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Tabubrüche in der Kunst - Kampf um Freiräume oder pure Provokation?

Der Tabubruch ist seit dem 20. Jahrhundert fester Bestandteil moderner Kunst - zu den bekanntesten Beispielen zählt Marcel Duchamps' "Urinal". Ursprünglich ging es den Kunstschaffenden dabei darum, sich selbst und der Gesellschaft neue Freiräume zu erkämpfen.

In der aktuellen Kunstdebatte hingegen wird über Fälle wie den der amerikanischen Künstlerin Aliza Shvarts diskutiert, die mehrmals Abtreibungen an sich vornehmen ließ um das abgestorbene Gewebe nun öffentlich als "Kunst" auszustellen.

Nicht nur in der Bildenden Kunst - auch in Theater, Musik und Literatur ist der gezielte Eklat längst fester Bestandteil medienwirksamer PR. Oftmals führen provozierende Projekte jedoch zur Polarisierung der Gesellschaft statt zu ihrer Fortentwicklung wie sie etwa Duchamps beabsichtigte.


WebReporter: OscarWilde
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Kampf, Kunst, Provokation
Quelle: jetzt.sueddeutsche.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.04.2008 11:23 Uhr von OscarWilde
 
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Der Skandal gehört seit spätestens dem 20., wohl aber schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts fest zum Selbstverständnis der Avantgarde - dabei sei etwa an das Vorbild meines Usernamens erinnert.
Die Grenzen zur reinen Provokation um ihrer selbst Willen sind dabei fließend und auch für Kunstliebhaber sind Fälle wie der von Aliza Shvarts schwer zu verdauen.
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21.04.2008 12:46 Uhr von maki
 
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Kampf ums Überleben, würd ich sagen. Wenn man nicht gelernt hat und nichts (nützliches) kann, muss man eben versuchen, auf andere Art und Weise zu Geld zu kommen.

So richtig böse Menschen würden 78,32 Prozent der Auswürfe dieser sogenannten Künstler in Anlehnung an düstere Zeiten als "entartet" bezeichnen.
Ich für meinen Teil bevorzuge "diskunsted". :-DDDDD
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21.04.2008 14:09 Uhr von patjaselm
 
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@titel: hier meine antwort: beides ...

sorry, aber fragestellungen in titeln sind grauslig :-( ...
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21.04.2008 14:28 Uhr von psychokind123
 
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Pfui Teufel: Also auf solche Freiräume kann die Menschheit wohl getrost verzichten. Wenn sie sich ein Bein amputieren lässt und das Hackfleisch dann ausstellt meinetwegen, aber bitte nicht immer mal wieder abtreiben.
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21.04.2008 20:27 Uhr von Borgir
 
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künstler wollen verkaufen: und das versuchen sie mit allen mitteln...logisch, oder?
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21.04.2008 20:45 Uhr von yiggi
 
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Die Freiheit der Kunst: Zur Zeit häufen sich ja die Fälle bei denen Künstler moralische wie ethische Grenzen scheinbar ignorieren bzw. überspringen.
siehe hier: http://www.shortnews.de/...

Mit pauschalen Urteilen ist man dann natürlich schnell dabei. Aber die Brechung von Tabus zieht sich ja schon durch die gesamte Kunstgeschichte. Und vor allem dienten und dienen sie immer wieder mal ein wenig über den eigenen Tellerrand zu schauen. Zwar geht mir diese Aktion auch zuweit, aber man nehme nur Sarah Morris und Damien Hirst mit ihrer Schockkunst in den 90er Jahren. Auch damals ein großer Aufschrei und Unfassbarkeit. Heute regt sich kaum noch einer auf und die Künstler sind zu gefeierten Stars des Kunstmarktes geworden.
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22.04.2008 02:23 Uhr von simonl
 
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ich finde provokation ist auch eine art von kunst.
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22.04.2008 11:42 Uhr von smile2
 
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Ja sicher ist Provokation auch eine Art von Kunst, aber mehrere Abtreibungen machen zu lassen und das übergebliebene Gewebe auszustellen ist keine Kunst sondern nur abartig und geistesgestört!
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22.04.2008 22:59 Uhr von simonl
 
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@smile2: das ist also weniger krank und geistesgestört als "einfach so" abzutreiben und das kleingehechselte gewebe wegzuwerfen? :)

bei einer abtreibung wird übrigens der kopf vom rest des körpers getrennt, weil der zu groß ist. ob der kopf als ganze rausoperiert wird oder in kleinen stücken weiß ich grad nicht - wie auch immer, mein punkt ist: es ist genau so krank. die menschen darauf aufmerksam zu machen welch abnormale dinge hier passieren halte ich für weniger schlimm..

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