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Jugendkriminalitätsdebatte: Verschärfte U-Haft und Sonderstaatsanwälte gefordert

Nach dem Vorstoß des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) folgen nun auch die Landesregierungen von Hamburg und Bayern mit Forderungen nach schärferen Maßnahmen im Bereich der Jugendkriminalität.

So plant der Hamburger Justizsenator Carsten Lüdemann (CDU) eine Verschärfung der Untersuchungshaft, "um insbesondere jugendliche Gewalttäter bei brutalen Messerattacken leichter aus dem Verkehr ziehen zu können".

In Bayern sollen auf Jugendkriminalität spezialisierte Staatsanwälte verstärkt eingesetzt werden. Kritik kommt aus den Reihen der SPD. Der Deutsche Richterbund bezeichnet die Debatte als überflüssig und sieht in ihr eine Instrumentalisierung des Themas vor den anstehenden Landtagswahlen.


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WebReporter: marcol
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Haft, Jugend, Sonde, U-Haft
Quelle: www.spiegel.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.01.2008 14:50 Uhr von snm
 
+2 | -0
 
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Klingt nicht so unvernünftig: wie einige Äußerungen von Politikern in den letzten Tagen. Solange dafür zusätzliche Staatsanwälte eingestellt werden und es auch mehr Richter gibt, sodass Jugendliche schneller vor Gericht stehen ist das schon mal nicht schlecht. Nach einen Jahr bis zur Verhandlung fehlt doch vielen Jugendlichen Tätern schon der Bezug zur Tat.

Das allein reicht aber nicht und stellt noch keine wirksame Prävention vor solchen Straftaten dar. Hier könnte man als schnelle sofort Maßnahme erstmal zusätzliche Stellen bei der Polizei schaffen bevor man die Probleme angeht, deren Umsetzung länger dauert (Perspektiven geben, Chancengleichheit schaffen, Integration, Erziehung).
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03.01.2008 14:51 Uhr von DerFeger
 
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was nützt: die U-Haft wenn die dann 2 Wochen später wieder das gleiche tun
Ursachen für diese Taten ändern
das bringt vielmer
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03.01.2008 14:56 Uhr von Raizm
 
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die lieben richter gerade der deutsche richterbund beschwert sich und stempelt es als überflüssig ab?
ich will zwar keine drakonischen strafen,aber mir fällt auf,dass die meisten richter zu lasch durchgreifen...

Denn was bringt es denn der Polizei spät nachts junge Gewalttäter zu verhaften,wenn sie 2 Tage später dank eines blümchenpflückenden Richters wieder raus dürfen und wieder Menschen bzw. Gegenstände verletzen...?
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03.01.2008 15:21 Uhr von swald
 
+1 | -0
 
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Aus der Quelle:
"....für alle Großstädte des Freistaats speziell ausgebildete Staatsanwälte einzusetzen. In München gebe es bereits eigene Jugendstaatsanwälte, die auf jugendliche Wiederholungstäter spezialisiert seien, erklärte Merk in München. "Ich werde dafür sorgen, dass dieses Modell bei allen Großstadtstaatsanwaltschaften eingeführt wird""

Wenn diese speziell ausgebildeten Jugendstaatsanwälte so TOP sind frage ich mich wie es zu den Vorfällen in der Münchner U-Bahn kam?
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03.01.2008 15:26 Uhr von swald
 
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@ DerFeger: "Ursachen für diese Taten ändern
das bringt vielmer"

Man kann zwar die Rahmenbedingungen für diese Jugendlichen verbessern, aber an der Hauptursachen wird es nichts ändern.
- Gewalt ist geil
- Gewalt bringt Anerkennung, ohne viel leisten zu müssen
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03.01.2008 15:28 Uhr von swald
 
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Boulevard: Ich verstehe nicht was daran Boulevard ist.
Verschieden Politiker suchen nach Lösungsmöglichkeiten und der Spiegel berichtet über die verschiedenen Ansätze.

Kann mir das mal jemand erklären.
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03.01.2008 16:25 Uhr von DerFeger
 
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swald: was erwartet die jugend in diesem staat
welche perspektiven giebt es
was bringen strafen
Gewalt wird geil wenn man dies zulässt
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03.01.2008 16:38 Uhr von kimmsen
 
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in welcher welt leben eigentlich die richter? beim strafmaß geht es doch nur noch um die befindlichkeiten der täter.
es geht nicht darum jemanden eine 2. chance zu geben, es wird vielmehr eine 10., 11. oder auch 12. chance gegeben.

wir brauchen auch keine neuen gesetze, es müssen nur die alten ausgeschöpft werden.
warum wird sich bei wiederholungstätern nicht schon bei der 2. straftat an der höchststrafe orientiert?

natürlich muss man für die zukunft auch die rahmenbedingungen in der gesellschaft verbessern, aber das darf doch kein grund für eine strafmilderung sein.

eine straftat gehört bestraft, und der richter sollte sich nicht als verantwortlicher und zukunftsplaner des täters fühlen.
dafür gibt es auch nach der verurteilung möglichkeiten, den täter wieder in die gesellschaft einzuführen.
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03.01.2008 17:09 Uhr von swald
 
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DerFeger: "was erwartet die jugend in diesem staat"

In der Regel haben sie keine klare Erwartungen, es wird in den Tag gelebt. Das trifft auf die meisten "schwachen" Kids zu.

