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Auf der Suche nach deutschen Wörtern für gängige Anglizismen

Die "Aktion Lebendiges Deutsch", die sich fortwährend dafür einsetzt, deutsche Wörter für gängige Anglizismen zu suchen, hat nun eine Internetaktion auf der Suche nach dem deutschen Wort für "Hotline" gestartet.

Bis zum 22. Februar können daher unter http://www.aktionlebendigesdeutsch.de Vorschläge für "das Wort des Monats" abgegeben werden.

Im Januar 2008 wurde "Jackpot" als Wort des Monats gewählt. Von 2724 via Internet eingegangenen Vorschlägen wurde 302 Mal der Begriff "Glückstopf" angegeben. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) ist mit einigen Wissenschaftlern ein Förderer der "Aktion Lebendiges Deutsch".


WebReporter: guemue
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Deutsch, Suche, Wort
Quelle: www.n-tv.de

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35 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.02.2008 19:43 Uhr von Jimyp
 
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Naja ich halte nicht viel von solchen Aktionen! Eine Sprache unterliegt immer den Einflüssen anderer Sprachen, sie verändert sich ständig.
Viele englische Wörter haben ihren festen Platz und werden auf nicht mehr verdrängt werden können. Viele deutsche Varianten hören sich einfach nur komisch an. Wer sagt denn schon Glückstopf?
Je mehr sich Sprachen verflechten, desto einfacher fällt es zukünftigen Generationen, diese Sprachen zu lernen! Im Endeffekt bringt es nur Vorteile!
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03.02.2008 20:32 Uhr von nONEtro
 
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@terrorstorm: du hast gerade 2 worte genannt die ganz gut zusammenpassen und auch der grund für die "verwischung" der sprachen sind. "medien" und "verblödung". ich habe die konsequenzen gezogen und schaue kein tv mehr. wenn eine nachrichtensprecherin als qualifikation "gut aussehen" hat und nicht, dass sie nen IQ von mehr als 50 braucht, dann weiss ich auch nicht (redet da eine vom aids-virus... HIV ist der virus verdammtnochmal). ausserdem ist das im deutchen TV alles nurnoch bildzeitungsstyle. tv für die unterschicht würde ich sagen, gemischt mit werbung, viiiiieeeel werbung.
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03.02.2008 20:32 Uhr von Lustikus
 
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wie gut: daß es auch in anderen Sprachen deutsche Wörter gibt. Gebt mal in google "deutsche wörter im ausland" ein und werdet fündig...
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03.02.2008 20:34 Uhr von GermanCrap
 
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Am schlimmsten ist die Werbebranche: Es ist einfach so, dass bestimmte Englische Begriffe sich eingebürgert haben und heute kaum wegzudenken sind. Schlimm ist eher die falsche Verwendung Englischer Begriffe und die Vermischung mit der Deutschen Sprache oder unnötige Verwendungen wie beispielweise "Comedy" statt Komödie oder "Flyer" statt "Flugblatt". Das ist nicht cool, sondern deutet eher auf einem niedrigen Bildungsniveau. Am schlimmsten ist die Werbeindustrie, die immer noch glaubt, dass es cool ist fast durchgängig Englisch zu trällern ("Coffee to go" ist eine Deutsch Erfindung).
Einfach nur peinlich.
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03.02.2008 20:35 Uhr von Lustikus
 
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03.02.2008 21:18 Uhr von titlover
 
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je älter man wird: desto mehr wundert man sich über die Jugendsprache und wie sie sich im allgemeinen Sprachgebrauch verändert... obwohl ich noch unter 30 bin, merke ich zunehmens wie alt ich eigentlich bin.... Viva und Mtv versteh ich teilweise schon gar nicht mehr ;) Schüler in Bus und Bahn sowieso nicht... (Isch geh Kino!)

