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Filesharing: Screenshot als Beweis vor Gericht ungültig

Die ProMedia GmbH beschäftigt Studenten, die in Tauschbörsen nach illegal heruntergeladenem Material suchen. Diese Arbeit dokumentieren sie mit einer Bildschirmkopie (Screenshot) und drucken diese anschließend aus, um sie als Beweismaterial vor Gericht zu verwenden.

Das Landesgericht Hamburg urteilte nun in einem Fall, in dem ein Tauschbörsennutzer zwei Lieder von "Silbermond" heruntergeladen hatte und dies von einem litauischen Studenten mit einem Screenshot dokumentiert wurde, dass dieser als Beweis nicht ausreiche.

Das Urteil des LG Hamburg könnte nun die gesamte Geschäftspraxis der ProMedia GmbH gefährden. Nur weil einem Internetanschluss eine feste IP-Adresse zugeordnet ist, ist dies kein ausreichender Tatverdacht. Die Gerichte bezweifeln nun die Beweiskraft des durch die Musikindustrie erbrachten Materials.


WebReporter: Chriz82
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Gericht, Screenshot, Screens, Beweis, Filesharing
Quelle: www.gulli.com

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21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.04.2008 10:19 Uhr von derSchmu
 
+55 | -0
 
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Screenshots absoluter Schwachsinn ich finde es sowieso immer wieder ueberraschend, wenn man als Nachweise bei Ueberweisungen etc. Dokumente vorlegen kann, die nicht entsprechend abgezeichnet sind von Bank und Co...

Es gibt viele Faelle wo soetwas reicht und dabei geht es haeufig um Dinge, die jeder Anfaenger mit Photoshop und dergleichen faelschen kann.

Warum dann nicht auch ein solcher Screenshot.
Da koennte ich ja jede IP-Adresse und Uhrzeit reinknallen.
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09.04.2008 10:24 Uhr von owenhart
 
+21 | -1
 
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geb ich DerSchmu vollkommen recht, kann das auch nicht nachvollziehen, in Photoshop ist es ein leichtes solche Daten zu manipulieren
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09.04.2008 10:27 Uhr von Lil Checker
 
+19 | -2
 
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@ Vorredner: Genau aus diesen Gründen sind vll Screenshots vor Gericht nicht gültig?
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09.04.2008 10:45 Uhr von fhd
 
+9 | -1
 
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Was für Screenshots gilt: gilt ebenso für Logdateien (Vorratsdatenspeicherung).

Sollte ein Provider sich gerne mal mit einem Vertreter der Musikindustrie zum Kaffee treffen, so könnte sich dort ganz schnell ein kleiner, aber verheerender, Batzen Daten anfinden.
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09.04.2008 10:45 Uhr von Cursty1
 
+15 | -1
 
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nicht wegen evtl Fälschung sonder weil das Recht auf Privatsphäre höher wiegt, als das Recht auf Akteneinsicht. So habe ich das aus der Quelle verstanden.
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09.04.2008 10:56 Uhr von docsnyd3r
 
+10 | -1
 
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Nichtmal Phtoshop ist notwendig: Ich kann ja einfach mal mit Notepad so ein log erstellen und gut is.
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09.04.2008 11:02 Uhr von thrillme
 
+13 | -0
 
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Die ProMedia ist gesellschaftlicher Auswurf. Geldmacherei auf dem Rücken kleiner FileSharer unter dem Vorwand man würde es soooo schäbig finden, dass Jugendliche Mp3`s austauschen. Was für eine verachtenswerte Bande - in diesem Video könnt ihr euch davon überzeugen: http://youtube.com/...
Übel, übel...
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09.04.2008 11:14 Uhr von Mathimon
 
+13 | -0
 
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wegen 2 Lieder vor Gericht? Was mich viel mehr erstaunt ist, dass jemand wegen zwei Lieder vor Gericht gezogen wurde. Wenn ich im Laden eine CD klaue wird das Verfahren doch auch eingestellt?!
Oder wurde hier nur auf die Herausgabe der Nutzerdaten geklagt?
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09.04.2008 11:20 Uhr von fhd
 
+4 | -0
 
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<klugscheissmodus>: @docsnyd3r:
Na dann zeig mir doch mal ein Logfile das keine Linefeeds hat :)
Davon abgesehen hast du natürlich recht, mit [beliebiger-editor-ausser-notepad] ist das kein Problem.