"was bringen strafen"

Strafen bringen eine Verhaltensanpassung (müssen keine drakonischen sein), der Jugendliche lernt das er für negatives Verhalten zahlen muss. Im Elternhaus wird und wurde es zumeist versämt.

"Gewalt wird geil wenn man dies zulässt"

Lässt sich im vorraus schlecht verhindern, nur durch frühe konsequente Arbeit mit mit den Straftätern. Sie sollten beim ersten Schlag in die Fresse (auch wenn sie erst 12 Jahre alt sind) umgehend eine unbequeme Konsequenz erfahren.
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03.01.2008 18:43 Uhr von Schwertträger
 
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@swald: Und mit wem arbeitest DU früh und konse- quent?

Wenn die Kids erst straffällig werden, dann ist es zu spät, mit ihnen zu arbeiten.
Lange vorher sind DU und ich gefragt, sich um die Kleinen zu kümmern. Schliesslich wissen wir ganz genau, welche Eltern sozial daneben sind (schliesslich machen wir immer einen großen Bogen, wenn wir sie kommen sehen und rümpfen die Nase) und wir wissen auch ganz genau, dass aus deren Kindern nichts werden wird.
ABER wir tun nichts für diese Kinder.
Wir tun nur etwas gegen diese Kinder, wenn sie größer und kriminell geworden sind.

MIt der konsequenten Arbeit hast Du schon Recht, auch mit dem Lernen, dass Gewaltlösungen auch für den Täter unangenehme Konsequenzen haben.
Aber der Staat, der das leisten muß, sind wir!
So viele offizielle Stellen und Sozialarbeiter, wie wir bräuchten, um alles darauf abzuwälzen, gibt es nicht. Und bezahlen könnten wir´s auch nicht.

Hier ist der Einzelne gefragt!!

Klar gibt´s da auch Misserfolge und öfter läuft man vor die Wand.
Aber erstaunlicherweise hat man auch häufig Erfolg, kommt an die Kleinen ran, teils sogar an die Eltern.
Jedes Kind, was dadurch nicht kriminell wird, ist ein Erfolg. Die anderen kann man immer noch einsperren.
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03.01.2008 20:44 Uhr von swald
 
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Schwertträger: "Wenn die Kids erst straffällig werden, dann ist es zu spät, mit ihnen zu arbeiten.
Lange vorher sind DU und ich gefragt, sich um die Kleinen zu kümmern. "

Klar Kindergartenpflicht und eine gut konzeptionierte Ganztagsschule würde präventiv wahrscheinlich Wirkung zeigen.

"Schliesslich wissen wir ganz genau, welche Eltern sozial daneben sind"

...nur haben die Jugendämter zu wenig Spielräume, es geht so gut wie nichts ohne Richter.

"Wir tun nur etwas gegen diese Kinder, wenn sie größer und kriminell geworden sind."

Wenn sie das erstemal gewaltätig werden ist der späteste Zeitpunkt zu intervinierren, der nahezu immer versäumt wird.

"So viele offizielle Stellen und Sozialarbeiter, wie wir bräuchten, um alles darauf abzuwälzen, gibt es nicht. Und bezahlen könnten wir´s auch nicht."

Die gibt es schon nur haben sie wie Lehrer KEINEN großen Spielraum bei Sanktionen und an den Schulen (den zentralen Bildungs und Erziehungseinrichtungen) fehelen häufig schlüssige Konzepte. Bei mir bekäme ein Lehrer der aufdem Pausenhof wegschaut und damit Gewalt ermöglicht eine Abmahnung.

"Hier ist der Einzelne gefragt!!"

Stimmt keiner getraut sich mehr den Nachbarbalg richtig einzunorden. Wenn ich im Freibad einen auf den Weg rotzen sehe, erkläre ich ihm auch deutlich das er es weg macht und dann kommen die Kompetenden Eltern...

"Jedes Kind, was dadurch nicht kriminell wird, ist ein Erfolg. Die anderen kann man immer noch einsperren."

stimmt.

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