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Streiks in Rumänien: Forderung nach 50 Prozent mehr Lohn

Die Renault-Tochter Dacia hat Probleme in Rumänien. Die Arbeitgeber boten zehn Prozent mehr Lohn an, die Forderung der Gewerkschaften liegt bei 50 Prozent. Augenblicklicher Standard eines rumänischen Beschäftigten liegt bei etwa 400 EUR.

In den rumänischen Werken baut Renault den Dacia Logan. 2007 wurden 230.000 Autos produziert und die Produktion soll auf 350.000 erhöht werden.

Die Forderungen werden zu Gunsten der am niedrigst bezahlten Kräfte gestellt, deren Verdienst derzeit bei 160 Euro liegt. Das Unternehmen sagte, dass dessen Angebotsgrenze bei 19 Prozent läge. Da das Werk 60 Millionen Verlust eingefahren hat, sei ein höheres Angebot nicht machbar.


WebReporter: christi244
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Prozent, Streik, Forderung, Rumänien, Lohn
Quelle: www.welt.de

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.03.2008 22:43 Uhr von christi244
 
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Ja, da kommt doch Freude auf, wenn ich so was lese. Viel Glück den Rumänen bei ihren Forderungen. Also irgendwie entsteht bei mir der Eindruck, die EU muss dringend um andere Billigländer erweitert werden, damit die Heuschrecken Rumänien wieder verlassen können.
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25.03.2008 09:23 Uhr von christi244
 
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Nee Chame das ist seeeeeeeeeeeeeeeehr positiv!!!

Und NOKIA hat dort auch Probleme mit den Gewerkschaften ... .;-)

Ich finde, wir sollten uns mit den Rumänen solidarisieren ... und sie bestärken, dass sie noch weiter auf die Lohntube drücken.

Wenn wir das hinbekämen, dann wären den Heuschrecken die Flügel ordentlich gestutzt.
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25.03.2008 09:45 Uhr von trichter26
 
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Klar, 50%…: Hallo wo leben die? Sie wussten vorher, dass sie im unteren Preissegment für den westlichen Wohlstand arbeiten und nun das? Wenn man das in Relation zu z.B. Deutschland setzt, wäre hier eine Forderung von 200% mehr auch gerechtfertigt?

Wenn die Löhne steigen, werden wir es auch wieder "abbekommen". Die Leute wollen billig aber selber viel verdienen. Das geht nun einmal nicht.

Ausserdem, WTF ist Rumänien? Brasilien ist doch derzeit das Maß des machbaren, was Ausbeutung angeht. Gehen die "Billigfirmen" halt dort hin und drehen noch ein wenig am Preis. Den Verbraucher freut´s, wenn er dann 10% weniger zahlt.

Irgendwann wird es den Firmen das Genick brechen. Nicht heute, nicht morgen aber bald… und dann sitze ich da und lach mir ins Fäustchen, wenn Top-Manager nicht mehr pro Monat Ihre Mios kassieren, sondern wie jeder andere jahrelang darauf hin arbeiten müsste.
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25.03.2008 09:52 Uhr von christi244
 
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Trichter: Bei allem Verständnis für Deinen Einwand ... dennoch aber kann ich die Rumänen nur unterstützen und alle Billiglöhner dieser Welt, die noch von den Heuschrecken überfallen werden.

Der Punkt ist nämlich, wenn die Billiglöhner mittels Streiks bei Forderungen in dieser Höhe blieben, wären Outsourcings bei uns Richtung Osten kaum noch ein Thema. Wenigstens in dieser Form, diese rechneten sich nämlich nicht mehr.

Und Brasilien ... vergiß nicht, dass Brasilien nicht EU ist und somit mit - hoffe ich doch - mit Einfuhrzöllen belegt ist. Es geht darum erstmal EU-intern die Heuschrecken zu stoppen.
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25.03.2008 09:54 Uhr von christi244
 
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Klaus: Oh ja, den Hinweis auf die Transportkosten hatte ich jetzt vergessen. Thanks for Hinweis. ;-)
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25.03.2008 10:01 Uhr von christi244
 
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Und all dieses: sind gute Gründe, wenn sich EU-intern die Gewerkschaften zu Allianzen zusammenschlössen und derartige Streiks überall in Neu-EU anschöben.

Was die Politik an Einigung versaut aus guten Gründen, könnte so seitens der Gewerkschaften unterlaufen werden, wenn man es wollte.
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25.03.2008 10:33 Uhr von trichter26
 
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Ihr habt mich…: …falsch verstanden. Klar gönne ich jedem einen gewissen Wohlstand, genauso, wie ich ihn selber fordere. Niemand sollte ausgebeutet werden, nur weil sich der Vorstand menschenunwürdig verhält. Genauso bin ich gegen Preistreiberei gegenüber dem Kunden.

