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Das Ende der Kunstfreiheit? - Autor muss 50.000 Euro Schmerzensgeld zahlen

Maxim Biller, der Autor des bereits verbotenen Romans "Esra" muss seiner Ex-Freundin 50.000 Euro Schadensersatz zahlen, weil diese in dem Buch ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sieht.

In dem Roman geht es um die komplizierte Affäre zwischen Esra und einem Schriftsteller und um die autoritäre Mutter Esras. "Unabhängig von der Frage der Wahrheit der Schilderungen sind weder das Intimleben noch das Mutter-Kind-Verhältnis legitime Gegenstände öffentlicher Erörterung", so das Gericht.

Auch die Mutter der Klägerin beansprucht die selbe Höhe des Schmerzensgeldes, da auch sie in dem Buch zu einer Romanfigur gemacht worden sei und durchaus wieder erkennbar wäre.


WebReporter: mozzer
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Euro, Ende, Kunst, Autor, Schmerz, Schmerzensgeld
Quelle: www.spiegel.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.02.2008 13:15 Uhr von mozzer
 
+1 | -0
 
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Nach dem "Mephisto"-Buch von Klaus Mann das zweite Buch in Deutschland, das wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte verboten wurde. Damals sah sich der Schauspieler Gründgens diffamiert, weil sein Nazi-Mitläufertum aufgedeckt wurde. Diesmal geht es um privatere Angelegenheiten. Schwierige Frage: Was ist wichtiger... Kunstfreiheit oder Persönlichkeitsrechte?
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13.02.2008 15:30 Uhr von Budsa
 
+3 | -3
 
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natürlich persönlichkeitsrechte: nicht umsonst werden beispielsweise in amerika die charaktere bzw das setting so abgeändert, dass das letztendlich als eine fiktion angesehen wird. das macht doch auch gute schriftsteller aus. schließlich sind die besten abenteuer- oder sci-fi-romane auch nur irgendwelche übertriebenen ereignisse aus dem echten leben.

ich glaube eher die stecken da unter eine decke um das buch kostengünstiger zu vermarkten...
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13.02.2008 15:52 Uhr von Murinho85
 
+6 | -1
 
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Wenn der Autor sich ein bisschen geschickter angestellt hätte, würde er jetzt nicht in scheisse bis zum Hals stecken...
ich persönlich finde, dass das Persönlichkeitsrecht wichtiger ist!
Was würdet ihr denn machen, wenn plötzlich eine Ex-Freundin oder ein Ex-Freund ein Buch veröffentlicht, wo intime Einzelheiten drinnen stehen...???
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13.02.2008 16:03 Uhr von Deniz1008
 
+1 | -8
 
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die damen haben sich gute anwälte ausgesucht :) wir lieben solche rechtsverdreher die ihren mandanten nur so das beste rausholen... :)
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13.02.2008 16:16 Uhr von pippin
 
+3 | -0
 
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Eigentlich gibt es nichts zu debattieren: Die Persönlichkeitsrechte gehen vor.
Wenn die beiden Frauen wirklich aus dem Text erkennbar sind, dann kann ich ihre Position durchaus verstehen.
Ich kenne das Buch nicht und weiß demzufolge nicht, wie die beiden Personen im Buch charakterisiert werden, aber wenn die Romanfiguren in keinem guten Licht dargestellt werden, dann haben die beiden Frauen noch mehr Grund sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Da sehe ich keinen Grund der künstlerischen Freiheit Vorrang zu gewähren.

@autor:
Apropos "künstlerische Freiheit": Hätte man anstelle von "Affaire" nicht einfach das deutsche Wort "Affäre" benutzen können?
Ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber irgendwie will die französische Variante einfach nicht zum Rest der ansonsten guten News passen.
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13.02.2008 17:15 Uhr von iTosk
 
+0 | -0
 
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Ist schon Recht so. Also mir würde das auch nicht in den Kram passen das man mein Privatleben, wenn auch mit anderem Namen, deutschlandweit lesen kann.

Also wenn die Geschichte wenigstens leicht verändert worden wäre, dann ist das ja ok, aber wenn es wirklich eine 1:1 Kopie aus dem wahren Leben ist geht es schon ein bisschen zu weit.

Allerdings ist diese Geldforderung maßlos überzogen, da muss es doch auch andere Wege geben.
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13.02.2008 22:13 Uhr von jsbach
 
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Nachdem ja von: "Blaublütern" und anderen VIPs Schadenersatzforderung wegen Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte erfolgreich eingeklagt wurden...da kann ich dem Inhalt eines Romans
nicht ganz zustimmen. Oder fehlt der Hinweis....alle Ähnlichkeiten mit lebenden oder.... zufällig?

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