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Studie: Mobbing am Arbeitsplatz hat schlimmere Folgen für Opfer als Belästigung

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - so sollte man meinen - sei das Schlimmste, was jemandem passieren könnte. Einer aktuelle Studie der Universitäten von Ontario und Manitoba zu Folge sollen jedoch die körperlichen und geistigen Konsequenzen des so genannten "Mobbings" wesentlich größer sein.

Die Forscher machen dafür unter anderem die Tatsache, dass sexuelle Anzüglichkeiten inzwischen gesellschaftlich inakzeptabel seien, verantwortlich. Ausgrenzung oder reine Unhöflichkeit seien jedoch rechtlich nicht bewertbar. Das mache es den Unternehmen schwer, darauf zu reagieren.

Menschen, die "gemobbt" werden, sind der Studie zu Folge zunehmend unzufrieden und aggressiv. Sie stünden seltener hinter Vorgesetzten und neigten häufiger dazu, ihren Job zu kündigen.


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WebReporter: poseidon17
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Studie, Arbeit, Opfer, Folge, Arbeitsplatz, Mobbing, Belästigung
Quelle: www.focus.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.03.2008 11:05 Uhr von christi244
 
+5 | -1
 
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Es ist logisch, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz keinen derartig hohen Stellenwert wie Mobbing haben kann.

Beim Mobbing handelt es sich um kontinuierliche negative Einflussnahme auf den Selbstwert eines Menschen, um ihn zu dieser oder jener Aktion zu bewegen, während - mal abgesehen davon, dass sexuelle Belästigung strafrechtlich verfolgt werden aber zumindest den Arbeitsplatz kosten kann - lediglich in den meisten Fällen von einer Person zu einer anderen ausgeht. Mobbing hingegen läuft subtil ab und - wenn machbar - unter Einschluss des gesamten Umfeldes, der in diesem Sinne gegenn eine Person *abgerichtet* wird.
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09.03.2008 11:17 Uhr von ThomasHambrecht
 
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Warten bis der Chef gerade den Raum betritt und dann zu einem Angestellten (Herrn Müller) sagen:
Herr Müller, wie können sie behaupten, dass der Chef ein Alkoholiker ist?

oder:
Herr Müller, irgendwann geht es schief, wenn sie immer ihre Privatpost durch den Freistempler jagen ...

Sätze die einiges Erklärungsgestammel des unschuldigen Angestellten hervorbringen ...
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09.03.2008 11:41 Uhr von christi244
 
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Thomas: das sind sehr schlichte Beispiele. Wenn ein Angestellter seine Privatpost über Firmenporti finanziert, so ist dies ein Kündigungsgrund. D.h. ein unschuldiger Angestellter kann in diesem Fall Nachweis über wann und wie viel verlange. Spätest damit wäre die Kiste vom Tisch.

Nein, Mobbing spielt sich viel subtiler ab, nämlich über die Psyche eines Menschen und fernab der Unterstellung von sowieso existenten klaren Kündigungsgründen.

Der kleinste Fehler wird hochgebauscht, die Leistungsfähigkeit wird in Frage gesetzt, was sich letztlich auch die Leistung beeinflusst, d.h. der gesamte Selbstwert eines Menschen steht zur Debatte und läuft darauf hinaus, dass sich dieser Mensch letztlich als das fühlt, wohin er gestellt wird, nämlich als Versager und fast zwangsläufig sich auch dann irgendwann in seinen Leistungen spiegelt.
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09.03.2008 12:43 Uhr von Sharillon
 
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Mal schauen wann hier die ersten Kommentare kommen mit "Ist doch alles nur Spaß!"

Ich wurd in der Schule auch eine zeitlang gemobbt. Die Täter meinten immer "Ist doch nur Spaß! Ich soll mich nicht so haben!".
Dann bin ich irgendwann zu nem Lehrer gegangen und irgendwie so die wirkliche Unterstützung hab ich nicht erfahren. Dann wurde selbst ich als Opfer als Mittäter in Betracht gezogen und es wurde gesagt "Irgendwas musst du ja gemacht haben, dass sie dich ärgern!"