Aber man kann ja auch krampfhaft versuchen, eingebürgerte Wörter wieder einzudeutschen.. und dann kommt so ein schwachsinn wie in Frankreich dabei raus... wo man le weekend durch Fin de semaine ersetz hat.
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03.02.2008 21:49 Uhr von jsbach
 
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Die Parfümerikette: Douglas hat ja letztes Jahr ihre englische Werbe-Aussage komplett revitiert...weil sie viele nicht verstanden haben. Man braucht sich doch nur die Aussagen von Vodafon o.ä. Unternehmen ansehen, da wird auch mit den englischsprachigen Ausdrücken rumbeworfen. Telekom?
Sicher ist das Wort Handy nur bei uns in D geläufig. In Italien oder sonstwo...Handy?
Wollen wir unsere kulturelle Abstammung den ganz verleugnen und den Mist auch noch den Amis nachmachen?
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03.02.2008 21:49 Uhr von guemue
 
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Das schlimme ist, dass selbst in Verwaltungsgebäuden, Bürgemeisterämtern usw. mittlerweile Anglizismen verwendet werden wie z.B. Meeting-Room. Auch die Politiker werfen mit den Anglizismen um sich, dass Oma und Opa nur noch den Kopf schütteln und nur noch "spanisch" verstehen.
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03.02.2008 23:21 Uhr von LanceLovepump
 
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es gibt ja auch germanizismus bei anderen: die stehen zum teil total auf deutsche wörter. wo schon oben erwähnt: sprache ist lebendig. und so soll es auch bleiben
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04.02.2008 02:05 Uhr von TheDent
 
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Jackpot, Notebook u.ä. sind keine Anglizismen, sondern einfach nur Englishe Wortefür die es keien Deutsche Übersetzung gibt. Anglizismen sind jedoch nur Englische Einflüsse auf andere sprachen, z.B. gedownloadet, gestyled etc.) oder auch sinn machen (von make sense) statt sinn ergeben [Klugscheissmodus OFF]
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04.02.2008 02:16 Uhr von TheDent
 
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War noch gar nich fertig: Was ist ein Anglizismus: http://de.wikipedia.org/...

ganz schlimm isses ja auch in der Werbung, vor allem wenns nicht verstanden wird, so hat Sony nen neuen LCD Fernseher beworben mit dem Slogan:
"Colour like no other" (=Farbe wie keine andere»), leider wurde dasvon den Befragten unter anderem mit «Farbe ist was anderes» übersetzt. Das frühere SAT.1-Motto "Powered by emotion" übersetzten mit "Kraft durch Freude". Weiter Beispiele:
http://www.endmark.de/...
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04.02.2008 13:10 Uhr von Schwertträger
 
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Jo, es würde grösstenteils völlig reichen die Medien zurückzupfeifen und dort auf korrekte Verwendung deutscher Worte und Redewendungen zu pochen, wo sie existieren.

Die wenigsten wollenl Handy oder Notebook übersetzen.

Abe muß ich "daten" statt "abmachen" oder "ausmachen" sagen? Muß ich downloaden statt "herunterladen" benutzen?


Wenn die Werbung diesen Schwachsinn unterlassen würde, hätte man auch das Sprachproblem nicht.


Und darauf zu verweisen, dass es in anderen Ländern ja auch den Wahn gäbe, deutsche Worte zu verwenden, ist ja wohl erstens schon vom zahlenmässigen Verhältnis her Unsinn und zweitens ist das "die machen das aber auch"-Scheinargument wohl noch nie ein hinreichender Gesprächsbeitrag gewesen.
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04.02.2008 16:16 Uhr von cinedevil33
 
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Ich lach mich krank! Es ist normal in einer grenzüberschreitenden Gesellschaft das es eine Entwicklung in der Sprache gibt (nennt man Sprachevulution). Jeder Gedanke daran und jeder investierte Euro um dies abzustellen ist zwecklos.
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04.02.2008 16:52 Uhr von Enny
 
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Glückstopf: Ein Jackpot ist ein Gewinntopf.
Glückstopf hört sich blöd an. Und die meisten werden auch nachwievor Jackpot sagen.
Von daher
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05.02.2008 13:55 Uhr von Schwertträger
 
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Schalksernst und Dörrleiche gefallen mir ausnehmned gut! :-)

Das Fenster kein ursprünglich deutsches Wort ist, hätte ich dagegen nicht gedacht. Danke für´s Nachschauen.

