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Zu hohe Kosten - Grund für Schließung des Nokiawerkes in Bochum

Gegenüber dem "Focus" teilte Nokia-Personalchef Juha Äkräs mit, der starke Kostendruck zwinge Nokia, das Bochumer Werk stillzulegen. Die Vorteile, in Rumänien zu produzieren, seien sehr groß.

"Dort arbeiten die Menschen für ein Zehntel der deutschen Entgelte", sagte Äkräs. "Selbst wenn sich die Löhne in den kommenden Jahren verdoppeln oder verdreifachen, lohnt sich das."

Die Wirtschaftsministerin in NRW, Christa Thoben (CDU), drohte, Nokia müsse rund 41 Millionen Euro Subventionsgelder zurückzahlen. Sie warnte das Management von Nokia vor einem Imageschaden, wie er bei Siemens nach der Schließung in Kamp-Lintfort entstanden sei.


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WebReporter: e-woman
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Kosten, Grund, Bochum, Nokia, Schließung
Quelle: www.ad-hoc-news.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.01.2008 13:25 Uhr von jsbach
 
+4 | -0
 
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Richtig so: die sollen: mal die Subventionsgelder ( kommne ja nur von den Steuerzahlern) zurückzahlen. Aber die Globalisierungskarawane zieht weiter. Wenn die den Wechsel nach Rumänien rückgägig machen, dann verschenk ich ein Handy (aber nicht von Nokia)! Ehrenwort.
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19.01.2008 13:30 Uhr von artefaktum
 
+7 | -1
 
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Nur die halbe Wahrheit. Das Werk in Bochum produziert in tiefschwarzen Zahlen. Grund des Umzugs ist, dass Nokia seine Renditeziele erst kürzlich von 17 auf 20 Prozent angehoben hat. Dabei machen wie Nokia selbst zugegeben hat, die Lohnkosten lediglich 5 Prozent der Produktion aus. In Rumänien locken unterm Strich niedrigere Steuern, mögliche neue Subventionen und eine größere Nähe zu den Märkten im Osten. Eine angestrebte Renditeerwartung von 20 Prozent sehen Analysten selbst beim einem Makrtriesen wie Nokia mit Skepsis.

Also kurz gesagt: Der ungewöhnlich hohe Renditedruck war letztlich auschlaggebend für den Umzug.
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19.01.2008 13:37 Uhr von nurichweißbescheid
 
+5 | -7
 
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Nokias Verantwortung: Nokia hat 2006 einen Gewinn von 3,6 Milliarden € eingefahren, bei einem Umsatz von 41 Milliarden € und ist Weltmarktführer im Bereich Mobiltelefone.
Demnach ist denen eine Subventionszahlung von ein paar Millionen € völlig egal, ebenso wie 2000 Arbeitslose Bochumer (Nokia hat weltweit 66 000 Mitarbeiter) und ein kurzfristiger Imageschaden aufgrund populistischer und inszenierter Nokia-Boykott-Showeinlagen wie das demonstrative Handy-Zurückgeben einzelner Politiker aus Wahlkampfgründen, damit kann man nur bei Bild-Lesern punkten.
Die als CSR (Corporate Social Responsibility beschriebene freiwillige Verantwortung eines Unternehmens bezieht sich neben den Mitarbeitern auch auf die Verantwortung aller Stakeholder gegenüber.
Und weltweit haben nunmal 66.000 Mitarbeiter, eine Menge an Aktionären und Managern und auch von Steuereinnahmen profitierende Länder ein nachvollziehbares Interesse daran, das das Management des Konzerns alles dafür tut, maximale Gewinne einzufahren um auch langfristig die Position auf dem Weltmarkt behaupten zu können. Es ist sicher eine undankbare Aufgabe ein Werk zu schließen, aber es wird sich für Nokia lohnen, und davon profitieren nunmehr 64000 Nokia-Mitarbeiter weltweit.
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19.01.2008 13:38 Uhr von 42°C ^Kopfwärme
 
+5 | -2
 
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schöne ost eu: wie schön das die ost eu immer grösser wird und die dumme west eu bezahlt noch dafür das die arbeitsplätze dorthin verlagert werden!
man fertigt die kugel die einen umbringt, wie nett.
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19.01.2008 13:42 Uhr von Xan
 
+2 | -1
 
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zu hoch gemessen an was? Die Gewinnspanne kanns ja wohl nicht sein, siehe Vorredner.

Die Kosten sind wohl absolut gesehen zu hoch, sprich sie kriegen den Hals nicht voll genug. Das sind Globalisierung und Kapitalismus par excellance.

Ironisch daran: MIT Subventionen waren die Kosten anscheinend nicht zu hoch. Ergo: Sie haben die Subventionen eiskalt mit in ihre Kostenkalkulation aufgenommen, als hätten sie ein Recht darauf, egal wie sie sich verhalten. Das ist der falsche Weg, ein Werk so zu führen, daß das fortbestehen abhängig von Subventionen wird.

