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Cloppenburg: Milchbauern kippen 3.000 Liter Milch in Güllegrube

In Ramsloh bei Cloppenburg haben wütende Milchbauern aus Protest und im Zuge des Lieferboykotts 3.000 Liter Milch in eine Güllegrube laufen lassen. Insgesamt beteiligten sich 30 Landwirte an der Aktion.

Die Milchbauern beliefern seit letzten Montag 24:00 Uhr keine Molkereien mehr. "So kann es jedoch mit uns nicht weitergehen", so ein Milchbauer, der sich über zu geringe Preise bei der Milch auslässt.

Der Lieferstopp ist bis auf Weiteres unbefristet und soll die Molkereien dazu bringen, den Bauern mehr Geld für die Milch zu zahlen.


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WebReporter: heinolds
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Liter, Milch, Milchbauer
Quelle: www.nwzonline.de

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32 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.05.2008 21:27 Uhr von menschenhasser
 
+31 | -25
 
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wie: schlau lebensmittel einfach wegzukippen, man könnte sie auch den unzähligen kinderhilfsorganisationen schenken dann hätte man gleich noch positive werbung für die sache.
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27.05.2008 21:28 Uhr von christi244
 
+16 | -23
 
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Mal sehen: wer den längeren Atem hat ... ich wage zu bezweifeln, dass die Milchbauern diejenigen sein werden.

Und wenn sie es letztlich sind, so können sie nicht so nah am Hungertuche leben ... .
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27.05.2008 21:31 Uhr von uhlenkoeper
 
+21 | -4
 
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Schön wär es, wenn es den Milchbauern etwas brächte. Ich würde es ihnen wünschen. Die Margen seit November gäben es locker her. Nur angekommen ist bei den Produzenten noch kaum etwas (im Schnitt + 3ct bei gleichzeitigen Kostensteigerungen bei Energie und Futtermitteln um + 50% !!).

Aber der Einzelhandelsverband "droht" ja schon damit, sich die Milch dann aus dem benachbarten Ausland zu holen. Scheint so, als würde in diesem Falle sich ein innerdeutscher Milchbauer mal nicht gegen den anderen ausspielen lassen, wenn man schon mit den Nachbarländern kommen muß.


Bin übrigens heute Butter einkaufen gefahren:
die kostet inzwischen weniger, als im letzten Oktober !!!
Wenn der Lebensmitteleinzelhandel also jammert, dass die Margen in ihrem Bereich so gering sind (im Schnitt bei unter 1%), dann muß er aber auch so fair sein zu sagen, dass er seine Hauptumsätze inzwischen im Non-Food-Bereich macht ! Grundnahrungsmittel dürfen dann nicht mehr teuer sein, damit man Handys, Klamotten, Tüdelkram etc. unter dem Preis der sonstigen Anbieter raushauen kann ....

Und die Margen werden auch gedrückt durch die Expansionspolitik der Ketten und Discounter :
wenn Aldi täglich irgendwo in Europa einen neuen Markt eröffnet, dann werden die Kosten für diese Neubauten mit der Gewinnsumme verrechnet. Logisch, dass da die Margen gering ausfallen .... Wenn der Bauer sich auch jeden Tag einen neuen Trecker kaufen würde und das mit den Einnahmen aus der Milch verrechnen würde, dann wäre er schon lange pleite .......
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27.05.2008 21:40 Uhr von theTruthIsALieIs...
 
+7 | -12
 
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besser als wenn sie Gülle in die Milch kippen!!!! *lol*
Habe Milch noch nie sonderlich gemocht! ;)
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27.05.2008 21:43 Uhr von Jimyp
 
+27 | -3
 
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@menschenhasser: Wie willst du Milch vom Bauernhof einer Hilfsorganisation spenden? Die muss zuerst in einer Molkerei behandelt werden, bevor man sie überhaupt in den Umlauf bringen kann und damit sie sich überhaupt länger hält. Zudem müssten die Transportwege bezahlt werden.