Für Chemie würde ich übrigens eher Teilchenie (von Teilchen) vorschlagen, und Krautaner für den Botaniker wäre irgendwie auch prägnanter. Alerdings ist die Endung "aner" wahrscheinlich wieder nicht deutsch. ;-)
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05.02.2008 20:39 Uhr von Schwertträger
 
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@xxx_Waldegg: Ich weiss! Ich arbeite in der Branche. :-)

Inoffiziell wurde die Bezeichnung in Hessen geboren, wo der Chef der Entwicklungsabteilung einen der ersten Prototypen in die Hand gedrückt bekam und nach ungläubigem Blick erstaunt fragte:
"Han di ka Schnur?"

Damit war dann die Bezeichnung Handi irgendwie klar.
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06.02.2008 11:28 Uhr von nettesMädel
 
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@Schwertträger: Da muss ich dir aber widersprechen!

Des hoißt: "Han di koi Kabel?" und kommt aus dem Schwäbischen *zwinker*

Zum Thema: An sich finde ich die Sache mit den englischen Begriffen auch eher etwas kritischer, aber beziehe mich da dann eher auf die Unfähigkeit junger Menschen, die des Deutschen nicht mehr mächtig sind und ein grausames Mischmasch aus Englisch und Deutsch sprechen.

Dass solche Begriffe wie Jackpot oder Notebook keine Übersetzung benötigen, ist eigentlich klar. Die haben sich halt so "eingebürgert"...
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06.02.2008 19:32 Uhr von Schwertträger
 
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Wobei Topf, wie der Jaclpot früher hiess auch noch kürzer wäre.
Keine Ahnung, was ausgerechnet ein Jack damit zu tun hat. ;-)

Aber Du hast Recht. Es ist eine Sache, englische Begriffe zu verwenden, aber an sich ein denglischfreies deutsch sprechen zu können, und eine völlig andere, sich nur noch in einer Art Pidgeon verständigen zu können.
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07.02.2008 04:37 Uhr von savra
 
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An Jimyp: > Eine Sprache unterliegt immer den Einflüssen anderer
> Sprachen, sie verändert sich ständig.

Sie ändert sich aber nicht von allein, sondern wird normalerweise von den Sprechern geformt, und genau hier liegt das Problem. Unsere heutige Sprache wird nur von wenigen geändert, gar manipuliert, die noch dazu die Sprache nicht im Sinne habe: den Medien; die Sprecher, die große Masse, bekommt lediglich Sprachmodelle vorgesetzt und übernimmt diese – hier kommt das zweite Problem! – gedankenlos. Und nur, weil sich eine Sprache ändert, bedeutet dies längst nicht, daß sie es in die Richtung des Guten tut. Sie darf sich ändern, sie muß sich, im Zuge der sich wandelnden Welt, ändern, aber die Richtung, die Weise, wie sie es tut, die darf kritisiert und beeinflußt werden.

Wie kannst Du gegen eine solche Aktion sein, wo Du doch die Änderung von Sprache hervorhebst? Bemüht sich die Aktion nicht gerade um Veränderung, ist diese nicht erklärtes Ziel? Sie ist, wie man bereits dem Titel entnehmen kann: lebendiges Deutsch.

> Viele englische Wörter haben ihren festen Platz und
> werden auf nicht mehr verdrängt werden können.