Mir ging nur die Prozentzahl ins Auge, 50% … lasst das einmal auf der Zunge zergehen. 50% mehr Geld. Wenn das Werk wirklich defizitär ist, dann ist dieser stolze Anstieg einfach ungerechtfertigt. Wie kompensiert man solche Zuwächse? Richtig, durch Entlassungen. Somit haben vielleicht einige mehr Geld, der Rest sitzt dafür dann auf der Straße. Ihr fordert somit unweigerlich die Aufkündigung von Menschen, die woanders dann - nicht wie hier in DE durch ein (zwar marodes aber wenigstens existierendes) Sozialsystem aufgefangen werden - auf der Straße sitzen.

P.S. Wg. Transport aus Brasilien… glaubt mir, es würde niemand machen, wenn es nicht 2 - 3% mehr Gewinn erwirtschaften würde. Sicherlich für kleine Serien oder sehr spezielle Produkte macht es nicht viel Sinn aber euer Hochlandkaffee kostet ja auch keine 100 EUR.
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25.03.2008 10:41 Uhr von christi244
 
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Och Trichter: ich würde die Rumänen sogar noch bei 100 % unterstützen oder 200 %. ;-)

Lass Dich nicht so von Zahlen beeindrucken, sondern sieh an, was verdient wird in real.

Und, je eher die Leute auch nur annähernd unsere Löhne erreichen, desto eher werden diese Ausbeuter gestoppt. Sieh es so!
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25.03.2008 11:01 Uhr von trichter26
 
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Das steht doch aber in keiner Relation. Wieso soll ein Arbeiter in der gleichen Branche genauso viel wie hier verdienen, wenn der Rest weiterhin billiger bleibt? Dazu müssten dann alle Preise in dem Land steigen. Somit wächst der Preis (die Unternehmen wollen ja auch etwas verdienen) den dann der Importeur wieder seinen Kunden überhilft.

Weißt du, was ich meine? Es gibt derzeit keinen gerechten Ausgleich auf Im- und Exportseite. Dreht man den Preis nach unten gehen Jobs verloren, dreht man ihn nach oben genauso.

Wenn Länder wie Rumänien das gleiche Preisniveau hätten, wie wir, würden die Unternehmen vielleicht wieder zurück nach DE gehen aber dann gehen die Rumänen pleite und sind genauso sauer auf uns, wie jetzt andersrum.
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25.03.2008 12:06 Uhr von MischiPischi
 
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@trichter26: Die Preise in Rumänien sind inzwischen fast auf Deutschem Niveau teilweise sogar noch teurer. Z.B. kosten Markenartikel im Elektronik und Keidung Bereich sowie auch Autos größtenteils sogar mehr als in Deutschland.

Und bei Lebensmittel sieht es auch nicht viel besser aus.. das einzige was da noch billiger ist sind Produkte wie Fleisch, Fisch, etc. was halt in Rumänien selbst produziert wird. Die großen Lebensmittelketten wie REWE, Kaufland und Metro haben schon dafür gesorgt das die Preise hochgetrieben werden.

mfg
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25.03.2008 12:14 Uhr von Borgir
 
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richtig so: so müsste man das hier auch mal machen
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25.03.2008 12:43 Uhr von trichter26
 
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@Mischi…: …hast du eine Quelle hierfür? Meine Aussagen stützen sich auf dem Halbwissen, was man eben so aufschnappt. Sollte dem wirklich so sein, dass die Lebenserhaltungskosten auf dem gleichen Niveau wie in DE o.ä. ist, dann bin ich gern auch für 200% mehr Lohn, damit dies wieder in einer entsprechenden Relation steht - genauso wie in DE, wo mittlerweile selbst Grundnahrungsmittel schon fast ein Luxusgut wird.

Wie gesagt, ich bin keineswegs gegen mehr Geld für die arbeitende Schicht (die Manager dürfen gern mal die nächsten Jahrzehnte eine Nullrunde hinlegen), wenn es denn auch gerechtfertigt ist.

@Borgir… der Deutsche hat doch keinen Arsch in der Hose, was sowas angeht. Guck dir Italien o. Griechenland an, wo "Streik" auch wirklich "Streik" bedeutet und nicht wie hier, wo dann ein wenig weinerlich getan wird.
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25.03.2008 13:31 Uhr von KingPR
 
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christi: "Der Punkt ist nämlich, wenn die Billiglöhner mittels Streiks bei Forderungen in dieser Höhe blieben, wären Outsourcings bei uns Richtung Osten kaum noch ein Thema. Wenigstens in dieser Form, diese rechneten sich nämlich nicht mehr."

Toll, wenn die aber mehr verdienen, nimmt der Wert des Geldes ab (weil es immer noch die gleiche Zahl Waren gibt,die aber mehr haben und sich kaufen können), sodass wir dadurch ärmer werden. Man kannnicht über sinkende Reallöhne motzen und gleichzeitig ein Ende der Ausbeutung fordern.
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25.03.2008 15:33 Uhr von MischiPischi
 
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@trichter26: Also ich habe keine schriftliche Quelle, war aber jetzt über Ostern unten, ich rede von einer Großstadt, dort wo auch die ganze Wirtschaft ist, wie es im Dorf aussieht kann ich dir nicht sagen, hab dort keine Supermärkte gesehen...