Es ist wirklich eine Sauerei, wie wenig die Bauern für ihr Produkt bezahlt werden. Sämtliche Energiekosten sind gestiegen, die einen landwirtschaftlichen Betrieb sehr belasten. Und zudem steckt ne Menge Arbeit dahinter. Soviel wie ein Landwirt täglich körperlich Arbeitet, haben viele in ihrem ganzen Leben noch nicht gearbeitet. Sowas wie Urlaub oder Freizeit ist so gut wie kaum vorhanden!
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27.05.2008 21:53 Uhr von christi244
 
+3 | -2
 
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Uhle: >Aber der Einzelhandelsverband "droht" ja schon damit, sich die Milch dann aus dem benachbarten Ausland zu holen. Scheint so, als würde in diesem Falle sich ein innerdeutscher Milchbauer mal nicht gegen den anderen ausspielen lassen, wenn man schon mit den Nachbarländern kommen muß.


Bin übrigens heute Butter einkaufen gefahren:
die kostet inzwischen weniger, als im letzten Oktober !!!<

Stimmt! Und ich denke, das dürfte am Verbraucherboykott liegen. Von daher was immer bei diesem Streik herauskommt ... der Verbraucher ist außen vor ... erstmal.

Sollen die Bauern - wie ich schon sagte - Ross und Reiter und die schlimmsten Drücker nennen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sie den Verbraucher auf ihrer Seite hätten.
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27.05.2008 21:57 Uhr von Bongolus
 
+7 | -0
 
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1984? Irgentwie wurden die Milchpreise vor nichtmal 2 Monaten erhöt, weil ja die Chinesen den Markt leerkaufen, seit dem zahle ich 57 statt 51 Cent. Und nu erzählen se den Bauern, dass ja zuviel Milch produziert wird.

"Derzeit stehe einer reduzierten Nachfrage eine steigende Rohmilchmenge gegenüber, betonte Sachsenmilch-Geschäftsführer Stefan Müller"
-- http://www.n24.de/...

Doppeldenk in seiner reinsten Form -.-

Aber solange eh nur der kleinste Teil der Bauern bei diesem Streik mitmachen, werden die sich nicht wehren können.

"Dem Streik der Milchbauern hat sich offenbar zunächst nur eine Minderheit der Produzenten angeschlossen."
-- http://www.n24.de/...
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27.05.2008 21:57 Uhr von datenfehler
 
+6 | -5
 
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wunderbare welt Aber wirklich neu ist das nicht, dass westliche Industrienationen... sogenannte ZIVILISIERTE LÄNDER Lebensmittel aus Gier auf den Müll werfen.
Doch alleine die Bauern prangere ich persönlich nicht an, auch wenn sie diese Sauerei veranstalten. Teilschuld haben auch profitgeile Molkereien und Supermärkte, denn die haben erheblich mehr Gewinne an Milch, wovon die Bauern nur träumen können...

Trotzdem zeigt das mal wieder wie verkommen unsere Gesellschaft ist.
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27.05.2008 22:07 Uhr von uhlenkoeper
 
+1 | -0
 
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@datenfehler: uuuups, das aht aber nicht mit "unserer Gesellschaft" zu tun:

in korrupten Militärregimen Afrikas wird Reis aus Hilfsprogrammen ins Meer gekippt, in Frankreich werden auch schon mal LKW´s mit Obstlieferungen in andere EU-Länder in Brand gesteckt, in Boston gab es doch irgendwann mal die sog. "Boston Tea Party", bei der Tee im Atlantik versenkt wurde, oder (führte immerhin zur Unabhängigkeit Amerikas von Großbritannien) ?
In Birma wurden Nahrungsmittelhilfslieferungen lange nicht an die Hungernden ausgeteilt, weil die Machthabe den Eindruck erwecken wollten, sie selbst seien die Wohltäter und Retter ....

