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Augsburg: Angeklagter versuchte, sich während Gerichtsverhandlung umzubringen

Ein 56 Jahre alter Mann stand am Dienstag wegen Ladendiebstahls vor dem Gericht in Augsburg. Der Angeklagte hatte in einem Supermarkt Lebensmittel gestohlen. Vor Gericht fing er an zu weinen und sagte, er habe dies aus Hunger getan. Der Mann war aus Polen nach Augsburg gekommen und hatte keinen Job.

Da er keine Arbeit fand, wurde er bald obdachlos und lebte auf der Straße. Während der Verhandlung zog er eine Rasierklinge, schnitt sich damit in den Arm, steckte sie sich anschließend in den Mund und drohte, sie zu schlucken. Richter Walter Hell gelang es jedoch, positiv auf ihn einzuwirken.

Der Mann hatte fälschlicherweise geglaubt, er müsse nun jahrelang ins Gefängnis. Nachdem der Arzt des Gerichtes den Mann verbunden hatte, verurteilte Hell ihn zu fünf Monaten auf Bewährung. Danach fragte der Angeklagte den Richter, ob er eine Arbeit für ihn wisse. Wie er an die Klinge kam, ist unklar.


WebReporter: JustMe27
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Anklage, Augsburg, Angeklagt, Gerichtsverhandlung
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.04.2008 12:50 Uhr von Lil Checker
 
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Schon bischen traurig Ein Mann, der aus der Armut heraus (Ich will es nicht schön reden) Essen klaut, hat Angst er muss ins Gefängnis und greift zu solchen Mittel.

Auf der anderen Seite, "Menschen" die auf Mitmenschen fast bis zum Tode einprügeln und eintreten, die verspüren solch eine Schahm nicht weil sie wissen, passiert nicht wirklich viel.

Verkehrte Welt
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16.04.2008 13:05 Uhr von Carry-
 
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hmm: wie kann man nicht wissen, dass man in deutschland nicht ins gefängniss kommt?
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16.04.2008 13:17 Uhr von JustMe27
 
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@Carry: weil der Angeklagte wohl genau darauf nicht spekuliert hat, sondern wirklich aus Not und Armut heraus gehandelt hat. Richter Hell (Den ich persönlich kenne und schätze) ist ein Mann mit viel Erfahrung und kann bei Bedarf knallhart handeln. U-Bahn-Schläger dürften dem nicht in die Finger geraten. Er hat also erkannt, dass er hier wirlich einen der ärmsten der armen vor sich hatte.
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16.04.2008 14:01 Uhr von K2daK
 
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So hart wie es klingt aber warum hat er denn nicht zuvor Sozialhilfe beantragt?

Ok, es ist schon ein wenig traurig, aber zum Glück hat ihn der Richter überzeugen können, die Rasierklinge nicht zu schlucken...

Ich hoffe für den Mann, dass er schnell eine Arbeit findet und so eine Tat nicht wieder begeht...schließlich gibt es genug Obdachlosenheime, wo man kostenlosen Unterschlupf, Essen und sogar Kleidung bekommt.

PS: Aber ich finde es ein wenig sehr verzweifelt, danach den Richter zu fragen, ob er nicht einen Job wisse....Erntehelfer wäre doch eine gute Option...sind viele Stellen frei geworden! *g*
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16.04.2008 14:03 Uhr von JustMe27
 
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@Mehrwertsteuer: Der Mann wird jetzt einem Bewährungshelfer übergeben, dessen Aufgabe ist es unter anderem auch, ihm bei Behördengängen zur Seite zu stehen und ihm bei der Wohnungssuche zu helfen. Die Augsburger Bewährungshilfe ist da sehr engagiert, ist nicht umsonst als eine der besten Organisationen dieser art in Deutschland bekannt! Ich denke, das war Herrn Hells Hintergedanke. Hätte er den Mann dagegen mit ein paar Sozialstunden bestraft, wäre nichts dergleichen passiert. Und mit 5 Monaten ist er nach Ende der Bewährung noch nicht einmal vorbestraft!
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16.04.2008 14:32 Uhr von JustMe27
 
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Nachtrag: Dennoch wird er es schwer haben. Denn er hat sich die Stadt mit der bei weitem höchsten Arbeitslosen-Rate in Bayern ausgesucht. Sie ist dort fast doppelt so hoch wie in allen anderen Orten. Das ist auch ein Grund, warum ich von dort weggezogen bin...

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