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Freimaurerloge aus Kaiserslautern setzt auf Aufklärung statt Mysteriennebel

Freimaurer sind in Deutschland mehr denn je eine "diskrete Gesellschaft", die Nazi-Propaganda wirkt bis heute nach.

In der Folge gibt es eine breite Basis für Gerüchte und Vermutungen. Da die Logen ihren Ursprung in der Zeit der Aufklärung haben, ist es wohl eher schwierig, Leute zu finden, die sich ernsthaft für Toleranz und gegen soziale Kälte engagieren.

Die Loge Wolfgang Amadeus Mozart aus Kaiserslautern setzt nun gradlinige Information gegen Vereinsmeier und Mysteriennebel aus der Gerüchteküche. Der Beitrag gibt ein Gespräch mit dem Stuhlmeister (Vorsitzenden) der Loge wieder.


WebReporter: FlotteFeder
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Kaiserslautern, Kaiser, Aufklärung, Freimaurer
Quelle: www.diakonetz.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.05.2008 15:50 Uhr von FlotteFeder
 
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Halte ich für eine gute Sache, vor allem weil das Engagement nicht an die große Glocke gehängt wird. Ganz anders als Rotarier, Lions & Co :)
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29.05.2008 16:32 Uhr von Noseman
 
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Au Mann: "Da die Logen ihren Ursprung in der Zeit der Aufklärung haben, ist es wohl eher schwierig, Leute zu finden, die sich ernsthaft für Toleranz und gegen soziale Kälte engagieren."

Das ergibt keinen erkennbaren Sinn.

Die Quelle ist übrigens ziemlich merkwürdig. Optisch und technisch grauenhaft.

Der Quellen-Text verschweigt, das vor allem seitens der Kirchen Freimaurer verfolgt wurden.

Manchmal haben natürlich Nazis und römische Kirche auch in diesem Bereich zusammengearbeitet.

Wieso steht der Beitrag unter "Freizeit / Hilfsprojekte / Alles " und nicht in der Kultursparte ?
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29.05.2008 21:54 Uhr von FlotteFeder
 
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Das mit der Kirche ist eine längere Geschichte. Aktuell - seit 1983 - sind alle Wogen geglättet. Keine Exkommunikation. (Auch wenn das Herrn Ratzinger nicht passen dürfte *g*)
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30.05.2008 08:25 Uhr von trench
 
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was haben die freimaurer: mit den nazis zu tun? das muss mir mal jemand erklären.
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30.05.2008 09:11 Uhr von FlotteFeder
 
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Freimaurer & Nazi-Propaganda: Guten Morgen.
Was ich gefunden habe, ist grob folgendes:

Den Urgrund der Gerüchte über einer geheimen Verschwörung von Juden und Freimaurern, mit dem Ziel eine neue Ordnung zu errichten, hat die Frau von Gen. Ludendorff gelegt. Die Gute war wohl einerseits nicht ganz dicht und andererseits eine glühende Verhehrerin des abstinenten Österreichers und seiner seltsamen Weltsicht. Bei der Gelegenheit ist auch die Verquickung von Illuminaten, Freimaurern, der Sache mit den Erbfolgern des Templerordens, etc. auf den Tisch gekommen. Die Mechanismen dieser Form von Propaganda funktionieren bis heute: Nimm ein Thema, von dem alle schon einmal etwas gehört haben und bei dem sich jeder dafür verbürgt, dass ihn sein bester Freund nicht belügen würde. Koch das ganze mit Angst vor dre eigenen Mittelmäßigkeit zusammen - seinerzeit kam das Zusammenbrechen der Weimarer Republik und das Nachwirken der "Dolchstoßlegende" hinzu, die den Deutschen das Zerbrechen des Kaiserreiches und den Verlust des WKI erklärt hat - "natürlich" waren die Juden mit ihrem weltweiten Handeslnetz schuld (hieß es) - und gib dem Ganzen staatlich geförderte Flügel. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Freimaurer der Gleichschaltung widersetzt haben, sich wohl auch geweigert haben, ein paar führende Nazis aufzunehmen und damit ein Stachel im Fleisch des Systems waren.

