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Urteil: Entführte müssen für Befreiung zahlen

Reisende, die auf ihrer Fahrt entführt werden, müssen sich an den Kosten ihrer Befreiung beteiligen. Das entschied am heutigen Donnerstag das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg.

Das Gericht hatte dabei über den Fall einer 35-jährigen Physiotherapeutin entschieden, die vom Auswärtigen Amt für 12.640 Euro einen Hubschrauberflug zur Befreiung gestellt bekam. Das Amt verlangte nun diese Kosten zurück.

Die Richter stimmten mit dem Amt überein, da es sich hierbei nur um einen Teil der Kosten der gesamten Befreiungsaktion handele.


WebReporter: MassL_LP
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Urteil, Befreiung
Quelle: www.sueddeutsche.de

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21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.02.2008 19:19 Uhr von engelinzivil
 
+32 | -46
 
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21.02.2008 19:26 Uhr von JustMe27
 
+25 | -6
 
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Verständliches Urteil! Ein altes Sprichwort sagt: "wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen". Ich muss nicht in Länder reisen, von denen man weiß, dass sie gefährlich für Touristen sind. Die Dame war laut Quelle in Kolumbien. Ein Land, das von Drogenbaronen und Gruppen wie FARC terrorisiert wird. Da muss man sich nicht wundern, wenn man zwischen die Fronten gerät. Deutsche gelten in den ärmeren Staaten alle als Reich und sind damit gern gesehen Entführungsopfer. Man kann auch nach Südamerika reisen, ohne sich einer solchen Gefahr auszusetzen...
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21.02.2008 19:34 Uhr von Der Erleuchter
 
+24 | -10
 
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Ganz falscher Ansatz, es hätten erst gar keine Kosten entstehen dürfen. Ich finde der Staat sollte überhaupt nix für Risikotouristen zahlen. Wer sich freiwillig in solche Gefahr begibt, muss damit leben oder eben sterben.
Oftmals sind die Entführten gar keine Deutschen sondern nur Personen, die mal in Deutschland gewohnt haben und nen deutschen Pass haben (siehe Irak). Schad um die vielen Millionen die sich dann irgendwelche Radikalen für Waffenkäufe einheimsen.
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21.02.2008 19:57 Uhr von Lmax1
 
+16 | -3
 
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Nicht zu einfach machen Es ist ja schön und gut, zu fordern, dass jemand, der sich selbst in Gefahr gebracht hat, auch dafür aufkommen soll - nur, wer entscheidet dann, wo die Grenzen liegen? Muss demnächst auch jede Frau selbst für den Polizeieinsatz bezahlen, wenn sie nachts im Park vergewaltigt wird, nur weil irgendwer der Meinung ist, dass sie ja auch zuhause hätte bleiben können, wo sie sicherer ist?

Eine wichtige Frage ist, ob das Opfer sich über ausdrückliche Warnungen des auswärtigen Amtes hinweggesetzt hat. Wenn nicht, sehen die Tatsachen für mich so aus: Das Opfer hat nichts Unrechtes getan und wurde Opfer eines Verbrechens. Der Staat hat es daraufhin vor dem Verbrechen geschützt, wie es die Aufgabe des Staates ist. Notfalls auch im Ausland, wenn möglich. Die Wahrung der Rechte seiner Bürger auch im Ausland zählt, nebenbei gesagt, auch zu den traditionellen staatlichen Aufgaben.

Ob sich das Opfer dabei in einer gefährlichen Gegend bewegte, ist irrelevant. Es war ja kein selbstverschuldeter Unfall des Opfers. So lange es die Tat nicht provoziert hat, gibt es einen eindeutigen Täter, dem ein alleiniges Fehlverhalten nachzuweisen ist. Notfalls müsste der Staat sich das Geld von diesem Verursacher wiederholen. Beim Opfer zu kassieren, nur weil man an den Täter schlecht herankommt - das geht ja mal gar nicht!
Jeder, der das hier befürwortet, sollte sich mal überlegen, wohin das führen kann, wenn so ein Beispiel Schule macht. Von diesem Urteil bis zur gebührenpflichtigen Rufnummer für die Polizei ist der Weg vielleicht weit - aber es ist der erste Schritt in diese Richtung.
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21.02.2008 19:58 Uhr von SGGWD
 
+12 | -2
 
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für Entführungen in Risikoländern finde ich die Bezahlung richtig, aber wie siehts denn aus, wenn dies in Nicht-Risikoländern passiert? Den Punkt hatten fast alle Vorredner außer Acht gelassen.
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21.02.2008 20:11 Uhr von k4y
 
+6 | -3
 
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Aber Was ist, wenn sie gar nicht befreit werden wollen und es trotzdem werden. Ihnen Leistungen gestellt werden, die sie nicht verlangen? :/
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21.02.2008 20:13 Uhr von Lmax1
 
+5 | -0
 
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@bonsai: Das ist mir schon bekannt. Für die ganz normale konsularische Vertretung ist das auch in Ordnung ... in gewisser Hinsicht. Immerhin geht es da um Kosten, die man auch in Deutschland selbst tragen müsste, beispielsweise für Anwälte, Reise etc. Auch Kosten, die in Deutschland gar nicht erst entstehen würden, sind wohl irgendwie in einer Grauzone zu vertreten - immerhin kann der Staat auch in Deutschland für gewisse Leistungen kostendeckende Gebühren verlangen.

