16.02.08 16:39 Uhr
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Katholische Revolution: Vorsitzender der Bischofskonferenz ist gegen das Zölibat

Robert Zollitsch ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Zollitsch sagte dem "Spiegel", es sei "nicht theologisch notwendig", dass Priester ohne Ehepartner auskommen müssten.

Der neue Vorsitzende weiß selbst, dass seine Ansicht sehr radikal ist in der katholischen Kirche. Das Ende des Zölibats "wäre eine Revolution, bei der ein Teil der Kirche nicht mitginge". Um das durchzusetzen bräuchte man ein Konzil, denn es würde die gesamte katholische Kirche umkrempeln.

An der Politik übte Zollitsch auch gleich Kritik. Auch wenn die CDU einige christliche Werte vertritt, so hat sich die CDU doch an neoliberale Thesen herangeschlichen "und steht dabei in der Gefahr, die soziale Marktwirtschaft oder das Soziale nicht mehr genügend im Blick zu haben".


WebReporter: PortaWestfalica
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Bischof, Revolution, Vorsitz, Vorsitzende, Katholisch, Bischofskonferenz, Zölibat
Quelle: www.spiegel.de

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15 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.02.2008 17:37 Uhr von Schlomo Raffzahn
 
+8 | -2
 
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Irgendwie erinnert mich das Bild an einen leicht gealterten Roman Herzog. Im Übrigen dürften beide die gleichen Thesen vertreten.
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16.02.2008 18:05 Uhr von The_free_man
 
+13 | -3
 
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Klingt doch vernünftig! Warum sollten Pfarrer auch keine Frau haben dürfen?

Denkt mal an die ganzen kleinen Jungs und Messdiener die dadurch gerettet werden! ;-)
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16.02.2008 18:14 Uhr von xjv8
 
+11 | -0
 
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vor allem: muss man an die vielen Haushälterinnen denken, die jetzt endlich geehelicht werden können. Meinen Segen haben sie.
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16.02.2008 19:06 Uhr von Phoenix87
 
+7 | -0
 
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@Heraklion: und du bist dir sicher, dass du weißt, was Zölibat bedeutet?
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16.02.2008 20:31 Uhr von coolio11
 
+4 | -1
 
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dass ich das noch erleben darf: hätte ich ganz sicher nicht für möglich gehalten:

Kaum wird ein alter Herr von 69 Jahren zum neuen Vorsitzenden der deutschen Katholischen Bischoffskonferenz gewählt, stellt er öffentlich das Zölibat in Frage, sagt es sei "...theologisch nicht notwenig". Und empfiehlt seinem Chef, Papst Benedikt XVI indirekt aber unüberhörbar, zu diesem Zweck ein Konzil einzuberufen

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
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17.02.2008 00:01 Uhr von Götterspötter
 
+4 | -0
 
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na sooooowas ? Vieleicht erleben wir ja doch noch ein "göttliches Wunder" in der katholischen Kirche :)
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17.02.2008 02:42 Uhr von Mond-13
 
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Ist zwar sehr gut, was Herr Zollitsch sagt, aber mit dem Ausdruck "Revolution" bin ich doch sehr vorsichtig. Jahrhundertalte Gewohnheiten lassen sich nicht so einfach aufgeben. Aber es wäre schön, wenn diese Aussage eine positive Veränderung hervorruft.
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17.02.2008 02:58 Uhr von Der Erleuchter
 
+2 | -7
 
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Wichtiger wäre es die Ablehnung des Islam: zu betonen (Dies ist freie Meinungsäußerung und nicht rassistisch!) Als Christ muss man seine Religion vertreten, was unsere Priester ja leider immer weniger machen. Entweder man glaubt oder nicht - dann sollte man aber auch kein Priester werden. Und so ist es mit dem Zölibat. Wer den Schwur geleistet hat, soll ihn auch einhalten. Ansonsten sollte er warten bis sich die Regeln ändern oder eben kein Priester werden. Es ist schließlich eine freiwillige Entscheidung.
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17.02.2008 13:07 Uhr von Mond-13
 
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@Der Erleuchter: Schon mal was von Toleranz gehört? Und Religionsfreiheit ist das oberste Gebot der Menschheit, weil jeder einzelne am besten weiss, welcher Weg für einen gut ist und welcher nicht. Solange es Wege sind, die niemanden schaden.

Und: wozu soll es gut sein, eine Regel "Zwingend" einzuhalten? Durch Zwang kommt erstens niemand zur Erleuchtung und zweitens schadet es den Menschen auch. Denn jeder Mensch ist innerlich anders strukturiert.
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17.02.2008 13:37 Uhr von Der Erleuchter
 
+1 | -6
 
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Hab von dieser: seltsamen Abartigkeit gehört. Ist aber nix für mich. Bin gegen Religionsfreiheit. Kanns akzeptieren, dass man an nix glaubt, aber nicht an einen nichtexistierenden Gott - für mich ist das Götzendienst.
Ich will aber auch niemand bekehren, denn dumm bleibt dumm da helfen keine Worte. Spart euch lächerliche Retourkutschen, ist müssig sowas zu lesen...
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17.02.2008 14:12 Uhr von Mond-13
 
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@Der Erleuchter: Götzendienst? Was ist das für ein seltsames Wort? Das Göttliche existiert. Jeder Mensch hat einen göttlichen Funken in seiner Seele, das mit dem Grossen Göttlichen verbunden ist. Gott/Göttin ist der Inbegriff für reine Liebe, das kein Werturteil abgibt und nicht straft. Es gibt viele verschiedene Wege, aber letztendlich weisen alle Religionen auf das gleiche Ziel hin: Zum Göttlichen :-)
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18.02.2008 08:22 Uhr von coolio11
 
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@Oberlehrer: da widerspreche ich. Ich bin überzeugt, dass du da falsch liegst.