Arbeitende Menschen sind denke ich schon lange keine Personen und deren Schicksale mehr, sondern nur noch ein gesichtsloser Kostenfaktor. Sowas ist Ausbeutung, egal wie man es dreht und wendet. Dem gehört endlich mal ein Riegel vorgeschoben. Aber nein, es wird immer nur geredet.

Rumänien wird es eins genauso ergehen, nur was bleibt für Nokia und "gleichgesinnte" dann noch übrig?

Für mich wars das mit Produkten von Nokia, und für uns alle sollte das gleichermaßen gelten. Würde das Werk ohne Boykott erhalten bleiben würde ich ihn nicht durchführen, aber so ist er eigentlich Pflicht.

Leider wirds wohl wie immer genug Leute geben, denen das am A.... vorbeigeht, da es ja Probleme anderer Leute sind.
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19.01.2008 14:09 Uhr von 24cx
 
+0 | -0
 
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naja http://www.stoppt-subventionen.de

schließlich hat Nokia damit wahrscheinlich auch noch Gewinn gemacht...
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19.01.2008 15:04 Uhr von nurichweißbescheid
 
+2 | -2
 
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@rrromka: Danke für deinen Zuspruch.
Wenn man so liest was einige Vorredner hier aufregt, dann kann ich nur sagen: Legt die Bild-Zeitung aus der Hand, macht die Augen auf, so ist das nun mal in einem kapitalistischen System.
Es gibt absolut keinen Grund, sich über Nokia aufzuregen. Es geht um Geld, und nicht um irgendeine Form der Industrieromantik, das Gerede von Boykott ist absolut lächerlich. Wir kritisieren hier das, was Deutschland zu einer reichen Industrienation gemacht hat, man kann kein kein Unternehmen profitorientiert zum Erfolg führen und gleichzeitig einen Heiligenschein abonniert haben. Deutsche Unternehmen gehen weltweit genauso vor, wie Nokia in Deutschland.
Wie naiv muß man sein, hier mit Moral zu argumentieren? Sprüche wie "den Hals nicht vollkriegen" und sich über Geldgeilheit aufregen ist absolut weltfremd.
Verlangt ihr das irgendwem was geschenkt wird? Wenn Nokia soziale Verantwortung trägt, dann gegenüber den Finnen! Regen sich deutsche Politiker auf, wenn Deutsche Unternehmer ausländische Standorte dichtmachen?
Unser Wirtschaftssystem hat seinen Preis, und der große Verlierer ist sicher kein arbeitsloser Bochumer, der noch von Hartz4 über die Runden kommt, sondern global gesehen ein großer Teil der Weltbevölkerung, der noch nie ein Handy gesehen hat.
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19.01.2008 15:25 Uhr von matze319
 
+0 | -2
 
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@ NOIdS: linux mit nem illegalem windows. super ;-)
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19.01.2008 16:37 Uhr von Meckeronkel
 
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kaufen die in Rumänien: auch so viele Handys wie wir?
Glaub nicht....wer soll das denn noch kaufen, wenn niemand mehr nen Job hat?
Das ist immer diese total eindimensionale Logik von Firmenchefs....
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19.01.2008 16:56 Uhr von snm
 
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@ NOIdS: Möglicherweise gibt es für dich ja bald eine Alternative,
http://www.opensource-weblog.de/...

Leider geht die Entwicklung nicht richtig voran und ein Termin für die Endkundenversion des NEO ist immer noch nicht bekannt :-(
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19.01.2008 17:26 Uhr von Enny
 
+0 | -1
 
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wichtiger Grund: Das ist ja auch der wichtigste Grund überhaupt.
Da gibt´s auch keinen Imageschaden für nokia. Denn viele Firmen produzieren mittlerweile im Ausland.
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19.01.2008 18:51 Uhr von Knötterkopp
 
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Daß Subventionen nie funktionieren vermittelt ein mittelmäßiger VWL Prof. einem SCHAF in einer Stunde.
Ein armes Land, dessen Politiker derartig schlichte Geister besitzen wie hier. Man kann einen ineffizienten Markt nicht effizient "kaufen", das Geld fällt nicht wie Manna vom Himmel. So lange diese Volldeppen das nicht begreifen (wollen?!?!?) wird sich garnichts ändern.
Angesichts dieser Inkompetenz fragt man sich, was eigentlich noch alles passiren muß, bis das deutsche Stimmvieh endlich auf die Barrikaden geht. Autobahnmaut, Ökosteuerabzocke, Betrug bei diversen Steuerreformen, offener und bewusster Verfassungsbruch bei der Pendlerpauschale, vorsätzliches Vernichten von Volksvermögen für Stimmenfang (Holzmann Pleite), bisher hat nichts gereicht.
Erstaunlich.

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