05.06.08 11:34 Uhr
 1.065
 

Bunte Urnen - Eine Berlinerin nimmt dem Tod die Tristesse

Marlies-Kathrin Föllmer, Designerin aus Berlin, hat selbst nahe Angehörige verloren. Als sie gleichförmig gestaltete Särge nebeneinander stehen sah, fand sie das schrecklich. "Das war alles Eiche rustikal". Sie vermisste Individualität bei den Särgen. Man wisse "gar nicht, wer in welchem Sarg liegt".

Ihre erste Ausstellung mit den neuen Urnen entfachte eine Flamme der Empörung bei den Mitstreitern im Geschäft mit dem Tod. "Das war ein Aufschrei", so Föllmer. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt, die individuelle Bestattung kommt immer besser an, es wird offener über den Tod gesprochen.

Die Urnen-Motive sind so einzigartig wie Föllmers Kunden. Karibische Strände gehören ebenso dazu wie der Berliner Abendhimmel oder die "Titanic". Dafür arbeitet Föllmer auch zwölf Stunden ohne Pause durch. Über mögliche Motive für sich selbst hat sie auch schon nachgedacht sie tendiert zu Pinguinen.


WebReporter: tomeck
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Tod, Berlin
Quelle: www.spiegel.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Zu obszön: Pariser Louvre lehnt Arbeit von renommierten Künstler ab
Hamburger Uni legt als erste Regeln für religiöses Leben auf Campus fest
Bestseller "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts" wird zu TV-Serie

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
05.06.2008 11:55 Uhr von EvilMoeXXIII
 
+2 | -2
 
ANZEIGEN
Naja ich finde das sollte jeder Angehöringe eines Toten selber entscheiden, wie -bunt- er seine "Trauer" schmückt. Individualität kann man auch anders als durch lustige Bilder oder bunte Farben auf Särgen zum Ausdruck bringen.

Ich meine wir sprechen doch hier von Bestattungen und Trauerarbeit und nicht von Planung irgendwelcher Kinderfeste. Ich glaube ich Bestatte meine Angehöringen irgendwann lieber neutral, wenn sie so einen Kitsch nicht ausdrücklich zu Lebzeiten als Wunsch äußern. Aus Bestattungen wird ohnehin schon viel zu viel Kohle gescheffelt und jetzt soll dies noch eine Ecke kommerzieller werden.

Ich glaube einige Personen würden sich im Grab umdrehen, wenn sie ihre Urne oder ihren Sarg nocheinmal von Außen betrachten würden.

Was kommt als nächstes dran, die Kleiderordnung bei Trauerfeiern? Wenn dann die ersten Angehörungen in Hawaii-Hemden aufkreuzen, haben wir den Rahmen des untersten Niveaus dann endlich gesprengt.

greetz,
Moe
Kommentar ansehen
05.06.2008 19:25 Uhr von Talknmountain
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Nix neues gibts schon ewig, und ich finds gut!!!
Kommentar ansehen
05.06.2008 21:59 Uhr von jsbach
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Wenn es ihr um "Kunst": geht, dann kann ich nur sagen: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Und was habe ich davon, ob ich nun in Eiche rustikal oder Fichtholz zwei Meter tiefer liege: NICHTS. Mit den Urnen doch das selbe. Aber wenn einer meint, es soll was passend "Angesagtes" sein...bitte sehr.

Refresh |<-- <-   1-3/3   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Urteil: Asylbewerber erhält Vergewaltigung einer Camperin elfeinhalb Jahre Haft
Moderatorin Xenia Sobtschak will russische Präsidentin werden
Zu obszön: Pariser Louvre lehnt Arbeit von renommierten Künstler ab


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?