Bisher wurde das Zölibat auch schon mal innerhalb der katholischen Kirche kritisiert, aber wenn, dann kamen diese vereinzelten Stimmen von JWD: aus Afrika, Südamerika und Asien. Man konnte sie unter die Kathegorie "Exoten" abtun, die nicht ernst genommen zu werden brauchen.

Das hat sich jetzt schlagartig geändert. Denn der neue Chef der katholischen Bischoffskonferenz in Deutschland hat gesprochen, des Landes also, aus dem der Papst selber stammt. Und hat ausgerechnet noch auf theologischer Ebene argumentiert. Der hat genau gewusst, was er da sagt und dass dies eine Wirkung erzielen wird und soll. Der wollte einen Stein ins Wasser werfen, damit eine Welle Kreise zieht.

Diplomatisch verklausuliert hat Bischoff Zollitsch sehr konkret und deutlich Stellung bezogen - gegen das Zölibat. Das ist zwar noch keine Revolution, aber eine Sensation ist es sehr wohl.

Ich bin mir sicher: wenn Papst Benedikt XVI das vorher gewusst hätte, hätte er Einfluss genommen, dass ein Mann zum Vorsitzenden der deutschen Bischoffskonferenz gewählt wird, der sich in der Öffentlichkeit klar gegen das Zölibat positioniert.
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18.02.2008 10:57 Uhr von BeneMS
 
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mhm mhm...also man sollte doch ein bisschen mehr als diesen artikel bei sn lesen, um wirklich dem auf die spur zu kommen, was zollitsch gesagt hat
er hat sich nicht generell gegen den zölibat ausgesprochen (wie es ein wenig reißerisch in der überschrift steht), sondern nur betont, dass es theologisch dafür keine notwendigkeit gebe (was im übrigen auch nie von der kirche bestritten wurde). es gibt keine theologische notwendigkeit, der zölibat basiert vor allem auf rein praktischen gründen: ohne familie, ohne frau und kinder, ist ein priester weitaus flexibler, kann beispielsweise auch "spontan" aufgaben im ausland wahrnehmen, ohne dazu stress in der familie zu haben und er gerät nicht in gefahr, überfordert zu werden durch seine seelsorgliche und verwaltende tätigkeit in der gemeinde und seine familie, für die er auch verantwortung hätte. das hat zollitsch übrigens auch angeführt in seiner stellungnahme zum zölibat.
außerdem: jemand, der ernsthaft den entschluss fasst, priester zu werden, der weiß ja, worauf er sich einlässt. er weiß genau, dass er, wenn er ein normaler mensch wird, immer wieder vor der wahl stehen wird, immer wieder die entscheidung treffen muss, ob er dieses gebot einhält oder nicht. denn meiner meinung nach kann nur jemand priester werden, der dabei nicht seine fähigkeit verliert, sich zu verlieben...
ich bin gespannt, wie diese debatte weiter gehen wird und bin für eine öffnung in neue richtungen auf jeden fall offen.
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18.02.2008 10:58 Uhr von BeneMS
 
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ups: "ein normaler mensch IST" und nicht "ein normaler mensch wird" sollte es mitten in meinem kommentar heißen...;) entschuldigung
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04.03.2008 20:24 Uhr von Hugo Tobler
 
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@Oberlehrer: Lieber Oberlehrer!
Sie sind mit Ihrer Ansicht:
>>Er stellt fest, dass es "nicht theologisch notwendig" ist, und dass ein Konzil hierzu nötig wäre. In diesen Äußerungen erkenne ich nicht eine persönliche Meinung - er ist zu unverbindlich.<<
100% ig richtig!
Die katholische Kirche weiss seit bald 1500 Jahren, dass das Zölibad nicht theologisch notwendig ist. Dies ist in der Kirche schon 1000 X durchdiskutiert worden.Der letzte Papst hat sogar gesagt, dass Zölibad ncht gleichzusetzen ist mit sexueller Enthaltsamkeit. Das heisst, dass wenn der Pfarrer mit der Haushälterin etc, dass das in Ordnung ist, nur heiraten dürfen sie nicht. Nein mit dieser wiederholten Feststellung will der Bischof sich lediglich beliebt machen, was ihm auch gelungen ist, wenn ich die vielen positiven Bemerkungen in dieser News lese.
Das Zölibad hatte im Mittelalter eine ganz besondere Bedeutung. Weil von den reichen Familien immer der älteste Sohn Pfarrer werden sollte, viel dann ein nicht unbeträchtlicher Anteil seines Erbes an die Kirche, wenn ein solcher erstgeborener Sohn Pfarrer wurde und starb. Also wie eh und jeh geht es nur um Kohle!
Liebe Grüsse auch
Ihr
Hugo Tobler
PS: Übrigens schön wieder einmal einen Kommentar von Ihnen zu lesen.

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