Was ich damit sagen will:
es geht in diesen Fällen selten um einen bewußt schlechten Umgang mit Lebensmitteln, sondern vor allem um politischen Druck, der damit gemacht werden soll. Auch, wenn es wirklich pervers ist, Lebensmittel zu vernichten.
Aber ebenso pervers ist es doch dann, dass an der Grenze beschlagnahmte Schmuggelware vernichtet wird. Dass in nicht unerheblicher Menge Lebensmittel in den Haushalten verderben und weggeschmissen werden. Dass ebenso Lebensmittel in nicht unerheblicher Menge vom Einzelhandel entsorgt werden, wenn das MHD überschritten ist (nicht alles geht an die "Tafeln").
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27.05.2008 23:05 Uhr von amexxx
 
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*gähn: wie mich diese zwergen aufstände langweilen und nerven das bringt doch eh nix irgendwann müssen sie klein bei geben weil ihnen das geld ausgeht

wenn dann müssten sich alle bauern grün sein und alle streiken am besten mit anderen bauern zusammen damit man da mal wieder eine einheit sieht und nicht wie das jetzt

was sind den 30 bauern?
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27.05.2008 23:14 Uhr von kidneybohne
 
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richtig so! noch mehr bitte, die bauern sollen ihren gerechten preis kriegen!
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28.05.2008 01:40 Uhr von Laub
 
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Nette idee: Aber ich denke das wird erst was wenns noch mehr Bauern machen... Und die haben sich das echt verdient! Ich kenne einen Milchbauern, der hat direkt eine Weide nebenan. Im sommer sind dann seine 12 Kühe dort, werden morgens und abends gemolken (wie solls sonst sein). Kälbchen hat er auch zu Haus und und und. Der hat volles Programm und ist bald oder sogar schon 60! Hätte er sich echt verdient. Der macht das schon sein Leben lang.

(In Cloppenburg wohn ich *doofgrins*)
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28.05.2008 06:42 Uhr von Cybertronic
 
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Das ist typisch Mensch: ich finde es schade, dass Lebensmittel vernichtet werden, nur damit keiner sich davon ernähren kann. Immerhin produziert die KUH die Milch und nicht der Bauer, der hat nur die Hightech.

Vielleicht VERGIFTET ja der Landwirt demnächst sein Feld, damit keiner Getreide fürs Brot backen hat..weil er sich auf den Schlips getreten fühlt.

Arbeit hin under her , dass hat er sich ausgesucht. Andere Knüppeln für Lau bei Lidle und beantragen noch Hartz 4 !
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28.05.2008 07:44 Uhr von landlord
 
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@wuschel85: Was verstehst du unter Ausland? Wenn ich mir die Landkarte so anschau sind fast alle als Lieferanten in Frage kommenden Staaten auch EU Mitglieder. Ich versteh nichts davon nach welchen Kriterien die EU fördert aber ich bezweifle das die EU-Fördermittel so verteilt sind das ein deutscher Bauer dadurch wirklich einen Vorteil hat.
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28.05.2008 08:14 Uhr von christi244
 
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Future: Hast Du noch nie etwas von Kühltransporten gehört? Und ... wenn ich mich nicht ganz täusche, so gilt in besonderen Fällen nicht mal das Wochenendfahrverbot für Trucks. Leicht verderbliche Ware gehört meines Wissens zu diesen Fällen.

Wenn also Milch im benachbarten Ausland gekauft wird, so ist die ratz-fatz hier in den Märkten. Deutschland ist nicht sehr groß. Alles eine Frage der Logistik. Und sicher wird die Milch nicht als Rohmilch aufgekauft, sondern in diesen Fällen unter Lizenz woanders verarbeitet.

Du kannst Milch vor Ort entsprechend Deinen Wünschen aufbereiten, verpacken und dann durchaus ins benachbarte Ausland karren.
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28.05.2008 08:37 Uhr von computerdoktor
 
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Mir egal ich trinke keine Milch. Und zwar weder Kuh- noch Schaf- noch Ziegenmilch, weil ich eine Protein-Unverträglichkeit habe. Laut mehreren Wissenschaftern ist der menschliche Organismus ab einem gewissen Alter gar nicht mehr in der Lage, Milch und Milchprodukte aufzuspalten, ein wichtiges Enzym dazu haben nur Säuglinge und Kleinkinder. Daher wird Milch IMHO überbewertet - Kalzium bekommt man zB aus Wirsing und anderen Kohlgemüsen um ein vielfaches mehr als aus Milch.

