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Großbritannien: Diskussion um Entscheidung für gehörlose Kinder

Dürfen gehörlose Eltern sich für ebensolche Kinder entscheiden? Diese Frage wird aufgrund eines neuen Gesetzentwurfes in Großbritannien debattiert. Vor einer künstlichen Befruchtung (IVF) kann ein freiwilliger Gentest Klarheit bringen, ob die Embryonen Erbkrankheiten in sich tragen.

Bei einer natürlichen Befruchtung findet kein Auswahlverfahren statt. Gehörlose Eltern, die dank IVF Kinder bekommen möchten, fühlen sich jedoch diskriminiert. Wird das Gesetz verabschiedet, werden sie gezwungen, nur erblich gesunde Kinder großzuziehen - gegenüber solchen mit ernsthaften Genschäden.

Großbritannien zählt auf diesem Gebiet zu den liberalsten Europas, Gehörlose fordern jedoch eine eindeutige Stellungnahme. Der Entwurf zeige, dass Gehörlose kein volles Existenzrecht besäßen und als weniger wertvoll gälten.


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WebReporter: linkman4
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Kind, Großbritannien, Entscheidung, Diskussion
Quelle: www.spiegel.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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02.05.2008 13:40 Uhr von linkman4
 
+0 | -0
 
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Ich sehe zwar keine Grund, ein in irgendeiner Weise geschädigtes Kind zur Welt bringen zu wollen, kann das Entsetzen von Betroffenen aber nachvollziehen. Mehr Stellungnahmen sind in der Quelle zu finden, die die Frage aufwerfen, ob ein Leben ohne Gehör weniger lebenswert ist oder nicht.
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02.05.2008 14:11 Uhr von ika
 
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was spricht dagegen: ein hörendes Kind zu bekommen?
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02.05.2008 14:11 Uhr von alleskaufmann
 
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@autor: bist ein gutsmensch, stimmts?!

denn ich kann ganz und gar nicht verstehen, wie man kranke, geschädigte kinder zur welt bringen will. ...wenn man gehörlos ist ist es doch keine gabe!!! es ist doch nicht schön so zu leben. es ist eine krankheit, ein genfehler. warum sollte man wollen, dass man solche gleichkranken menschen auf die welt bringt. diskriminierung??? die haben doch einen viel größeren schaden als ihre gehörlosigkeit!
... wer bewusst krankheit fördert ist ein spinner, nicht mehr und nicht weniger.
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02.05.2008 14:24 Uhr von linkman4
 
+2 | -0
 
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Ich verstehe vollkommen, was Du meinst, alleskaufmann, aber ich sehe auch den Standpunkt von Gehörlosen. Würde ich zu ihnen gehören, würde ich mich auch fragen, ob ich im eigenen Land unerwünscht bin oder als wertlos angesehen werde...
Hat eine Regierung das Recht zu entscheiden, wer leben darf, und wer nicht? Diese Frage muss man sich dann sicher auch bei Abtreibungen stellen, aber das ist ein weites Feld^^
Wie gesagt, auch wenn ich selbst eine körperliche Einschränkung mit mir herumschleppen würde, kann ich mir nicht vorstellen, das auch für meine Kinder zu wollen. Ich finde das egoistisch.
Es ist viel leichter, sein Gehör loszuwerden, als eines zu erhalten, wenn man keines hat.^^ Zudem kann ich nicht glauben, dass ein Leben ohne Musik vollkommen erfüllt sein kann, aber das hat wahrscheinlich etwas damit zu tun, dass man es nicht vemissen kann.
Und ich bin kein Gutmensch, befürchte ich^^ Ich höre mich oft so an wie Du^^

ika: Nichts, wie ich glaube, aber das sehen Gehörlose anscheinend anders.

mfg link
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02.05.2008 14:27 Uhr von alleskaufmann
 
+1 | -3
 
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da muss man mal überlegen wie dumm diese menschen sind. ..können keine kinder kriegen, brauchen hilfe über künstliche befruchtung (was ja ein glück ist, das es so etwas gibt) ..und dann fühlen die sich diskriminiert, weil man über künstliche befruchtung leicht herausfinden kann, welche gendefekte vorliegen. ...und die fühlen sich diskriminiert, weil man gesundheit voraussagen kann. ... von mir aus sollte man denen die möglichkeit der künstlichen befruchtung wegnehmen. ...dann brauchen die sich gar nicht mehr zu beschweren.
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02.05.2008 14:31 Uhr von nettesMädel
 
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ungerecht! Ich finde das ebenso diskriminierend! Und den Kommentar von alleskaufmann etwas unverständlich.

Nehmen wir mich - ich bin sehr stark kurzsichtig und gelte damit als sehbehindert. Dies ist eine Sache, die zu mehr als 50 % an die Kinder genetisch übergeht! Und wenn man jetzt damit anfängt gehörlosen Eltern vorzuschreiben, ob sie Kinder bekommen dürfen oder nicht, wird man irgendwann auch dazu übergehen, Sehbehinderte, Kleinwüchsige, etc. auch wie eine Art Mensch dritte Klasse zu behandeln!

