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Zustellunternehmen umgehen gesetzlichen Mindestlohn mit juristischem Winkelzug

Eines der großen politischen Themen des vergangenen Jahres war die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 9,80 Euro für Briefzusteller. Mit einem Trick umgehen die Post-Konkurrenten nun selbigen und zahlen weiterhin nur 7,50 Euro im Westen bzw. 6,50 Euro im Osten.

Möglich macht dies ein neu abgeschlossener "Tarifvertrag für Mehrwertdienstleistungen". Mehrwertdienstleistungen seien nicht das gleiche wie Postzustellungen, deshalb gelte der Mindestlohn von 9,80 Euro nicht, ließ das Unternehmen TNT verlauten.

Der betreffende Tarifvertrag war von der Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) ausgehandelt worden, der Arbeitsrechts-Professor Thomas Blanke kritisierte selbige, da sie in seinen Augen lediglich eine "Vereinigung zur Verfolgung von Arbeitgeberzielen" sei.


WebReporter: rudi2
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Mindestlohn
Quelle: www.spiegel.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.01.2008 19:28 Uhr von rudi2
 
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Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte- die Juristen die sich so etwas ausgedacht haben, soll der Blitz beim Scheißen treffen......
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10.01.2008 19:51 Uhr von Lonni
 
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Hoch lebe der Aufschwung: Aber solange die (Groß)-Unternehmen von Export leben, interessiert die inländische Kaufkraft keine Sau.
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10.01.2008 22:32 Uhr von jsbach
 
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Entweder die Regierung: reagiert da mal ausnahmsweisse schnell oder die Gerichte werden wahrscheinlich wieder Arbeit bekommen...
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10.01.2008 23:26 Uhr von Maku28
 
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laut CDU: ist das auch gut so...schliesslich vernichtet der Mindestlohn viele viele Arbeitsplätze -.-
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10.01.2008 23:32 Uhr von TryAgain
 
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die unendliche geschichte wenn der gesetzgeber anfängt in die lohnpolitik einzugreifen ist das für einige wenige was tolles, aber es wird immer eine möglichkeit geben den eigenen willen durchzubringen.
dann gibt es keine festangestellten nach tarif mehr sondern freie mitarbeiter, bezahlte praktika usw. man kann es nennen wie man will.

ich sehe jeden tag die kerle von den speditionen und logistikern, die schleppen und haben stress und müssen früh raus. arme schweine, aber das wusste man bevor man dort angefangen hat. genauso wie die lokführer.
wenn sie unzufrieden wären würde ein streik weitaus fatalere folgen haben. die logistik ist unser rückgrad.

aber: so wie die bahn die preise erhöht wegen energie und personalkosten würden sich die mindestlöhne auch auf die logistikkosten auswirken.

die zeit in der es reicht einen job zu haben scheint vorbei zu sein..

die politik soll sich raushalten, bisher hat es nur dazu geführt dass probleme verlagert werden.

es würde doch nichts bringen wenn auf einmal jeder 10 euro die stunde kassiert.. die einzelhändler schlagen das auf die preise auf und die dienstleister erhöhen kurzerhand ihre tarife. dann hat man zwar mehr geld in der tasche aber man muss auch mehr ausgeben.

die einsicht muss von den firmen selber kommen, bringt man mehr geld für die gleiche arbeit unters volk und wenn man sich darauf verlassen kann dass es niemanden gibt der das ausnutzt und seine preise hochsetzt dann würde ein schuh draus werden. wie gut das funktioniert sieht man an preisdumpern wie kik, medion, dell und alle onlineshops.

wären die deutschen eisenhart und konsequent statt nur weinerlich dann würden viel mehr fahrrad fahren, weniger rauchen und trinken, kein geld für luxus ausgeben sondern nur leben. dann entstehen riesige steuerlöcher und eine sehr hohe konsumverweigerungsquote. ergo: um die leute zum konsumieren zu animieren könnten steuern gesenkt werden.

ob das so aufgeht kann wohl keiner vorraussagen. eins hat die geschichte gezeigt: es wird immer gejammert und gemeckert. aber es wird geschluckt und man macht weiter.

