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Weltweit einzigartig: Nach Lebertransplantation änderte sich Blutgruppe der Patientin

Ein weltweit einmaliger medizinischer Fall hat sich in Australien zugetragen: Die Blutgruppe eines 15-jährigen Mädchens hat sich nach einer Lebertransplantation geändert. Vor der OP hatte das Mädchen die Blutgruppe 0 Rhesus negativ, danach 0 Rhesus positiv und damit die des Spenders.

Es sollen auch Stammzellen aus der Spenderleber in das Knochenmark des Mädchens gelangt sein. Michael Stormon, seines Zeichens Mediziner, sagte zu diesem Fall: "Wir sind verblüfft, total verblüfft, und außerdem sehr verwirrt". Das Mädchen hatte die Leber von einem zwölfjährigen Jungen bekommen.

Die OP war vor fünf Jahren, die Medikamente gegen die Abstoßung des Organs wurden nur neun Monate verabreicht. Die Leber funktioniere heute noch einwandfrei. Unklar ist aber noch, wie es dazu gekommen ist. Mehrerer Faktoren sollen eine Rolle gespielt haben, so Ärzte.


WebReporter: PortaWestfalica
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Patient, Leber
Quelle: www.welt.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.01.2008 19:19 Uhr von Raizm
 
+10 | -14
 
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ich seh da eigentlich kein wissenschaftliches wunder..ist zwar strange,aber mehr auch nicht ( finde ich...)

der rhesus-faktor wird immer dominant vererbt...da das kind zuvor keinen besaß,waren die erbanlagen wohl rezessiv,wodurch die neue leber einfach mit dem dominanten rhesus-faktor
die dns "überschreiben" konnte....
und das vor allem im knochenmark bei der blutbildung...
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24.01.2008 19:51 Uhr von Beergelu
 
+10 | -1
 
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Raizim: So einfach ist es eben nicht.
Was du mit der Vererbung und den Allelen ansprichst, geschieht, wenn sich 2 haploide Zellen (die Gameten) zu einer Diploiden Zygote vereinigen. Dies ist hier aber nicht der Fall und hat damit garnichts mit der Vererbung zu tun.

Hier handelt es sich nämlich schon um diploide Zellen und es kommt zu keiner Verschmelzung dieser, noch zu irgendeiner Form von DNA-Austausch zwischen den Zellen. So muss es zu einem Austausch der Knochenmarkzellen gekommen sein.
Und deswegen ist es ein Wunder, denn dieser Fall könnte wegweisend werden für die Transplantationsmedizin.

Bei Leukämie muss z.B. erst das gesamte Körpereigene Knochenmark durch die Bestrahlung zerstört werden, damit sich das Spendermark einnisten kann. Und hier liegt eben die Gefahr. Wenn es sich nicht einnisten und das Transplantat abgestoßen wird, hat der Empfänger kein Knochenmark mehr und somit versagt in rel. kurzer Zeit das Immunsystem und es kommt auch zu keiner Erythrozytenbildung (rote Blutkörperchen).
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24.01.2008 19:52 Uhr von oosil3ntoo
 
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hmmm Dann wär das ja im Prinzip ne Mutation oder?
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24.01.2008 20:12 Uhr von Gangstahs_Paradise
 
+4 | -3
 
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hmm heißt das nicht "eines" zwölfjährigen Jungen? naja, egal


erstaunlich, wenn man rausfinden könnte, was da passiert ist, und wie man das "nachmachen" kann, könnte man jede mengen menschen helfen
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24.01.2008 20:19 Uhr von HFooH
 
+4 | -1
 
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@Razim: >>.ist zwar strange,aber mehr auch nicht<<

lies doch bitte die quelle:

>>Ziel sei es nun, diesen Mechanismus aufzuklären. Möglicherweise lasse er sich künftig gezielt für andere Transplantationspatienten nutzen, um Abstoßungsreaktionen auch ohne Medikamente zu vermeiden...<<

wenn ihnen das gelingt, ist das ein bedeutender durchbruch. er würde vielen menschen in zukunft das leben erleichtern, da man auf immunsupression (künstliche unterdrückung des immunsystems) verzichten könnte...

http://content.nejm.org/...
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24.01.2008 21:01 Uhr von froggerdirk
 
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@Gangstahs_Paradise: es heißt "jeder Menge Menschen" (du nimmst es doch so genau ;)

Da hat wohl mal wieder ein Zufall zu einer hochinteressanten Entdeckung geführt - man kann nur hoffen,das herausgefunden wird,wie man das nachmacht,um die Lebensqualität von Transplantierten zu verbessern!
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25.01.2008 08:36 Uhr von TTek
 
+1 | -0
 
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Merkwürdiger Zufall so fing das damals mit dem Penicillin auch an, das nur durch ein Missglücktes Experiment entdeckt wurde. Wenn sie das rekonstruieren können wäre das wirklich ein großer Schritt nach vorne.
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25.01.2008 11:20 Uhr von Deniz1008
 
+2 | -0
 
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assimiliert trifft eher zu ... :): assimiliert wie bei den borg .... *gg*
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25.01.2008 15:34 Uhr von Yes-Well
 
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Ich sehe da eine große gefahr. Irre ich mich, oder hat der Menschliche Körper nicht etwas gegen Fremdes gewebe? Man gibt Menschen bei einer Bluttransfusion ja auch nur Blut aus der gleichen Blutgruppe.

Was passiert wenn jetzt der Körper auf einmal sagt, och ne die Blutgruppe ist ja garnicht meine ich stoße die mal ab?

<scherz> Wer den Film Blade kennt, weiß ja was passierten könnte ;) </scherz>

Naja, in ein paar Jahren dürften die Ärzte noch ganz andere Sachen hinbekommen. Ich hoffe ich erlebe es noch, das der Zellverfall/altern aufgehalten werden kann^^.
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25.01.2008 15:34 Uhr von Zeckengift
 
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Leber: Eine neue Leber würde mir auch nicht schaden vermute ich mal :D
So muss raus, Freitagsschwallen beginnt gleich...
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27.01.2008 21:48 Uhr von md2003
 
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das: hört sich ja unglaublich an.... wenn man rausgefunden hat, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dann bräuchte man sich um Abstoßungsreaktionen und ähnliche Komplikationen keine Gedanken mehr machen.
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31.01.2008 23:12 Uhr von Hier kommt die M...
 
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naja: also..eigentlich hat sich nicht die Blutgruppe geändert, sondern lediglich der Rhesusfaktor.
Und sowas kommt durchaus öfter mal vor, wenn auch nicht durch Transplantationen, sondern durch Transfusionen.
Ist eigentlich ne recht simple Sache..Patient war hier RH-, hatte also ccddee als Rhesusfaktoren. Die Leber war RH+, hatte also mindestens ein D, also DD oder Dd..die anderen sind hier unwichtig.
Der Empfänger bekam also auf jeden Fall ein D..und da es in der Leber naturgemäß auch Stammzellen gibt, waren also Stammzellen mit Rh+ D dabei.
Vermutlich war durch die Infektion das Immunsystem geschwächt und Stammzellen aus der Spenderleber hatten es einfach, in den Körper abzuwandern und sich mit den körpereigenen Stammzellen zusammen anzusiedeln. Beide zusammen bilden jetzt eine Mischung aus Erytrozyten mit nur RH- und nur RH+....und diese Mischung sieht bei den Agglutinationstests zur Blutgruppenbestimmung dann eben erstmal aus, wie RH+...sowas nennt man auch Blutgruppenchimäre.

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