Mal davon abgesehen, dass man auch durch Unfälle und Krankheiten das Gehör verlieren kann! Das wird in der Regel dann aber nicht genetisch weitergegeben....

Man sollte aufhören Behinderungen als "schlimm" zu betrachten, denn meistens sind es die "Normalen" die diese Behinderungen schlimm empfinden, nicht aber die Betroffenen selbst!
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02.05.2008 14:42 Uhr von suriceau
 
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Ich finde: die meisten Kommentare hier sehr diskriminierend!

Ich habe mich für das Studium des Dolmetschers entschieden, für Französisch und Gebärdensprache!

Gehörlosigkeit ist kein Defizit, die Gehörlosen betrachten sich nicht in dem SInn als behindert. Sie haben eine eigene Sprache, die Gebärdensprache, die ihnen eine vollwertige Kommunikation ermöglicht, sie sind Mitgleid einer Gemeinschaft, der Gehörlosengemeinschaft, die sich aus Gehörlosen und Schwerhörigen zusammensetzt, die die Gebärdensprache als gemeinsame Sprache nutzen und gemeinse Erfahrungen und Werte teilen.

Gehörlose nehmen auch gerne jeden in ihre Gemeinschaft auf, es geht nicht um die Ursache,die Schwere oder die Tatsache gehörlos zu sein, sondern um eine gehörlose Einstellung.

Menschen, die nicht hören, oder nur ein kleines Resthörvermögen haben, sind weder naiv noch dumm, sie werden nur oft unterschätzt!

Ich kenne einige Gehörlose an der Universität, die Linguistik, Germanistik,...studieren, ihnen wird ein Dolmetscher vom Land zur Verfügung gestellt.

Wir leben doch nicht mehr im 18. Jahrhundert, wo man so lächerliche Meinungen vertreten und Gehörlose als dumm oder ungebildet oder als "außerhalb der Norm" bezeichnet hat!

Ich würde jedem empfehlen, sich mit diesem Thema einmal auseinander zu setzen, bevor man solche unwürdigen Kommentare von sich gibt!

Ich liebe es, mich in Gebärdensprache zu unterhalten, ich mache das auch gern in meiner Freiheit mit meinen Mit-Studenten.

Wenn Kinder von früh auf gefördert werden, und die Möglichkeit haben, Gebärdensprache als ihre Muttersprache zu lernen, dann bestehen auch sehr gute Chancen, dass sie später die Lautsprache beherrschen werden!

Natürlich muss jeder für sich entscheiden, ob er damit klarkommt und sich damit überhaupt auseinander setzen will, aber dann lasst doch bitteschon die Gehörlosen ihre Kinder bekommen...
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02.05.2008 15:06 Uhr von ika
 
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@suriceau: Naja nen bisschen schönmalerei was du da betreibst. Soo gut steht´s um Gehörlose gar nicht.

Oft sind sie ungebildet, Unterschichtler. Selbst oft schon Gehörlose Penner oft gesehen...

Das Problem ist einfach das sie nicht soviel infos mitbekommen wie wir die hören können. Wir lernen schon beim vorbeigehen, kriegen nachrichten mit usw. Gehörlose lernen nur wenn sie es wirklich wollen, also wenn sie lesen. Die die nichts lesen bekommen dann oft weniger mit.
Aber darum geht´s ja nichtmal. Finde es einfach unsinnig ein gehörloses Kind bekommen zu wollen.

Behindert denn das hören können das Kind die Gebärdensprache zu lernen???
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02.05.2008 18:54 Uhr von Bokaj
 
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Lebensrecht? Ich finde die genetische Auswahl von Embryos nicht in Ordnung. Warum soll ein gehörloses Kind nicht geboren werden?
Wer ein Auswahl-Kriterium zulässt, muss jedes Kriterium zulassen. Also, warum dann nicht auf jegliche Untersuchungen verzichten.
Eigentlich haben wir kein Recht dazu, ein Leben mit dem Prädikat lebenswert oder nicht lebenwert zu kennzeichnen.

So wie Taube nicht das recht haben, ein taubes Kind zu bekommen, so dürfen Nichttaube nicht das Recht haben, nur hörende Kinder zu bekommen.
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03.05.2008 22:22 Uhr von linkman4
 
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Eine andere Frage ist doch, welchen Vorteil es hat, gehörlos zu sein. Warum ein eingeschränktes Kind zur Welt bringen? Auf einen derart wichtigen Sinn zu verzichten, wenn es nicht sein muss?
Wie gesagt, ich verstehe den Aufschrei in Gehörlosengemeinschaften, da man hier sicher eine Wertung interpretieren kann.
Übrigens ist der Gentest nicht verpflichtend, die Eltern wollen sich aber oft bei fortgeschrittenem Alter der Mutter versichern, dass es zu keinen Komplikationen kommt. Ich finde den Begriff gehörlos keineswegs diskriminierend, es beschreibt einfach - aber das steht auf einem anderen Blatt^^

mfg link

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