Rechnungen für Einsätze, die hier in Deutschland einen eindeutig hoheitlichen Anstrich hätten, sind m.E. nach allerdings schon etwas fundamental anderes. Vor allem auch deshalb, weil sie gravierend von unberechenbaren Einzelumständen beeinflusst werden können und vom Betroffenen in keinster Weise kontrollier- oder steuerbar sind.
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21.02.2008 21:05 Uhr von Gangstahs_Paradise
 
+3 | -10
 
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ham diese noch alle?? und wenn ich das geld nicht zurückzahlen kann, bin ich am a**** odda was? 12 1/2 tausend schüttelt ein ottonormalbürger nciht so eben aus dem ärmel! die haben doch nen knall
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21.02.2008 22:42 Uhr von jsbach
 
+2 | -0
 
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Also wenn schon das AA: vor Reisen in bestimmte Krisenregionen warnt..und dann noch die Kosten einklagt, dass sollte mal als Abschreckung für "Abenteuerhungrige" Touristen zur Abschreckung dienen.
Natürlich wurde schon manchen in Geiselhaft genommen Entwicklungshelfern geholfen, sollte aber nicht zum Alltag für Touris gehören..."die kaufen mich doch sowieso frei...
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21.02.2008 22:47 Uhr von meisterthomas
 
+5 | -2
 
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Gleichheitsgrundsatz: GG Art. 3 ist verletzt, weil Unternehmen offensichtlich hierfür nicht zahlen müssen.
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22.02.2008 00:43 Uhr von Borgir
 
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lächerlich: dass sich der bund solche dinge leisten kann, er hat ja nunmal eine verantwortung gegenüber seinen bürgern, zahlen wir steuern. ein hohn und eine riesen schweinerei, dass die leute auch noch zahlen müssen. in deutschland erlebt man zurzeit nur noch eins: ein armutszeugnis nach dem anderen.
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22.02.2008 04:09 Uhr von redi7
 
+1 | -6
 
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naja also es stimmt zwar dass sich die leute (wie wir meinen) in gefahr begeben, aber für sie selbst war die gefahr anscheinend nicht offensichtlich, denn wenn sie wirklich damit gerechnet hätten entführt zu werden, wären sie wohl nicht dorthin gereist, egal ob die (eventuelle) befreiung bezahlt wird oder nicht! Also denke ich nicht, dass sie sich vollkommen bewusst in die gefahr begeben haben. Wenn mir z.B. die Bude abfackelt und ich dass unbewusst zu verantworten habe (Herd angelassen, etc.) und auch nachweisen kann, dass es unbewusst und ausversehen war, muss ich meinen Rettungsdienst auch nicht bezahlen!
Naja, meine Meinung. Warnungen gibts für alles, man muss selbst wissen, ob man jede ernst nimmt bzw. ab wann man sie ernst nimmt!
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22.02.2008 07:25 Uhr von Jaecko
 
+1 | -3
 
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wer anschafft zahlt. Wenn ich den Heli nicht bestellt hab, zahl ich auch nicht dafür...
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22.02.2008 08:14 Uhr von bigtwin
 
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Vielleicht: hätten sie erst mal ein Angebot schicken sollen, dann hätte die Touristin eventuell auch keine Bestellung ausgelöst.... ;-)
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22.02.2008 13:36 Uhr von Sev
 
+1 | -0
 
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Versicherung: Gibt´s dafür noch keine Versicherung? Hey! ´ne Marktlücke! :D :D :D
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22.02.2008 14:26 Uhr von BarryRipper
 
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Zweifelhaft: Mitbezahlen ok... wenn im Gegenzug Verbrecher auch die Polizeieinsätze bezahlen... Da liese sich sicherlich mehr Geld in das marode Staatsäckel holen.
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22.02.2008 14:46 Uhr von SilverFox
 
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redi7: dummheit schützt vor strafe nicht!
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22.02.2008 14:50 Uhr von redi7
 
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ja gut aber ob die entführung an sich nicht schon strafe genug ist?
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22.02.2008 15:33 Uhr von Mr.E Nigma
 
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Prinzipiell eine gute Entscheidung, allerdings sollte das streng damit verbunden sein, ob es für die betreffende Region im Vorfeld eine Reisewarnung gab. Es kann nämlich nicht immer von einem selbstverschulden ausgegangen werden, das haben die kürzlich geschehenen Ereignisse in Kenia deutlich gezeigt.
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22.02.2008 17:54 Uhr von realist001
 
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ich finde: die Entscheidung des Gerichts richtig. In einem unsicheren Reiseland habe ich nichts verloren. Von erwachsenen Menschen erwarte ich einfach, daß sie Risken einschätzen, bevor sie handeln.
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22.02.2008 18:50 Uhr von StYxXx
 
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@ k4y: Das habe ich mich auch gefragt. Oder wie das ist, wenn die Befreiungsmethoden nicht meinem Wunsch entsprechen. Also wenn die Regierung zb weider bereitwillig das Lösegeld zahlt, obwohl ich das gar icht will :P

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