01.02.08 12:14 Uhr
 1.665
 

Seuchengefahr: Mediziner warnen vor antibiotikaresistenter Tuberkulose

Kurz vor der Jahrestagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin (NWGIM) in Hamburg warnen Mediziner vor der Ausbreitung resistenter Tuberkulose, es gebe bereits Formen dieser Krankheit, deren Bekämpfung fast unmöglich ist.

Im letzten Jahr gab es in Deutschland 4.951 Tuberkulosefälle, davon waren zirka 100 Patienten an resistenter Tuberkulose erkrankt. Drei dieser Fälle erkrankten an der besonders aggressiven Form der Erreger. Vor allem aus Osteuropa kommt diese Krankheit zu uns.

Zur Ausbreitung der Tuberkulose sagte NWGIM-Tagungsleiter Prof. Ulrich Fölsch: "Wir können nicht abwarten, bis sie flächendeckend Fuß fassen. Es bedarf konzertierter Aktionen, um dieser Herausforderung zu begegnen". Prof. Peter Zabel meint, dass man die Krankheit wieder ernst nehmen müsse.


WebReporter: PortaWestfalica
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Medizin, Seuche, Resistenz
Quelle: www.welt.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Immunantwort der Mutter verantwortlich: Jüngere Brüder sind öfter homosexuell
Donald Trump beauftragt NASA mit neuer bemannter Mond- und Mars-Mission
Neues Patent für Weltraumanzüge: "Bring mich nach Hause"- Funktion

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
01.02.2008 12:18 Uhr von Travis1
 
+2 | -1
 
ANZEIGEN
Da werden: noch mehr Erreger multiresissten werden.

Ob das der Preis für Antibiotika ist?
Kommentar ansehen
01.02.2008 12:19 Uhr von moe499
 
+3 | -0
 
ANZEIGEN
das ist erst der anfang: in zukunft wirds noch sehr viel mehr von medi-resitenten
krankheiten geben. wenn wegen jedem fizzelchen pillen
verschrieben und antibiotika gebraucht werden
Kommentar ansehen
01.02.2008 12:50 Uhr von ghost85
 
+6 | -1
 
ANZEIGEN
geschieht und irgendwie allen recht: will damit keinem auf den schlips treten aber wenn man wegen jedem kleinen sch**** antibiotika nimmt ist es doch logisch das die Erreger resistent werden.
Ich sag ja nichts bei gefährlichen krankheiten, aber wenn Personen wegen der kleinen Magenverstimmung sich gleich mal den halben Medizienschrank reinhaun braucht man sich nicht wundern.
Kommentar ansehen
01.02.2008 17:53 Uhr von dgtell
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@rawon: ähm ja bin auch nicht der experte aber ich glaub tröpfcheninfektion, d.h. anhusten reicht schon. bitte korrigieren wenn ich mich irre.
Kommentar ansehen
01.02.2008 19:37 Uhr von The_Nothing
 
+6 | -0
 
ANZEIGEN
@rawon: Tuberkulose wird durch ein Bakterium verursacht, das verwandt ist mit dem Lepra-Erreger und sich nur sehr langsam vermehrt. Sie befällt vor allem Menschen mit geschwächter Immunabwehr, die dann meist an einer offenen Lungentuberkulose (heutzutage die häufigste Form) erkranken.

Offene Lungentuberkulose wird durch Tröpcheninfektion übertragen, bei der geschlossenen Form (bei Menschen mit normaler bis guter Immunabwehr) ist sie nicht ansteckend, kann bei Immunschwäche aber in die offene Form übergehen.

Die Anfälligkeit hat nichts damit zu tun, ob du Antibiotika nimmst oder nicht.

Bakterien können bei Antibiotikaeinsatz (v.a. bei unfachmännischem oder übertriebenen) Resistenzen gegen eines oder mehrere dieser Antibiotika erlangen, sie werden durch die betreffenden Antis dann nicht mehr abgetötet. Diese Resistenzen können weitervererbt werden, so dass sich die resistenten Formen ausbreiten können.

Infiziert sich nun jemand mit einer resistenten Bakterienform (man spricht von Bakterienstämmen), so kann er nicht oder nur sehr schlecht behandelt werden, weil wie gesagt die Bakterien die Antibiotikabehandlung überstehen.

Das war jetzt sehr kurz und knapp aber ich hoffe, du bist jetzt ein wenig schlauer :-)
Kommentar ansehen
01.02.2008 20:07 Uhr von uhlenkoeper
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Was ich nicht verstehe ist, dass die Problematik der resistent werdenden Tuberkulosestämme schon seit fast 20 Jahren bekannt ist. Genauer gesagt: seit dem Niedergang der ehemaligen UdSSR und der Öffnung Russlands nach Westen. Seitdem ist es kein Geheimnis mehr, dass es in Russland schon länger exorbitante Probleme mit multiresistenten TBC-Stämmen gab. Der Grund liegt wohl vor allem an der meist nicht ausreichend langen Antibiotikagabe (im Gegenzug oftmals die sehr freizügige Breitband-Antibiotika-Verabreichung bei Trivialerkrankungen) in Russland und dem Umstand, dass dort vor allem die Landbevölkerung viel unpasteurisierte Milch konsumiert (infizierte Rinder geben Tuberkel in die Milch ab).

