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Zahnschmelzanalyse liefert möglichen Grund für grausames Steinzeitmassaker

Vor 7.000 Jahren fand das "Massaker von Talheim" statt. Etwa 34 Menschen fielen dem Überfall zum Opfer. Forscher entdeckten Anfang der 80er-Jahre die Überreste der Toten nahe Heilbronn in einer kleinen Grube (SN berichtete). Die Wissenschaftler glauben nun, dass als Grund Frauenraub in Frage kommt.

Die Analyse des Zahnschmelzes der Ermordeten lässt den Schluss zu, dass nicht alle Opfer aus demselben Ort stammten. Da bei einer ortsansässigen Gruppe keine Frauenleichen gefunden wurden, wurden die Frauen wahrscheinlich nicht getötet sondern entführt. Getötet wurden 16 Kinder und 18 Erwachsene.

Die Mitglieder der anderen zwei Gruppen kamen aus einer Gegend mit höherer Lage, was anhand der Zahnschmelzanalyse ermittelt wurde. Grund ihres Aufenthaltes war vielleicht die veränderte Organisation im Ackerbau und der Viehzucht.


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WebReporter: E-WOMAN
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Grund, Stein, Steinzeit
Quelle: www.focus.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.06.2008 12:06 Uhr von Tenebrae
 
+7 | -1
 
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Faszinierend vor allem wenn man bedenkt das diese britischen Archäologen Dinge herausgefunden haben die schon seit einer Weile bekannt sind. Das ganze hat mein Prof. an der Uni schon vor über 5 Jahren erklärt... aber na ja... die britischen Archäologen sind halt etwas langsamer... ;-)

Talheim ist nicht das einzige Beispiel dafür. Anscheinend kam es in der Jungsteinzeit relativ häufig vor.

Es gibt diverse Gräberfelder aus dieser Zeit die keine Überreste junger Frauen enthalten... warum dies so ist sollte eigentlich klar sein, beinhaltet allerdings die Annahme das den damals lebenden Menschen die Notwendigkeit der Genpoolauffrischung bekannt gewesen sein sollte.
Waren also doch nicht so unwissend unsere Vorfahren...
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03.06.2008 12:11 Uhr von arghhh
 
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echt arg: Somit darf man bei Frauenraub von Steinzeitverhalten reden?
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03.06.2008 12:58 Uhr von seehoppel
 
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wow: Anfang der 80er berichtete SN? ^^
gabs da schon mehr als BTX? *fg*
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03.06.2008 17:23 Uhr von Artemis500
 
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Von Genpoolauffrischung müssen die garnix gewusst haben. Die werden sich verhalten haben wie es patriarchalische Kulturen im Extremfall eben so tun: Weibliche Babys töten, weil sie "wertlos" sind, und dann woanders Frauen entführen um jemanden vergewaltigen zu können.
So einfach ist das.

Da gefällt mir die Interpretation, dass die Frauen sich gegen die Unterdrückung gewehrt und die Männer umgebracht haben fast noch besser - nur - dann wären auch keine Kinder gefunden worden. Zumindestens keine weiblichen.
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03.06.2008 19:28 Uhr von Tenebrae
 
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@Artemis500: Wie kommst du denn in der Jungsteinzeit auf patriarchale Kulturen? Die muss es da nicht zwangläufig schon gegeben haben, jedenfalls nicht hier bei uns.
Je nach dem welchen Wissenschaftlern man folgt (und ich halte mich hier einfach mal an Frau Göttner-Abendroth) gab es durchaus in dieser Zeit matriarchale Kulturen, hier sei z.B. das minoische Kreta genannt, daß zwar relativ schwer absolut zu datieren ist, aber doch wohl im Zeitrahmen der Jungsteinzeit angesiedelt werden kann.

Ich gehe davon aus, das sich die Menschen damals sehr wohl der biologischen Vaterschaft bewusst waren, warum sollten sie also die Folgen eines zu geringen Genpools nicht gekannt haben?

Selbstverständlich können wir das "warum" nicht wirklich klären... die Theorie des Frauenraubs erscheint mir allerdings am plausibelsten. Dies ist allerdings sowohl in patriarchalen als auch in matriarchalen Gesellschaftformen möglich.

Die Einstellung das weibliche babys "wertlos" sind, ist allerdings eher neuzeitlich... da waren unsere Vorfahren in der "Vorzeit" doch wohl intelligenter als diejenigen z.B. im Mittelalter.
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04.06.2008 13:33 Uhr von Moppsi
 
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@seehoppel: Ja, Mailboxen (Genau genommen BBS´s)!

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