Irgendwann wurds mir zu viel und ich hab den Leuten eine aufs Maul gegeben. Und so schnell hatte man dann "Respekt" in der Klasse und jemand anderes wurde Opfer.
Hat mir jedenfalls nicht geschadet und jetzt studier ich...


Nur wird das am Arbeitsplatz nicht so funktionieren. Zumal es ja meist so abläuft, dass eine ganze Gruppe eine Person mobbt. Wenn man zum Personalrat oder ähnliche Institutionen geht, werden sie wohl eher der Gruppe, die sich zusammgeschlossen hat, glauben als der einzelnen Person (hatte ich auch in der Schule so erlebt). Es ist meistens nur so, dass die Täter sich gar nicht vorstellen können, wie es überhaupt ist so richtig gemobbt zu werden.

In Japan z.B. ist Ijime, also Mobbing, noch weitaus härter als man es hier kennt, weil die Mentalität, dass jede Person auf sich alleine gestellt ist, noch in den Köpfen der älteren Japaner drin ist...
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09.03.2008 13:30 Uhr von denksport
 
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Studie bestätigt: Keiner spricht hier von sexueller Belästigung... naja, wird sich wohl auch keiner bieten lassen, dass der Kollege plumpe Anmachsprüche bringt.

Den Vorgesetzten aufzusuchen und mit Arbeit zu belasten, die er meist eh nicht bewältigen kann, bringt wohl weniger, man sollte schon versuchen mit seiner Arbeit und seinem Verhalten zu überzeugen und die Unruhestifter schwätzen lassen, bis diese mit Ihrem Verhalten selber Anlass zur Kritik bieten.

Offene Aussprachen helfen ungerechtfertigte Kritik als solche zu entlarven, bzw. man weiß was man verbessern muss. Je mehr Leute in der Abteilung, je öfters die Vorgesetzten rotieren (Frische-Effekt) umsomehr erhöhen sich die Chancen, dass es Leute gibt die die gleiche Meinung haben wie man selber.
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09.03.2008 19:25 Uhr von Sharillon
 
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@denksport: Ich weiß nicht, wie es am Arbeitsplatz selber dort aussieht, aber ich kann sagen, dass in der Schule solche offenen Aussprachen nichts gebracht haben.

Der Gemobbte war eingeschüchtert und sagt deswegen nicht viel, wenn da gerade die "Täter" bei sind, weil er/sie Angst hat, dass es dann noch schlimmer wird.

Die Täter können dann so ganz gut die Wahrheit zurechtbiegen, wenn es nötig ist, was es bei uns oftmals nichtmal war, da der Lehrer/Vertrauenslehrer der Mehrheit geglaubt hat und das waren natürlich meist die Täter.
Deswegen musste bei uns auch eine Klassenkameradin die Klasse wechseln.

Wie sowas am Arbeitsplatz aussieht, weiß ich nicht. Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, in welchen Berufen sowas stattfindet.
Gerade als Erwachsener sollte man dann erwachsen genug sein so nen Scheiß sein zu lassen. Meistens sind ja sogar die Täter eigentlich die Leute, die kein großes Selbstbewusstsein haben und tun gerade solche Sachen, damit sie "gut" bei anderen Leuten dastehen. Aber wie gesagt. Kanns mir echt nicht so recht vorstellen, dass Erwachsene Menschen sich gegenseitig mobben.
Kommt da vielleicht auch auf den Beruf an.

Mal schaun, wies bei mir später als Anwalt aussehen wird xD
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10.03.2008 09:18 Uhr von redhairedangel
 
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tja: am schlimmsten ist es, wenn der chef mobbt - an wen will man sich dann noch wenden?

christi244 hat schon gut beschrieben, wie das abläuft... ich hab nach jetzt über 3 jahren nach der kündigung noch probleme deswegen...
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11.03.2008 03:19 Uhr von merkwuerdiger_typ
 
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stimmt, solche aussprachen (ob im beisein von lehrer oder chef) verschlimmern die situation i.d.R. nur.
bei mobbing finde ich die "eine aufs maul" technik (und der meinung bin ich bei fast allen anderen sachen ueberhaupt nicht) durchaus angebracht, ne andere loesung kenne ich in dem fall nicht. wie mein vorredner schon gesagt hat, danach hat man respekt.
das opfer muss sich halt nur trauen..einmal.

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