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Schwedt: AOK stellt Strafanzeige gegen Klinik wegen zu vieler Notentbindungen

Die AOK Brandenburg hat Anzeige gegen das Uckermark-Klinikum in Schwedt erstattet. Grund ist die ungewöhnlich hohe Anzahl der Notentbindungen polnischer Frauen in dem Krankenhaus.

Dem AOK-Sprecher Jörg Trinogga zufolge würde es in keinem anderen Krankenhaus entlang der deutsch-polnischen Grenze eine solche übermäßige Häufung von Geburten geben. Konkret geht es um über 400 Geburten in den letzten vier Jahren.

Die AOK hat angeblich Beweise dafür, dass es sich in der Mehrheit nicht um Notfall-Geburten handelte. Der Krankenkasse entstanden hierdurch Außenstände in Höhe von einer halben Million Euro.


WebReporter: divadrebew
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Klinik, Note, Strafanzeige, AOK
Quelle: www.morgenpost.de

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09.04.2008 20:30 Uhr von Deepbluesea82
 
+5 | -1
 
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Ob Notentbindung oder nicht....!? Was spielt das für ne Rolle??? Die können die Frauen die Wehen haben ja schliesslich nicht wieder weg schicken....!?
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09.04.2008 20:37 Uhr von daermel
 
+9 | -0
 
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na ja: ich kann die frauen aus polen verstehen. lieber gebären sie ihr kind in einer professionellen sterilen anstalt als sonstwo (ich meine nicht, dass es in polen nur unsterile krankenhäuser gibt, aber der standart in deutschland ist einfach höher)
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09.04.2008 20:42 Uhr von nONEtro
 
+8 | -1
 
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ich denke es geht darum dass polnische frauen schon vorher planen dass sie, wenn sie entbinden müssen, als "notfall" nach D fahren und dort entbinden lassen. das krankenhaus bekommt ja für jede entbindung geld. also sind die frauen "eingeladen" sich schon während der schwangerschaft das KH anzuschauen um sich dann dafür zu entscheiden, dort "notzuentbinden". Die frauen haben oft keine krankenkasse oder wollen die schlechten KHs in Polen meiden. habe da mal nen bericht gelesen. die AOK und die anderen gesetzlichen müssen aus ihrem budget die ausgaben tragen. dem KH ist es egal wie das geld reinkommt. Ich hoffe ich konnte es ein wenig deutlich machen.

Gruß
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09.04.2008 22:30 Uhr von Raptor667
 
+4 | -0
 
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und was solls? Bei den millionen die die AOk im Jahr an überschuss einstreicht fallen die paar Notentbindungen nicht weiter auf...die sehen nur das denen noch mehr geld durch die lappen geht...
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10.04.2008 08:17 Uhr von Bokaj
 
+3 | -0
 
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Waru sollen die deutsch.Versicherten dafür zahlen? Ich dachte immer, dass dann der polnische Saat für die Kosten aufkommt.
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10.04.2008 08:30 Uhr von pcsite
 
+1 | -1
 
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komisch: warum muss nur die AOK zahlen wenn es eine Notgeburt war?
... ich meine ... die Frauen haben ja dann keine Versicherung dh. sie können dann nicht zahlen sozusagen. und dafür muss die AOK aufkommen?

gläub isch net
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12.04.2008 11:42 Uhr von uhlenkoeper
 
+2 | -0
 
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@Deepbluesea82: Wenn Du glaubst, dass Kliniken Frauen mit Wehen nicht wieder wegschicken (können), dann wird es Dich vermutlich erschrecken zu hören, dass sie das sogar tun !

Schon vor 7 Jahren gab es im Klinikum in unserem Landkreis den "Skandal", dass einer Entbindende mit regelmäßiger Wehentätigkeit und Blasensprungs (solche Patientinnen müssen gesetzlich geregelt sonst per RTW transportiert werden) die Aufnahme in den Kreissaal verweigert wurde mit der Begründung, es sei krankheitsbedingt über Nacht kein Gynäkologe im Haus. Die Entbindende wurde auf das nächstgelegene Krankenhaus verwiesen, dass sich in 40 Minuten Fahrzeit Entfernung befand (sie schaffte es vor der Geburt des Kindes übrigens knapp bis in den dortigen Kreissaal, gottseidank gab es in der Zwischenzeit keine Komplikationen). Wohlgemerkt: im Privatwagen.
Der Fall ging damals übrigens u.a. auch bei SternTV über den Sender und hat völlig zu Recht ziemliche Wellen geschlagen.