Auf der anderen Seite waren die Nazis schwer bemüht, mit Dingen, die wir "Esoterik" nennen, ihre Macht zu festigen und hier schließt sich der Kreis: Die Nazis haben das "Werk Ahnenerbe" gegründet. Ziel war es, die germanisch-bäuerliche Lebensweise zu reaktivieren und deren angenommene Überlegenheit zu begründen. Dort haben alle möglichen Spinner - aber auch einige der fähigsten Köpfe - über diese Themen geforscht und waren ausgestattet mit allen Mitteln der damaligen Zeit und unerschöpflichen Finanzen. Langer Rede kurzer Sinn:

Die "Indianer Jones"-Filme sind gar nicht so weit hergeholt - und es ist auch kein Zufall, dass da überall SS-Leute mitspielen. Tatsächlich hat die SS - mit dem "Werk Ahnenerbe" Expeditionen in den Himalaya und in die Polargebiete ausgestattet, zum Beispiel um den Heiligen Gral zu finden. Das ist kein Witz.

Bei diesen Aktionen waren die "Forscher" natürlich immer weiter auf der Suche nach Leuten, von denen sie glaubten, dass dort mehr Wissen zu holen sei: Besorgt euch mal von Christian Jacq "Der Mönch und der Meister" - sehr lesenswert.

Es ist nachgewiesen, dass es gezielte Verhaftungen von Ordensleuten gegeben hat, die man in speziellen Lagern zusammengefasst hat, um sie dort über spirituelle Zusammenhänge zu befragen. Ich halte es für möglich, dass dabei auch Freimaurer kassiert wurden.

Abschließend noch ein kurzer Exkurs: Die "heilige Lanze" hat - mt den übrigen Reichsinsignien - lange auf dem Trifels bei Annweiler (dort wohnen wir) gelegen. Nach altem Recht war das Machtzentrum des Reiches dort, wo auch Krone, Schwert, Apfel (und Lanze) lagen. Irgendwann kam jemand auf die Idee, diese Dinge in die Hofburg nach Wien zu schaffen - das allererste, was die Amis gemacht haben, als sie nach Wien kamen, war, in die Hofburg zu marscheiren und die Hl. Lanze einzustecken. Wo sie heute ist, ist nicht bekannt. "Verschwörungstheoretiker" behaupten, dass er unglaublche Aufschwung, den die Amis nach WK II genommen haben damit zusammenhängt, dass sie sich überall aus Europa die Artefakte der alten Macht zusammengeklaut haben - bei der Gelegenheit mehrere Güterwaggons mit Akten mitgenommen haben, ein Großteil der Archive des Werks Ahnenerbe stand tagelang aus Angst vor Bombern auf offener Strecke, wurde dort (so die Gerüchte) beim Rückzug vergessen und wart nicht mehr gesehen - und danach fröhlich vor sich hin experimentiert hätten.

Noch einen letzten Bogen zurück, in die Kaiserzeit: Die Freimaiurerei konnte sich in Deutschland u.a. deshalb so schnell verbreiten, weil sie von den Adelshäusern protegiert wurde. Die Nazis waren von enormen Minderwertigkeitsefühlen getrieben - wahrscheinlich hat auch das dazu beigetragen, die Logen entsprechend zu brandmarken. In jedem Fall wirst du - wenn du ein bissel durch die diversen Foren und die entsprechende Literatur stöberst - jede Menge Unsinn finden, den du diesen Zusammenhängen zuordnen kannst. Propaganda dienst ja immer auch einem bestimmten weck - es geht nie darum, nur zu diffamieren - entsprechend lassen sich Wirkung und Ursache erkennen.

Zum Abschluss habe ich noch eben bei Google geschaut. Hier sind zwei Links zu Wikipedia, die sich um Gen Ludendorf und seine Mathilde drehen. Euch allen Gutes und Dank für die Resonanz auf den Artikel *freu*

EP.
de.wikipedia.org/wiki/Mathilde_Ludendorff
de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Freimaurerei
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30.05.2008 09:40 Uhr von LoneZealot
 
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Thema @ trench: Der Titel lautet "Meister vom Stuhl" und nichtStuhlmeister, die Quelle ist in der Tat grauenhaft.

"was haben die freimaurer mit den nazis zu tun? das muss mir mal jemand erklären."

Freimaurer wurden von den Nazis brutal verfolgt und ermordet. Es half auch nichts das "völkische Logen" gegründet wurden in den denen Juden nicht zugelassen waren.
Ebenso waren und sind Freimaurer in kommunistischen Ländern verboten.

Anfang der 30er Jahre gab es ca. 80000 Freimaurer in Deutschland. Nach 1945 gab es kaum mehr 5000.

