28.05.08 11:26 Uhr
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Milchbauern: Lieferboykott in ganz Europa?

Die deutschen Milchbauern setzen bei ihrem Streik auf die Unterstützung der Kollegen aus anderen EU-Ländern. Verbände aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Belgien, Luxemburg und Teilen Frankreichs haben ihre Unterstützung schon zugesagt.

Die Milchbauern reagieren auf die Preissenkungen großer Supermarktketten und fordern von den Molkereien, den Literpreis um rund ein Drittel auf 43 Cent pro Liter (für die Bauern) zu erhöhen.

Die Milchindustrie beruhigt aber schon mal die Gemüter, so sollen vorerst keine Versorgungsengpässe bestehen. Die Lieferungen seien erstmal "nur" um zehn Prozent zurückgegangen.


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WebReporter: -samson-
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Europa, Milch, Milchbauer
Quelle: www.n-tv.de

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13 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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28.05.2008 09:04 Uhr von -samson-
 
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Richtig so! Nur gemeinsam können die Bauern etwas bewirken! Ich bezahle zwar auch gerne wenig für Lebensmittel, aber irgendwann muss mal Schluss sein, die kleineren Betriebe nagen alle am "Hungertuch" aber die Politik der EU interessiert das nicht! tztztz
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28.05.2008 11:39 Uhr von designundschein
 
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Wer Arbeitet sollte auch davon leben können: Das gilt meiner Meinung (gerade) auch für die Bauern. Dieser ewige "Geiz ist Geil" Wahnsinn muss endlich aufhören. Ich habe zwar bisher auch immer geschaut, dass ich mein Geld nicht zum Fenster rausschmeisse. Aber trotzdem sollte gtelten: Faire Dienstleistungen/Produkte zum Fairen Preis; der Hersteller sollte auch davon leben können
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28.05.2008 11:44 Uhr von uhlenkoeper
 
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Als Hintergrundwissen: sollte sich jeder mal den wikipedia-Beitrag zum Thema "Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung" durcharbeiten : http://de.wikipedia.org/...

Darin sind ziemlich viele Fakten enthalten, die die meisten vermutlich gar nicht kennen.

Klasse, dass sich nach den inländischen Milchbauern auch die ausländischen Milchviehverbände nicht von den Handelsriesen gegeneinander ausspielen lassen !

Aber es wird kommen: LIDL z.B. versucht schon, durch Anhebung der Preise für Milch in den Läden die Stimmung der Kunden gegen die Erzeuger aufzuheizen ! Und das, obwohl es nach eigenen Angaben noch gar keine Engpässe gibt, die einen Preisanstieg aufgrund geringerer Liefermenge im Bezug zur Nachfrage rechtfertigen könnte ! Ist die Stimmung erst einmal auf dem Siedepunkt, können die Handelsketten weiterhin Druck ausüben und die Preise noch ruinöse vorgeben. Ob dann aber auch im Laden die Milchpreise für den Kunden sinken oder der Handel die erhöhte Gewinnspanne lieber selbst einstreicht ?

Fragt sich, wie sehr sich der Kunde von den Handelsriesen manipulieren läßt.
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28.05.2008 13:08 Uhr von quartiotismus
 
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EU weit: Ich denke durch die Erweiterung des Boykotts auf die EU wird es auch schwieriger werden die Milch aus anderen Ländern zu importieren. Ich denke durch diese Erweiterung haben die Milchbauern eine echte Chance.
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28.05.2008 13:11 Uhr von realdexter
 
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Jetzt gibts saures: Die Bauern sind sehr mutig, müssen ja ihre Milch jetzt anders losbringen (wenn ich mich richtig erinnere geben sie die Milch den Kälbern oder mischen sie in die Gülle) und können sie nichtmehr verkaufen.