Das ist zunächst nur eine Behauptung ohne Argumentation. Ich hingegen kann Dir sagen: Natürlich können sie „verdrängt“ werden, umgekehrt funktioniert es doch auch. Durch die Verdrängung deutscher Wörter, die „ihren festen Platz“ in der deutschen Sprache hatten, entstanden überhaupt erst Sprachvereine wie der VDS und in Folge die Aktion „Lebendiges Deutsch“. Daß die Vorschläge der Aktion „Lebendiges Deutsch“ nicht sofort, vermutlich nie in die Sprache einfließen werden, darüber brauchen wir nicht zu streiten; vielleicht kann aber ein bewußter und bedachter Umgang der Sprache erreicht und damit unnütze Neuimporte verhindert werden.

> Je mehr sich Sprachen verflechten, desto einfacher fällt
> es zukünftigen Generationen, diese Sprachen zu lernen!

Einzelne Wörter bedeuten keine Verflechtung; Denglisch bedeutet dies noch minder, sondern wird allein in Deutschland verstanden, und selbst dort nur zum Teil. Mit dem Lernen scheint es umgekehrt zu sein, auch wenn die Ursachen andere sind: frühere Generationen lernten Deutsch, heutige Generationen scheinen mit Sprachen allgemein auf Kriegsfuß zu stehen, und immer weniger vermögen sich ihrem Alter entsprechend ausdrücken. Sie benutzt in SMS einen Wortschatz von 100 Wörtern, etwa so viel, wie ein Affe an Lauten verwendet (dies ist keine Polemik, sondern entspricht leider den Tatsachen).

> Im Endeffekt bringt es nur Vorteile!

Wenn Du Verlust an Ausdruckskraft, an Schönheit, Zerstörung von Sprachen als Grundlage von Kultur und Vermittelung von Wissen, uneinheitliche Laut-Buchstaben-Zuordnung, Einbuße der Kraft, Fremdwörter zu formen und in die Sprache einzuverleiben, als Vorteil siehst, läßt sich Dir nicht widersprechen.
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07.02.2008 12:31 Uhr von Schwertträger
 
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Habe hier gerade wieder ein Negativbeispiel ge- funden.

Im aktuellen Newsletter des Beratungsdienstes teltarif wird gesagt, dass Überschriften und Untertitel direkt auf der Startseite ANGETEASERT werden.

Was, zum Geier, bedeutet angeteasert???
Muss man das Wort in den deutschen Wortschatz integrieren?

(Ich meine, ich weiss, was damit gemeint ist, aber was heisst das auf deutsch?)

Im Englischen gibt es das Verb "to tease", passiv in der Vergangenheitsform "he has been teased", "angeteasert" gibt es dagegen nicht. Also gibt es da auch nichts zu integrieren.

Das ist reine Marketingsprache, aber weder englisch noch deutsch.
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07.02.2008 13:00 Uhr von Jimyp
 
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@ savra @ Schwertträger: "Wie kannst Du gegen eine solche Aktion sein, wo Du doch die Änderung von Sprache hervorhebst? Bemüht sich die Aktion nicht gerade um Veränderung, ist diese nicht erklärtes Ziel? Sie ist, wie man bereits dem Titel entnehmen kann: lebendiges Deutsch."

Ich halte eine krampfhafte Suche nach alternativen Wörtern für vollkommen überflüsig und sinnlos, da sich deren Vorschläge eh nicht durchsetzen werden. Sowas muss von allein passieren.
Ich glaube nicht, das auch nur 0,1% der deutschen Bevölkerung in Zukunft das Wort "Glückstopf" benutzen wird.

Schriftsteller und Dichter werden vielleicht ein Problem mit der "neuen" Sprache haben und es wird ihnen nicht gefallen, ich dagegen habe damit keine Probleme.

@ Schwertträger

Nunja, ich würde das einfach als Neuschöpfung ansehen. Wieso sollten auch keine neuen Wörter "erfunden" werden?
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07.02.2008 16:13 Uhr von Schwertträger
 
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@Jimyp: Nicht "in Zukunft": Das Wort Topf für Jackpot wurde schon benutzt!!
Und zwar von der breiten Mehrheit der Leute.
Mein Vater, meine Mutter und auch ältere Kollegen sprechen in Zusammenhang mit Lotto fast nur vom Topf, ... jedenfalls die, die nicht sehr viel Fernsehen gucken (wo einem das Wort Jackpot um die Ohren gejubelt wird).
Auch beim Monopolyspielen gilt das Parken-Frei-Geld in der Mitte immer als der Pott, aber eben Pott als plattdeutsche Variante von Topf, nicht vom Jackpot hergeleitet.