@Mathimon:
Es geht hier nicht um "Diebstahl" (der Tatbestand ist durch eine Kopie nicht erfüllbar) sondern durch das "Verteilen" der Lieder, ohne Einverständnis des Urhebers. Das wiegt laut aktueller Rechtslage DEUTLICH schwerer.

Die gehen vor Gericht weil es sich einfach lohnt. Ein Ladendiebstahl ist im Gegensatz zu einer Raubmordkopie ein Kavaliersdelikt.
Am liebsten wärs denen eh, wenn man gleich die aussergerichtliche Einigung akzeptiert und direkt überweist.
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09.04.2008 11:27 Uhr von Philippba
 
+6 | -0
 
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Alles Geld sollte dann an die Leute: erstattet werden. Nur weil ich eine Datei aus dem Internet lade die silvermond.mp3 heißt, heißt es nicht das ich ein Lied von denen Lade. Dahinter können sich auch andere Daten verstecken. Würde mich freuen, wenn die Abmahnanwälte hier dann Pleite gehen.
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09.04.2008 11:29 Uhr von Lil Checker
 
+1 | -0
 
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@Mathimon: Ich denke das hat ganz simple Gründe:

Klaust du in einem Laden eine CD, hat der Laden schon für diese CD bezahlt, Schaden hat halt nur dieser. Und würde er für jeden Diebstahl vor Gericht gehen, ginge dies ins Geld. Also heißt es öfters mal Ladenverbot für die Diebe.

Ziehst du dir ein Lied, hat weder ein Laden, NOCH die Musikindustrie was davon. Also müssen die Labels schauen, dass ihre Musik zumindest von den Läden gekauft werden. Oder würdest du als Geschäftsführer einer solchen Kette (sagen wir z.B. Müller) CDs kaufen und dann wieder verkaufen wollen, wenn du genau weißt, die CD haben 9 von 10 Leuten gezogen also kaufen sie diese nicht mehr. Da wollen die Musiklabels eingreifen, verklagen aufs gröbste nur das sich die Geschäftsführer besser fühlen und ihre CDs dann im Einkauf zulegen. Wenn diese dann gezogen werden, intressiert die großen Bosse ja nicht mehr (sofern mehr als genug verkauft wurden, wenn das überhaupt möglich ist)

Ich hoff du verstehst meinen Gedankengang, und ist auch NUR meine Ansicht/Vermutung.
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09.04.2008 11:30 Uhr von Shortone
 
+1 | -0
 
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danke: @thrillme danke für den link!!! rein prinzipiell finde ich es in ordnung wenn leute bestraft werden die geld mit sowas verdienen, aber sie treffen ja nur jugendliche die sich die musik anhören wollen! was auch nicht rechtens ist, aber bei weitem nicht so schlimm! abgesehen davon ist es heute so leicht den rechner eines anderen zu übernehmen, da fast alle breitband internet zu hause haben und den rechner laufen lassen. nachdem viele leute keine oder nur wenig ahnung von "wie schütze ich meinen rechner richtig" haben dauert das für jemanden der das nicht zum ersten mal macht sicher keine 10 minuten und der besitzer des gehackten rechners kann sich schon auf eine anzeige gefaßt machen!!!
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09.04.2008 12:31 Uhr von esseff
 
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ich frage mich ja: was die fette sau dazu berechtigt, an den hausdurchsuchungen teilzunehmen und weiterführend, warum polizeilich beschlagnahmte dinge, wie rechner, nicht in der aservatenkammer der polizei landen, sondern in den büroräumen eines privaten unternehmens. allein dagegen würde ich anwaltlich vorgehen.
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09.04.2008 12:53 Uhr von Das allsehende Auge
 
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Und wieder mal auf die "Fresse" bekommen: Ich liebe das Land langsam - bis auf ein paar Ausnahmen.