Hut ab, Respekt. Auch wenn ich dann tiefer in die Tasche langen muss stehe ich hinter euch.
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28.05.2008 13:13 Uhr von Bongolus
 
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Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! (Kleiner Scherz)

Ist aber leider schon was Wahres dran, seit die SPD das Runder in der Hand hat, geht es mit der sozialen Marktwirtschaft bergab. Energie, Benzin, Lebensmittel, überall wird der Preis von Kartellen diktiert und unsere Politiker bleiben untätig, weil sie in den entsprechenden Aufsichtsräten sitzen und sich schön bezahlen lassen.

Man kann den Milchbauern nur alles Gute wünschen und hoffen, dass sie es schaffen die Preisgestalltung wieder in die eigenen Hände zu bekommen.
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28.05.2008 13:27 Uhr von Barracuda
 
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absolut richtig: Ich stehe voll hinter den Bauern. Die Preisdrückerei der Discounter in den vergangenen Jahren kann doch kein normaler Bauer mehr durchhalten. Ich zahle gern mehr für meinen Liter Milch, wenn ich weiß, dass die komplette Handelskette vom Bauern bis zum Endverbraucher damit leben kann und nicht nur der Discounter ...
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28.05.2008 15:59 Uhr von cayo
 
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ist für mich nur eine Mafia.Grnauso wie die da oben
immer schön weiter den Bürger ausbeuten.Was meint ihr wieviel Geld die da oben klauen und viel für nix tun kassieren.
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28.05.2008 16:01 Uhr von Jean-Dupres
 
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Ich frage mich was die Bauern mit der ganzen Milch: dann machen wollen, denn melken müssen sie ihre Kühe und füttern ebenso.

Der Milchstreik dürfte die Bauern einiges kosten !
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28.05.2008 16:08 Uhr von uhlenkoeper
 
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@Wuschel: Ich denke, Du solltest Erzeuger mit verarbeitender Industrie nicht verwechseln ! Oder findest Du es in Ordnung, dass die Erzeuger Preise bekommen, die nicht zur Kostendeckung reichen ? Übrigens ein Faktum, das in anderen Bereichen für die Einschaltung des Kartellamtes reicht: die Abgabe einer Ware unter Herstellungspreis. Nur leider ist "die" Milchviewirtschaft kein kartellrechtlich behandelbarer Einzelposten. Für die Obstbauern gilt das Gleiche: die Erzeugerpreise bei Obstbauern sind nicht die gleichen, wie die Preise für Apfelsaft. Apfelsaftproduzenten sind Nahrungsmittelkonzerne wie Nestlé oder Krings. Punica z.B. gehört der PepsiCo, "Onkel Dittmeyer" inzwischen auch der PepsiCo seit vorletztem Jahr, nachdem sie zwischenzeitlich zu Procter & Gamble gehörte. Da hat der Apfelsaftproduzent mit dem Obstbauern ungefähr soviel zu tun wie der Brötchenpreis mit dem Getreidebauern (beim Brötchen macht der Anteil des Getreides grade 2ct. an den Kosten aus !).

Der Witz ist:
nur weil die Erzeuger kostendeckend bezahlt werden, muß der Preis für den Verbraucher in diesem Fall nicht zwangsläufig raufgehen. Die Gewinnspanne war bislang immer groß genug. Im November wurde der Milchpreis je Liter im Einzelhandel je nach Händler und Milchqualität auf Preise ab 60ct.(nach oben offen) raufgesetzt. Beim Landwirt kam davon aber grade mal 32ct im Schnitt an.

Der Einzelhandel (hauptsächlich dominiert von 4 großen Ketten) liefert sich einen gnadenlosen Verdrängungskampf. Dafür ist die Gewinnmaximierung absolut unerläßlich. Kunden und Umsätze macht man aber nicht über Grundnahrungsmittel, sondern über andere Artikel im Sortiment. Diese werden künstlich verbilligt, die Defizite dort müssen dann durch die Gewinne bei Lebensmitteln wieder reingeholt werden.