achja.. mir ist bewusst dass die firmenbosse ja auch soviel geld verdienen und die konzerne immer mehr gewinn machen... da es aber an humanität fehlen muss um soweit zu kommen wird sich daran auch nichts ändern.
hohe liquidität und rücksicherung, investitionen und rücklagen. das ist es was arbeitsplätze auch sichern kann. es bringt niemandem etwas wenn tausende firmen pleite machen und hohe kredite aufnehmen müssen weil ein geschäftsjahr schlecht lief.

der andere aspekt: bekommen andere mehr überlegt man selbst auch ob man angemessen bezahlt wird. da selten jemand sowas behaupten kann oder mag könnte sich über kurz oder lang eine welle der tarifverhandlungen entwickeln.
ganz zu schweigen von der schleichenden demotivation. da die angestellten das eigentliche kapital eines unternehmens sind würde das soviel heissen wie: schlechtegelaunte angestellte = weniger leistung = schlechter ertrag = schlechte bilanzen usw...

ausserdem kann ich mir gut vorstellen dass solche verträge die schwarzarbeit fördern. ein arbeitgeber würde es sicher dankend annehmen wenn er nicht den tariflohn zahlen muss und im gegenzug schwarz auf die hand auszahlt. solange nicht alle ihr geld vom staat bekommen (ich meine nicht hartzer) wird sich an diesen umständen wohl auch nichts ändern.

lohnerhöhungen ändern schliesslich nichts daran dass jedem arbeitnehmer nur zwei drittel seines verdienten zur verfügung steht da der rest an den faulsten arbeitnehmer dieses landes fliesst.. den staat.
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11.01.2008 00:26 Uhr von Heinrich1871
 
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Wieso Vernichtung von Arbeitsplätzen? Jeder Brief kann nur einmal zugestellt werden. Diese Zustellung kann durch einen Postler (9.80 €) oder durch TNT-Zusteller 6-7,50 € geschehen. Dedr Zeitaufwand ist identisch.
Briefporto bei der Post bekannt, bei TNT vielleicht etwas niedriger? Durch die Zustellung von Briefen hat entweder der Postler oder der TNT-Zusteller einen Arbeitsplatz. Dann in meinen Augen doch lieber der Postler als der TNT-Zusteller. Begründung nur einer wird benötigt. Also doch besser der Normalbezahlte hat Arbeit als der mit einem Minilohn. Einer von beiden ist immer arbeitslos. Achja die Aktionäre verdienen kein Geld. Kollateralschaden! Oder auch Pech für diese armen Leute.
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11.01.2008 08:16 Uhr von Deniz1008
 
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Menschrechte? Fehlanzeige! zumindest sind bei solchen themen sowohl deutsche und türken in deutschalnd betroffene gleichermaßen.....

ironisch gemeint*
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11.01.2008 11:26 Uhr von artefaktum
 
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@Heinrich1871: Sehr gut zusammengefaßt, so sieht es aus. Man sollte ergänzen, dass das was viele Dumpinglöhner unter ihrem Existenzminimum verdienen vom Staat (also uns Steuerzahlern) subventioniert wird (ergänzendes Hartz IV). Das ganze ist also nichts anderes als eine Umverteilung von Staatsgeldern in die Gewinnkassen dieser Unternehmen (eben die Differenz die Menschen zum Leben brauchen, aber eben bezahlt vom Steuerzahler und nicht vom Unternehmer selbst, der sich die Differenz zum existenzsichernden Lohn auf unsere Kosten in die eigene Tasche steckt).
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11.01.2008 12:35 Uhr von DerFeger
 
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@artefaktum: du hast den nagel auf den kopf getroffen genau so wirtschaftet deutschland zu zeit
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11.01.2008 16:27 Uhr von remyden
 
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Sommerpause: Die Politiker kommen sicher nicht aus den Puschen, müssen sich ja langsam auf die Sommerpause vorbereiten, damit sie anschließend im Winterschlaf fallen können

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