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Hildesheimer Pfarrer fälschte Ciceros viertes Buch

Was Cicero über die Götter dachte, vermuteten die Forscher in seinem vierten Band des Dialog De natura deorum. Gefunden wurde dieses Buch in einer Handschrift von einem Franziskanerpater Anfang des 19. Jahrhunderts.

Cicero beschreibt in seinem vierten Band eine Ur-Religion mit römisch-katholischen und kultischen Details. Außerdem stellt er die Unfehlbarkeit des römischen Pontifex Maximus in rebus fidei et morum fest.

Prof. Dr. Reinhold F. Glei von der Universität in Bochum hat das vierte Buch Ciceros nun ins Deutsche übersetzt und festgestellt, dass dieses Buch eine Fälschung ist. Ein protestantischer Pfarrer aus Hildesheim gilt als Verfasser, er lebte von 1754-1835.


WebReporter: hrungnir1
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Buch, Pfarrer
Quelle: www.archaeologie-online.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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27.01.2008 13:26 Uhr von hrungnir1
 
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Das die Kirchen raffiniert sind, um ihre Schäfchen zu halten ist ja allgemein bekannt. Werke alter Meister wie Cicero zu fälschen ist aber schon ein bisschen dreist, nur um der Religion einen Schubs in die gewünschte Richtung zu geben!
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27.01.2008 14:37 Uhr von JustMe27
 
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Dies kann im kulturell-theologischen Bereich einen Erdrutsch auslösen. Wenn schon Cicero gefälscht ist, dann könnten möglicherweise auch Homer, Tacitus usw. im Sinne der Kirche zurechtgebogen worden sein.
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27.01.2008 15:31 Uhr von BitteBrigitte
 
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Ich bin auch der Meinung: dass im Sinne der Kirche noch viel mehr Schriften in die richtige Form gebracht wurden.
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27.01.2008 19:10 Uhr von preistoria
 
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Völlig normal: Solche "Anpassungen" hatte man ja im Mittelalter schon fröhlich vorgenommen. Man denke hier nur an "Laudines Kniefall" im "Iwein" von Hartmann von Aue, wo man Laudine, obwohl sie die Gewinnerin und eigenständige Herrscherin war, mal schnell vor ihrem Iwein auf die Knie fallen und ihn um Gnade anwinseln hat lassen, nur damit es besser zu den Moralvorstellungen der damaligen Zeit paßte. Im 19. Jh. wird man diese Fälschungen vielleicht nicht mehr im großen Stil betrieben haben, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß das im ein oder anderen Fall durchaus auch heute noch so gehandhabt wird. Die Kirche lebt schließlich von Lügen...
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27.01.2008 19:31 Uhr von christi244
 
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Na ja ... wozu die Aufregung: auch die Grundlagen der Kirche, nämlich die Bibel an sich ist ja nun im Laufe der Jahrhunderte genehm verändert worden ... ;-).

Was also soll es? Betrachten wir die Geschichte nach dem Motto: Wir wissen doch, was von Kirchenleute gleich welcher Richtung nichts anderes zu erwarten ist als Märchen.
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27.01.2008 20:13 Uhr von Schlomo Raffzahn
 
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JustMe27: LOL

Zu Lebzeiten Homers war an eine Kirche bzw. an das Christentum noch lange nicht zu denken. Ich bezweifele sogar, dass im antiken Athen das Judentum bekannt war.
Tacitus wurde zwar mit dem frühen Christentum konfrontiert, aber von einer Kirche kann man auch zu dessen Lebzeiten noch nicht sprechen. Vielmehr handelte es sich zu dieser Zeit um eine kaum organisierte Sekte.

Prinzipiell hast du aber schon recht. Mit Sicherheit gab es viele "große Gelehrte" die an der Wahrheit etwas manipulierten.

Nun ja, Geschichtsfälschung ist auch in unseren Tagen nichts Unbekanntes. Geschichte wird immer aus dem Blickwinkel und vom Standpunkt der jeweiligen Machthaber interpretiert und benutzt um den eigenen Machtanspruch zu zementieren. Geschichte wird meist nur dann kritisch betrachtet, wenn absolut andere politische, religiöse oder gesellschaftliche Systeme an die Macht gelangen und diese verhindern wollen dass Anhänger des alten Regimes den neuen Machthabern gefärlich werden könnten. Folgt jedoch ein König auf einen König, oder CDu auf SPD so zeigen sich hier nur Scheingefechte, da sich am System nichts ändert.

Bestes Beispiel aus der Kirchengeschichte. Die "Konstantinische Schenkung". Erst durch sie kam es zum Machtanspruch der Kirche im römischen Reich. Heute weiß man, dass diese "Schenkung" eine Fälschung ist. Allerdings bekannte sich Konstantin durchaus zum Christentum, erkannte er doch das diese Religion es ihm ermöglichen würde die Macht im Reiche zu erhalten und zugleich auch so Anspruch auf das weströmische Reich zu erheben. Aus dieser Zeit heraus stammen auch die ersten Reliquienverehrungen.
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27.01.2008 20:22 Uhr von christi244
 
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Schlomo: Prima Kommentar!!!
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27.01.2008 21:22 Uhr von JustMe27
 
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@Schlomo: Ich meine damit natürlich, dass die Schriften NACHTRÄGLICH verändert worden sein könnten... Anders war es wohl bei Cicero auch nicht....
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27.01.2008 22:08 Uhr von jsbach
 
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Wer in der langen Geschichte: hat von wem abgeschrieben und verfälscht?
Nicht nur Kujau sondern es gab früher schon wahre "Künstler"
dieses Genres.Man braucht nicht nur in der Religion nach Fälschungen suchen, auch moderne "wissenschaftliche" Untersuchungen wurden nachweislich gefälscht...
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28.01.2008 13:55 Uhr von heliopolis
 
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War ja klar: Die Kirchen haben schon immer gelogen, betrogen, gemordet und verfälscht, um andere Menschen für ihre Zwecke einzuspannen und auszunutzen. Ich frage mich ernsthaft warum diese Institution noch immer Teile des öffentlichen Lebens bestimmen darf.

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