Hintergrund war, dass das Klinikum privatisiert worden war und der Klinikbetreiber das medizinische Personal bis weit über die Schmerzgrenze zusammengestrichen hatte. Als dann zwei Krankmeldungen von Ärzten und ein Arzt im Jahresurlaub (war zu dem Zeitpunkt mehrere Tausend Kilometer entfernt im Urlaub) hinzukamen, war die Entbindungsstation über Tage des Nächtens nicht besetzt.

Wenn sogar die Aufnahme von Notfallpatienten wie Unfallopfern oder Infarktpatienten an Krankenhäusern abgelehnt wird (bei denen es immerhin oftmals um Leben und Tod geht), ist auch keine Neuheit.

Wie lange dauert es noch, bis wir begreifen, dass Gesundheit und die Befriedigung von Aktionären durch "Gesundheitsmanager" (egal ob bei den Kassen oder in den Kliniken) sich nicht miteinander vertragen ?

Darüber hinaus halte ich das Gerassel der AOK für kein politischen Aktionismus, da die Kassen die Kosten für solche Patienten zwar vorstrecken müssen, diese aber erstetzt bekommen :
"Eine EU-Vereinbarung sieht vor, dass die deutschen Krankenkassen in einem Notfall zunächst die Kosten für eine Geburt übernehmen müssen, das Geld bekommen sie anschließend vom polnischen Nationalen Gesundheitsfond (NFZ) zurückerstattet." http://www.spiegel.de/...

Und bis vor kurzem hatte das Klinikum in Schwedt anscheinend auch einen polnischen Chefarzt mit sehr gutem Leumund. Für mich ist das nichts anderes, als länderübergreifende Marktwirtschaft. Vergessen wir doch bitte nicht: Polen gehört wie Holland oder Frankreich inzwischen zur EU. Ich hätte noch nie gehört, dass es bei Kliniken in Grenzgebieten zu Holland diesen Aufstand der Kassen gegeben hätte (und dort gibt es VIEL Patienten-Grenzverkehr). Wird dieser Grenztourismus nur dann akzeptiert, wenn die billigen dritten Zähne aus Polen oder der Tschechei kommen oder die Kur in Ungarn billiger ist für die Kassen ?

Wir woll(t)en doch EU-weit einen einheitlichen Wirtschaftsraum, oder ? Polen als billige Arbeitskräfte sind genehm, aber als kostenverursachende Mitbürger unbeliebt. Sorry, aber so geht es einfach nicht.
Hier müßten die geltenden Gesetze nachgebessert und strikter eingehalten werden. Aber bis dahin haben sich alle an die geltenden Regeln zu halten. Ich kann ja auch nicht meine Arztrechnung im Ausland einfach nicht bezahlen .......

Ich halte das Verhalten der AOK in diesem Zusammenhang schlicht für verlogen. Denn der Hintergrund ist, dass die AOK bislang in vielen Fällen die Erstattung der Krankenhauskosten einfach nicht erledigt hat ! Sie hält das Geld zurück und riskiert damit einen Prozeß der Klinik gegen sich. DAFÜR benötigt sie schon sehr grobes Korn, um damit nicht vor Gericht zu unterliegen. Liegt aber ein Prozess an, dann kann die AOK die Auszahlung der Gelder bis zum Ende zurückhalten. Ein prima Geschäft für sie.


Übrigens:
die AOK Brandenburg hat über 44.000 Versicherte, denen sie mit dem Hausarztmodell einen Bonus von bis zu 600 Euro pro Versichertem anbieten ! Da lache ich mich über das Gejammer wegen 430.000 Euro quasi schlapp.

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