Es sind schon die Medien, die durch permanente Wiederholung Worte in die Köpfe von Menschen hämmern. Und da es nur einige wenige Werbeschaffende sind, die auf diese Weise entscheiden, welche Wort in die Köpfe der Zuschauer gepflanzt (dieses Wort benutze ich absichtlich) werden, würde ich den Vorgang eher als Propaganda bezeichnen, denn als Sprachschöpfung.

Sicher hast Du Recht, dass sich Sprache permanent verändert.

Und eine Neuschöpfung im positiven Sinne ist da z.B. das Handy. Mal abgesehen vom untypischen Ypsilon am Ende ist das ein Wort, dass mit dem Wortstamm Hand und der i-Endung schon als recht deutsch durchgeht. Die englische Aussprache ist meinetwegen ein Zugeständnis an den modernen Technikmarkt. Okay.
In so einem Fall, wo es nur sehr umständliches Wort für ein neues Produkt gibt, ist eine Neuschöpfung (dann aber, wie gesagt, auch eine deutsche Neuschöpfung) eine gute Sache und ein Zeichen für eine lebendige Sprache.


Aber ein Teaser ist wortwörtlich ein Ärgerer.
So ein Wort würde ein Deutscher normalerweise schon vom Wortsinn nicht benutzen. Er würde eher Aufmerksamkeitserreger bzw. Neugierigmacher sagen. Also bräuchte man, wenn schon, denn schon, ein neues Wort für Neugierigmacher. Ähnliches gibt es ja schon mit dem Hingucker, der ja eigentlich Blickfang heisst.
Wenn ich es schnell vor mich hin spreche, klingt Interessenfang oder -fänger gar nicht mal übel und allemal ehrlicher als Teaser.

Ich bin also keineswegs dagegen, dass Sprachelemente neu erfunden werden, dann aber bitte mit Gefühl für den Rest und nicht in vorauseilendem Gehorsam an die Fremdsprache englisch, der dann noch dazu seltsame Blüten treibt und Engländern unverständlich ist.



Kommen wir noch kurz zu den Schriftstellern und Dichtern.
Wenn die Probleme mit der neuen Sprache haben, landen die ja irgendwann auch bei Dir, es sei denn, Du würdest nicht lesen.
Denn ein Buch, das mit weniger sprachlichen Mitteln auskommen muss, wird fast immer auch ein schlechteres Buch bleiben. Somit hast Du dann irgendwann auch Probleme damit.



ausserdem muss man nicht weit gehn muss sich nur manche beiträge hier im forum ansehen wo schon schwer zu lesen ist was gemeint ist weil die sätze so komisch sind und nur einfachste worte verwendet werden die dazu üblichen abkürzungen und schreibweisen spar ich mir mal immer noch kein problem
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08.02.2008 06:39 Uhr von savra
 
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An Schwertträger, Jimyp: @Schwertträger:
Auch Handi ist von einem deutschen Wort noch weit entfernt, kann aber mit Leichtigkeit eingedeutscht werden – ja, es ist merkwürdig, daß ein deutsches Wort eingedeutscht werden muß –, indem man Händi schreibt. Dies wäre die entsprechende Lautbuchstabenzuordnung.

@Jimyp:
Was ist an der Aktion, an ihrer Suche, verkrampft? Es sollen gerade Wörter gefunden werden, die nicht krampfhaft klingen, und im Wortarchiv findet man viele schöne Beispiele. Meines Erachtens könnte man sich jedoch die Suche bei manchen Anglizismen sparen, da sie verdrängender Natur sind und es dafür ohnehin deutsche Wörter gibt.