Mal zur Veranschaulichung, wie der Lebensmittelmarkt sich in Deutschland aufteilt :
Mal eine Auflistung, um die Verflechtungen der großen Ketten wie EDEKA und REWE mit den Discountern zu untermauern.
In der Reihenfolge ihrer Marktmacht sind das :

1. Edeka-Gruppe: Edeka, Marktkauf, Spar, Netto, Globus , 26% Marktanteil

2. Rewe Group: Rewe, Penny-Markt, extra, nahkauf, Fegro/Selgros, Toom

3. Schwarz-Gruppe Lidl, Kaufland, KaufMarkt, Handelshof

4. Aldi Gruppe* Aldi Nord, Aldi Süd, Trader Joe`s

5. Metro Group real,-, Galeria Kaufhof, Metro Cash & Carry, (Wal-Mart)

6. Tengelmann Gruppe Kaiser’s, Tengelmann, Plus, A&P Tea Company

7. Lekkerland GmbH & Co. KG

8. Schlecker Schlecker, Ihr Platz

9. Norma Lebensmittelfilialbetrieb GmbH & Co.KG Norma

10. dm-drogerie markt GmbH & Co.KG dm-drogerie markt

11. Globus SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG Globus


Wer bezahlt denn die Aufkäufe der Holdings, die ständigen Neubauten von Discounterläden etc. ? Wer wächst denn in den Städten ? Die Discounter und Ketten, oder ?
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28.05.2008 18:30 Uhr von Gloi
 
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@ Bongolus: "Wer hat uns verraten?
Sozialdemokraten"

Warum soll das es Scherz sein? Unter der Rot/Grünen Regierung sind die Einkommen von Geringverdienern gesunken, während die Industrie und Vermögende Steuergeschenke erhalten haben. Das sind Fakten.
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28.05.2008 22:21 Uhr von Bongolus
 
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Klares Nein, Gloi: Dieser Spruch war mal 1912 richtig (und nur in einem anderen Zusammenhang). Nach Ludwig Erharts (imho immernoch der beste Sozialdemokrat und Kanzler ever) "Wohlstand für alle.", hat sich die SPD konsequent im politischen Spektrum der Mitte angenähert. Nach dem Motto:"Ein paar Hardcore-Linke verlieren , dafür mehr Unentschlossene dazu." Deswegen ham wir jetzt auch ne Partei namens Die Linke.
Es hätte schon jedem klar sein müssen, dass die SPD von heute garnixmehr mit Erharts SPD zu tun hat (obwohl ich es auch hammerhart fand, was se dann gemacht haben), der Name ist nur ein übriggebliebenes Relikt besserer Zeiten. -.-
Mit der CDU ist es übrigens genau das gleiche, nur halt in Schwarz.
Was also letztendlich heißt, beide Parteien sind verkappte Liberale und die liberalen Märkte nach Adam Smith funktionieren einfach nicht, wie wir atm. an der Gesammtsituation sehen.
Um nochmal auf die SPD zurückzukommen, die haben sich schon selbst verraten, heute müsste man sagen. Wer hat uns verraten? Die Grünen!

Langer Text, persönliche Meinung, blablabla. Ich hab halt nen Bier getrunken ;)
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29.05.2008 09:00 Uhr von uhlenkoeper
 
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@ 1MWDEU1: Smile .... Dein Kommentar ist klasse und eigentlich gar nicht so verkehrt:

Wenn die Kühe sprechen könnten, wären Sie dann wohl damit einverstanden, dass die Milch, für die sie im wahrsten Sinne des Wortes "schwer" arbeiten müssen, so billig verkauft wird ? Dass ihr Produkt uns so wenig wert ist ? Dass es "unter Wert" verkauft wird ?

Dann geht es nicht einmal mehr darum, ob ein Produzent unter den Herstellungskosten produzieren soll, damit der Handel den Reibach machen kann, sondern es geht dann darum, wie hoch oder gering wir die Tiere schätzen, die für unsere Nahrung Höchstleistungen bringen (Höchstleistungskühe "bezahlen" die hohe Milchleistung nämlich u.a. durch schmerzende Gelenkveränderungen).

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