Warum also wartet man hierzulande dann erst einmal 20 Jahre und eine mögliche Katastrophe ab, bevor nach geeigneten Tests und Behandlungsmethoden geforscht wird ? Nur, weil TBC hierzulande als "Randerscheinung" gilt ?
Himmel, in Zeiten der Globalisierung doch wohl eine bodenlose Leichtsinnigkeit, oder ?

Das gleiche Problem wird irgendwann auch mit anderen hierzulande als ausgerottet geltenden Krankheiten wie Kinderlähmung und Pocken gelten,wenn diese Krankheiten nur deshalb als ungefährlich eingestuft werden, weil sie hierzulander derzeit grade mal nur in wenigen Fällen auftauchen. Die Erreger sind ja mitnichten verschwunden und in der Epidemiologie ist das sich von Feld zu Feld verdoppelnde Reiskorn auf dem Schachbrett eine Grundkenntnis.

Krankheiten und Krankheitserreger machen vor politischen und ideologischen Grenzen eben nicht halt. Warum also erst jetzt eine Reaktion ?
Kommentar ansehen
01.02.2008 20:25 Uhr von Pitbullowner545
 
+0 | -3
 
ANZEIGEN
da läuft wohl wieder impfstoff ab, deswegen wird panik verbreitet..
Kommentar ansehen
01.02.2008 20:56 Uhr von The_Nothing
 
+2 | -0
 
ANZEIGEN
Pitbullowner545 & uhlenkoeper: Gegen Tuberkulose gibt es keine Impfung, also lass deine Verschwörungstheorien mal bitte im Koffer :-)

@uhlenkoeper

"Krankheiten und Krankheitserreger machen vor politischen und ideologischen Grenzen eben nicht halt. Warum also erst jetzt eine Reaktion ?"

Weil das schon immer so war, Krankheiten werden für eine Zivilisation erst interessant, wenn das Problem akut wird. Beispiel Ebola-Virus:

Hochgradig ansteckend und tödlich, aber halt ein Virus aus dem Regenwald, ein "paar" tote Ureinwohner, aber keine Bedrohung für die westliche Zivilisation.

Es gäbe schon lange wirksame und verträgliche Impfungen, wenn der Erreger sich ähnlich wie die Virusgrippe schnell und effizient ausbreiten würde.

BTW: Die Pocken gelten weltweit als ausgerottet, einmalig übrigens, da der Erreger ausschließlich Menschen als Wirt nutzen und sich somit nicht in ein anderes Reservoir zurückziehen konnte, als die Impfkampagne einsetzte.
Kommentar ansehen
01.02.2008 21:23 Uhr von uhlenkoeper
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@The_Nothing: Was die Pocken angeht:
naja, dass die WHO die Welt als "Pockenfrei" deklariert hat, ist mir bekannt. Trotzdem halte ich das für sehr gefährlich, da es immer noch Pockenviren in Hochsicherheitslaboren gibt, mit denen auch gearbeitet wird. Und wie schnell so ein Virus aus einem Labor entfleuchen kann, hat man ja im letzten Jahr anhand der Maul-und-Klauenseuche in Großbritannien gesehen ...
Außerdem werden Pockenviren noch in nicht bekannter Menge als -zwar geächtetes, aber trotzdem gelagertes- Biowaffenmaterial gelagert.

Zwischen Ebola (oder anderen hämorrhagischen Fiebern) und Tuberkulose sehe ich hierzulande allerdings noch einige Unterschiede:
* die TBC ist sehr viel dichter an uns dran und daher hätte ein solch sorgloser Umgang mit diesem Thema über 20 Jahre hinweg nicht passieren dürfen.

* Ebola kennzeichnet sich durch eine hohe Letalitätsrate und einen schnellen Zusammenbruch von Epidemien deutet darauf hin, dass sich das Virus im Gegensatz zum Tuberkulose-Erreger noch nicht wirklich an den Menschen adaptiert hat (sonst würde er seinen Wirt nicht mit so hoher Rate umbringen).

* bei Ebola wird schon heute intensiv an Schnelltest-, Therapie- und Impfmöglichkeiten geforscht.

* es besteht ein signifikanter Unterschied zwischen bakteriellen Erregern wie bei der TBC und einem viralen Erreger wie bei Ebola


Für mich liegt das Problem darin, dass vermeintlich beherrschbare Krankheiten oftmals im Gegensatz zu unerforschteren Krankheiten unterschätzt werden.
Kommentar ansehen
02.02.2008 02:21 Uhr von cheetah181
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Travis1: "Ob das der Preis für Antibiotika ist?"

Der Preis für Antibiotika ist Antibiotikaresistenz? ;)

Eher der Preis der Nutzung für jede Kleinigkeit und der zu kurzen Nutzung!

Refresh |<-- <-   1-10/10   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Der Porsche 901 ist der älteste Elfer
Spanien: Bei Festnahme von Mörder "Igor, dem Russen" kommt es zu drei Toten
Fußball: FIFA droht Spanien mit Ausschluss von Weltmeisterschaft


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?