Aber wer die Richter, oder sonst wenn mit diesen Banalitäten reizt - ja schon den ganzen Justizapparat lähmt und die Mittarbeiter schikaniert - kann man ja schon sagen - hat es auch nicht anders verdient.

Weiter so, und die richtigen Verbrecher dingfest machen - obwohl das ja eigentlich auch die "Belästiger" sind.
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09.04.2008 14:02 Uhr von Hippiesimi
 
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verständlich: Man kann am PC soviel manipulieren das es verständlich ist das nichts was man ausgedruckt als Beweis vorlegt als dieses anerkannt wird.
Genauso müsste es aber bei der Vorratsdatenspeicherung gehen.
Verstößt alles gegen die Privatsphäre, egal was die einem erzählen wollen!
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09.04.2008 14:54 Uhr von Lizzz
 
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Richtig so! Dank Photoshop (aaah ich liebe es ^^) und Ähnlichen Programmen, sind Screenshots vor Gericht ca. so aussagekräftig wie die Aussage der Mutter ^^
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09.04.2008 16:26 Uhr von NetCrack
 
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Lizzz: hat den Nagel genau aufn Kopp getroffen. Heute kann jeder mit nem Halbstündigen Photoshoptutorial beliebige Bildschirminhalte zusammenschuster.
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10.04.2008 00:29 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Screenshots sind trotzdem ein Beweis solange der Angeklagte nicht ausdrücklich in seiner Klageabweisung diesem Beweis widerspricht.

Oder aber: Der Screenshot wurde vom Rechtsanwalt, oder von einem Notar, selbst vorgenommen (z.B. bei Verstössen auf Internetseiten). Hier hat man schlechte Karten, weil diese eine juristische Person bestätigt. Das weiss ich aus guter Erfahrung, weil ich den Prozess gewonnen habe.
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10.04.2008 04:05 Uhr von Striker71
 
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@thomashambrecht: das wäre doch mal ein interessanter ansatz...

wiedersprechen, und wenn der ra sagt, "hab ich selber gemacht", sagen: "klar, machen sie ja auch jeden tag zig 100mal...
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10.04.2008 09:07 Uhr von -tObI-
 
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lol: ich sag nur: genaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaatzt ^^
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10.04.2008 11:11 Uhr von Marco Werner
 
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@Gertrud: Du vergisst,daß die Musiker am wenigsten von der Abmahnmasche haben. Denn die Musiker werden in erster Linie nicht mehr über Tantiemen pro verkauftem Album bezahlt,sondern kriegen nur noch eine Pauschale pro abgeliefertem Album. Geld verdienen sie fast ausschließlich über Auftritte...das ist auch der Grund,wieso viele Künstler quasi pausenlos on Tour sind. Einige Künstler gehen nun einen anderen Weg,indem sie ihre Musik selbst vermarkten, ein bekannteres Beispiel ist da die Band "Radiohead".Die haben ihr aktuelles Album selbst via Internet verkauft und haben schon am 1.Tag mehr verdient als sie von der Plattenfirma dafür gekriegt hätten.

@ThomasHambrecht
Und nur weil eine juristische Person den Screenshot gemacht haben will, soll das heißen,daß der nicht gefälscht sein kann ? Wie "ehrlich" einige Anwälte sind,sieht man ja in den Rasch-Werbevideos,in denen er immer gerne erklärt,er nimmt nur "große Fische" hoch, in der Praxis aber auch Einzelfälle verfolgt.Würdest du jemandem glauben,dessen Einkommen von den verwendeten Screenshots abhängt ? Will sagen:Der Reiz, da ein bißchen was an den Beweisen zu verändern,ist m.E. nicht zu unterschätzen.

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