Daß es auch bereichernde Anglizismen gibt, die man übernehmen und eindeutschen kann, zeigen schöne kurze Wörter wie Test, Grill, Keks oder Schal. Insbesondere die letzten beiden Wörter zeigen, wie weit eine Eindeutschung gehen kann – aber diese Kraft, Wörter zu formen und in sich aufzunehmen, sie zum Teil der Sprache zu machen, ist der deutschen Sprache fast vollständig verlorengegangen.

Beispiele für erfolgreiche Neuschöpfungen wurden hier ebenfalls schon gebracht, weitere sind Ausflug, Briefwechsel oder Kreislauf. Krampfhaft klingen sie alle nicht, von allein kam keines von ihnen.

Wenn Schriftsteller und Dichter ein Problem mit der Sprache haben, sollte einem das zu denken geben, da es ihr Arbeitsmittel ist, ihr Fachgebiet, in dem sie sich auskennen wie sonst kaum einer, immer vorausgesetzt natürlich, es handelt sich nicht um einen der vielen Möchtegernschriftsteller aus dem Fernsehen, die meinen, etwas über ihr Leben veröffentlichen zu müssen.

> Wieso sollten auch keine neuen Wörter "erfunden"
> werden?

Oft sind sie unnötig, meist erschaffen zu kommerziellem Zwecke. Was noch dagegen spricht? Mit Sprache wird sich verständigt, sie basiert auf einem Konsens; sie wird unverständlich, wenn man ihr erfundene Wörter hinzufügt. Erweitert werden kann sie dennoch, und der natürliche Weg ist das Kombinieren, das Abwandeln, immer mit einem mehr oder weniger selbsterklärenden Ergebnis.

Was im speziellen gegen „angeteasert“ spricht, ist folgendes:
1) Es entspricht nicht deutscher Lautbuchstabenzuordnung.
2) Man muß im Wort zwischen zwei Sprachen wechseln, nämlich zwischen ange und teasert. Die hier unmerklich gesteigerte Arbeit zum Erkennen und Verstehen und der damit einhergehende Zeitaufwand macht sich sehr schnell in Texten bemerkbar, in denen es von diesem Mischmasch wimmelt.
3) Das Wort klingt grauenhaft und wird einer Stilebene zugeordnet, mit der man vielleicht lieber nicht in Verbindung gebracht werden möchte.

Aber wer weiß, vielleicht kommt es irgendwann zu einer Eindeutschung; aber ob angetiesert besser klingt und bildhafter ist als die Originalverhunzung?
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10.02.2008 13:46 Uhr von Shakotai
 
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@savra: Irgendwie habe ich den Eindruck; du siehst die Angelegenheit ein wenig einseitig. Sprache ist als etwas lebendiges der/einer Evolution unterworfen. Und diese Evolution findet im Gegensatz zu deiner Meinung nicht (vorherrschend) in den Medien, sondern überall dort statt, wo Sprache verwendet wird. So ist zum Beispiel gerade die Jugend ein ständiger Quell sprachlicher (Stil-?) Blüten. Aber auch und gerade der berufliche Sektor ist ein regelmäßiger Produzent neuer und anderer Begriffe, wobei es hier nicht einmal zu Berührungspunkten mit anderen Sprachen kommen muss. Welche sich natürlich auch in der jeweiligen Sprache niederschlagen. Die Medien sind in dieser Evolution primär eher als Träger zu sehen, die sie schneller voranzutreiben mag.
Wie jede Evolution bringt auch diese positive wie negative Beispiele hervor. Wobei dieses Positiv wie auch das Negativ auch nur eine temporäre Bezeichnung sein kann. (Beispiel: Anglizismen in der Werbung. Derzeit kann der Normalbürger diese schwerlich übersetzen. Sie geht am Empfänger vorbei. In Zukunft, von einem weiteren Zusammenwachsen der Europäer ausgehend, wird die englische Sprache aber wohl weiter verbreitet sein. Also kann man theoretisch davon ausgehen, dass diese Anglizismen auch wohl mehr verwendet werden.)
Eine Evolution sorgt schon selber dafür, dass lebensunfähige Auswüchse recht schnell wieder verschwinden. Sie maßt sich jedoch nicht an, bereits kurz nach der Produktion über Überlebensfähigkeit zu urteilen, lässt dem ‚Spross’ die Zeit sich zu entwickeln. (So zum Beispiel das oben erwähnte Fenster (Tageleuchter ???). Es stammt eigentlich aus dem lateinischen von Fenestra ab; oder genial vom "genius" (persönlicher Schutzgeist) begünstigt, oder Medien: von "medius" (in der Mitte) Vermittler zwischen Ereignis und (entferntem) Zuschauer, Zuhörer oder Leser)