Milch wird bei uns nur so viel getrunken und verarbeitet (Joghurt, Käse etc.) weil uns die Bauern und deren Genossenschaften seit Jahrzehnten einreden, dass Milch SOOOOOO gesund ist. Wahr ist aber, dass ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung Milch nicht oder nur sehr schwer verträgt. Ein Teil der Bevölkerung hat auch schon Allergien (Lactose-Unverträglichkeit) gegen Milch entwickelt.

Wer noch was nettes ausprobieren will: Man nehme ein Glas Milch, leert ein bisschen Säure hinein (Zitronensaft etc., ähnlich wie Magensäure) und voilá - man sieht, was mit der Milch im Magen passiert: Das Zeug stockt sofort und man hat einen "Knödel" im Magen. Prost!
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28.05.2008 08:58 Uhr von Bjorn42
 
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Ich zahle 1,19 Euro pro Liter Bio-Milch: Weitere Aufschläge wären für Vieltrinker schon langsam recht happig.
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28.05.2008 09:49 Uhr von osirisone
 
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Und Idioten im Rest Europas wollen den Mist auch noch unterstützen, siehe Spiegel:
http://www.spiegel.de/... >> Holländiche Bauern, wollen de Milch aufm Acker kippen. - Damit beweisen se doch alle, das se ansich gut verdienen,..ich schmeiße nichts weg, wenn ich es mit nicht leisten kann.
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28.05.2008 09:55 Uhr von uhlenkoeper
 
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Hmmmm , also 1. Subventionen :
________________

es gibt keine Subventionen in der landwirtschaftlichen Milchwirtschaft. Und das Gros der Milchbauern hat seit mehr als 10 Jahren nicht mehr kostendeckend produzieren können. Sehr viele Betriebe versuch(t)en, das durch andere Produktionszweige oder aber durch ein zweites, außerlandwirtschaftliches Einkommen des Betriebsleiters bzw. des Partners auszugleichen.

Wenn in der Kette zwischen Produzent und Konsument irgendwer Subventionen einstreicht, dann höchstens die Molkereien bzw. der Zwischenhandel, die das über den Umweg des Transportes über EU-Ländergrenzen bewerkstelligen. Ansonsten gibt es keine Milchsubventionen !

Und bevor jetzt wieder die allgegenwärtige QUOTE genannt wird :
Die Milchquote ist keine Subvention, sondern eine Mengenbegrenzung. Nur in der Menge, die die Quote vorgibt, darf ein Milchbauer überhaupt Milch an die Molkerei abliefern. Liefert er mehr, muß er Strafabgaben zahlen. Der Steuerzahler zahlt nicht einen cent für die Quote !
Und diese Quoten (= Milchlieferrechte) müssen die Betriebe selbst auch noch teuer kaufen. Ein Grund dafür, dass die Quotierung erst 2015 ausläuft: so lange dauert die Abschreibungsfrist für Quoten, bis bis zu dem Tag gekauft wurden, an dem der Ausstieg aus der Quote beschlossen wurde. Und ein Grund dafür, dass Milchbauern ewig versuchen, "durchzuhalten" und auf bessere Preise zu hoffen, statt sich dem Defizit zu beugen.

Milchbauern bekommen gar keine Subventionen. So ein Pech aber auch, da man denen gar keine kürzen kann.
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28.05.2008 09:56 Uhr von uhlenkoeper
 
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Fortsetzung: 2. Milch aus dem Ausland :
________________________

Sind das etwa die gleichen Leute, die das gut finden, die darüber schimpfen, dass Billigarbeitskräfte aus dem Ausland die hiesigen Preise auf dem Bau und im Handwerk kaputt machen ?
Was ist denn, wenn die Milchwirtschaft hier "einpackt", weil die Milch (angeblich billiger, weil z.B. Polen oder Holland die Energiepreise für Landwirtschaft -nicht zuletzt aus EU-Töpfen, die wir mitfinanzieren- subventionieren und nicht nur die staatlich bezuschussen, so dass die Produkte billiger angeboten werden könnne ?) billiger aus dem Ausland kommt ? Glaubt hier wirklich jemand, dass wir dann irgendwann noch die Preise und die Qualität bestimmen können ?