Ich kann halt dadurch das ich viel verglichen habe sagen dass gerade Benzin, Zigaretten und halt vorallem Waren wie Fleisch, Backwaren, etc., Dienstleistungen und das Essen in Restaurant günstiger sind.

Shampoos, Parfum und überhaupt Artikel die es hier auch gibt haben im Großen und Ganzen etwa gleichviel gekostet wie hier.

Von den Elektroartikel wie IPods, Handys, LCD Fernseher oder auch Druckerpatronen die ich verglichen habe waren durchwegs alle auf Deutschem Niveau oder sogar teilweise noch teurer.

Markenkleidung von Adidas etc. waren in der Stadt wo ich war teurer als in Deutschland, allerdings gibt es Märkte, wo es "noname" Kleidung gab, dort haben Jeans allerdings auch zwischen 20 und 40 euro gekostet...

Also so wie ich es gesehen habe, ist dort das Leben zwar günstiger, allerdings im Durchschnitt nicht arg viel....

Deshalb halte ich mehr Lohn prinzipiell aufjedenfall für angebracht.
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25.03.2008 15:35 Uhr von J_Frusciante
 
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zuerst: osteuropa und dann china.

ich freu mich schon :-)
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25.03.2008 16:22 Uhr von christi244
 
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Trichter: Zunächst mal, warum in aller Welt möchtest Du irgendeinen Mensche auf niedrigstem Lohnniveau halten? Begreifst Du nicht, dass nämlich genau mit dieser Begründung firmenseitig geoutsourced wird und damit Arbeitsplätze wegfallen? Begreifst Du nicht, dass wir (nicht als Deutsche nun nur) genau darüber erpressbar bleiben und für Hungerlöhne arbeiten müssen? Die Gewinne liegen nicht bei denen, die dafür arbeiten, sondern bei den Aktionären. Findest Du das fair?
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25.03.2008 16:31 Uhr von christi244
 
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King: >Man kannnicht über sinkende Reallöhne motzen und gleichzeitig ein Ende der Ausbeutung fordern.<

Hab ich hier einen Lesefehler? Sinkende Löhne sind Ausbeutung.

Welches Geld nimmt an Wert ab, wenn die Menschen in Neu-EU mehr verdienen? Irgendwie geht mir der Zusammenhang nicht so ganz auf.

Welches Geld meinst Du bei uns? Jenes, dass uns netto sowieso nicht Verfügung steht?

Auch geht mir die Logik Deiner Argumentation an diesem Punkt ab: (weil es immer noch die gleiche Zahl Waren gibt,die aber mehr haben und sich kaufen können).

Wenn also auch Rumänen in die Lage versetzt werden, diese Produkte zu kaufen, so heißt dies letztlich eine höhere Produktion ... also bleibt die Anzahl keineswegs gleich.

Ich kenne den rumänischen Warenkorb nicht, kann mir aber kaum vorstellen, dass bei den Löhnen dort viel drin ist.

Nein, ich bin nach wie vor dafür, dass sich die europäischen Gewerkschaften untereinander kurzschließen und die Gewerkschaften in Neu-EU entsprechend aufbauen. Dann haben wir alle was davon: Die Leute mehr Geld und die Wanderung der Heuschrecken wird eingedämmt.
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27.03.2008 13:32 Uhr von Newbayerin
 
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Richtig.Sollen auch ein Stück vom Kuchen bekommen.
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27.03.2008 16:16 Uhr von christian86
 
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@trichter26 hat vollkommen recht wenn er sagt:

"Die Preise in Rumänien sind inzwischen fast auf Deutschem Niveau teilweise sogar noch teurer. Z.B. kosten Markenartikel im Elektronik und Keidung Bereich sowie auch Autos größtenteils sogar mehr als in Deutschland.

Und bei Lebensmittel sieht es auch nicht viel besser aus.. das einzige was da noch billiger ist sind Produkte wie Fleisch, Fisch, etc. was halt in Rumänien selbst produziert wird. Die großen Lebensmittelketten wie REWE, Kaufland und Metro haben schon dafür gesorgt das die Preise hochgetrieben werden."

- ich mache schon seit 10 jahren mehrmals im jahr in rumänien urlaub und habe freunde dort....und das ist exact die entwicklung die ich ddort miterlebt habe. ich erinnere mich noch an alte zeiten (1997/1998) als ich dort mit meiner guten DM wahnsinnig viel für mein geld bekam. das ist absolut nicht mehr der fall...alles teuer geworden und für die rumänen ist das bei den im verhältnis zur inflation gering gestiegenem lohn sehr schwierig über die runden zu kommen.

mfg
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30.03.2008 23:01 Uhr von md2003
 
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das sind mal Forderungen - 50 % echt happig!!

naja für Deutschland undenkbar!

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