So mutet der Versuch hier mit neudeutschen Schöpfungen oder altdeutschen Wiedererweckungen die deutsche Sprache zu ‚bereichern’ eher an, als würde man versuchen Jemandem, der schon seit Jahrzehnten nur durch maschinelle Hilfe am Leben erhalten wird, durch Zufuhr von höherprozentigem Sauerstoff wieder zu erwecken.

Die Evolution der Sprache zu verlangsamen oder die Evolution überhaupt ist wohl ein Versuch der vorn vornherein zum Scheitern verurteilt ist.

Das Gegenteil zu versuchen wäre sicher sinnvoller. Die deutsche Sprache ist eine der Extreme. Man ist satt, oder gerade des Gegenteils, man ist hungrig. Zwischenabstufungen? So ziemlich Fehlanzeige; Versuche a la ich habe Appetit sind zulässig, aber nicht gerade treffend. Oder man ist durstig. Was ist man wenn man nicht mehr durstig ist? Sitt, wie das Kunstwort versucht wurde? Hier wäre sicherlich ein lohnenderes Spielfeld für die selbsternannten Sprachkonstrukteure. Allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass den Kunstproduktionen ein anderes Schicksal wie dem gerühmten Wort ‚Sitt’ für nicht durstig hold ist.
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10.02.2008 19:53 Uhr von savra
 
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An Shakotai: Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, die hinsichtlich ihrer Qualität einen Seltenheitswert bei Shortnews hat. Allerdings bin ich, wie Du selbst bereits bemerkt hast, gänzlich anderer Ansicht als Du.

Den ersten Absatz werde ich schnell abhandeln: Jugendsprache geht recht selten in die Allgemein- und noch seltener in die Schriftsprache ein, ist hauptsächlich Ausdruck von Abgrenzung und Selbstentdeckung. Berufe tragen zugegeben ihren Teil bei, oder vielmehr die Wirtschaft ansich; eine Vielzahl aller unnötigen, verarmenden Anglizismen, etwa Public Viewing, wird aber über die Medien verbreitet und findet von dort ihre Ausbreitung. Peinlich und arm genug ist es natürlich, wenn sich ein Pommesverkäufer Front-Office-Assistent-Manager im Face-to-Face-Marketing nennt – ja, solche tollen Dinger kommen aus der Berufswelt, verbreiten sich jedoch über Medien wie das Internet, wo sich jeder als Manager anzupreisen sucht, für sich werben möchte. Als Informatiker sehe ich persönlich, wie Sprache beeinflußt wird und beeinflußt, wie sich Anglizismen durchsetzen, wie sich die Sprache durch das Internet wandelt. In meinen Augen sind Wirtschaft und Medien eng miteinander verknüpft, und insofern muß ich Dir recht geben.

Gegen eine Verbreitung des Englischen spricht wenig – von einem Sprach- und Kulturmonopol abgesehen, das ebenso schädlich wie jedes andere Monopol ist –, bedeutet aber längst nicht, daß man deswegen seine eigene Sprache aufgeben oder sie durch häßliches Denglisch, das mit einer Weltsprache oder dem Englischen nichts gemein hat, verunstalten muß.

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