3. Hohes Gehalt der Milchbauern :
______________________________

Milchbauern in Deutschland haben laut statistischem Bundesamt eine Wochenarbeitszeit von 65 Stunden und einen durchschnittlichen Stundenlohn von knapp 2 Euro. Das kann man wohl kaum als reich bezeichnen, oder ? Und HartzIV ist dann für diese Leute nicht drin: weil die ja erst einmal ihre "Werte" veräußern müßten, diese "Werte" aber in den Gebäuden und der Technik stecken, die zum Betriebserhalt nötig sind.



4. Warum nicht in den Sack hauen ?
________________________________

Tja, da tut sich der landläufige Bauer, der im Zweifel in der 6. oder noch höheren Generation den familieneigenen Betrieb bewirtschaftet relativ schwer mit. Kapitalgesellschaften wie in Ostdeutschland schon weniger ...
Und dann kommt hinzu, dass die meisten Höfe sich himmelhoch verschuldet haben, um die Technik und Hygieneauflagen erfüllen zu können. Mit der Betriebsaufgabe ist man SOFORT in einer lebenslangen Armut gelandet, wenn man den Betrieb noch hat, hat man immer noch die HOFFNUNG, dass sich das Blatt mal wendet und man das selbst in der Hand hat.


5. Kühltransporte
________________

Ohnehin megapervers: solange es noch billiger ist, Milch aus dem Ausland bei den derzeit hohen und weiter steigenden Sprit- und Energiekosten (auch Kühlaggregate arbeiten mit der Energie, die der Truck aus dem Sprit herstellt) zu den hiesigen Molkereien zu karren, als heimische -am Besten lokale- Lieferanten reell zu bezahlen, solange ist doch etwas megakrank im System.

Noch einmal: wer meint, die Milch in Polen sei billiger, der hat leider übersehen, dass Deutschland eine der größten Gebernationen der EU ist. Aus diesen Töpfen werden dann Beihilfen für die "unterentwickelten EU-Länder" finanziert, wozu auch Polen gehört. Wir bezahlen also die billige Milch auch weiterhin durch Subventionen aus unseren Steuergeldern, nur dass diese Gelder dann nicht mehr nach Deutschland zurückfließen und hier die Wirtschaft stützen, sondern ins Ausland, das uns dann links überholt.
Nur als Beispiel: in so manchem Anrainerstaat senkt der Staat die Kosten für Energie und Sprit in der Landwirtschaft künstlich, bei den EU-Auflagen wie Hygieneschutz wird von den zuständigen Überwachungsbehörden mal nicht so genau hingeschaut wie in unserem überkorrekten Ländle und die landläufige Korruption tut ein Übriges.
Wenn konkurrenzfähig sein, dann aber bitte auch unter gleichen Vorzeichen.
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28.05.2008 09:57 Uhr von uhlenkoeper
 
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Fortsetzung 2: 6. Biomilch
___________

Der Preis für Biomilcherzeuger ist ohnehin sehr viel höher als für konventionelle Betriebe. Dort gibt es gar keinen "Streik", weil diese halbwegs kostendeckend arbeiten können.


7. Molkereien und Einzelhandel
___________________________

Was die Situation für die Landwirte (nicht nur bei der Milch) so schwer macht ist der Umstand, dass auf derzeit etwa 200 Molkereien in Deutschland nur eine Handvoll Einzelhandelsgroßketten kommen, die damit den Preis beliebig drücken können. Das Problem sind nicht die Molkereien und ihre "Unfähigkeit", die Preise höher auszuhandeln, sondern der schlichte Druck, den Quasi-Monopolisten wie Aldi, Lidl, Penny (REWE-Gruppe) etc. machen.

Und daraus ergibt sich ein schönes Szenario:
wenn landwirtschaftliche Familienbetriebe aufgegeben werden, dann wird es immer weniger, dafür aber große Agrounternehmen mit konzernartigen Strukturen geben. Was bei einer solchen Konzentration auf einige wenige Riesenunternehmen passiert, kann man doch weltweit sehen: in Argentinien diktiert quasi ein einzelner Rinderzüchter, in Brasilien eine kleine Clique von Zuckerrohr-Großgrundbesitzern, wie die Landespolitik geführt wird. Und wie und wo Regenwald abgeholzt wird, um Platz für Monokulturen zum Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zur Bioethanol-Produktion zu schaffen.

