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Beitrag vom früheren Bischof Kamphaus: "Kondome sind keine Allheilmittel"

Dies schrieb der ehemalige Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, in einem heute veröffentlichten Beitrag der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wer den gesellschaftlichen und kulturellen Kontext nicht miteinbezieht, kann auf die Dauer die Neuinfektionen mit Aids nicht vermindern.

Würde man die Armut in den armen Ländern bekämpfen, wäre dies die geeignetste Therapie, diese Krankheit zu verringern. In der Kirche würde sich die Frage stellen, "was sie mit ihrer Lehrverkündigung praktisch ausrichtet und gegebenenfalls anrichtet", schrieb der Bischof.

Katholische Einrichtungen würden jedoch auf die Gefahren und die Schutzmöglichkeiten vor Aids in der Regel hinweisen. Sollte sich das Sexualverhalten nicht ändern, was auch die Werte Treue und Enthaltsamkeit einschließt, wäre der Kampf gegen Aids zum Scheitern verurteilt.


WebReporter: jsbach
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Bischof, Kondom, Beitrag
Quelle: www.oecumene.radiovaticana.org

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.01.2008 20:26 Uhr von jsbach
 
+0 | -0
 
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Mir ist nicht bekannt, was Kondome in den Entwicklungsländern überhaupt kosten. Auch wenn die Industrie diese kostenlos zur Verfügung stellen würde, bliebe die Frage noch unbeantwortet, ob diese von den Männern auch benutzt würden.
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27.01.2008 23:42 Uhr von hrungnir1
 
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schuldig: ist auch die Kirche, die den dort Gläubigen immer wieder vorgepredigt hat, sie sollen keine Kondome verwenden.
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27.01.2008 23:54 Uhr von chitah
 
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Das die Armut bekämpft werden muß ist sicher rchtig. Aber ich verstehe nicht was die Kirche immer auf den Kondomen rumreitet. Solange sich dort die Bedingungen nicht ändern sind die Dinger immer noch das sicherste.
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28.01.2008 11:11 Uhr von Luthienne
 
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"... die Armut muß bekämpft werden - wer macht das denn? Vielleicht die Pfaffen und Pinguine, die sich vor Ort aufhalten? Nix gegen diese Menschen - innerhalb ihrer Möglichkeiten tun sie ja wirklich ein gutes Werk und helfen den Menschen vor Ort, aber: wenn wir wirklich davon reden die Armut zu lindern - warum redet die Kirche dann nur? Die sitzen auf x Mio. Beträgen in Sachen Grundstücken, Kunstwerken usw. - soll die Kirche diese Werte veräußern und den Armen das Geld spenden - das wäre u.U. auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dadurch würde diese "Institution" aber vielleicht mal ein bißchen Glaubwürdigkeit (zurück-) erhalten."

Super Plan- man drückt jedem 2-3€ in die Hand, und alles wird gut :D
Leider ist dann die Kirche danach pleite und muss ihre Entwicklungshilfe mangels finanzieller Mittel zu ihrem großen Bedauern komplett einstellen.

Falls es noch nicht bis zu dir vorgedrungen ist- die beste Hilfe ist die, die den Betroffenen langfristig hilft. Ausbildung, um mit den vor Ort vorhandenen Mitteln möglichst viel zu erreichen ist allemal sinnvoller, als jedem täglich ein Schüsselchen Reis hinzustellen. Das wird zwar auch getan, aber das ist nicht der Schwerpunkt. Dieser liegt darauf, Schulen zu bauen und Lehrpersonal auszubilden... Krankenhäuser zu bauen und Ärzte auszubilden.. Brunnen zu graben und den Menschen zu zeigen, wie sie das selbst machen können.. Werkstätten zu bauen und den Menschen zu zeigen, wie sie als Handwerker ohne Strom mit einfachsten Mitteln Möbel und andere Sachen herstellen können, die sie benötigen- und gegebenenfalls dann auch was davon zu verkaufen oder gegen Lebensmittel einzutauschen.
Landwirtschaftsförderung heißt da, den Menschen bei der Auswahl der optimalen Bepflanzung, Bewässerungstechnik und natürlicher Düngung und Schädlingsbekämpfung zu helfen- denen nutzt es nämlich nix, wenn sie nen Traktor da stehn haben und man ihnen ne Ladung Industrie- Dünger und Unkraut-Ex hinstellt wenn die nächste Tanke 300km entfernt und der andere Kram so teuer ist, dass sie 5 Jahre lang drauf sparen müssen, ums nochmal verwenden zu können oder weiterhin drauf hoffen müssen, dass die Kirche das schon für sie beschaffen wird.
Mich stört dabei zwar die Koppelung an die Mission- aber andererseits lieben im Tierheim auch gleich die Formulare für die Anmeldung zum Tierschutzverein aus, und als ich mal ein Tier von dort zu mir genommen hab, wollte man mir auch gleich eine Mitgliedschaft aufschwatzen...