In den USA ist die Freimaurerei, das das Meiste was in Deutschland als ungewöhlich gilt, völlig normaler Bestandteil des öffentliches Lebens. Quasi jede Feuerwehrwache hat ihre eigene Loge.
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30.05.2008 09:57 Uhr von Stuppsnasi
 
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Wie Gerüchte entstehen *g*: Auch wenn es nett formuliert ist, Mathilde Ludendorff war alles andere als "nicht ganz dicht und andererseits eine glühende Verhehrerin des abstinenten Österreichers und seiner seltsamen Weltsicht" - der Wiki-Link ist da recht aufschlußreich. Das ist es aber, was mich an der Freimaurerei fasziniert: Es gibt keine Dogmen - und das ist manchem ein Dorn im Auge. Die Exkommunikation von Freimaurern wurde übrigens offiziell am 22.4.83 aufgehoben. Die dazu gehörige Geschichte findet man in einem Buch, erscheinen im Österreichischen Bundesverlag, gewidmet "Allen katholischen Freimaurern der Welt". Der sg Freimaurer-Paragraf 2335 wurde nicht in das neue kanonische Recht übernommen
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30.05.2008 10:10 Uhr von FlotteFeder
 
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@Nasi: Recht hast du! - *ascheaufshauptkipp* ;) - die religiös Verstrahlten (egal welcher Färbung) wären gewiß ein endloses Thema. Dank übrigens für das Datum, so genau ist es mir noch nie begegnet. :))
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30.05.2008 16:52 Uhr von trench
 
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@LoneZealot: danke für die erklärung, das war mir nicht bewusst. war denn die situation vor der nazipropaganda anders, sprich die freimaurer "populärer"?
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30.05.2008 17:18 Uhr von FlotteFeder
 
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@trench: Freimaurerei war (meines Wissens) bis in die Weimarer Republik ein gesellschaftlicher Hoehepunkt. Such mal im Netz nach Listen mit prominenten Freimaurern - ganz interessant! Die Namen lebender Mitglieder werden bis heute nicht oeffentlich gemacht (abgesehen von den Vereinsregistern); wenn man aber aus der Geschichte ableitet, dass immer dann, wenn grosses Unrecht abgewendet oder ein Schritt zu mehr Freiheit und Demokratie getan wurde, ein paar Freimaurer am Tisch gesessen haben, kann man davon ausgehen, dass auch heute die eine oder andere Wendung zum Guten der "diskreten Gesellschaft zu danken" ist. Es wird sich hier gewiss der eine oder andere einfinden, der konkretes zum Thema beisteurn kann: Gustav Stresemann hat die einigermassen ertraeglichen Bedingungen nach dem WK I mit einem franzoesischen Politiker (Daladier?) ausgehandelt - beide waren Freimaurer (vor allem Stresemann ist dann von den Reaktionaeren als Verraeter gestempelt worden, natuerlich im Blick auf seine Logenzugehoerigkeit) Auch waehrend der Grabenkaempfe an der Westfront sind Beitraege ueberliefert, dass Feuerpausen vereinbart wurden, um Verwundete zu bergen, bzw. auch gegnerische Verwundete zu versorgen, die sich als Freimaurer zu erkennen gegeben haben.
Vielleicht noch einmal kurz zurueck zu deiner Eingangsfrage: Es wird viel ueber den Einfkluss der Freimaurer geredet: Wenn man sich bissel damit beschaeftigt, dreht sich die Sache herum: Wenn der halbe Hochadel es schick findet, Freimaurer zu sein, wird sich vieles bewegen lassen, weil diese Leute eben Einfluss hatten und unter dem Einfluss des humanitaeren Gedankengutes standen. Wenn es heute mehr Politiker und einflussreiche Menschen schick faenden, an andere zu denken statt das zu machen, was sie tun, wuerde es sie vielleicht auch in den Bund ziehen.
Ich weiss nun auch icht nicht, wer heute alles Mitglied sein koennte, stelle mir aber vor, dass die Rueckbesinnung - wie in dem Artikel beschrieben - dazu beitragen koennte, die alten Werte wieder zu beleben - die Zahl der Vereinsmeier, die Liebhaber von Orden und Titeln, etc. zurueck zu fahren - und auf diesem Wege ernsthaft Interessierte zu gewinnen; denn fuer mich steht ausser Frage, dass die Werte, die (auch) die Freimaurer vertreten, heute wieder stark gebraucht werden - nur tun muss man es halt, und in den Logen ist die Arbeit an sich selber gefragt, nicht schwadornieren und warten, dass etwas geschieht.
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30.05.2008 17:57 Uhr von FlotteFeder
 
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@trench II: Kuck mal, ich habe eine recht umfangreiche Liste gefunden:

http://www.internetloge.de/...

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