Umweltschutz ? Einfluß der Verbraucher ? Qualität der Nahrungsmittel ? Das können wir dann getrost in die Tonne klopfen. Einen Bericht über Gammelfleischskandale wird es dann nicht mehr geben. Nicht, weil diese nicht mehr vorkommen, sondern schlicht, weil der Monopolist die Veröffentlichung unterbinden wird.


SORRY FÜR DIE LÄNGE !
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28.05.2008 10:02 Uhr von uhlenkoeper
 
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Milchtransporte aus dem Ausland : Übrigens eine megatolle (Ironie !!) Idee:
dann bauen wir doch auf den freiwerdenden Flächen der wegbrechenden Milchbauern hierzulande Biospritpflanzen an, um die Transportkosten für die Kühlfahrzeuge zu senken. Natürlich subventioniert.

Und keiner denkt daran, dass Milchprodukte, die über eine EU-Grenze gefahren werden, wieder von der EU subventioniert werden ?


Jeder hier will doch völlig zu Recht für seine Arbeit auch eine reelle Bezahlung, oder ? Warum dann den Milchbauern das versagen ?
Mal drüber nachgedacht, wo die Gewinne bleiben ? Wovon Aldi und Co. jeden Tag irgendwo in Europa einen neuen Laden bauen und damit die "Tante-Emma-Läden" kaputt machen können ?
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28.05.2008 10:40 Uhr von Kacknoob
 
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Also ich seh das auch eher PRO Milchbauern: Ich denke auch das die Bauern ihr Geld bekommen sollten.

Wenn ich sehe was die Leute teilweise für Cola oder sogar nur Wasser ausgeben. Aber dann sind 55 Cent für nen Liter Milch schon Schicht. Ich glaube eine 20 Cent Erhöhung müsste da schon drin sein.

Das mit dem wegkippen und vernichten von Lebensmitteln dient hier ja erstens einer art der Demonstration und ausserdem ist die Rohmilch ja nur SEHR lokal an den Mann zu bringen. Ich dachte aufgrund von Milchsee und Butterberg werden sowieso ständig riesige Mengen vernichtet. Das kann ich allerdings nicht belegen und hab es irgendwann mal vor Urzeiten gehört.

@Uhlenkoeper: Aber folgendes Argument fand ich überflüssig:

"Sind das etwa die gleichen Leute, die das gut finden, die darüber schimpfen, dass Billigarbeitskräfte aus dem Ausland die hiesigen Preise auf dem Bau und im Handwerk kaputt machen ?"

Oder sind Landwirte die selben Leute die nur billige Arbeitskräfte aus Polen wollen, weil Ihnen die deutschen Erntehelfer zu teuer sind?

Gruss
DaNoob
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28.05.2008 10:44 Uhr von botcherO
 
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@ computerdoktor: Lactoseintoleranz hat überhaupt gar nichts mit einer Allergie zu tun. Genau betrachtet ist auf der Welt die Intoleranz normal, nur nur bei der weißen, westlichen Bevölkerung wird aufgrund eines Gendefektes das Enzym "Laktase" auch nach der Kindheit weiter produziert. Bei der restlichen Bevölkerung insb. Asien, Südamerika und Afrika wird das Enzym nach dem auswachsen nicht mehr produziert.

Übrigens kann man einer schlimmen Alterskrankheit, der Osteoporose sehr gut vorbeugen, indem man Milchprodukte zu sich nimmt.

Also 100g Milch enthält 120mg Calcium, 100g Wirsing/Weißkohl dagegen nur 46mg.

Zu deinem letzten Satz: Was glaubst du wie Käse gemacht wird? ;)) Am besten erstmal Recherchieren, bevor so ein Halbwissen wie am Stammtisch umhergeschmissen wird!
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28.05.2008 10:46 Uhr von h1pe
 
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@ menschenhasser: lieber vorher denken bevor man sinnlosen scheiss schreibt ;) wenn sie die molkerei nicht braeuchten, so das sie z.B. die Milch einer Hilfsorganisation spenden koennten, dann wuerden sie kaum auf die Barikaden gehen. Du bist so intelligent :)

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