Zum Thema Kondome: Der Pearl- Index liegt etwa bei 7, das heißt dass von 100 Paaren, die 1 Jahr lang konsequent mit Kondomen verhüten, 7 (also 7%) trotzdem Nachwuchs bekommen.
Fruchtbar ist eine Frau aber nur an durchschnittlich 4 Tagen von 28- man kann sich leicht ausrechnen, wie oft dann trotzdem "was danebengeht", und das in den Nationen, die für Lagerung und Anwendung die besten klimatischen und hygienischen Vorraussetzungen haben. Kondome dürfen nicht zuviel Hitze abbekommen, Kondome müssen richtig angewendet werden, Kondome dürfen nicht zu lange gelagert werden, Kondome dürfen nicht geknickt werden. Und vor allem müssen sie kurzfristig und jederzeit verfügbar sein- wenn es die nächsten 2 Tagesreisen entfernt kostenlos gibt, nutzt das keinem was, der gerade JETZT Sex haben will, aber leider kein Kondom (oder nur eins, das falsch gelagert wurde oder zu alt ist) zur Hand hat.
Es kann sich nun mal jeder selbst ein paar Gedanken dazu machen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, trotz Kondom beim Sex mit einem infizierten Partner selbst HIV zu bekommen, und wie lange es dauert bis alle infiziert sind, wenn in einer Gruppe von 100 Männern und 100 Frauen nur EIN EINZIGER das Virus in sich trägt, wenn jeder im Monat mit 10 verschiedenen Partnern Sex hat.
Somit vermindern Kondome nur das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, aber längst nicht in dem Maß, wie uns vorgegaukelt wird und sind für Länder, in denen Verfügbarkeit und korrekte Lagerung ein Problem darstellen nun wirklich nicht die Lösung aller Probleme.
Einzig zu 100% wirksamer Schutz vor sexueller Übertragung ist und bleibt, als nicht Infizierter nur mit nicht Infizierten Sex zu haben. Und wenn keine Mittel zur Verfügung stehen, um die Infektion (oder eben Nicht- Infektion) nachzuweisen, kann jeder sexuelle Kontakt eine Infektion bewirken- ganz besonders, wenn man oft die Partner wechselt.

http://www.plan-deutschland.de/...
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28.01.2008 13:11 Uhr von Luthienne
 
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Von Familienplanung war doch gar nicht die Rede, sondern von der Sicherheit in Bezug auf das HI- Virus! Wenn Paare mit Kondom verhüten, ist das immer noch besser als gar nicht- aber wenn dann beide nebenher noch mit anderen wechselnden Partnern Sex haben, senkt das die Wahrscheinlichkeit einer Infektion gerade mal um magere 50%- wenn man nach den Maßstäben der Industrienationen mit den Dingern umgeht!

"Weißt Du - immer nur das Schild "dagegen" hochhalten ist einfach - wenn Du so tolle Vorschläge hast: setze sie um!"

Hast du den von mir verlinkten Bericht gelesen? Da steht ne Menge Interessantes drin über Ursachen und wie man dabei ist, sie zu bekämpfen. Nur dummerweise ist mit den meisten Mitteln kein Geld zu verdienen- aber sie wirken!

Hauptursache ist nunmal leider der geringe Wert der Frauen und ihre Behandlung, da gibts nix zu beschönigen.
Vergewaltigung von Jungfrauen weil man meint, Aids damit heilen zu können sind an der Tagesordnung, weil die Menschen es leider nicht besser wissen. Wird irgendetwas besser, wenn sie das mit Kondom tun und das Mädel dann eben nur mit einer 50% geringeren Wahrscheinlichkeit anstecken?

Davon abgesehn- spätestens wenn die Mädchen und Frauen sich prostituieren müssen, damit ihre Familie nicht verhungert, verkommt der Schutz durch Kondome zur Lächerlichkeit, wenn man bedenkt, dass in manchen Ländern quasi jeder zweite Mann infiziert ist und das Virus munter weiter durch die Gegend verbreitet.
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29.01.2008 23:17 Uhr von Hier kommt die M...
 
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doofer Titel: Natürlich sind Kondome kein Allheilmittel..sie sollen ja auch verhüten..Schwangerschaften und Krankheiten :P

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