapital zu Verfügung steht mit dem man rechnen kann - was bei der GRV nicht der Fall ist."

Vielleicht dazu noch was Geschichtliches:

http://de.wikipedia.org/...

Du siehst, selbst der Sicherheitsaspekt ist bei der GRV nach dem Umlageverfahren besser abgedeckt... ;-)

Das Umlageverfahren setzt natürlich eine halbwegs gute Konjunktur (nicht Demographie!) voraus, um keine finanziellen Probleme zu bekommen. Aber letzlich ist das auch bei PRVen der Fall, wenn auch dort eher auf persönlicher Ebene.

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